Beiträge von Moebius

    geht nicht nebenbei mehr. sonst hätte ich es gemacht.

    Kein Problem, dann bleibst du einfach bis zum Ende deines Berufslebens der Arsch vom Dienst an der Schule, an der du jetzt anfängt. Die wissen ja, dass du keine Berufsabschluss hast, nirgendwo anders arbeiten kannst und jeden Scheiß schlucken musst, weil du dich auf ein Modell eingelassen hast, bei dem du später aus der Nummer nicht mehr raus kommst. Toll für die Schule, doof für dich, aber was soll's.

    Diese Organisationsmodelle gibt es doch oder verbietet die Verordnung wechselnde Modelle?

    Ich habe die gesetzliche Regelung in Niedersachsen oben gepostet, am Gymnasium sind maximal 27,5 Stunden pro Woche zulässig. Eine Sonderregelung für Wechselwochenmodelle ist nicht vorgesehen. In anderen Schulformen oder anderen Bundesländern mag es anders sein, der TE arbeitet aber an einem Gymnasium in Niedersachsen.

    Wie soll das denn funktionieren, wenn der Unterricht nur unsymmetrisch gestaltet werden kann?

    Ein Unterrichtsmodell, was nur möglich ist, wenn man geltendes Recht ignoriert, ist nicht möglich.

    Man muss in US-Schulsystem definitiv wissen, was man tut und aktiv darauf achten, eine passende Schule zu besuchen und die richtigen Kurse zu belegen, wenn man irgendwann in der deutsche System zurück wechseln will. Es ist auf jeden Fall möglich, den Highschool-Abschluss zu machen, ohne in Mathematik irgendetwas zu machen, was mit dem Stoff der deutschen gymnasialen Oberstufe vergleichbar wäre.

    Einfach nur in der örtlichen Highschool anmelden und sich dann um nichts mehr kümmern, kann also tatsächlich tödlich sein, wenn dann irgendwann in Deutschland Abitur gewünscht will. (Und ich hatte gerade in meiner letzten 11 einen Schüler, der zum Halbjahr zurückgekehrt ist und den fehlenden Stoff aus dem 1. HJ schon nicht aufarbeiten konnte, obwohl er sonst ein relativ guter Schüler war.)

    Die Möglichkeiten, den Schulbesuch so zu organisieren, dass die Inhalte einigermaßen passen, gibt es aber durchaus. In der Regel wird man dazu Schulgeld in die Hand nehmen und eine private Highschool besuchen müssen, außerdem muss man besonders in Mathe die vertiefenden Kurse auf erhöhtem Niveau belegen.

    Und nun die ersthafte Antwort: Ich möchte niemandem seine Diskriminierungserfahrung absprechen. Das steht mir nicht zu und grundsätzlich sind Sinti und Roma mit Sicherheit eine ethnische Gruppe, über die es viele Vorurteile gibt.

    Das ganze so platt zu thematisieren, wie Frau Bas es macht, hilft niemandem, es birgt eher die Gefahr, dass daraus eine selbsterfüllende Prophezeiung wird - wer die Diskriminierung schon vorher erwartet, wird sie vermutlich auch erleben. Tatsächlich hatte ich schon einige Sinti im Unterricht, in keinem einzigen Fall ist mir das von selbst aufgefallen. Ich glaube auch nicht, dass sich mein Bild der SuS durch den Erhalt der Information verändert hat, aber das wird wohl jeder von sich behaupten, ob es stimmt, kann ich nicht mit Sicherheit beurteilen.

    Sei der Gesprächseinstieg und -ansatz mal dahin gestellt, ich kann mir kein Konzept zum Umgang mit Mobbing vorstellen, bei dem das Opfer verpflichtet wird, dem Täter die Hand zu geben und zwingend einer symbolischen Versöhnung zustimmen muss.

    Ich sehe das Konzept Homeschooling ehrlich gesagt ziemlich skeptisch. Was ich gerne hätte, schrieb ich bereits: Eine Hybrid-Lösung aus Präsenszeit und freier Zeiteinteilung.

    Da kann ich durchaus mit leben, wünsche mir dann aber für die in der "freien Zeiteinteilung" zu leistenden Dinge eine klare und ehrliche Leistungsevaluation. Daran hapert es nämlich oft.

