Beiträge von Moebius

    Damit ist die Grundrechtsdiskussion wie gesagt vom Tisch.

    Das kannst du gerne für dich selber so erklären. Mein oben geposteter Beitrag ist so eine Auskunft, die wir schon vor Jahren zu dem Thema von einem Juristen bekommen haben: Bei volljährigen SuS ist der Fahrtenerlass nur während des laufenden Programms der Fahrt einschlägig und nicht während der Freizeit außerhalb des offiziellen Programms. Außerhalb dieser Zeit sind volljährige SuS im Prinzip frei in ihrem Verhalten, so lange es nicht in die offiziellen Teile der Fahrt hineinwirkt. Bei Minderjährigen ist der Fahrtenerlass aufgrund der Aufsichtspflicht der Schule auch während der Freizeit einschlägig.
    Du musst mir nicht glauben, falls du aufgrund einer anderen Interpreteation irgendwelche schulrechtlichen Maßnahmen ergreifen möchtest, empfehle ich, vorher mit dem juristischen Dezernat zu sprechen. (Allerdings wird das wohl sowieso nicht passieren, da es hier ja die gleichen Teilnehmer sind, die einerseits eine sehr strenge und weitreichende Interpretation des Fahrtenerlasses vertreten, andererseits aber gleichzeitig erklären, dass sie diese ja sowieso nicht umsetzten und bei echten Fahrten ja diverse Augen zudrücken.)

    Ein Szenario, wo das der Fall ist, ist doch oben geschildert. Bei meinem Vater ist das auch der Fall - immer Vollzeit gearbeitet, vor dem Wechsel in das Lehramt eine Ausbildung gemacht. 40 Jahre kann man mit Anrechnungszeiten durchaus mit 60 zusammen haben.

    Trotzdem würde ich das jetzt nicht als Benachteiligung sehen, man bekommt dann eben den Maximalbetrag.

    Und auch weiterhin sind weder die beiden Lehrkräfte noch die Schule wegen nicht passender Rahmenbedingungen verurteilt worden, sondern die beiden Lehrkräfte wegen Beurteilungsfehlern während der Durchführung des Schwimmunterrichtes.

    Aus diesem Urteil lassen sich keine Anforderungen an andere Rahmenbedingungen ableiten, da die Rahmenbedingungen nicht das Problem waren.

    Wir führen jetzt hier eine Diskussion, die vergleichbar damit ist, dass der ÖPNV seinen Betrieb einstellen würde, wenn ein Busfahrer für die Verursachung eines Unfalls verurteilt worden wäre, weil er bei rot über die Ampel gefahren ist.

    "Besonderes Konzept" kann auch einfach heißen: kleinere Klassen. Für mich sind die kleineren Klassen ein wichtiger Grund, weshalb die Arbeit an einer Privatschule attraktiver sein kann. 20 statt 30 Schüler in einer Klasse bedeutet: Ich kann viel individueller auf die Schüler eingehen. Ich weiß: Es gibt Studien, die zeigen, dass kleinere Klassen gar nicht unbedingt zu besseren Leistungen der Schüler führen. Aber für mich als Lehrkraft ist das Unterrichten angenehmer, das weiß ich auch ohne Studien. Hinzu kommt der geringere Korrekturaufwand.

    "Kleinere Klassen" finanziert der Staat nicht für einzelne Personengruppen, staatlich anerkannte Ersatzschulen (bei denen der Staat dann 83% der Personalkosten trägt) müssen im großen und ganzen nach den gleichen Kennziffern arbeiten, wie normale staatliche Schulen, Privatschulen mit sehr viel angenehmeren Bedingungen ("Staatlich genehmigte Ersatzschulen") müssen sich vollständig selber finanzieren, was in der Regeln ein Schulgeld im vierstelligen Bereich pro Monat bedeutet. Solche Schulen kann man Deutschlandweit an 2-3 Händen abzählen.

    Etwas günstiger sind noch Waldorfschulen, die können weniger Geld nehmen, weil dort nur Lehrkräfte arbeiten, die das aus Überzeugung tun und sich darum mit Gehältern knapp unter dem Niveau von Kindergärtnerinnen zufrieden geben.

