Beiträge von Moebius

    Nebenbei mal übrigens ein Hinweis, warum des durchaus angemessen ist, dass die Steuer nicht jährlich ein hochpreisiges Apple-Gerät durchwinkt:

    Das mittlere MacBook Pro 16'' kostet 3400€. Mit Bildungsrabatt zahlt man für das gleiche Gerät 3170€. Das kaufe ich, spare beim Absetzen von 100% im 1. Jahr etwa 1400€ an Steuern und verkaufe es nach einem Jahr problemlos für 2600€ weiter.

    Mit der Nummer verdiene ich jedes Jahr noch 600€ daran.

    Ganz ehrlich: hier wird es jetzt langsam albern. Natürlich muss niemand einen 3000€-Rechner privat anschaffen, der für die Nutzung in der Schule unbedingt notwendig ist, außer dir macht das ja offensichtlich niemand. Unsere Medien-Koordinatoren und Informatiklehrer sind mit 500€ Laptops unterwegs.

    Du wirst hier ganz offensichtlich auch niemanden davon überzeugen, dass das bei dir anders ist. Ob es dir beim Finanzamt gelingt, sei mal dahingestellt, die verfahren oft nach Schema f und nicht nach Plausibilität. Aber einen zwingenden Hebel das durch zu kriegen, gibt es nicht, du solltest froh sein, dass überhaupt eine Anerkennung durchgegangen ist. Denn du hast ja im letzten Jahr bereits ein anderes Gerät zu 100% abgesetzt und auch wenn ein neues Gerät in einem Jahr voll abgesetzt werden kann, wird normalerweise trotzdem eine dreijährige Nutzungsdauer angesetzt.

    Fachobleute sind in der Regel A14er, sie haben eine Schachentscheidungskompetenz aber keine Personalkompetenz.

    Der Fachobmann Physik kann Regeln festlegen, nach denen die Schülerübung verwendet werden kann oder er kann zu Fachkonferenzen einladen und damit auch einen Nachmittagstermin festlegen. Wenn ein Kollege sich nicht an diese Regeln hält oder nicht zu den Konferenzen erscheint, kann der Fachobmann selber diesen Kollegen nicht sanktionieren, sondern muss das an den Schulleiter weitergeben.

    Der Schulleiter kann an den Fachobmann delegieren eine Vorschlagsliste für die Unterrichtsverteilung im Fach im kommenden Schuljahr zu erstellen, die endgültige Unterrichtsverteilung zu erstellen ist dann Aufgabe des Schulleiters oder ständigen Vertreters.

    Würde bei uns nicht als Vertretung angerechnet werden können weil kein eigenständiger Unterricht.

    Geht mir auch mehr um die wöchentliche Arbeitszeit und nicht alle KuK sind verbeamtet.

    Auch Angestellte dürfen an 6 Tagen in der Woche arbeiten (§ 3 ArbzG).

    Die Schulleitung hat grundsätzlich einen Ermessensspielraum bei der Frage, was genau als "Vertretung" angerechnet wird. Ich halte es für ausgeschlossen, dass irgendwo die übergeordnete Behörde Theater macht, weil 3 mal pro Schuljahr eine Hand voll Stunden für Klausuraufsichten an einem Samstag als Vertretung angerechnet werden, wenn insgesamt die Stundenkonten nicht aus dem Ruder laufen.

    Natürlich gibt es Schulleitungen, die den "das dürfen wir nicht zählen"-Joker hier trotzdem ziehen, um die Diskussion darüber gar nicht erst aufkommen zu lassen. So eine Regelung lässt sich in der Schule aber auf Dauer nur erhalten, wenn das Kollegium sie mit trägt, da sind die paar Stunden an dieser Stelle gut investiert.

    Moebius : Dann könnt ihr aber vermutlich sicherstellen, dass die bei euch "betroffenen" SuS samstags mit dem ÖPNV (oder zu Fuß, mit dem Rad,...) zur Schule gelangen können, oder?

    Grundsätzlich schon, es haben durchaus ein paar SuS eine Weg, der dann dazu führt, dass sie am Samstag um 6 Uhr aufstehen müssen, aber das ist dann nun mal so, das müssen die aufsichtführenden Lehrkräfte auch.

    Mich interessiert dabei wie die LK das angerechnet bekommen bei denen wo es samstags läuft. Ist ja dann im Zweifel eine 6 Tagewoche

    Als normale Vertretungsstunden.

    Ja, das wäre etwas was ich nicht mitmachen würde und was ich auch dienstrechtlich bzw arbeitsrechtlich schwierig sehe.

