Gestern in Niedersachsen 400 Impfungen, in Bremen 60.
Bloß keine Hektik aufkommen lassen.
Gestern in Niedersachsen 400 Impfungen, in Bremen 60.
Bloß keine Hektik aufkommen lassen.
Zu Weihnachten habe ich von meinem Eltern übrigens drei Töpfe frisch gemachter Hagebutten-Marmelade bekommen. Schmeckt wie früher.
Immer noch grauenhaft?
Ich persönlich habe kein Problem mit einem unterschiedlichen Vorgehen in verschiedenen Regionen oder Bundesländern. Die Situation ist durch die Feiertage schwer ein zu schätzen, aber es ist durchaus möglich, dass in Niedersachsen Mitte Januar die meisten Landkreise wieder unter er 50er-Grenze sind. Dass man da dann anders vorgeht, als in Regionen, wo man noch über 200 ist, ist möglich und sinnvoll.
Ich habe aber auch sonst kein Problem mit föderalen Strukturen, den ewigen Ruf nach mehr Vergleichbarkeit im Bildungswesen teile ich zB nicht - am Ende heißt Einigung in größeren Systemen meist, Einigung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner und viel Reibungsverluste durch Bürokratie (Siehe Impfstoffbestellung durch die EU).
PS:
Wer dafür sorgen möchte, dass die weniger gut situierten Länder auch genügend Impfstoff bekommen, kann dass darüber machen, in dem er diese bei der Finanzierung unterstützt, zB über die bekannte Impfstoffinitiative:
Deutschland hat hier bereits einiges Beigetragen.
Arme Länder bei der Impfstoffbeschaffung zu unterstützen, indem man meint, das eigene Land müsse sich bei Bestellungen zurückhalten, ist genau so sinnvoll, wie den Hunger in Afrika bekämpfen zu wollen, indem man mal das Abendessen ausfallen lässt. Nur Beten ist noch nutzloser.
Irgendwie check ich das nicht. Wann soll jetzt welche Stufe gelten?
Aus der Tatsache, dass hier für weder Zeitpunkte noch Kriterien genannte werden, kannst du wohl schließen, dass sich die KMs eben darauf nicht einigen konnten.
In so fern ist das Papier eigentlich eine Nullaussage, weil es lediglich (sowieso schon bekannte) Möglichkeiten beschreibt. Mehr nicht.
Die "Impfnationalismus"-Diskussion ist eine Phantomdiskussion, speziell was Biontech/Pfizer angeht.
- Wenn die EU oder Deutschland im Sommer 500 Millionen Dosen bestellt hätten, wäre die Produktion in Deutschland viel früher darauf ausgerichtet worden und wir hätten jetzt bereits eine höhere Produktion, davon würden alle profitieren
- In vielen Regionen der Welt besteht gar kein großes Interesse den Impfstoff in größeren Mengen einzukaufen: Russland, China, Indien setzten zum Großteil auf eigene Impfstoffe und wollen schon aus Prestigegründen aktuell gar nicht in großem Maßstab die mRNA-Impfstoffe beschaffen
- weite Teile von Afrika, Südamerika und Südost-Asien können mit dem Impfstoff gar nichts anfangen, weil sie die logistischen Voraussetzungen für dessen Nutzung aktuell gar nicht erfüllen können
Eine "Konkurrenz" um den Wirkstoff gibt es nur zwischen Nordamerika und Europa und den Konkurrenzkampf haben wir ganz offenkundig verloren - ohne dass das irgend einem Menschen in einem armen Entwicklungsland etwas nützen würde.
Es ist natürlich leicht, sein eigenes Versagen mit Verweisen auf den armen Rest der Welt zu relativieren und in Deutschland fällt das auch immer schnell auf fruchtbaren Boden.
Thema dieses Strangs sind Impfbereitschaft und Impfstoffe.
Ich bitte darum Grundsatzdiskussionen über anderes hier zu unterlassen oder aus zu lagern.
Indien hat gestern einen eigene Impfstoff und den Impfstoff von Astrazeneca zugelassen.
Dabei hat man auch bekannt gegeben, dass vom AZ-Präparat bereits 50 Millionen Dosen im Land vorrätig sind. Insgesamt 1 Mrd. Dosen sollen produziert werden, Indien ist einer der größten Produzenten für Impfstoffe der Welt.
Indien untersagt dabei aktuell den Export der im Land produzierten Impfstoffe, sie dürfen nur im Land verwendet werden:
https://www.tagesschau.de/ausland/indien…weifel-101.html
Gerade für andere Länder der "dritten Welt" ist das hochproblematisch, bei den günstigen Impfstoffen führt an den Produktionskapazitäten von Indien kein Weg vorbei.
Wir haben keinen Lockdown, auch wenn sich der Begriff medial so schön kommunizieren lässt.
In der Industrie wird normal gearbeitet, ebenso wie überall da im Dienstleistungsbereich, wo es keinen Kundenkontakt gibt.
