Sorry, aber du machst hier eine Milchmädchenrechnung bei der du dir einzelne, passende Zahlen aus dem Wikipediaartikel raussuchst und den gesamten Rest ignorierst. Nur mal einzelne Punkte:
Das neue AKW Flamanville in Frankreich hat 23 Mrd. gekostet (ursprüngliche Planung 13 Mrd) und hat eine Nettoleistung von 1600 MW, produziert also ca. 12 TWh Strom, nach offiziellen Auskünften 3,3 % des französischen Stromabsatzes von 425,990 TWh.
- Die 12 TWh würden sich ergeben, wenn das AKW praktisch ganzjährig mit Volllast laufen würde, das ist weit von der Realität. (Ich meine die Französischen AKWs sind im Schnitt 200 Tage pro Jahr am Netz und das auch nicht durchgängig unter Volllast.) Die aktuell im Betrieb befindlichen Reaktorblöcke haben noch eine Nennlast von gut 60 000 MW, mit deiner Rechnung würden die alleine also schon 130% des französischen Strombedarfs erzeugen, tatsächlich decken die Kraftwerke knapp 70% ab.
- Die "Vollkosten von 11-12ct" beruhen auf einem Artikel aus 2020, indem man von Kosten von 19 Mrd. ausgeht, aktuell ist man bei 23,7 Mrd und das Ding läuft noch nicht, die Zahl ist also längst überholt.
Noch mal: von mir aus können wir gerne den Bau von Kernkraftwerken erlauben. Es wird keiner tun. Das haben RWE und e.on schon klar gesagt (selbst die Länder, die großspurig eine Renaissance der Kernkraft angekündigt haben stehen vor diesem Problem - es gibt weder interessierte Betreiber noch Bauträger noch Firmen, die überhaupt in der Lage sind Kernkraftwerke zu bauen). Auch in Frankreich ist das Kraftwerk von einem staatlichen Betreiber gebaut worden, das einzig weitere neuer Kernkraftwerk steht in den USA und steht noch schlechter da:
Infolge der Bauverzögerung um sechs Jahre sowie großer Kostensteigerungen während des Baus gehen US-Branchenanalysten von Stromgestehungskosten des Kraftwerks in Höhe von 168 US-Dollar/MWh (entspricht 16,8 ct/kWh) aus, was etwa viermal so hoch sei wie bei Wind- und Solarenergie, selbst wenn deren schwankende Erzeugung mit berücksichtigt werde
Ich hätte die alten Dinger auch noch ein paar Jahre weiterlaufen lassen - mit dem Punkt hast du recht, alte, abgeschriebene AKWs sind vergleichsweise günstig, aber der Drops ist gelutscht, und soll dein Argument ernsthaft sein, dass wir jetzt weitaus höherer Kosten in Kauf nehmen sollen, weil es dann in 40-60 Jahren wieder voll abgeschriebene AKWs gibt, die dann sehr günstig produzieren können?