    Wenn dann die Bezahlung (inkl. Möglichkeit der Verbeamtung) nicht schlechter oder nur wenig schlechter als einer staatlichen Schule ist, macht die Privatschule bei mir das Rennen.


    Der Regelfall ist, dass staatlich anerkannte Ersatzschulen kaum noch verbeamten und analog zu Angestellten im öD nach TVÖD bezahlen, staatlich genehmigte Ersatzschulen haben nie verbeamtet und bezahlen durch die Bank deutlich schlechter.

    Viele Privatschulen sind ein Schonraum.

    Man kann einzelne Schüler immer zum Schuljahresende durch die Kündigung des Schulvertrages loswerden, sie haben insgesamt eine Wahlschülerschaft, bei der tendentiell die Kreise, auf die das Konzept der Schule zugeschnitten ist, unter sich bleiben und zum Teil (sicher nicht ausschließlich) Lehrkräfte, die nur unter diesen Bedingungen in der Lage sind, ihre Stundenzahl zu bewältigen.

    Es gibt genau 3 Gründe aufgrund derer man an einer staatlich anerkannten Ersatzschule arbeiten kann:

    1. Man ist inhaltlich voll überzeugt von dem besonderen Konzept

    2. Man ist an einer staatlichen Schule nicht untergekommen und muss eine Alternative annehmen

    3. Man ist an den staatlichen Schulen, an denen man unterkommen könnte, überfordert

    Das Rentensystem wäre nicht so in der Sackgasse, wenn man von Anfang an für jeden Beitragszahler auch eine kapitalgedeckte Komponente aufgebaut hätte, so dass heute nur noch 2/3 der Kosten durch Beiträge gedeckt werden müssten. Über die ersten 40 Jahre der Bundesrepublik wäre das auch problemlos möglich gewesen, aber welcher Politiker plant schon so langfristig, wenn man verfügbare Gelder auch kurzfristig in Dinge investieren kann, die der eigenen Wiederwahl dienen.

    Auch heute könnte man sinnvolle Korrekturen vornehmen, es ist kein Geheimnis, dass diverse Zusatzrenten (Mütterrenten, etc.) der letzten 5 Jahre überwiegend Rentenempfängern zugute kommen, die bereits gut versorgt waren und nicht den hungernen Witwen. Rentenpolitik begünstigt bis heute einseitig die Rentner gegenüber den aktuellen Beitragszahlern, auch das aus wahltaktischen Gründen.

    Es ist definitiv so, dass der Lehrerberuf die Möglichkeit bietet, seine eigene Effizienz zu verbessern und mit einiger Berufserfahrung auch die notwendige Arbeitszeit deutlich zu reduzieren. Das ist bei mir auch so. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass diese Effizienz hart erarbeitet ist, die ersten 10 Jahre habe ich im Mittel sicher deutlich über meiner vorgesehenen Arbeitszeit gelegen, unter anderem auch weil ich immer so geplant und gearbeitet habe, dass ich später mal davon profitieren kann. Heute kann ich steuern, ich kann meine Arbeit durchaus so gestalten, dass ich vergleichsweise entspannte Wochen habe in denen ich auch unter 40 Stunden bleibe, es gibt aber nach wie vor dann auch immer wieder Dinge, in die man Zusatzzeit investiert.
    Und: Das Pensum, das ich und auch viele andere KuK in den ersten 10 Jahren gegangen sind, ist auch nicht mehr durchzuhalten, wenn man 50 ist.

    Ich wage zu behaupten, für A15 würden auch nicht mehr Leute den Job machen. Gerade in der Mittelschule wäre wichtig, dass Lehrkräfte schnell und nachhaltig eingreifen können dürfen, wenn die Unterrichtssituation zu eskalieren droht.

    Zur Wahrheit gehört da aber auch, dass ein Großteil der heutigen Lehrkräfte schon die aktuell möglichen Maßnahmen nicht selber anwenden möchte.

