Beiträge von Moebius

    Niedersachsen hat eine landesweite Bettermarks-Lizenz genau für diese Zwecke gekauft. Die Plattform ist nicht perfekt, keine andere kommt aber näher an das gewünschte heran. Die Integrationsprobleme in die Niedersachsen-Cloud sind bekannt und verursachen aktuell einen ziemlichen Aufruhr, da sie durch das Land völlig unnötig herbeigeführt worden sind, da man alle Dienst auf moin.schule vereinen will ohne dass die Platform technisch ausgereift wäre. Das wird sich in den nächsten Woche zumindest so weit lösen, dass Bettermarks wieder vernünftig nutzbar sein wird.

    Ansonsten empfehle ich stark, die angeschafften und bezahlten Lösungen auch zu nutzen, denn niemand wird dir etwas vergleichbares gratis zur Verfügung stellen.

    Selbst in der Ukraine ist nur ein Bruchteil der wehrfähigen Männer tatsächlich eingezogen worden. Eine Arme muss nicht nur da sein, sie muss auch finanziert und versorgt werden und es muss Nachschub produziert werden. Die wenigsten Kriege werden heute in einer "Entscheidungsschlacht" entschieden, meistens geht es über Verschleiß und Abnutzung.

    Das ist ja wohl auch die Hoffnung der Ukraine, da Russland nach allen neutralen Informationen sein Material aus dem kalten Krieg in einer unglaublichen Frequenz verbrennt.

    Auch in Niedersachsen sind es 41. Es gibt kleine Unterschiede, aber letztlich wollte ich nur darauf hinaus, dass Lehrerarbeitszeit sich nicht alleine an Debutatsstunden bemisst. Ich wohne im Grenzgebiet Nds/NRW und höre mir von KuK aus NRW regelmäßig an, wie gut wir es hätten, da wir nur 23,5 statt 25,5 Debutatsstunden hätten. Von KuK, die wirklich mal von NRW nach Nds wechseln, darf ich mir aber anschließen anhören, dass sie darüber verwundert sind hier eher mehr als weniger zu arbeiten.

    Lehrerarbeitszeit ist komplex und tatsächlich sind Lehrkräfte wohl auch ein Beruf, bei dem die Arbeitszeit trotz gleicher Randdaten den größten Schwankungen unterliegt, weil der Beruf viele Möglichkeiten liefert, sich wahlweise in den Kollaps zu arbeiten oder sich einen schlanken Fuß zu machen.

    Mit A13 darf man maximal 5.400 Euro im Jahr dazu verdienen. Aber immerhin

    Nicht schon wieder, jedes mal, wenn wir über das Thema Nebenbeschäftigung diskutieren, kommt das Märchen einer Obergrenze.

    Die Obergrenze gilt nur für Nebenbeschäftigungen IM öffentlichen Dienst, die sich aus der Haupttätigkeit ergeben, nicht für ganz normale Nebentätigkeiten.

    Mein Gott, ich bin immer begeisterter, fürs Alter ziehe ich zurück nach NDS ;)

    Es ist schön hier (wenn es nicht regnet), aber diese Regelung ist jetzt praktisch nur eine Entbürokratisierung, da man nicht mehr auf Antwort warten muss. Auch in anderen Bundesländern dürfen Anträge auf Nebentätigkeit nur mit stichhaltigen Begründungen abgelehnt werden, was in der Praxis bedeutet entweder einen Interessenkonflikt mit der Haupttätigkeit oder zu großer zeitlicher Umfang.

    mmm... und in der Regel genehmigen lassen ...

    In Niedersachsen ist die Genehmigungspflicht seit ca. 10 Jahren abgeschafft, es gibt nur noch die Anzeigepflicht, auf die der Dienstherr dann ggf. mit einer Untersagung reagieren kann, wenn es Untersagungsgründe gibt.

    (Ist meines Wissens in allen norddeutschen Bundesländern so.)

    Man kann den Gegenangriff bei Kursk ja skeptisch sehen, bemerkenswert an der aktuellen Situation ist aber definitiv, dass Russland offenbar nichts aus beinahe-Putsch von Wagner gelernt hat. Das Ganze geht nun schon zwei Wochen und nach allen neutralen Quellen rückt dort immer noch die Ukraine vor. Russland führ Krieg gegen ein Land mit einer 1000 km langen Front, an der massiv gekämpft wird, aber an dem Grenzabschnitt, an dem man nicht selber einmarschiert ist, bewachen offenbar eine Hand voll Wehrpflichtige die Grenze, weil man es sich offenbar überhaupt nicht vorstellen konnte, dass die Ukraine da ihrerseits angreift.

