Beiträge von Moebius

    Noch mal:

    Selbstverständlich fertige ich alle meine Arbeitsblätter und schriftlichen Ausarbeitungen meiner Unterrichtseinheiten in meiner Freizeit an. Umfangreichere Materialien würden dann in meiner Dienstzeit erstellt, wenn der Arbeitgeber mich explizit damit beauftragt (und das mit entsprechenden Anrechnungsstunden vergütet) .

    Ansonsten hat die Diskussion mit der Realität nichts zu tun, noch nie ist ein Dienstherr nach der Veröffentlichung von Materialien auf eine Lehrkraft zugegangen um sich zu beschweren, dass die Materialien eigentlich dem Dienstherr gehören würden, das ist schlicht überhaupt nicht belegbar. (Ordnungsgemäßes Handeln der Lehrkraft vorausgesetzt.)

    Ein Großteil der Lehrkräfte geht durch ihr Berufsleben ohne ein einziges veröffentlichungswürdiges Material zu erstellen, schon das zeigt ja, dass so etwas nicht zu den Kernaufgaben einer Lehrkraft gehört.

    Und im vorliegenden Beispiel würde sich die Argumentation "Unterlagen zur Vorbereitung gehören dem Dienstherren und müssen zur Verfügung gestellt werden" spätestens dann in den Schwanz beißen, wenn man darauf hinweist, dass das Erstellen solcher Unterlagen ja offensichtlich nicht zur Dienstpflicht des Kollegen gehört, dem man sie zur Verfügung stellen soll.


    Und auch das nochmal:

    Die Sichtweise bezieht sich auf den Fall, dass ein Kollege sich kalkuliert und planmäßig auf der Arbeit anderer ausruht, nicht auf den ganz normalen fachlichen Austausch zwischen gleichermaßen engagierten Kollegen und auch nicht auf den Fall, bei dem jemand es einfach nicht besser kann, da helfe ich dann auch im angemessenen Rahmen.

    Ethik ist Also unwichtig? Die Frage wie man handeln soll, ist egal ? Passt prima in unsere Welt!

    Jeder Diktator und Massenmörder der Geschichte hat für sich eine krude Weltsicht gefunden, nach der er moralisch gehandelt hat, niemand steht morgens auf und beschließt unethisch zu handeln.

    Beschäftigung mit Ethik mag man interessant oder uninteressant finden, sie bleibt aber offenbar überwiegend Selbstzweck ohne einen nachhaltigen Einfluss auf unsere Welt. Darum muss man dort auch seit 4000 Jahren die gleichen Probleme diskutieren ohne sie lösen zu können.

    Das LVB kann man hier überhaupt nicht kritisieren und da ist der Bericht auch zu platt (gut, soll ja auch Satire sein). "Kurios" - oder eher bezeichnend - ist nicht das Verhalten des LVB sondern die Tatsache, dass es 21 Jahre dauert bis so ein Sachverhalt abschließend gerichtlich geklärt ist.

    Die meisten veröffentlichen Materialien stammen von Lehrkräften, bei Büchern gibt es Redakteure in den Verlagen und dann meist um die 10 Lehrkräfte, die die einzelnen Inhalte ausarbeiten.

    (Und die werden alle dafür bezahlt - wenn auch schlecht - und machen das nicht in ihrer Dienstzeit als zusätzliche Aufgabe für den Dienstherrn.)

    Es muss eigentlich schulinterne Curricula geben. Deren Erstellung empfinde ich inzwischen auch überwiegend als Zeitverschwendung, weil ich sie nicht brauche um meinen Unterricht zu organisieren und die Problemfälle sich eh nicht daran halten (oft auch nicht halten können, das ist nicht immer böse Absicht).

    Eine vernünftige Kommunikation und Absprache in der Fachgruppe ist wichtig. Lässt sich aber leider auch nicht erzwingen. Ich empfehle, sich Kollegen zu suchen, bei denen es passt und dann dafür zu sorgen, dass man möglichst mit denen parallel arbeiten und den anderen aus dem Weg gehen kann.

    Zieh für dich persönlich deine Grenzen, mach deinen Unterricht so, dass du dich an Vorgaben hältst und dir nichts vorzuwerfen hast, aber mache dir auch klar, dass es nicht dein Job ist die Kollegen dazu zu bringen, ihren Job zu machen. Das ist Aufgabe der Schulleitung. Wenn die der nicht nachkommt, kannst du dich nur von den Problemen abgrenzen, sie aber nicht lösen.

    Das Erstellen von Arbeitsblättern von Grund auf gehört nicht zu den dezidierten Aufgaben einer Lehrkraft, solange der Dienstherr mich nicht explizit damit beauftragt (dieser Thread dreht sich ja gerade darum, dass man offensichtlich auch ohne auskommt). Ganz davon abgesehen ist nicht nachzuvollziehen, was ich im Rahmen meiner normalen Arbeitszeit mache und was darüber hinaus.

    Natürlich können Lehrkräfte Materialen erstellen, veröffentlichen und sich dafür auch bezahlen lassen.

    Die Argumentation "was ich in der Arbeitszeit mache gehört dem Arbeitgeber" greift übrigens auch sonst zu kurz. Wenn man in Forschung und Entwicklung arbeitet und dabei ein Patent rauskommt, wird man im Patent auch genannt und auch finanziell beteiligt, wenn es wirtschaftlich verwertet werden kann.