    Deine persönliche Meinung sei dir belassen, aber arbeitsrechtlich ist das nicht zu beanstanden, ein Recht auf eine "maximal 5 Tage Woche" gibt es im Dienstrecht für Beamte nicht.

    Grundsätzlich trägt das Kollegium die Regelung bei uns aber auch mit und im Normalfall muss niemand für so einen Termin verpflichtet werden, für den es gerade schlecht machbar ist. Wie gesagt: der allgemeine Eindruck ist, dass die Neigung zum Fehlen bei Klausuren dadurch gesunken ist und in der Summe ist es deutlich weniger Arbeit, wenn 30 SuS ihre Klausuren gleichzeitig nachschreiben können, als wenn jeder Kollege das selber organisieren muss.

    Bei uns finden Nachschreibtermine für die 11-13 regelmäßig seit Jahren am Samstag statt. Dass der Samstag ggf. nach Beschluss der Konferenz kein Unterrichtstag ist, spricht dem auch nicht entgegen, es bleibt trotzdem ein Werktag.

    Üblicherweise sind das 3 Termine pro Schuljahr bei uns, bei je 4 nötigen Aufsichten kommt also jeder Kollege ganz grob alle 8 Jahre dran.

    Die Erfahrungen sind klar positiv.

    Mag bei euch so sein; hier gibt es sogar explizit die "Beurlaubung in den Privatschuldienst", die auch direkt mit der Einstellung/Verbeamtung möglich ist.

    Das ist nicht der gleiche Sachverhalt, es gibt auch hier Stellen an staatlich anerkannten Ersatzschulen, die auf diese weise besetzt werden, dann wird aber so ausgeschrieben, dass man formal bei staatlicher Schule A eingestellt und direkt an anerkannte Ersatzschule B abgeordnet wird.

    Hier geht es darum, dass jemand Urlaub ohne Bezüge nehmen möchte um dann beruflich anders zu arbeiten.

    Auch bei einer Beurlaubung ohne Bezüge bleiben die beamtenrechtlichen Einschränkungen bestehen, so lange man Beamter ist. Man darf nicht einfach einer anderen Erwerbstätigkeit nachgehen, so lange diese nicht genehmigt ist und eine Genehmigung für die Arbeit an einer Privatschule wird man in der Regel nicht erhalten.

    Wir haben hier vor einiger Zeit den Fall einer Lehrerin diskutiert, die sich ohne Bezüge hat beurlauben lassen, dann in der Schweiz als Lehrkraft gearbeitet hat und in der Folge in Deutschland aus dem Beamtenverhältnis entlassen wurde.

    Bei A14 besteht das Verfahren aus einer Unterrichtsstunde und dem Gespräch zum Amt, und natürlich kann man sich dabei grundsätzlich auch als ungeeignet erweisen.

    Dei Beurteilung erfolgt bei A14 durch die Schulleitung, entscheidend dürfte als sein, ob die sich eine zukünftige Zusammenarbeit mit den Funktionsstelleninhaber vorstellen kann. Daher muss man schon sagen, dass schon im Vorfeld des Verfahrens einiges schief gelaufen sein muss, wenn die Schulleitung eine Stelle so ausschreibt, dass sich nur ein einzelner Kandidat bewirbt, der auch noch aus dem eigenen Haus kommt und der sich anschließend als ungeeignet erweist.

    Wie haben immer mal wieder KuK die von NRW zu uns kommen und umgekehrt. Im ersten Fall ist die erste Reaktion immer die Freude darüber, dass es zwei Debutatsstunden weniger sind, am Ende des ersten Jahres wird darüber gestöhnt, dass viele andere Kleinigkeiten (Weniger Anrechnungsstunden, Zählung von Vertretung, Korrekturaufwand, etc.) bei uns Mehrbelastungen sind. Nach ein paar Jahren hat bisher noch jeder gesagt, dass es sich im großen und ganzen rausmittelt und man in beiden Bundesländern gut zu tun hat.

    Für mich ist ein "positiver Randkommentar" schon ein Haken in der entsprechenden Zeile. Und ein S mit 15 Punkten hat bei mir in der Regel nur Haken an der Seite. Alles andere ist Käse.

    Du kannst davon persönlich halten, was du willst, was ich geschildert habe ist bei uns so Rechtslage, bzw. entsprechende Anweisung aus der Behörde.

    Die ist übrigens auch der Auffassung, dass ein Haken kein Korrekturzeichen ist. Bei uns haben beim letzten Dezernentenabitur eine Reihe KuK die Abiturklausuren zurückerhalten, mit der Ansage, ma möge aus allen Haken kleine "r" für "richtig" machen.

