Beiträge von Moebius

    Ein paar Dinge aus der Wahl, über die man vielleicht mal nachdenken kann, wenn man möchte, dass sich das Debakel nicht in 4 Jahren wiederholt:

    - Es gibt ca. 450 Wahlkreise in den USA. Stand einer Analyse von CNN heute morgen hat Harris wirklich in jedem einzelnen davon Stimmen gegenüber Biden vor 4 Jahren verloren, auch zB in denen, in denen Minderheiten die weit überwiegende Zahl der Wähler stellen.

    - Im Kongress besteht noch Hoffnung auf ein ganz passables Abschneiden der Demokraten. In vielen Fällen haben im gleichen Wahlbezirk Kandidaten für Kongress oder Senat deutlich besser abgeschnitten, als Harris. Es ist nicht so, dass alle Amerikaner pauschal eine Partei wählen, viele wählen den Kandidaten, der sie inhaltlich überzeugt. Zumindest genügend viele, als das man damit auf eine Mehrheit kommen kann.

    - Entscheidend für die Wahlentscheidung waren die Themen Wirtschaft, Inflation und Immigration. In diesen Themen wird speziell Harris überhaupt keine Kompetenz zugeschrieben. Es funktioniert nicht, Themen, in denen man glaubt stark zu sein, von außen "zu setzten", man muss sich um die Themen kümmern, die da sind und da überzeugende Antworten geben. Das beginnt mit der Auswahl eines überzeugenden Kandidaten.

    Wenn ich mir die offenen Wahlkreise noch angucke, wird es am Ende irgendwo zwischen zwei und acht Stimmen Vorsprung bei den Republikanern landen. Das ist auf jeden Fall nicht so, dass er sich alleine auf den rechten Flügel stützen kann. Und der Kongress wird alle zwei Jahre neu gewählt, da muss jeder danach gucken, dass er seiner Wähler schafft das liefert, was die erwarten.

    Nur der Vollständigkeit halber: Trump hat mittlerweile eine Wahlmänner-Mehrheit und ist damit ohne Zweifel der Sieger der Wahl.

    Am Ende wird absehbar ein deutliche Mehrheit stehen.

    Weiterhin wird er die Mehrheit in beiden Häusern haben, er kann also mindestens bis zu den Midterms durchregieren.

    So einfach ist es in der USA zum Glück nicht, in der ersten Amtszeit hatte er zunächst auch die Mehrheit in beiden Häusern und viele Vorhaben trotzdem nicht durchbekommen.

    Die Abgeordneten im Repräsentantenhaus sind in den USA zunächst ihren Wählern verpflichtet und dann ihre Partei, das ist anders als in Deutschland.

    Scholz kann nicht mit Trump, die beiden sind typmäßig vollkommen inkompatibel.

    Merz traue ich wesentlich eher zu, ein halbwegs konstruktives Arbeitsverhältnis mit Trump aufzubauen. Und vielleicht eine sich anbietende Brücke wie Elon Musk mit seiner unternehmerischen Verbundenheit zu nutzen, um Probleme jenseits der großen Bühne zu lösen.

    Ob die Männerfreundschaft zwischen Trump und Musk lange hält, würde ich erst mal abwarten.

    was genau, bis auf die Gehässigkeit, ist denn daran schwachsinnig? Wählt der deutsche öRR den amerikanischen Präsidenten?

    Die Gehässigkeit reicht für mich schon, dass ich inhaltlich nicht darauf eingehen möchte.

    Im übrigen hat er hier oft genug deutlich gemacht, dass sein Standpunkt hauptsächlich von seinen Sympathien für Russland getragen wird.

    Er beklatscht Trump, weil Trump gut für Russland ist, genau wie die afd, damit muss ich mich nicht auseinandersetzen, weil ich die Haltung nie übernehmen werde.

