Runde im Ministerium:
"Leute, jetzt wird´s grad mal bisschen unangenehm. Dass die Lehrer meckern, sie wären so mega überlastet, kratzt uns ja seit Jahrzehnten nicht. Krankenstand ist auch hoch, na und, war noch nie ein Problem, das zu verschleiern. Aber jetzt sind doch einige Eltern aufmerksam geworden. Und die Medien füllen das Sommerloch mit uns, statt wie früher mit den Lehrern. Was machen wir?"
"Was Billiges, was gut aussieht. Hauptsache die Medien haben was zu berichten."
"Wir organisieren einfach einige Sammeltermine pro Schule in der Turnhalle! Wir nennen das Maßnahme zur Erhaltung der Lehrergesundheit. Da können sich die Lehrer gegenseitig massieren. OK, dass das nix bringt, kann uns doch egal sein. Dann sagen wir einfach, die Lehrer haben das nicht gut angenommen. Selbst schuld, har har."
Tatsächlich bin ich schon in den Nullerjahren in einem Studientag (= einen langen Nachmittag) mit gegenseitigem Massieren in der Turnhalle zwangsbeglückt worden. Vorher durften wir ganz achtsam 5 Minuten an einer Erdbeere herumlutschen. Und uns gegenseitig ganz viele gute Tipps geben. Ich hatte alleinerziehend kleine Kinder, es war Herbst - Hauptkorrekturphase, und ich war nicht nur von dem salbungsvollen Gerede der vom Land bereitgestellten Fortbildnerinnen megaangepisst, sondern vor allem von der Art, das Problem zu individualisieren. Auch das Ministerium weiß, dass Lehrer:innen zu den gesundheitsbewusstesten Bevölkerungsgruppen gehören. Dass sie trotzdem überdurchschnittlich burnoutgefährdet sind, wird die Erdbeere kaum richten.
Passend dazu: https://www.news4teachers.de/2023/09/modell…eit-befaehigen/