Beiträge von Veronica Mars

    Ist das bei jedem Berufsschullehrer so bzw. an jeder Berufsschulform oder nur an bestimmten ?

    Nein, das gibts hauptsächlich dann, wenn auch Weierbildung angeboten wird, z.B. in Meister- oder Technikerschulen. Bei der dualen Ausbildung und der Berufsvorbereitung kommt das eher nicht vor. Allerdings haben fast alle Schulen 10 bis 11 Unterrichtsstunden am Tag. Es kann also zumindest vorkommen, dass du von 7:45 bis 17:30 Uhr Unterricht hast.

    Ich kann meinen Vorrednern nur Zustimmen. Tatsächlich denkt der durchschnittliche Abiturient nicht über Berufsschulen nach, weil er sie einfach nicht kennt. Wer sich dann dafür entscheidet landet in einem höchst anspruchsvollen Studium, in Fächern mit den "normalen" Studenten, also BWL, Maschinenbau o.ä. Je nach Fachrichtung. Und ja, dort wird tatsächlich ausgesiebt in den ersten Semestern. Im Referendariat wird meiner Erfahrung nach zwar teilweise komisch bewertet, aber ausgesiebt wurden in meinem Jahrgang tatsächlich nur diejenigen, die garnich gingen.

    Wenn jetzt jemand nach dem Studium die Wahl hat in der Wirtschaft unterzukommen, oder für ein Azubi-Gehalt ins Referendariat zu gehen, dann entscheiden sich halt auch nochmal einige gegen den Lehrberuf. Und weil man eben mit den "normalen" Studenten mit studiert nehmen einen die Unternehmen eben auch mit Kusshand. Gerade wenn man im Bereich Maschinenbau oder Elektrotechnik studiert hat. (Das sind die, wo besonders viele Lehrer fehlen)

    Ruhige Kugel... Naja. Es gibt sicher Bereiche, bei denen man eher einfache Schüler hat. Aber in der Berufsvorbereitung oder in Berufen, die diejenigen wählen, die nichts anderes bekommen haben ist es alles andere als einfach.

    Zudem: ich bin immer wieder erstaunt, wie viel Material es für allgemeinbildende Schulenn zum Kaufen gibt. Für viele Berufe an der Berufsschule gibt es genau 1 Buch, kein Arbeitsheft, keine zusätzlichen Materialien zu kaufen. Wenn ich Unterricht vorbereite, dann erstelle ich alles selbst. Zum Teil sogar die Übungsaufgaben. Weil es einfach nichts gibt. Manchmal nicht mal ein Buch, oder zumindest werden die Bücher nicht ausgegeben an Schüler.

    Und dann die Heterogenität. In Klassen in Berufsschulen sitzen Förderschüler neben Abiturienten, neben ADHS*lern, neben Leuten mit abgebrochenen Sudium, neben 40-jährigen Umschülern in einer Klasse. Das unter einen Hut zu bringen ist auch nicht einfach.

    Nicht falsch verstehen, ich mag meinen Job und empfehle ihn auch weiter. Aber ne ruhige Kugel schieb ich nur in den Ferien. 8)

    Gibt es bei uns auch nicht, aber finde ich super!

    Ich finde das auch gut. Die Fachlehrer steigen hier glaube ich mit A10 oder A11 ein und unterrichten mehr Stunden in der Woche. Das führt durchaus zu Unzufriedenheit.

    Ich finde es gibt sicher Unterschiede, die eine unterschiedliche Bezahlung rechtfertigen*, aber der Unterschied ist doch heftig und bisher gab es wenig Perspektive für Fachlehrer um sich zu verbessern. Durch diese Öffnung entsteht eben diese Perspektive und das finde ich wirklich gut.


    * Die Fachlehrer-Ausbildung ist eben eine ganz andere und nicht vergleichbar mit einem Studium. Auch ist die Pensionsberechnung anders, da haben Fachlehrer tatsächlich enorme Vorteile, weil ihnen alle Ausbildungszeiten für die Pension voll angerechnet werden.

    Ich bin echt ein Freund von A13 für alle, würde aber einschieben "für alle mit vollständigem Studium".

    Zu Veronica Mars,

    grundsätzlich ist deine Empfehlung Zielgerichtet zu studieren ja richtig, aber wie gesagt ich hab nicht vor etwas zu studieren,
    was mich nicht interessiert und schon mal gar nicht, nur für ein Lehramt

    Ich fürchte, du hast noch nicht verstanden, dass die Leher an Berufsschulen im Normalfall ihre Fachrichtung studiert haben. Der Quereinstieg ist immer nur dann möglich, wenn es zu wenig Absolventen aus dem grundsrändigen Studium gibt. Für Wirtschaft war das ca 2000 bis 2005 so, in BW sogar länger. Da wurde aber auch nicht Hinz und Kunz eingestellt, sondern Uni-Absolventen der BWL (in BW mit Abschluss besser als 2,5).

