Beiträge von Moebius

    Es gibt keine abschließende Liste darüber, was eine dienstliche Aufgabe ist oder was der Inhalt einer Dienstbesprechung sein kann. Es ist dienstlich, wenn der Schulleiter sagt, es ist dienstlich. Hört sich blöd an, ist aber Wesen der Behörde, in der wir nun mal arbeiten und die nun mal eine hierarchische Weisungsstruktur hat. Man kann auch grundsätzlich nicht davon ausgehen, dass an einem Freitag vor den Ferien um 13 Uhr Schluss ist. Der Tag ist ein Arbeitstag, ohne Einschränkung.

    Ob es als Schulleiter klug ist, so etwas auf diese Art und Weise an zu setzten, mag diskussionswürdig sein, aber es ist halt nicht jeder Schulleiter klug. Damit muss man leben.

    Zu den Lösungsvorschlägen:

    -Termine können vergessen werden. Eine Entschuldigung reicht dann in der Regel.

    Klar, so was kann mal passieren und in einer vernünftig geführten Schule ist das auch kein Problem. In einer unvernünftig geführten Schule kann die Nichtwahrnehmung einer Dienstpflicht als Dienstvergehen geahndet werden.

    -man kann krank sein oder einen Arzttermin dahin legen.

    Man kann krank sein, Arzttermine hat man grundsätzlich erst mal so zu legen, dass dienstliche Belange nicht berührt werden. Ist das nicht möglich, so muss man dies auch begründen können, zB mit Dringlichkeit, was schwierig sein dürfte, wenn am Montag danach die Ferien anfangen. Außerdem muss man den Arztbesuch dann ggf. auch nachweisen können, wenn der AG das verlangt, als Tipp um stattdessen frühzeitig in die Ferien zu fahren ist das ganze daher eher untauglich.

    Ich hatte in meiner PR-Arbeit schon mehrfach vergleichbare Fälle, leider sind meiner Erfahrungen in Bezug auf Unterstützung durch die Behörde sehr ernüchternd. Die Stellen in der Behörde - auch wenn sie nicht mit Beförderung versehen sind - sind sehr begrenzt und man möchte dort Leute haben, die jung, belastbar und karriereorientiert sind. In der Regel gehen die Kollegen für drei Jahre in die Behörde, ackern da ihre 40+ Stunde die Woche für drei Jahre durch um dann als "Belohnung" direkt auf ein Leitungsamt in einer Schule geschoben zu werden. "Ruhige" Posten, die für eingeschränkt belastbare Kollegen geeignet sind, gibt es dort nicht (mehr).

    In allen Fällen, in denen Kollegen aktiv eine alternative Verwendung gewünscht haben, war die Antwort "gibt es nicht".

    Ich würde mich auf jeden Fall an den Bezirkspersonalrat unter Einbeziehung des Schwerbeschädigtenvertreters wenden. Helfen kann dir nur jemand, der deinen Fall genau kennt, und das schließt die genaue Erkrankung mit ein, die möchtest du sicher nicht im Internet ausbreiten.

    Ich habe nur den Eindruck, dass hier auch klare politische Interessen eine Rolle spielen und würde hochspannend finden, welche Weisungen so an die Gesundheitsämter rausgegangen sind..

    Du kannst davon ausgehen, dass eine "geheime Weisung", die an ca. 10000 Mitarbeiter in ca. 500 Gesundheitsämter geht, nicht lange geheim bleibt.

    Und dass es Ziel des aktuellen Vorgehens ist, den Regelbetrieb so weit wie möglich aufrecht zu erhalten, ist ganz offen kommuniziert und bekannt.

    Ein Glück entscheiden das die Leute vom zuständigen Gesundheitsamt die natürlich auch anfragen wer mit wem wie viel Kontakt hatte. Lass die doch einfach ihre Arbeit machen.

    Lehrerkrankheit.

    Lehrer beschweren sich gerne darüber, dass jeder der mal Schüler war, zu wissen meint, was man wie in der Schule anders machen müsse. Gleichzeitig sind Lehrer dafür bekannt, der ganzen Welt gerne zu erklären, wie sie ihren Job zu machen hat.

    Ich habe schon von Handwerkern gehört, die grundsätzlich nicht für Lehrer arbeiten.

    "Baumängel", heißt in diesem Kontext sowas wie "Kein Dach" oder "Keller steht seit 5 Jahren unter Wasser und inzwischen leben da Krokodile", nicht so Lappalien wie zugige Fenster oder ein bisschen Asbeststaub.

    Es ist eben ziemlich egal was man an der Stelle so glaubt solange für ein Medizinstudium eine 1.3 oder so auf dem Abizeugnis stehen muss.

    Die Abiturnote wird aus 50-60 Einzelnoten gebildet. Die Forderung, dass die Teilnoten die gleiche oder eine ähnliche Genauigkeit haben müssten, wie die Abiturnote mag gefühlt plausibel sein, sachlich ist sie das nicht. Natürlich ist ein so komplex zusammengesetzter Endwert anders zu bewerten, als die Teilnoten, die immer nur sehr begrenzte Ausschnitte einzelner Fächer bewerten.

