Der Bülp, auch die Bülp oder das Bülp hatte je nach Artikelverwendung verschiedene Ausprägungen. Der Begriff stammt aus der Kameralsprache und sickerte durch die Nähe der Verwaltungsebenen auch in manche Schulstuben. Der Begriff bezeichnet einen ritualisierten Übergang der in der Camera tätigen lohnabhängig Beschäftigten in die mehrtägige Untätigkeit des Wochenendes. Im Verlauf der Arbeitswoche wurde dabei jeweils eine Person des Collegiums als Bülp-Beauftragte(r) bestimmt.
Das Verfahren war so effektiv wie einfach:
Wer an der Warteschlange der Kaffeemaschine sich so weit hinten einreihen musste, dass er/sie vor dem Pausenendgong die Maschine nicht mehr bedienen konnte, rückte in der Rangfolge der/des Bülp-Beauftragten nach oben. Das Verfahren hatte Ähnlichkeit mit den KO-Spielen der EM.
Der/die Bülp-Beauftragte durfte dann am Freitag bei der Sektausgabe seine Lieblingsmusik in Form der Bülp als Entschädigung für den erlittenen Koffeinentzug auf den Roundtable legen. Das Bülpritual artete dann in rituelle Zuckungen der Anwesenden aus, die den "Bülp" tanzten, um das WE einzuläuten.
Dieses Verfahren wurde auch an Schulen nach und nach eingestellt, als die Saphire der Tonabnehmer abgenutzt und die Büro-LP's so zerkratzt waren, dass es zu auditorischen Irritationen kam.