Es gibt underachiever, das ist aber kein besonders großes Phänomen. Die meisten hochbegabten Schüler zeigen auch tatsächlich ihrer Intelligenz entsprechende Leistungen (vgl. dazu Marburger Hochbegabtenstudie). Der häufigste Fall von "mein Kind ist hochbegabt, wird in der Schule aber einfach nicht genug gefördert" sind Eltern, die ihr Kind bei fünf Psychologen vorstellen und sich dann freuen, dass ihnen einer eine "Teilhochbegabung" attestiert.
In Mathematik GKs gibt es zwei Hauptprobleme meiner Meinung nach.
1.) Mangelnde Anstrengungsbereitschaft. Auf NRW GK Niveau kann jeder durchschnittlich intelligente Schüler mit üben sicher eine 3, vermutlich sogar eine 2 erreichen, für die 1 braucht es noch ein bisschen Verständnis. Trotzdem sind die Abiturdurchschnitte mit 7,2 (Gymnasium) und 4,8 (Gesamtschule) Punkten die schlechtesten aller Fächer, weil insbesondere die Grundlagen (hilfsmittelfrei, Standardaufgaben mit Taschenrechner wie z.B. P(X<10) in der Stochastik ausrechnen, etc.) nicht beherrscht werden.
2.) Textumfang. Es ist ein schlechter Witz, dass ich im Mathematik Abitur mehr Text verteile, als in Geschichte und in Geschichte bestehen noch Auswahlmöglichkeiten. Ich habe schon mathematisch unglaublich fitte Schüler einfach am Textumfang scheitern sehen (insb. Seiteneinsteiger, für die Mathe oft eine sichere Bank war, aber bei 10+ Seiten Text hört es dann halt irgendwann auf und der mathematische Anspruch an und für sich war teilweise unterhalb der Nachweisgrenze).