    PS: Ich wünsche jedem, dass er mindestens hin und wieder Spaß und Freude an seinem Beruf hat.

    Ganz primär einen sehr emotionalen Blick auf die eigene Berufstätigkeit zu haben, ist aber schon ein Phänomen, das im Lehramt oder anderen sozialen Berufen sehr viel häufiger vorkommt, als anderswo. Und das kann durchaus problematisch sein, zum einen weil problematische Strukturen erst dadurch ermöglicht werden, dass Beschäftigte aus emotionalen Gründen Dinge mitmachen, die sie eigentlich besser nicht mitmachen sollten (zum Beispiel Schwimmunterricht unter eigentlich nicht sicheren Umständen, um nur mal ein Beispiel zu nennen), zum anderen auch weil es ein erhöhtes Risiko für berufsbedingte psychische Erkrankungen darstellt. Wer zu sehr für seinen Beruf brennt, brennt oft irgendwann aus.

    Das nennt man nach meinem Verständnis "Positivkorrektur". Man schreibt hin, was falsch ist und wie es hätte richtig sein sollen. Korrekte Lösungen kommentiere ich natürlich nicht, wozu auch, wenn es ja korrekt ist.

    Zumindest im Abitur zählt das bei uns nicht als Positivkorrektur. Dort ist ausdrücklich vorgeschrieben, dass sich die Note aus den Randkommentaren ergeben soll und bei zB einer sehr guten Leistung auch entsprechend positive Randkommentare deutlich überwiegen sollen.

    In Physik bedeutet das bei mir, dass ein S mit 15 Punkten sicher mindestens 20 Kommentare der Form "Gelungene Auswertung der Messreihe" oder "Lena leitet die gegebene Formel erfolgreich her" am Rand hat. Ich Bilanziere im Prinzip zu jedem Operator mit mindestens einem kurzen Satz, egal ob richtig oder falsch.

    In normalen Klausuren fällt das deutlich reduzierter aus, geht aber in die gleiche Richtung.

    Grundsätzlich finde ich diese Form der Korrektur auch nicht besonders aufwändig, lästig finde ich eher, dass wir zusätzlich ca. eine Seite Gutachten schreiben müssen, was bei mir dann - schon aus Konsistenzgründen - bedeutet, dass ich im Grunde alle Randkommentare noch mal im Fließtext wiederhole. Soweit ich weiß gibt es dieses Gutachten in NRW nicht, da sind dann die Randkommentare schon notwendig.

    Ich vermisse manchmal einfach Lösungsvorschläge.

    Der einfache Lösungsvorschlag wäre hier gewesen, dass der Verantwortliche einräumt, einen Schnellschuss getätigt zu haben und diesen korrigiert statt ihn mit Gewalt durchzuziehen. Er hat sich für letzteres entschieden und das Ergebnis war erwartbar. Man kann nicht ernsthaft es als realistische Kompromissbereitschaft verkaufen, dass KuK gebuchte Flüge stornieren und ein paar tausend Euro selber tragen sollen, damit man kurzfristig am Wochenenden zwischen Ende der Unterrichtszeit und Beginn der Ferien noch eine ganztägige Arbeitstagung einschieben kann um Konzepte zu erarbeiten, die man auch jederzeit anders erarbeiten kann.

    Professionelles Handeln muss im oberen Bereich der Hierarchie vorgelebt werden, sonst darf man sich nicht beschweren, dass es am unteren Ende der Weisungskette an Diensteifer mangelt.

    Grundsätzlich liegt es erst mal in der Kompetenz des Amtsarztes im Einzelfall bestimmte Nachweise einzufordern. Die Kosten müsste dann meines Erachtens der Dienstherr komplett übernehmen, ganz sicher weiß ich das aber nicht. Ich würde die Rechnung zunächst an die Beihilfe weiterleiten und mit einer Kopie des Schreibens des Amtsarztes erklären, dass die Untersuchung auf dessen Anforderung geschehen ist und du daher eine vollständige Kostenübernahme beantragst.

    Dienstunfähig wirst du durch den Befund auf keinen Fall werden, im schlimmsten Fall wird der Amtsarzt das Risiko einer zukünftigen Dienstunfähigkeit als deutlich erhöht einschätzen und du wirst nicht verbeamtet sondern als Angestellter eingestellt. Darüber würde ich mir aber jetzt noch nicht den Kopf zerbrechen, ungelegte Eier.

    Eine Ultraschalluntersuchung ist im übrigen eigentlich eine Kleinigkeit, bei der allgemeinen Vorsorgeuntersuchung wird die für einige inneren Organe routinemäßig beim Hausarzt gemacht und dauert bei mir weniger als eine Minute. Da würde ich bei deinem Hausarzt einfach nochmal auf die Situation hinweisen und darum bitten, dich kurz irgendwo dazwischen zu schieben.