    Und dann schafft man es 2 Wochen lang nicht, dort für Verstärkung zu sorgen, bis man dann auf die Idee kommt, Einheiten aus Kaliningrad (1000 km) entfernt nach zu führen. Russland mag nominal viel mehr Soldaten haben, aber es ist der Ukraine definitiv gelungen zu zeigen, wie schmal das Budget an tatsächlich einsatzfähigen, professionellen Einheiten tatsächlich ist, wenn man mal die außer acht lässt, die in der Ukraine bereits im Einsatz und da unabkömmlich sind.

    Die nehmen tatsächlich auch nicht jeden, am Anfang des Krieges habe ich zumindest Berichte darüber gelesen, dass der überwiegende Teil der Bewerber abgelehnt wurde, weil die auch kein Interesse an Cowboys haben, die nicht wissen was sie tun. Wenn ich mich richtig erinnere, wurden da nur Kandidaten genommen, die in in ihrer Heimat Erfahrung als Berufssoldat haben.

    Aber mache es doch konkret: Kannst du dir denn ernsthaft vorstellen, eine Waffe in die Hand zu nehmen und im Schützengraben zu liegen? Den Realitätstest kannst du wohl selbst ebensowenig ziehen.

    Natürlich kann ich mir das vom bequemen Schreibstischstuhl vorstellen.

    Wie es dann in der Realität aussieht, kann ich nicht beurteilen.

    Ich habe hier auch nicht die Menschen kritisiert, die aus der Ukraine geflohen sind, sondern nur diejenigen, die selbst in der hypothetischen Situation "na dann haue ich halt ab" schreiben, denn die machen sich meiner Meinung nach falsche Vorstellungen davon, ob und wie Abhauen in der Situation überhaupt möglich ist und was das wirklich bedeuten würde. Eine Flucht vor dem Krieg findet in der Regel mit dem statt, was man tragen kann.

    Die abstrakte Reduktion auf "für das Vaterland abknallen" ist zu billig.

    Es geht nicht um einen symbolischen Tod für das Vaterland, sondern darum sein Leben, mit dem was man aufgebaut hat und die Gesellschaft, in der man leben möchte, zu verteidigen. Als jemand, der flieht oder sich den Besatzern ergibt, wird das nicht mehr möglich sein, Flucht ist fast immer mit Armut verbunden, egal ob mal flieht oder sich ergibt, wird man nicht mehr nach den demokratischen und gesellschaftlichen Prinzipien leben können, nach denen er das jetzt tut. Selbst wenn einen andere Länder aufnehme werden massenhafte Kriegsflüchtlinge bestenfalls geduldet. Die Entscheidung "dann fliehe ich halt" basiert hier glaube ich bei vielen auf einer unrealistischen Erwartung, dass ein Großteil der Privilegien, die wir genießen, dabei erhalten bleibt. Einfach mal die Syrischen Kriegsflüchtlinge in der Türkei fragen, ob das dem Realitätstest standhält, auch Frankreich, England oder die USA werden 10 Millionen deutschen Flüchtlingen nicht den roten Teppich ausrollen.

    Wer verweigert, "sich für das Vaterland abknallen" zu lassen, müsste konsequenter weise anderen Angriffen auf unsere Grundordnung mit der gleichen Apathie begegnen und zum Beispiel auch sagen "wenn die AfD hier demnächst den Laden übernimmt, ist mir das egal, ich passe mich halt an".

    Das "Verweigerungssysgtem" in Deutschland war schon über Jahrzehnte unehrlich, faktisch hat man zwischen Wehr- oder Zivildienst gewählt, indem man als Zivildienstleistender ein Schreiben mit Standardargumenten abgeschickt hat, das praktisch nie hinterfragt wurde.

    Ich habe Zivildienst geleistet, aus heutiger Perspektive hätte ich aber kein moralisches Problem damit, meine Heimat mit der Waffe gegen einen bewaffneten Angriff zu verteidigen. (Wie ich das als 18jähriger gesehen habe, kann ich ehrlich nicht mehr beantworten.)

    Die Ukraine ist ja kein Nachbarland Deutschlands - was lässt dich darauf schließen, dass etwaige Flüchtlinge nach Deutschland kommen möchten? Wäre das dann eine Art Racheaktion im Sinne von "Ihr habt dafür gesorgt, dass Russland uns das Land wegnimmt, also holen wir uns euer Land.", oder wie?