    Da bin ich mir jetzt nicht sicher. Die letzte Staistik vom Handwerk hatte bei nur 25% Frauenanteil unter den Bäckern. Das ist eigentlich ein typischer Männerberuf.

    Der Text bezieht sich aber auf das private Umfeld, wenn du einen Text über das Bäckerhandwerk generieren lässt, wird CharGPT vermutlich über männliche Bäcker schreiben. Letztlich weiß die KI das aber auch nicht, sie hat schlicht mehr Texte beim Training bekommen, bei der Mama backt, als welche, bei denen Papa backt, drum nimmt sie beim selber generieren die Abfahrt zu Mama.

    Die Tatsache, dass die Texte von ChatGPT sich gnadenlos am statistischen Mittel orientieren ist nebenbei auch die Ursache für das, was hier als sexistisch empfunden wird.

    Statistisch gesehen backt nun mal Mama das Brot und nicht Papa und Max spielt Ball und Lili tanzt.

    Ja sicher, die KI ersetzt nicht dein Hirn. Ich glaube, du bist einfach aus Prinzip Team "ja, aber...". Kann man so machen. Ändert aber nichts dran, dass ChatGPT unterdessen doch recht nützlich geworden ist.

    Ich habe selber oben geschrieben, wo ich ChatGPT einsetzen würde und wo ich es absolut nützlich finde, es geht mir darum, dass ChatGPT immer fälschlich mit logischen Anweisungen gefüttert wird und man die falsche Erwartungshaltung hat, dass die KI doch "verstehen müsse, was man will", ChatGPT kennt keine Logik, sie basiert auf Statistik.

    Wenn man sich einfach entscheiden könnte, eine emotionale Reaktion zu haben oder nicht zu haben, wäre das Leben sehr viel einfacher.

    Natürlich kann man für sich selber Prozesse und Wege, mit Konflikten umzugehen, finden, aber dann in der Praxis auch immer Ruhig und besonnen zu reagieren, ist trotzdem harte Arbeit.

    Es hat auch niemand gesagt, dass das Ignorieren von Urheberrecht in Ordnung ist, nur dass man realistischerweise hier wenig dagegen tun kann und es die Investition von Zeit und "mental load" nicht wert ist.

    Schüler merken das meiner Erfahrung nach durchaus. Schlechter Unterricht wird nicht alleine dadurch gut, dass man gute Materialien verwendet.

    Du kannst in der KI einen alten Elternbrief von dir hochladen und dann den Prompt schreiben "Schreibe mir einen neuen Elternbrief im gleichen Schreibstil mit folgenden geänderten Daten ..." .

    Das Ergebnis wirst kein Elternteil von einem von dir selbst verfassten Schreiben unterscheiden können und bei Bedarf kannst du die KI auch mit mehr deiner eigenen Texte trainieren (ggf. wäre sie dann auch nicht mehr freundlich). Halten kann jeder davon, was er will, aber genau dafür ist textgenerative KI eigentlich gemacht worden und eben nicht für das Umsetzten von logischen Voraussetzungen oder Ausschlüssen. Für mich würde die KI wenig Sinn machen, wenn ich anschließend die Prompts 5 man nachschärfen und sie dazu überreden muss einzelne Wörter auszutauschen. Verstanden hat die KI dadurch übrigens immer noch nichts, man wird es jedes mal wieder machen müssen.

    1. Welche Möglichkeiten habe ich?

    2. Kann ich mich aus dem Fach zurückziehen bzw. kann ich gezwungen werden dieses Fach zu unterrichten?

    3. Wie kann ich meine Materialien rechtlich schützen?

    1. Die Kollegin ignorieren, niemand kann dich zwingen, deine Unterrichtsvorbereitungen an sie weiter zu geben und die beste Art mentaler Hygiene ist in so einem Fall, maximale Distanz zu wahren.

    2. Nein, die Schulleitung entscheidet über den Unterrichtseinsatz. Der kannst du natürlich den Wunsch mitteilen.

    3. Rechtlich effektiv gar nicht, praktisch nur indem du dafür sorgst, dass die Kollegin deine Materialien gar nicht hat. Warum sollte sie auch? Kollegialer Austausch ist ein Geben und Nehmen, wenn jemand nur nimmt, stelle ich mein Geben auch ein.

    Übrigens stehen wir eine Woche nach dem Abstimungstheater bei den Umfragen genau da, wo wir vorher auch standen.

    Nach den ersten Artikeln "CDU verliert nach Abstimmungdesaster" (wegen -2%), gab es dann Ende der Woche Artikel mit "Merz kann doch profitieren" (wegen +1%). Beides ist natürlich offenkundiger Unsinn bei Umfragen mit einer Unsicherheit von 2,5%.

    Nur die AfD liegt inzwischen stabil bei mindestens 20%.

    ChatGPT hat die gerade mal einen Einzeiler geliefert und schon da sind Fehler drin. (h taucht auf obwohl nicht erlaubt.)

    Der Umgang mit logischen Bedingungen bezüglich Buchstaben ist eine bekannt Schwäche von ChatGPT, es gibt reihenweise "lustige" Beispiele dafür.

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