    Bei uns ist es keine Seltenheit, dass KuK umfangreichere Aufgaben geben, die dann auch frei im Schulgebäude bearbeitet werden können. Es gibt bei uns diverse Arbeitsbereiche und Sitzmöglichkeiten auf den Fluren. Wenn ich das Pech habe, in meinem Unterricht einen Klassenraum zu erwischen, vor dem so ein "Arbeitsbereich" steht, darf ich in jeder Doppelstunde mindestens einmal eine Gruppe pubertierender Jungs wegscheuchen, die dort laut ein Browsergame auf ihren iPads spielen weil sie die Aufgabe in den ersten 3 Minuten hingeschmiert haben.

    Und leider ist die grundsätzliche Tendenz in Schule immer weicher in Bezug auf Leistungsanforderungen zu werden und das ist ein Zielkonflikt zu dem Wunsch, Schüler immer freier Arbeiten zu lassen.

    Wir müssen doch nicht ernsthaft darüber diskutieren, dass ein Mindestmaß an sozialer Interaktion mit Mitmenschen nun mal für die allermeisten notwendig und die Kompetenz dazu damit ein legitimes Lernziel für ein schulisches Miteinander ist, oder?

    Die Anzahl an Berggipfeln, auf denen man als Einsiedler leben könnte ist in Europa sehr überschaubar.

    Das passiert ausschließlich in rein 1-stündigen Fächern und lässt sich durch epochalen Unterricht gut vermeiden.

    Und warum genau soll ich den ganzen Driss mit A/B/...-Wochen überhaupt noch machen, wenn ich 1-stündigen Unterricht epochal ausbringe?

    Dann bleiben überhaupt nur noch die 3/5-stündigen Kurse in der Oberstufe, die sind für mich aber überhaupt kein Argument, weil ich mit jungen Erwachsen auch erwarte in 45 Minuten effizient arbeiten zu können. In Klasse 5 sind Einzelstunden Mist, weil die Stunde da zur Hälfte rum ist, bis alle ihr Material draußen und ich die Hausarbeiten kontrolliert habe. Ich der Oberstufe betrete ich den Raum und fange an.

    Das heißt, an A- und B-Wochen stört dich, dass du zwei Wochen hast, die leicht unterschiedlich sind?

    Mich stören am A- / B-Stundenmodell vor allem 2 Dinge:

    - Am Gymnasium kommt es ganz schnell dazu, dass du Klassen immer wieder für 6 Wochen nicht siehst. Eine Erkältung und eine Stundenplanänderung für einen Theaterbesuch reichen dafür aus.

    - Aus der Sicht als Personalrat: das Modell ist eine endlose Quelle dafür, dass KuK sich ungerecht behandelt fühlen. Dazu reicht schon die von TE beschriebene ungleiche Verteilung aus, wenn dann in der 20er Woche zufällig zwei Feiertage liegen und in der 28er nicht, dann meint Kollege A gleich, man müsste anschließend Stunden oder A-/B-Wochen tauschen damit da irgendwelche Mehrstunden kompensiert werden, Kollege B hat darauf aber keinen Bock, etc.

    Ich kann für mich nur sagen, dass es mir wie Seph und chilipaprika geht: Ich möchte auf gar keinen Fall mehr Einzelstunden haben. Hatte ich an meiner Ausbildungsschule (die nun auch schon seit langer Zeit davon "ab" ist) und fand ich richtig doof. Im BBS-Bereich haben alle mir bekannten Schulen (ich kenne natürlich nicht alle in NDS!) das Doppelstundenprinzip mit A- und B-Wochen.

    Ich halte die Situation an BBSen für grundsätzlich anders als an allgemeinbindenden Schulen, vor allem, weil du nicht ständig Verschiebungen und Ausfall wegen allen möglichen anderen Veranstaltungen und Aktionen hast.

    An allgemeinbildenden Schulen stimmt das einfach gegenüberstellen von "A- und B-Wochen oder Einzelstunden" auch nicht. Wie ich bereits geschrieben habe, ist es möglich Unterricht so zu organisieren, dass man auch so zu weit über 90% Doppelstunden hat.

    Ich habt gerade mal kurz über unseren Stundenplan geguckt. In 3 der 6 Jahrgängen der Unter- und Mittelstufe haben die SuS bei uns ausschließlich Doppelstunden, in 2 Jahrgängen zwei Einzelstunden, in einem Jahrgang 3 Einzelstunden. Bis Ende Klasse 10 kommen die SuS bei uns also auf 7 Einzelstunden und ca. 174 Stunden, die in Doppelstunden ausgebracht werden.