    Dass der Umgang deutscher Medien mit Trump überwiegend zwischen naiv und oberflächlich einzuordnen ist, ist davon völlig unbenommen, das werde ich aber nicht mit fachinformatiker diskutieren.

    Vielleicht kann man sich dazu äußern ohne in Häme oder Beleidigungen ab zu driften oder sich die Äußerungen verkneifen, wenn man das nicht hin kriegt.

    Trump wird wieder Präsident, der Drops ist gelutscht und letztlich haben die Demokraten das ein gutes Stück mit zu verantworten. Die Republikaner werden auch die Mehrheit im Senat haben, man kann nur noch hoffen, das sie keine deutliche Mehrheit im Kongress kriegen, damit Gesetzesänderungen nicht so einfach werden.

    Stand jetzt wird es der befürchtete Nervenkrieg.

    In Pensilvania liegt Trump knapp 2% vorne, die gut 10% nicht ausgezählter Stimmen kommen aber zum größeren Teil aus den Großstädten, wo Harris Vorteile hat. Ähnlich sieht es in Michigan und Wisconsin aus.

    Der Senat geht an die Republikaner.

    Was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann: trotz der katastrophalen Arbeit der Kongressmehrheit in den letzten 2 Jahren haben die Republikaner da aktuell schon 3 Sitze dazu gewonnen.

    Ja, vor wenigen Stunden hast du dich so positioniert, dass man einen Hauch von Unterstützung für Harris ahnen könnte. In 11 deiner Beiträge zuvor klang das im Hinblick auf Kompetenz, Fähigkeiten und Glaubwürdigkeit der Kandidatin gelinde gesagt nicht nett.

    An meiner Positionierung und an meiner Einschätzung von Harris hat sich vor wenigen Stunden genau so wenig geändert wie in den letzten 5 Jahren.

    Das wäre auch klar, wenn man das Ergebnis später veröffentlich hätte, und dass man die Wahlergebnisse nach Schluss der Wahllokale bekannt gibt und nicht sagt einfach "Der x wurde übrigens gewählt, aber wir sagen nicht wie genau, glaubt uns das mal einfach", sollte auch klar sein. Auch in Deutschland werden die Teilergebnisse für jedes Wahllokal veröffentlicht und auch hier gibt es sehr kleine Wahllokale mit nur ein paar Hand voll Wählern.

    Im übrigen erwarte ich, das Trump sich heute Nacht auf jeden Fall selber zum Sieger erklären wird. Das hat er das letzte mal auch gemacht, weil in den meisten Bundesstaaten die Briefwahlstimmen zuletzt ausgezählt werden. Die tendieren fast immer zu den Demokraten, bei heute abgegebenen Stimmen liegen die Vorteile bei Trump, er wird also wahrscheinlich in allen Swing-Staates nach der Hälfte der gezählten Stimmen erst mal vorne liegen.

    Das hat mit Wahlgeheimnis nichts zu tun, in dem Wahllokal gibt es nur 6 Wahlberechtigte, wenn 100% gewählt haben darf das Wahllokal geschlossen und ausgezählt werden. Und die Wähler in dem Ort wählen jedes mal direkt nach Mitternacht und machen eine Folklore aus dem Merkmal "wir wählen immer als erste und kommen damit ins Fernsehen".

    Es ist auch gängig, dass die Ergebnisse von der Ostküste bereits veröffentlicht werden, während im Westen noch gewählt wird.

    Ich sehe auch nicht, dass die deutschen Medien davon jetzt so überzeugt sind, die überwiegende Lesart ist im Augenblick "es ist völlig offen".

    Nebenbei sollte man auch die übrigen relevanten Wahlen nicht vergessen.

    Man kann hoffen, dass die Demokraten die Mehrheit im Kongress kriegen. Weil der bei allen Gesetzesänderungen mit im Boot ist und den Haushalt verabschieden muss, würde das wohl das schlimmste verhindern.

    Der Senat wird an die Republikaner gehen, wenn keine große Überraschung passiert.

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