Erzähl doch nicht die Mär von der Verantwortung. Der Oberarzt hat die geringste Verantwortung, schließlich arbeitet er im Rahmen eines Dienstvertrags, er bekommt also sogar sein volles Gehalt, wenn der Patient verstirbt.
Nun - der Oberarzt arbeitet meist im "Hintergrunddienst". Das bedeutet, dass er/sie oft von Fachärzten oder Neulingen aus dem Bett geklingelt wird, wenn es brennt. Dann muss er/sie entscheiden, was zu tun ist - und ist damit auch für die Tätigkeit und die Fehler anderer Ärzte verantwortlich.
Meine Schwester hatte vor kurzem einen Hautausschlag, der sich über den ganzen Körper bis in die Mundhöhle und den Rachen erstreckte. Der Facharzt vermutete eine Windpocken- / Gürtelroseinfektion. Der Oberarzt eine Medikamentenunverträglichkeit - womit er richtig lag. Nach dem Absetzen und der Substitution des Medikaments klangen die Beschwerden ab.
Unser Körper ist ein unvergleichlich komplexes Gebilde. Wenn ein Oberarzt einen Fehler begeht, gibt es in der Regel keine Toten - die wenigsten Menschen sterben auf der Intensivstation. Es gibt jedoch eventuell einen lebenslangen Leidensweg eines Menschen.
Wobei wir dieses Problem mit den Oberärzten gemein haben.