Mir ist Deine diesbezügliche Denkart fremd. Ich habe viel Freude an meinen Klassenfahrten und finde es schön, dass es so etwas gibt.
Ich hatte immer auch Freude an Klassenfahrten - jedoch auch genügend Stresssituationen. In der Regel habe ich mich nach Ende der Klassenfahrt bei einem Glas Wein hingesetzt und mit mir darauf angestoßen, dass ich Knackpunkte zuvor bedacht und Probleme während der Fahrt kurzfristig lösen konnte, sowie alle wieder heil Zuhause ankamen. Pubertierende kommen auf die abstrusesten Ideen.
Kleiner Einblick:
- Ein Schüler kletterte nachts aus dem Fenster, um über das Vordach zu den Mädchen zu kommen. Das Eternitdach war morsch - er brach mit dem Fuß ein. Zum Glück nicht durch. Es blieb bei Sachschaden.
- Ein Schüler wollte in Berlin ausprobieren, ob sein Fuß zwischen Bordstein und S-Bahn passt - und blieb stecken. Wir konnten die Bahn blockieren und ihn herausziehen. Das Bein blieb dran und hatte nur blaue Flecken.
- In der Jugendherberge gab es abends Disco. Ein Schüler saß im Doppelstockbett oben und sprühte seine Haare in Form. Dabei traf er den Rauchmelder, der Feueralarm auslöste. Bei Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten und Jugendherbergen kann dieser nicht deaktiviert werden und die Feuerwehr kommt schnellstmöglich mit dem "großen Besteck" samt Drehleiter. Zu meinem Glück handelte es sich um einen Schüler einer anderen Schule. Seine Eltern bekamen die Rechnung für den Einsatz.
Auch die Transportwege sind spannend und wenig freudenreich:
- Bei der Rückfahrt von einer Klassenfahrt hatten wir (28 Schüler plus 2 Lehrer) durch eine Zugverspätung mit vollem Gepäck gerade noch 2 Minuten Umsteigezeit am Bahnhof - im Dauerlauf durch die Unterführung zum Gleis wo der überfüllte Zug stand. Meine Kollegin und ich konnten an zwei Waggons die Türen blockieren, damit alle noch einsteigen konnten.
Da hat man Kreislauf. Eigentlich müsste es bei Klassenfahrten für die Lehrkräfte nach gelungenem Abschluss einen Bonus geben. Und sei es nur in Form einer Flasche Wein ![]()