    1. Wie bereits geschrieben: Mit einer Aufsplitterung der Notenskala befeuert man das Problem eher, als es zu lösen - wenn jeder Punkt mehr oder weniger zu einer anderen Endnote führt, kommt es erst recht auf jeden Punkt an

    2. Scheinobjektivität. Es gibt keine Möglichkeit, den nächsten Teil zu schreiben, ohne dass sich jemand angegriffen fühlt, aber ich mache es trotzdem mal, ich meine damit niemanden bestimmten und mir ist klar, dass es auch andere Gründe gibt:

    Die Strategie, jeden Pups zu benoten und dabei ein möglichst kompliziertes System mit vielen Zwischenschritten zu wählen, ist oft auch ein Ausweichverhalten von Kollegen, die sonst einen schwachen Stand haben. Letzten Endes ist es unsere Pflicht, die Leistungen von Schülern zu bewerten und sich auch einer kritischen Diskussion in Bezug auf diese Wertung zu stellen. Das kann man sich natürlich leichter machen, wenn man sich auf ein vermeintlich objektives Schema zurückzieht, bei dem man 12 verschiedene Noten mit drei Nachkommastellen in irgendeine Exceltabelle eingibt und dem Schüler das Ergebnis hinter als Produkt einer höheren Macht verkauft.

    Irgendwo ist immer die Grenze zwischen zwei Noten. Wenn ich fordere, dass "der halbe" Punkt nicht den Ausschlag geben darf, dann gibt halt der nächste halbe Punkt halt den Ausschlag. An der Grundproblematik ändert das gar nichts.

    An der kann man höchstens was ändern, indem man Schülern vermittelt, einzelne Noten nicht zu überhöhen und dass auch mal ein "guter" Schüler einen schlechten Tag haben kann, ohne das das etwas an dem Bild, das ich von ihm habe, ändert.

    Das ist doch kein Argument. Die Tatsache, dass ein halber Punkt, also irgendein kleiner Flüchtigkeitsfehler, den Unterschied zwischen "gut" oder plötzlich nur noch "befriedigend" ausmacht, ist mMn absurd.

    Die Tatsache, dass ein "gut" oder "befriedigend" über das Lebensglück von Kind oder Mama entscheidet, ist absurd. Und damit, die Bewertungsskala in immer mehr Teilschritte zu zersplittern, die ja immer besser oder schlechter sind als der angrenzende, befeuert man diese Haltung nur. ("Wie, du hast nur 'gut'? Meine Arbeit ist 'mittelübergut mit Sternchen', haha!")

    Man kann einem Kind auch bei einem "befriedigend" Wertschätzung für die erbrachte Leistung vermitteln, und vielleicht nebenbei auch, dass es wichtigeres gibt als die Frage, welches Wort jetzt unter der Arbeit steht.

    In Niedersachsen sind Zwischennoten bei Klassenarbeiten etc. erlaubt - solange der Schulvorstand dies entschieden hat. Falls kein Beschluss da ist, sind sie verboten. (Das ist also eine Regelung, die von Schule zu Schule unterschiedlich sein kann.)

    Zitat von Erlass: Zeugnisse in den allgemein bildenden Schulen

    3.4.2 Zwischennoten und so genannte Prädikatsanhängsel sind in Notenzeugnissen unzu- lässig.

    Für Klassenarbeiten gilt:

    Zitat von Erlass: Schriftliche Arbeiten an allgemeinbildenden Schulen
    1. Bei der Bewertung schriftlicher Arbeiten sind die für Zeugnisse geltenden Vorschriften über Notenbezeichnungen und über das Verbot von Zwischennoten (Nrn. 3.4.1 und 3.4.2 des Bezugserlasses zu a) entsprechend anzuwenden.

    Der Deregulierungserlass gibt Schulen Spielraum ausschließlich bei der Bewertung schriftlicher Klassenarbeiten das Verbot außer Kraft zu setzen.

    Es gilt auf jeden Fall für Zeugnisnoten (und die soMi).

    Ja das denkt man eben, wenn man seit nem halben Jahr schon denkt, dass die Schulen die Wurzel allen Übels sind. Was ja nicht so ist und auch nie so war. Jetzt sehen wir es live und in Farbe, dass die Fallzahlen ganz klar mit der Urlaubsreiserei korrelieren und keinerlei zusätzlicher Anstieg durch den Schulbeginn verursacht wurde.

    Man kann in den Statistiken der einzelnen Bundesländer auch sehr deutlich sehen, dass die Fallzahlen 2 Wochen nach Ende der Ferien wieder runter gehen. Die orangen Flecken wandern quasi wöchentlich von West nach Nord nach Süd über die Bundesländer, die gerade im letzten Feriendrittel sind. (Und an den Infektionsländern der Reiserückkehrer kann man auch sehen, dass es eben vor allem die Familienbesuche waren und nicht die Urlaubsreisen.)

    Hast du dazu irgendwas Schriftliches? Mein letzter Stand ist Herrn Tonnes Ankündigung von Mittwoch, dass sich niedersächsische Lehrkräfte bald kostenlos testen lassen könnten, aber ich wusste nicht, dass dies schon umgesetzt wurde. Das heißt also, ich dürfte mir nun einen Termin für einen Coronatest bei meinem Hausarzt holen (würde ich vermutlich nur machen, wenn ich Symptome bekomme)?

    Noch nicht, nur aus dem Brief vom Donnerstag:

    Zitat

    Ich möchte Sie hierzu kurz darüber informieren, dass wir allen Schulleitungen, Lehrkräften sowie schulischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Landes Niedersachsen die Möglichkeit zweier freiwilliger Testungen geben werden. Die Kosten dafür werden vom Dienstherrn übernommen. Detailinformationen erhalten Sie in der nächsten Woche.

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