Beiträge von Moebius

    Moebius

    Da unterliegst Du meines Wissens einem Irrtum. Kriegsflüchtlinge unterliegen der Genfer Flüchtlingskonventiin und genießen Schutz in allen Unterzeichnerstaaten. Deutschland gehört dazu. Dies ist ein vom Asyl unabhängiger Schutzstatus.

    Kriegsflüchtlinge sind nicht als Flüchtling im Sinne von Artikel 1 der Genfer Flüchtlingskonvention (Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge) von 1951, anerkannt. Daher fällt ein Kriegsflüchtling als solcher nicht unter den Anwendungsbereich des Abkommens.[1] Aus diesem Grund müssen alle Asylverfahren, die auf der UN-Flüchtlingskonvention als rechtlicher Basis beruhen, eine Einzelfallprüfung vornehmen, ob die Kriegslage zu einer solchen konkreten persönlichen Bedrohung führt – beziehungsweise laut Konvention zumindest einer „begründeten Furcht“ davor.[2] Insbesondere strittig ist bis heute die Frage, ob bei Kriegen allein die Tatsache der Angehörigkeit zu dieser Nation, und bei ethnisch begründeten bewaffneten Konflikten die Zugehörigkeit zu einer involvierten Gruppe allein einen Fluchtgrund und Bedrohungsfall im Sinne der Konvention darstellt, da diese konkret auf den Akt der Verfolgung bezugnimmt.

    Flucht mag individuell menschlich verständlich sein. Völkerrechtlich gibt es kein Recht darauf, als Kriegsflüchtling von anderen Staaten aufgenommen zu werden, Kriegsflüchtlinge sind nicht als Flüchtlinge im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention anerkannt. Es ist ein schwieriger Weg, Deutschland entscheidet sich derzeit dazu, ukrainische Flüchtlinge zu dulden und ihnen ein Bleiberecht einzuräumen. Unter humanitären Gesichtspunkten halte ich das für richtig, man muss aber auch ehrlich sagen, dass es auch Gründe gegen solch eine Haltung gibt, da mit der Flucht weiter Bevölkerungsteile das Risiko steigt, dass der Kriegt verloren geht und weiter nach Westen wandert. Das Auslösen einer Fluchtwelle gehört zu der bewussten Strategie Russlands.

    Wenn die Wüsche von Frau Wagenknecht, Herrn Kretschma und co. in Erfüllung gehen, wir die Unterstützung der Ukraine einstellen und das zu einer militärischen Niederlage führt, wird mit einer Flüchtlingsbewegung von 20 Millionen Menschen gerechnet. Man kann damit rechnen, dass die Bevölkerungszahl in Deutschland dann die 90 Millionen knackt. Und das wird man nicht verhindern können. Jetzt Flüchtlinge nicht anzuerkennen und in die Ukraine abzuschieben, wäre theoretisch denkbar. Eine Abschiebung in ein russisch besetztes Land ist unmöglich, schon weil Russland diese Menschen nicht wieder aufnehmen wird, weil man ja ein Interesse an der Destabilisierung des Westens hat.

    Russland hat praktisch keine Verbündeten, Russland hat Staaten, die sich weder für die Ukraine noch für Europa sonderlich interessieren, und die sich gewisse Vorteile davon erhoffen, dass sie sich mit Russland arrangieren. (Die wenigen echten Verbündeten, die auf ideologischer Nähe beruhen, sind weltpolitisch irrelevant. Da wären Kuba und Venezuela, dann hört es eigentlich schon auf.)

    Wer glaubt, Russland und China wären Verbündet, sollte sich mal durchlesen, wie China Russland derzeit bei Rohstofflieferungen über den Tisch zieht, weil Russland keine andere Wahl mehr hat als sein Öl und Gas an China zu verkaufen.

    Dass China aktiv in den Ukrainekrieg eingreift, um Russland militärisch zu unterstützen, ist eine absolut abwegige Idee. China hat kein Interesse an einem Zusammenbruch Russlands, weil man aus der aktuellen Situation wirtschaftliche Vorteile generieren kann. Falls Russland doch kollabieren sollte, wird China ganz sicher nicht militärisch auf Seiten Russlands eingreifen, sondern eher die Situation nutzen, um umstrittene Gebiete Russlands zu annektieren. Davon gibt es einige und in China können das bei Bedarf mit fünf Strichen auf der Landkarte auch mal sehr schnell sehr viel mehr werden.

    Nebenbei gesagt ist mir völlig egal, welche Sichtweise Autokraten in China, auf der arabischen Halbinsel oder an die Macht geputscht Militärregime in Afrika auf den Ukrainekrieg halten. Die "westliche Sichtweise" basiert auf unseren westlichen Werten, die zu Verteidigen ist keine Frage von weltweiten Mehrheiten.

    Ein großer Fehler der Globalisierung war in meinen Augen, lange Zeit alles dem guten Geschäft unterzuordnen.

    Eben, das ist der Teil den ich auf ukrainischer Seite für falsch halte. Das Völkerrecht steht da natürlich auf seiner Seite. Aber ...