    In technischen Fachrichtungen gibt es mittlerweile so einen großen Mangel, dass teilweise auch FH-Ingenieure für den Quereinstieg zugelassen werden, aber auch diese haben ein Masterstudium.

    Die weitere Möglichkeit wären Praxislehrer, die heißen in jedem Bundesland anders, in Bayern heißen sie Fachlehrer. Diese müssen Ausbildung + Meister oder Techniker haben und durchlaufen dann nochmal eine staatliche Ausbildung (Referendariat). Sowas gibt es oft bei Berufen, für die es kein passendes Studium gibt. Z.B. bei Frisören. Wobei da die ganze Theorie oft von den Handelslehrern unterrichtet wird, die Fachlehrer unterrichten "nur" die Praxis (Haare schneiden). Für gewerbliche Berufe wie Kfz u. ä. ist es ähnlich.

    Mit deiner Laufbahn passt du in dieses System nicht rein, außer du findest eine Schule, die genau für die Fachpraxis für Schutz und Sicherheit einen Fachlehrer sucht. Und wie hier schon viele geschrieben haben gibt es nicht besonders viele Schulen, die diesen Ausbildungsberuf überhaupt anbieten.

    Wahrscheinlich würde dir von deiner Ausbildung ein Bisschen was für ein Wirtschaftspädagogik Studium angerechnet werden. Andere Wege wird es aber zu 95% nicht geben.

    P.S. Ausnahmen bestätigen die Regel. Ich kenne tatsächlich einen Wirtschaftsfachwirt IHK, der an einer privaten Berufsschule unterrichtet. Aber der ist befristet eingestellt, wird schlecht bezahlt und wird bestimmt nicht übernommen.

    Ich muss gestehen, dass ich den regelmäßig wiederkehrenden Diskussion um die Berechnung der Noten nicht folgen kann. Ich verstehe schlicht das Problem nicht. Mag sein, dass ich aus Bayern komme, wo Noten schon immer als gewichteter Durchschnitt von Schulaufgaben (doppelt) und Stegreifaufgaben (einfach) berechnet werden.

    Wenn ich als Lehrer weiß, wie hier Noten berechnet werden, dann liegt es an mir die Leistungsnachweise so zu gestalten, dass sie vom Schwierigkeitsgrad vergleichbar sind. Dann habe ich auch kein Problem, dass irgendwas gesichtet werden müsste.

    Und beim Notendurchschnitt von 2,5 greift dann halt meine pädagogische Freiheit, mit der ich die 2 oder die 3 im Zeugnis begründen kann.

    Hier kosten 15 Jahre alte Reihenmittelhäuser quasi fast ohne Garten 600.000 €. Obwohl ich finde, dass ich gut verdiene und auch mein Mann vollzeit arbeitet würde es für uns bedeuten, das wir uns übermäßig verschulden müssten um ein einigermaßen passables Haus zu finden. Hätten wir Kinder müssten wir beide arbeiten um unser Leben zu finanzieren.

    Und nein, mieten ist nicht besser. Für 4 Zimmer in nicht der vollen Assi-Gegend ist man auch gerne 1.500 € Miete los.

    Niveau 7 – gleichwertig mit dem akademischen Studiengrad Master

    Gleichwertig bedeutet nicht gleich. Und in den Voraussetzungen für den Zutritt zum Lehramt steht normalerweise "Studium an einer Universität mit Regelstudienzeit von (mindestens 6?) Semestern" da sind sogar FH-Absolventen raus.

    Wie schon von anderen erklärt ginge in Bayern z.B. der Fachlehrer, aber für Wirtschaft braucht es die z.B. nicht, da gibt's genug Wirtschaftspädagogik Absolventen von der Uni.

    Ich bin gerade verwirrt und hier kennen sich doch einige so gut aus, vielleicht kann mir jemand weiterhelfen.

    Der Chef der Stiko sagte in einem Interview, derzeit würde er seine eignen Kinder nicht impfen lassen, weil Langzeitfolgen unbekannt seien.

    (ZB hier zu lesen:

    https://m.faz.net/aktuell/politi…662194.amp.html )

    Es hiess doch in den letzten Wochen ständig, Impfungen hätten keine langzeitfolgen? Habe ich gerade irgendwo einen Denkfehler? 🤔

    Das nervt mich auch ungemein. Ich meine bei einer Lebenserwartung von vielleicht 80 Jahren macht es bezüglich Langzeitfolgen keinen Unterschied ob ein Mensch gerade 14 Jahre ist oder 18 Jahre ist. Der 18 Jährige wird aber quasi verpflichtet sich impfen zu lassen, für den 14 Jährigen ist es eine Zumutung wegen der Langzeitfolgen? Das ist unlogisch!

    Sind Deine wöchentlichen Tests angekündigt?

