Die Auslastung der Intensivbetten pendelt seit Monaten in Deutschland um 80% (gestern lag sie bei 82%), was dem langfristigen Mittelwert entspricht.
Der Anteil an Covid-Patienten ist auch seit 5 Wochen auf einem etwa gleich bleibendem Niveau.
Bedenklich und problematisch sind vor allem die regionalen Schwerpunkte, wenn die Inzidenz in Sachsen vier mal so hoch ist, wie in den nördlichen Bundesländern, ist natürlich klar, dass es da auch einzelne Kliniken geben kann, die an die Belastungsgrenze kommen. Aber insgesamt haben wir aktuell in Deutschland derzeit eine Situation, die man handhaben kann, bei der aber einige grundsätzliche Probleme im System mal deutlicher sichtbar werden, als es sonst der Fall ist. (ZB der Umgang mit dem Pflegepersonal.) Die Probleme betreffen im Augenblick vor allem die nicht-Corona-Patienten, deren Behandlung zurückgestellt wird.
Die Medienberichterstattung - und die individuelle Wahrnehmung - fokussiert sich in den letzten Tagen sehr auf Einzelfälle, bei denen es natürlich Probleme gibt, bei denen aber auch einzelne Instrumentalisiert werden, weil einige glauben, sie müssten den Menschen Angst machen, damit sie sich so verhalten, wie man sich wünscht. Vor drei Tagen ging etwa eine Meldung durch die Presse, von einer Klinik in Halle (?), bei der der Klinikleiter verkündet hat, die Triage würde bereits angewendet. Ein paar Stunden später musste er zurückrudern, als Triage bezeichne man im Klinikalltag auch die Situation, dass mehrere Fälle in der Notaufnahme gleichzeitig auflaufen und man die nach Priorität behandle, das habe er gemeint.