Es gibt lediglich den "dringenden Appel" den Leuten Homeoffice zu ermöglichen und auch da gibt es Arbeitgeber, die das sehr unterschiedlich umsetzen - viele machen es, die "gibt's bei uns nicht"-Fraktion gibt es aber auch.
Will sagen: rechtlich hat man hier vermutlich keine Handhabe. Ob man mit Vernunft weiter kommt, hängt von der Schulleitung ab, aber wenn sie jetzt noch darauf besteht, vermutlich nicht.
Es bleiben die beiden Optionen sich krank zu melden oder sich demonstrativ mit ffp2-Maske und Poolnudel neben das geöffnete Fenster zu setzten.
Ich hatte schon befürchtet, dass die Meldung veraltet ist. Spahn hofft jetzt auf eine schnelle Zulassung von AstraZeneca. Aber wenn man dann später nicht den Impfstoff wechseln kann, dann ist nichts gewonnen.
... die noch gar keinen Zulassungsantrag gestellt haben.
Moderna wird am 6.1. zugelassen, das erhöht die Menge vermutlich immerhin um min. 50%.
Als nächstes (vermutlich vor Astrazeneca) kommen Johnson & Johnson, die ihre Studie bis Ende Januar vorlegen wollen und dann im Februar die Zulassung beantragen. Hoffen wir, dass die Studie nicht daneben geht.
Das ist alles Theoretisiererei, die mit der Realität nichts zu tun haben wird, das ist euch schon klar, oder?
Einleutend, weißt Du näheres zum Sanofiimpfstoff? Ich las von proteinbasiert und konventionell. Gibt es bisher weitverbreitte Impfstoffe auf dieser Technik?
Sanofi/GSK war proteinbasiert, da gibt es eine Übersicht über alle aktuellen Kandidaten in klinischen Studien mit der verwendeten Technik:
Klar, genauso wie es für eine Anpassung eine eventuell eine neue Zulassung braucht.
Nein, in der Regel nicht, das Hängt von Umfang und Art der Änderung ab. (Grippeimpfstoffe werden jedes Jahr verändert und müssen keine neuen Wirksamkeitsstudien nachweisen.)
Ich beschreibe die Probleme in der aktuellen Situation und du antwortest, das wäre nicht so schlimm, weil du dir ein hypothetisches Szenario in der Zukunft ausdenken kannst, bei dem sowieso alles ganz anders aussieht.
Aktuell ist die Situation so wie sie ist.
Wenn du ernsthaft über die Möglichkeiten der Anpassung des Impfstoffes auf neue Mutationen (die bei den mRNA-Impfstoffen wesentlich einfacher möglich ist, als bei anderen Methoden) und die daraus resultierende Probleme auf die Zulassung diskutieren möchtest, schlage ich vor, dass du dich erst mal selber über das Thema informierst.
Woher hast du Einblick in die Verträge? Ich glaube nicht, dass jemand von uns, dass einschätzen kann.
Sicherlich wird man probieren allen die aktuelle Variante zu liefern. So einfach ist das allerdings nicht. Was ist, wenn die neue Variante in der EU eine neue Zulassung benötigt (aber vielleicht in GB oder den USA nicht)? Was ist, wenn Biontech nur begrenzte Stückzahlen der neuen Varianten liefern kann? Vielleicht kann man die Produktion nicht ad hoc umstellen? Was ist, wenn Biontech für die neue Varianten einen anderen Preis aufruft? Was ist, wenn es dann eine Kombiimpfstoff inklusive Grippeimpfung ist? Wann ist es ein neuer Impfstoff, wann ein eventuell kostenloses upgrade?
Es wird sicherlich so sein, dass wenn Biontech sagt, wir haben einen Vorschlag für eine neue Variante, wird man sich zusammensetzen und genau diese Frage besprechen und dann neu verhandeln. Da kann es auch von Vorteil sein, wenn man noch nicht zu viel bestellt hat.
Nein habe ich nicht, doch, kann ich trotzdem, nein benötigt sie nicht, eine Anpassung des Impfstoffs erfolgt über eine Veränderung der mRNA-Sequenz und ist kurzfristig möglich, ohne, dass sich am weitern Produktionsaufwand etwas ändert, an einem Kombiimpfstoff arbeitet Biontech aktuell nicht.
Die Sachen sind alle Kommuniziert, es gibt Videos mit Interviews von Sahin, in denen er sich genau dazu äußert, mindestens eins davon habe ich hier auch schon gepostet.. Aber ich habe offen gesagt den Eindruck, dass du dir die aktuelle Situation schön reden möchtest und auf jedes Gegenargument wieder eine Hypothese kommt, warum es doch gut ist, dass wir ... . Ist es aber nicht.
Die Lieferverträge beziehen sich nicht auf Versionen des Impfstoffs, geliefert wird jeweils das, was aktuell möglich ist und produziert wird.