    Du kannst dich also über Jahre und mit Unterstützung deiner Kolleg:innen und mit Fortbildungen nicht fachlich in ein weiteres Fach NaWi-Fach einarbeiten, weil/obwohl du es in Klasse 5-8 in einem NaWi-Profil unterrichten sollst,

    unterstellst den Kolleg:innen in der Grundschule aber „Bequemlichkeit“, wenn sie KL-U befürworten, weil du der Meinung bist, sie wollten nur wenige Schüler:innen unterrichten.

    Ich habe meine Fächer 5 Jahre lang Vollzeit Studiert, natürlich kann ich mich zu meiner Berufstätigkeit jetzt nicht mal eben so nebenbei in ein weiteres Fach einarbeiten und dabei auch nur im Ansatz die fachliche Tiefe erreichen, wie in meinen studierten Fächern. Grunsschullehrkräfte können das selbstverständlich auch nicht, da brauchen wir nicht ernsthaft drüber zu diskutieren.

    Witzig, gerade in Mathematik scheint der Einfluss des "teacher subject matter knowledge" auf den Lernerfolg laut Studienlage geringer und liegt deutlich unter dem Schwellenwert für sichtbares Lernen, der laut Hattie bei d=0.40 liegt: https://www.visiblelearningmetax.com/influences/vie…atter_knowledge

    Die Wahrhnehmung mancher scheint also eher eine Fehlvorstellung bzw. Scheinkorrelation zu sein.

    Wenn es eine Erkenntnis aus Hattie gibt, dann dass die Lehrperson einen größeren Unterschied macht, als praktisch alles, was wir an Methodik oder Organisation von Rahmenbedingungen machen. Ein Großteil der Items mit hoher Effektstärke betreffen Lehrpersonen, die für "Teacher Qualifikation" liegt zB schon mal bei 0.39.

    Auch wenn ich fachliche Grundlagen unterrichte, möchte ich wissen und verstanden haben, wo es damit später hingehen soll.

    Die besten Sek I Schüler*innen habe ich von einer Lehrperson bekommen, die im Aargau 30 Jahre lang alle drei Naturwissenschaften, Mathe und Sport unterrichtet hat.

    Und wenn so ein Beispiel von jemand anderem kommen würde, wärst du die erste, die mit "anekdotische Evidenz" antworten würde, genau so, wie du darauf hinweisen würdest, dass die Tatsache, dass eine Ausbildung in einzelnen Fällen schlecht ist, nichts damit zu tun hat, ob diese Ausbildung generell notwendig ist oder nicht.

    Ich habe ganz bewusst von einer durchschnittlichen Lehrperson gesprochen. An keiner Stelle in diesem Thread habe ich behauptet, dass es nicht einzelne nicht fachlich ausgebildete Lehrkräfte geben würde, die ihren Job sehr gut machen. Es geht um den Unterschied in der mittleren Unterrichtsqualität zwischen fachlich ausgebildeten und nicht ausgebildeten Lehrkräften und der ist für mich in meinen Fächern erheblich und das sowohl in Mathe Klasse 4 als auch in Physik Klasse 8. (Und auch das heißt nicht, dass das in andere Fächern nicht so ist, nur da kann ich es nicht beurteilen.)

    An anderer Stelle kämpfen wir immer wieder darum, dass wir grundständig ausgebildete Lehrkräfte im Grundschulbereich brauchen und dass das nicht einfach jeder kann. An dieser Stelle seit ihr plötzlich bereit, das einfach aufzuweichen???

    An vielen Stellen im Schulsystem wird leider ohne die notwendige Qualifikation gearbeitet, nicht nur oft beim Matheunterricht in der Grundschule, auch bei manchen Formen des Quereinstiegs oder - in Niedersachsen derzeit aktuelles Thema - wenn Biologie, Chemie und Physik in 5-8 zusammengefasst als "Naturwissenschaften" unterrichtet werden soll.

    Ich mag die Sache mit den Blumen und Bienen so grob verstanden haben, trotzdem wäre es definitiv eine qualitative Verschlechterung, wenn ich das auf einmal SuS beibringen soll, und nicht ein durchschnittlicher aber vernünftig ausgebildeter Biologielehrer. Und mir bricht kein Zacken aus der Krone, wenn ich das auch so sage statt so zu tun als wäre eine fachliche Ausbildung eigentlich überflüssig, wenn man irgendwie eine didaktische Ausbildung hat und sich ein bisschen einarbeitet.

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