    Nehmen wir wirklich mal an, es käme so, wie von dir angedeutet: Eine selbsternannte pro-Frieden-Regierung wäre an der Macht, es würde so kommen, dass die Ukraine komplett besetzt würde, Ukrainer unter diesen Voraussetzungen nicht leben wollen würden, aber gleichzeitig im Inland nicht dagegen ankämpfen würden. Nehmen wir an, diese Menschen würden geschlossen entscheiden, nach Deutschland zu kommen (Noch einmal, wieso sollte das passieren? Nach der Logik könnte manch ein Zwergenstaat in Europa jederzeit regelrecht überrannt werden.) und die Regierung sagt "nein". Würden die Betroffenen wirklich alles niedertrampeln, um ein Land zu stürmen, welches sie nicht haben möchte? Würden sie nicht dasselbe Szenario durchspielen, was sie erst zu Kriegsopfern und später Flüchtlingen machte? Die Theorie geht vorne wie hinten nicht auf.

    Wenn für dich ernsthaft nicht klar ist, dass Deutschland bei jeder europäischen Flüchtlingsbewegung ein zentrales Ziel sein wird, hast du entweder die letzten 10 Jahres verpasst oder du verschließt die Augen vor der Realität. Die 10-20 Millionen Flüchtlinge sind nicht von mir, das ist das, worauf sich Verantwortliche vorbereiten und was in diversen Schätzungen immer wieder genannt wird.

    Die "Theorie" ist keine Theorie, sondern Realität, die bereits beim Beginn des Krieges genau so eingetreten ist, nur halt in sehr viel kleinerem Rahmen.

    Du, wir Beide müssen das am Ende zum Glück nicht entscheiden.

    Du, wie gut, "entscheiden, weniger Flüchtlinge aufzunehmen" funktioniert, hat man in den letzten Jahren an einer Vielzahl an Beispielen gesehen.

    Ich bin durchaus für eine restriktivere Migrationspolitik, vor allen, was Menschen angeht, die über Kontinente reisen, um zu uns zu gelangen. Da ist es möglich, Migration zu begrenzen, aber sehr harte Arbeit.

    Im Falle eines Kollaps der Ukraine heißt das, dass man es dann vielleicht irgendwie hinkriegen kann, nur 4 Millionen Menschen aufzunehmen, statt den 10 Millionen, die gerne nach Deutschland wollen würden. Alles andere ist Traumtänzerei. Das wird aber schon schwierig, weil man die Menschen aus der Ukraine ganz einfach physisch nicht daran hindern kann, nach Deutschland zu kommen, und wenn sie einmal hier sind, wird man sie in eine besetzte Ukraine nicht mehr abschieben können.

    Aber das ist genau das Problem mit Team Wagenknecht und co. Die Anhänger sind diejenigen, die sich irgendwie einfach Ruhe wünschen und mit der ganzen Sache nichts mehr zu tun haben wollen und nicht in der Lege oder Willens sind zu erkennen, dass das in diesem Fall nicht funktionieren kann und wird. Die Unterstützung der Ukraine ist neben der moralischen für mich auch eine ganz rationale Entscheidung, weil wir uns im Falle eines Scheiterns der Verteidigung auf finanzielle und gesellschaftliche Folgen einstellen können, die in ganz anderen Dimensionen liegen, als die 10 Mrd die wir aktuell pro Jahr in die Unterstützung investieren.

    "Eine Flüchtlingswelle wird ausgelöst." führt nicht automatisch zu "Deutschland nimmt Flüchtlinge auf.".

    Klar, wir stellen dann die Bundeswehr an der Grenze auf und schießen einfach 20 Millionen Leute nieder, die nichts mehr zu verlieren haben.

    Natürlich wird Deutschland gar keine andere Wahl haben, als Millionen Menschen aufzunehmen. Das bei den geographischen Gegebenheiten nicht sehen zu wollen, ist Realitätsverweigerung.

    Russland hat beim Beginn des Krieges ca. 10% der Ukraine zusätzlich besetzt, im Ergebnis sind ca. 800 000 Menschen nach Deutschland gekommen.

    Jetzt mach mal Dreisatz.

    Moebius: Sollte sich der Kurs von Wagenknecht, Kretschmer und co. durchsetzen, glaube ich gerade nicht, dass Deutschland eine große Anzahl an Flüchtlingen aufnehmen würde. Was lässt dich denn darauf schließen?

    Müssen wir jetzt ernsthaft darüber diskutieren, ob die militärische Niederlage der Ukraine und anschließende Besatzung durch Russland eine Flüchtlingswelle auslöst?

    Man kann vielleicht über 10 Millionen oder 20 Millionen diskutieren, aber doch nicht über das "ob".

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