Bei Verbesserung müssen auch keine neuen Verträge abgeschlossen werden.
Ganz nebenbei haben wir noch überhaupt nicht über den durchaus möglichen worst-case gesprochen:
Das Scheitern der klassischen Impfstoffe.
Sanofi-GSK ist gefloppt und fängt gerade wieder von vorne an.
Astrazeneca hat möglicherweise 70% Wirksamkeit, aber eine verpfuschte Studie mit der die Zulassungsfähigkeit in Europe fraglich ist (ebenso fraglich ist, wer überhaupt freiwillig einen Stoff mit 70% möchte, da bin ich mal auf die nächsten Wochen in England gespannt.)
Die Chinesen haben vor ein paar Tagen Ergebnisse eines Impfstoffes in ähnlicher Größenordnung der Wirksamkeit bekannt gegeben.
Aktuell ist Johnson & Johnson der letzte "Schuss", den die EU bei den klassischen Impfstoffen noch zeitnah im Köcher hat, wenn dessen Wirksamkeit ähnlich schlecht ist, muss man möglicherweise zu dem Ergebnis kommen, dass man die klassischen Impfstoffe komplett abschreiben muss, weil sie nicht konkurrenzfähig sind.
In diesem Fall würden die aktuellen Bestellmengen der EU gerade mal ausreichen und ca. 60% der Bevölkerung zu impfen.
Übrigens schreibt der Spiegel mal wieder von mir ab:
...
Nun wenden Verteidiger der EU-Impfstoffpolitik ein, es mache ja keinen Unterschied, wie viel man bestellt habe: Die Hersteller könnten nun mal nicht mehr produzieren als sie es derzeit tun. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Natürlich gibt es Produktionsengpässe. Doch mit Millionen zusätzlicher Aufträge in der Tasche hätten die Pharmafirmen seit Sommer anders planen können – und einen Anreiz gehabt, ihre Kapazitäten noch stärker auszuweiten.
Warum macht man es Eu-Seitig nicht finanziell attraktiv sämtliche Impfprogramme, die absehbar jetzt zu spät kommen (Sanofi, evtl Curevac), einzustampfen und lieber in Lizenz alles auf die Produktion des aussichtsreichsten Kandidaten zu setzen? Warum hat man das nicht schon vor 1-2 Monaten gemacht?
Das Nadelöhr beim Impfstoff dürfte die mRNA-Produktion und die "Verpackung" in die Lipidhülle sein. Das können in Europa meines Wissens nach Biontech und Curevac in industriellen Maßstäben, jeder andere wird diese Kompetenz erst erwerben müssen, da reden wir wahrscheinlich eher über Jahre als Monate. Klassische Impfstoffhersteller könne das nicht, die Produktion funktioniert grundsätzlich anders.
Curevac ist bereits in Phase 3 und der Impfstoff hat andere Vorteile (vor allem die Logistik ist eher Vergleichbar mit dem Moderna-Produkt). Mai halte ich für Curevac auch für realistisch, da macht es vermutlich keinen Sinn da jetzt abzubrechen und auf ein anderes Produkt um zu stellen, was auch wieder Zeit kostet.
Die Diskussion führt vollkommen am Problem vorbei. Es ist doch nur Populismus die Schuld auf zu wenigen Bestellungen Seitens der EU zu schieben. Deutschland erhält rund 56 Mio Impfdosen Seitens der EU. Reicht das nicht?
...
Das Problem ist aber nicht die Bestellmenge, sondern die Verfügbarkeit. Ob wir nun 50 Mio, 100 Mio oder 1 Mrd bestellt haben, macht momentan keinen Unterschied. Das Problem sind die Produktionsmengen und nicht die Bestellungen.
Du hast das Problem immer noch nicht verstanden oder möchtest es nicht verstehen.
Die 300 Millionen der EU hätten im Prinzip gereicht, es geht nicht um insgesamt mehr Bestellungen. Es geht um frühzeitig und verbindlich, weil das das Kriterium ist, an dem der Hersteller - verständlicher weise - seine Produktions- und Lieferpläne ausrichtet.
Wir hätten eine andere Situation, wenn die EU die 300 Mio Dosen (also die gleiche Menge und zum gleichen Preis) bereits im September und ohne unnötige Taschenspielertricks mit Optionen geordert hätte, weil der Hersteller dann frühzeitiger hätte damit planen können.
Man kann sich nicht darüber beschweren, dass der Hersteller im Dezember keine Produktionskapazitäten hat, wenn man erst im November verbindlich bestellt.
Die USA haben frühzeitiger und mehr bestellt und dort sind die Kapazitäten jetzt höher. Das ist nicht vom Himmel gefallen, das liegt daran, dass der Hersteller sich - mit einer verbindlichen Bestellung in der Tasche - dort entsprechend darauf vorbereitet hat.
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