    Wir haben bei uns eine klar definierte Eskalationsleiter bei Fehlverhalten im Unterricht, regelmäßig stehen die gleichen Kolleginnen bei mir als Klassenlehrer im Lehrerzimmer und beschweren sich über das fürchterliche Verhalten einzelner Schüler und erwarten dann von mir, dass ich das Problem löse, obwohl sie selber nicht mal willens sind, Schritt 1 der Eskalationsleiter zu betreten (eine einfach erzieherische Maßnahme, für die die betroffene Lehrkraft nun mal eindeutig selber zuständig ist), weil sich dann "ja die Eltern wieder beschweren und der Schüler sowieso nichts einsieht".

    Viele Probleme sind hausgemacht.

    Auch im öffentlichen Dienst gibt es eine betriebliche Altersvorsorge für Angestellte, genau wie in fast allen größeren Firmen mit Tarifvertrag. Mit dieser ist es durchaus möglich, die Lücke zwischen den Pensionen von Beamten und den Renten von Angestellten auf vergleichbaren Posten weitgehend zu schließen, zumindest für die Generationen, die aktuell in Pension / Rente gehen.

    Systemänderungen können sowieso nur zukünftige Beamte betreffen, bei den aktuell Beschäftigten könnte man höchstens graduelle Kürzungen in sehr begrenztem Rahmen rechtlich auch umsetzen, alles andere werden Gerichte kassieren.

    Oft dient die Debatte auch diesem Zeck - es wird laut über die Abschaffung von gefühlten Privilegien diskutiert, dann stellt man fest, dass das nicht geht, um dann aber zumindest ein paar Kürzungen durchzusetzen, damit "die Beamten auch ihren Beitrag leisten".

    Mein Herz hängt nicht am Beamtenstatus, in der Summe wird man sich keine Änderungen am System leitesn können, die den Beruf unattraktiver machen und auch keine, die dazu führen, dass unattraktive Regionen und Schulformen oder Fächer mit starker Konkurrenz in der Wirtschaft nicht mehr versorgt werden können, das ist jetzt schon ein harter Kampf.

    Ja, Physik ist in BW dieses Jahr dabei. Allerdings dauert es ja bis zum schriftlichen Physikabitur noch etwas.

    In Niedersachsen war Physik ganz am Anfang, wenn ich das richtig im Kopf habe, gibt es nur für Deutsch, Mathe und Englisch bundesweit einheitliche Termine, für die Naturwissenschaften gibt es mehrere Alternativen und die von einem Bundesland aus dem Pool verwendeten Aufgaben sind dann für die späteren Termine verbrannt.

    Ab 2027 ist in Physik nur noch die bundeweit zulässige Formelsammlung zulässig (in Physik sind die Unterschiede nicht so gravierend zu der Formelsammlung, die wir aktuell nutzen, in Mathe sind sie gravierend)

    In Niedersachsen ist das ab 26 bereits der Fall, das verpflichtende IQB-Dokument wird ja auch ausdrücklich nicht als Formelsammlung bezeichnet, ist aber meiner Meinung nach gar nicht schlecht. (Unter anderem auch, weil für die Schüler Kosten von 20 € wegfallen.)

    Bolzbold Willst du damit evtl. sagen, dass das hier besser nicht öffentlich besprochen werden soll?

    Dass die Aufgabengesteltung beim Matheabitur seit Jahren eine fortgesetzte Katastrophe ist, ist nun wirklich kein Geheimnis.

    Ich unterrichte oft Physik auf erhöhtem Niveau und mein wichtigstes Argument um für die Kurswahl zu werben ist seit Jahren "Lest die Diskussionen um das Matheabitur der letzten Jahre und dann wählt lieber Physik als Mathe."

    (Und das hat nichts mit dem generellen Niveau der Fächer zu tun, beide sind anspruchsvoll, des Pudels Kern in Mathe ist in meinen Augen der völlig verkorkste Ansatz länderübergreifende Aufgaben zu stellen.)

    Die neue Regierung ist mir bisher unfassbar unsympathisch.

    Das ist kein Programm der neuen Regierung, sondern lediglich eine Aussage der Ministerien in einem Interview um da ein paar billige Punkte zu sammeln. Die CDU hat es programmatisch überhaupt nicht auf dem Zettel, Beamte in die gesetzliche Versicherung zu überführen und die SPD hat es auch in der Zeit, als sie mit den Grünen noch die Chance auf eine Mehrheit gehabt hätte, nie ernsthaft versucht.

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