Sowohl Biontech/Pfizer als auch Moderna produzieren schon seit Wochen. Vorräte sind vorhanden und können nach Zulassung unmittelbar ausgeliefert werden, das passiert ja mit den Chargen, die für GB, die USA, die Golfemirate, etc. vorgesehen sind, aktuell ja auch schon. Für D. wären das aktuell etwa 1 Millionen Dosen.
Die Prüfung sollte natürlich mit der nötigen Gründlichkeit erfolgen, aber keinen Tag länger dauern, als die benötigt.
Letztlich bleibt es für mich dabei, dass ich in der kurzen Verzögerung bei der Zulassung kein Problem sehe. Man verliert nicht viel Zeit und die Produktion ist eh nicht so weit, dass genug Impfstoffe bereit stehen.
Mal eine kleine Rechnung: erfolgt die Zulassung erst gegen Jahresende, wie im aktuellen Zeitplan vorgesehen, verliert man etwa 2 Wochen gegenüber GB/USA. Am Anfang der Impfkampagne steht die Hochrisikogruppe 80+ . Diese haben aktuell eine erhöhte 7-Tage Inzidenz und macht etwa zwei Drittel der Todesopfer aus. Verschiebt sich die Erstimpfung von 1 Mio. betreffenden in dieser Altersgruppe um 14 Tage nach hinten, bedeutet das etwa 4000 zusätzliche Infektionen und 500 zusätzliche Tote.
Falls diese Toten wirklich notwendig sind, weil die Sicherheit der Impfung aktuell noch nicht zuverlässig beurteilt werden kann bitte, dann muss man halt in den sauren Apfel beißen und abwarten. Dazu:
Lauterbach zu „BILD“ auf die Frage, ob die andauernde Prüfphase der europäischen Behörden zur Zulassung Menschenleben kostet: „Ja und zwar deshalb, weil wir mit dem Impfstoff jetzt schon in Pflegeeinrichtungen impfen und damit Menschen schützen könnten.“
Und weiter: „Die Sicherheit des Impfstoffs kann nicht mehr infrage gestellt werden.“