    Die sind tatsächlich so regelmäßig, dass sie nicht explizit angekündigt, aber erwartest sind.

    Wenn grad in anderen Fächern viel geschrieben wird, dann sagen die Schüler aber oft Bescheid, dann mach ich sie freiwillig, oder lasse auch mal ausfallen.

    Ergotherapie ist ein Ausbildungsberuf für den man sich normalerweise explizit entscheidet. Da hätte ich wahrscheinlich wenig Skrupel schlechte Noten zu verteilen, wenn die Schüler nichts tun.

    Ich würde dir allerdings trotzdem empfehlen mit den Schülern einzeln das Gespräch zu suchen und mit ihnen darüber zu sprechen.

    So ärgerlich es auch ist, wenn ein Großteil der Schüler im defizitären Bereich ist, aber da wir hier ja über Oberstufe reden: Vlt. muss deutlicher kommuniziert werden, dass nicht jeder die Oberstufe besuchen muss und der Eine oder Andere vlt. in einer Ausbildung ganz gut aufgehoben ist. Ich meine, es heißt ja dauernd, dass Handwerker, Pfleger und Erzieher gesucht werden. Warum sitzen dann Leute, die offensichtlich zu Analysis und co. keinen Draht haben, in Klasse 12 ihre Zeit ab? An anderer Stelle würden sie sicher mit Kusshand genommen werden.

    Äh @Lindbergh im Profil steht Berufsschule und im Eingangspost Gesundheitsbereich. Ich würde mal davon ausgehen, dass wir hier von Auszubildenden sprechen.

    Vielleicht Altenpfleger oder Arzthelfer?

    Darf ich fragen welche Berufe? Es gibt Berufe, da ist das geschilderte Verhalten relativ normal. Bei manchen Schülern muss man einfach akzeptieren, wenn sie sich entscheiden nicht interessiert zu sein. Ich versuche da dann meist 1x ein Gespräch, indem ich erläutere, dass das Verhalten nicht zielführend ist, danach muss man erwachsenen Schülern zugestehen, dass sie eigene Entscheidungen treffen.

    Bei Unterrichtsstoff, der aufeinander aufbaut, wie z.B. Buchführung, bin ich allerdings dazu übergegangen regelmäßig Tests zu schreiben, also beinahe wöchentlich, einfach weil man sonst zu große Defizite schafft. Das geht bei mir allerdings auch nur, weil ich relativ kleine Klassen habe, sonst korrigiert man sich ja dumm und dämlich :pfeifen:

    Ich verstehe ja echt nicht, warum die bei den paar Tagen so rum tun. Als ob an den Tagen vor Weihnachten noch so viel passieren würde. Filme schauen, frühstücken, Spiele rund um Weihnachtsbräuche usw. sind zwar toll für den Zusammenhalt und das Klassenklima, aber wir haben nun mal Pandemie.

    Wenn sie wirklich was für die Schüler hätten tun wollen, dann hätten sie jetzt über 1 Jahr Zeit gehabt um was zu tun. Aber es ist einfach nichts passiert, außer dass wir CO2 Geräte haben, die alle 20 Minuten piepen. Wir frieren vom Lüften, haben ansonsten kein Konzept,keine Unterstützung, keine Ausstattung usw.

    Das sehe ich nicht so. Wenn sie den Lehrerjob attraktiv machen wollen, müßten sie eher bei den oberen Gehaltsgruppen noch viel mehr drauf satteln, um auch Fachkräfte aus der "freien Wirtschaft" abwerben zu können.

    Ich finde ja bei vielen Diskussionen wie man Jobs attraktiver machen kann wird zu viel übers Geld und zu wenig über Rahmenbedingungen diskutiert.

    Da gibt es auch wissenschaftliche Meinungen zu. Z.B. Herzberg benennt Geld als Hygienefaktor, der zwar hilft nicht unglücklich zu sein, aber keine weitere Motivation schafft.

    Man müsste viel mehr für die Rahmenbedingungen machen: keine dämlichen Zeitverträge mehr für Stellen, bei denen klar ist, dass sie gebraucht werden. Bessere Schichtpläne für Pflegekräfte, weniger Arbeitsstunden (bei vollem Lohn) für Erzieher (Wer kann so ein Lärm/Gewusel für 40h/Woche aushalten? ) Bessere Ausstattung/Technik/Gebäude für Schulen, vielleicht nich etwas Entlastung durch Sekretärinnen, die Fehlzeiten überwachen und Zeugnisse erstellen?

    Wie ist das jetzt eigentlich, darf ich mich so oft testen lassen, wie ich will? Oder ist weiterhin nur 1 Test pro Woche kostenlos?

    Bisher wurde das ja kaum kontrolliert, wie ist das jetzt?

    Ich bin 3x geimpft. Aber wenn ich regelmäßig ins Fitnessstudio will, dann brauche ich mehr Tests als 1x/Woche.

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