    Ob die Ukraine die Krim zurück erhalten kann, sei mal dahin gestellt (ich finde, darüber muss man sich auch gar nicht auf westlicher Seite den Kopf zerbrechen, dass ist eine Frage, die die Ukraine beantworten muss), aber es ist auch klar, dass das Land nicht schon im Vorfeld, während der Angriff noch weiter läuft, auf Landesteile verzichten kann. Als offizielle Position sind die Aussagen von Selenskyi im Augenblick alternativlos.

    Es ist sowieso alles Spekulation ins blaue, so lange Russland nicht militärisch an seine Grenzen gestoßen ist. So lange Russland sich militärisch weitere Vorteile erhofft, wird Russland weiter militärisch agieren.

    Russland muss militärisch gestoppt werden, entweder jetzt von der Ukraine, später von Polen und den Balten oder dann irgendwann von den USA, wenn die dann noch mitspielen wollen.

    Es ist auf jeden Fall eine interessante Taktik.

    Beim Schachspielen würde es Sinn machen, glaube ich. Aber Krieg ist kein Schach.

    Bin auch mal gespannt, wie die Zukunft rückblickend davon spricht.

    Überspitzt gesagt müsste der Angriff der Ukraine auf russisches Territorium eigentlich Fachinformatiker und co. freuen, weil er überhaupt erst die Voraussetzungen dafür schafft, dass irgendwann mal über Frieden gesprochen werden kann. Aktuell kann die Ukraine sich darauf gar nicht einlassen, weil es nur auf eine mehr oder minder weitreichende Kapitulation der Ukraine rauslaufen könnte, auch die Ukraine braucht irgendwann man "Verhandlungsmasse", wenn es denn soweit kommen soll.

    Gegenfrage: Freuen sich die Benutzer des Lehrerforums, wenn sie ein „Gefällt mir“ oder ein „Danke“ bekommen, oder finden soeben es kindisch?

    Kommt ein bisschen darauf an, von wem.

    Und genau so wird es bei den SuS auch sein, wenn eine beliebte und allgemein respektierte Lehrkraft Belohnungsstempel mit einem Augenzwinkern verteilt, werden die SuS das witzig finden. Bei anderen KuK werden sie vielleicht eher peinlich berührt sein.

    Der eigentliche Witz ist doch, dass es in einem linken Blatt veröffentlicht wird. Welche Relevanz haben seine Einlassungen für diese Reizthemen? Eben.

    "Seht her, der Weiwei war ein doch ein Guter und sagt jetzt so böse Sachen. Bleibt standhaft, Genossen!" Gähn.

    Der linke und der rechte Rand des politischen Spektrums tun sich nichts bei der Frage, wer Putin weiter in den Arsch kriechen kann.

    Ich denke es ist ziemlich offensichtlich, dass Fachinformatiker in diesem Forum nur noch Dinge postet, um eine Reaktion zu triggern, nachdem sich inhaltlich über 100 Seiten gezeigt hat, dass er mit seiner Meinung hier weitgehend isoliert ist und sich daran auch nichts ändern wird.

    In BW ist E13 Stufe 3 ohne Kinder und unverheiratet 4.748,54 € brutto, A13 mit den selben Rahmenbedingungen 4.715,53 €. 33,- Euro brutto würde ich nicht als "deutlich mehr" bezeichnen.

    Der TE hat nicht mal sein Studium abgeschlossen, geschweige denn die Berufsausbildung, da brauchen wir nicht über A/E 12/13 diskutieren. Er wird nichts davon bekommen.

    Mit Bachelor wird man als Vertretungslehrkraft nach E10 bezahlt, das dürfte hier der Bezugsrahmen sein.

    Das bedeutet, dass in den USA keine fähigen Akademiker ausgebildet werden?

    Zunächst mal hat ist die USA einfach eine hohe Anziehung auf ausländische Spitzenakademiker.

    Hier kommt ihnen sicher auch die extremen Unterschiede im Bildungswesen zugute, es gibt einige sehr reiche Institutionen, die eben auch sehr herausragende Gehälter zahlen können, in Deutschland sind den Verdienstmöglichkeiten in Universitäten deutlich engere Grenzen gesetzt.

    Deutschland ist z. B. alles andere als ein guter Forschungsstandort. Wer eine akademische Karriere anstrebt *muss* an eine der renommierten US-Universitäten gehen.

    Ja, in Bezug auf die universitäre Bildung, in anderen Maßstäben ist Deutschland im Forschungsbereich schon noch sehr stark und nicht so klein, wie wir uns gerade gerne selber machen. Bei Patenten pro Einwohner ist Deutschland ähnlich stark, wie die USA und deutlich besser als UK und Frankreich. Japan und S.Korea spielen allerdings in einer anderen Liga.

    Im Mittel erhält Deutschland immer noch jedes 2. Jahr einen der echten Nobelpreise. Die Max-Planck-Gesellschaften stehen den US-Universitäten in ihren Forschungsfeldern nicht nach.

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