    Die gibt es auch und bringen zumindest bei uns in NDS ebenfalls zwangsläufig A- und B- Wochen mit sich. Das liegt u.a. an der Stundentafel, die in der Sek II nicht mehr wie in der Sek 1 verschiebbar ist und halt auch 3- und 5-stündige Kurse (also 135min/225min pro Woche) vorsieht.

    Dann hast du vermutlich relativ wenig Sek II Unterricht (siehe oben). In der Sek 1 betrifft die ungerade Stundenzahl Mathe und Physik ja wirklich eher weniger.

    Ich habe meistens relativ viel Unterricht in der SEKII, aber auch da kommt es pro Kurs nur zur einer Einzelstunde. In der Unter- und Mittelstufe gibt es bei uns, bei auf ganz wenige Ausnahmen (Mathe 9, alle anderen Langfächer auch je einen Jahrgang), überhaupt keine Einzelstunden. Selbst wenn ich 3 Kurse habe, komme ich gerade mal auf 3 Einzelstunden, dass bedeutet, dass ich vielleicht mal einen Tag in der Woche habe, an dem ich 4 Lerngruppen unterrichte.

    Deswegen den ganzen Stunden auf den Kopf zu stellen und ein Konzept zu fahren, das viele andere Nachteile mit sich bringt, halte ich für unverhältnismäßig.

    Die Tatsache, dass eine Schule ein Konzept mit A- und B-Wochen fährt, wäre für mich schon genug Grund, mich nach einer Alternative um zu sehen.

    Davon unbenommen gilt die Niedersächsische Arbeitszeitverordnung für Lehrkräfte. Danach darf die Regelstundenzahl pro Woche um maximal 4 Stunden überschritten und maximal 50% unterschritten werden, bei 23,5 Stunden am Gymnasium Nds. bedeutet das also maximal 27,5 Stunden in einer Woche, 28 Stunden sind also ein klarer Verstoß gegen geltendes Recht.

    ... zeigt auf an einem Fallbeispiel

    Sagt alles.

    Deine Beiträge in diesem Thread bestehen aus kryptischen Andeutungen es irgendwie besser zu wissen ohne zu schreiben, was genau und warum du besser weist, da sind mit konkrete und sachlich geschilderte Fallbeispiele schon lieber.

    Am besten wäre empirische Forschung, die gibt es meines Wissens nach aber weder zu Österreich, Schweiz oder Frankreich, was nicht wirklich verwunderlich ist, weil die Fallzahlen einfach relativ gering sind und die Gruppe der Homeschooler tendenziell geschlossen und externe Forschung wenig zugänglich ist. Mehr als die von mir zitierten Untersuchungen aus den USA kenne ich nicht. Wenn du hier substanzielles beizutragen hast, sei willkommen.

    Das kann ich für Österreich nicht bestätigen. Die Durchfallrate ist sehr gering. Das heißt die Homeschoolingkinder erfüllen überwiegend den Lehrplan.

    Trotzdem gibt es das von mir beschriebene Problem in Österreich genau so:

    https://link.springer.com/article/10.1007/s35834-022-00359-1

    (Aufgrund der niedrigen Sprachbarriere gibt es sogar fundamentalreligiöse Gruppen, die von Deutschland nach Österreich übergesiedelt sind, weil sie dort homeschooling nach ihren Vorstellungen betreiben können)

    Meine Werte und meine Einstellung zur Freiheit mache ich nicht abhängig von Menschen, die diese nicht teilen. Ich musste mir meiner religiösen Familie brechen, ich kenne die Schwierigkeiten. Aber gerade deshalb gebe ich doch meine Werte nicht auf?

    Gerade dann sollte man diese Werte aber auch verteidigen und genau das ist ja mein Problem mit dem echten Homeschooling: es eröffnet streng religiösen Menschen einen Weg um ihre Kinder von gesellschaftlichen Einflüssen abzuschirmen und gemäß ihrer Wertvorstellung zu indoktrinieren. Und es macht es für deren Kinder viel schwerer, einen eigenen Weg zu gehen, weil für die eben nur die Optionen bleiben, sich entweder in das familiäre Wertesystem zu fügen oder vollständig damit zu brechen, die Möglichkeit, in einem Teil seines Lebens Menschen und Dinge kenne zu lernen, die die Eltern nicht vollständig kontrollieren können, fällt weg.

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