Ich war auch mal von jetzt auf gleich viele Wochen krankgeschrieben. Man hat mich in dieser Zeit draußen gesehen, weil ich alleinerziehend kleine Kinder versorgen und zur Betreuung bringen musste. Es ging mir infolge einer Vireninfektion sehr schlecht, ich konnte kaum das Nötigste im Alltag organisieren, hatte Erschöpfungszustände, Lähmungen und Ängste, wie es weitergehen soll. Aber das konnte man mir von weitem nicht ansehen. Leider hatte ich auch solche geifernden Kolleg:innen, die bei mir angerufen und penetrant nachgefragt und bei Schülern und Eltern gehetzt haben. Das war eine schlimme Erfahrung und hat mich für längere Zeit in eine schwierige Situation gebracht.
Lehrer sind nicht einfach lange krank, ohne dass sich das jemand anschaut. Recht schnell wird das amtsärztlich untersucht. Dann muss man belegen, dass man binnen weniger Monate wieder voll einsatzfähig ist. Kann man das nicht, muss man mit einer Herunterstufung oder gar einer Zwangspensionierung rechnen. Ich habe einen Kollegen, dem das mit grade 40 wegen einer Krebserkrankung passiert ist. Sei einfach froh, wenn es dir selbst gut geht. Ich finde die Vorstellung ekelhaft, dass du an seinem Garten vorbeiläufst, bis du ihn dort siehst, um dann (im besten Fall nur mit deiner Frau) darüber abzulästern. Ich wünsche dir, dass du in deinem Berufsleben keine größeren Probleme haben wirst, als mal als Vertretung eingesetzt zu werden, falls du überhaupt persönlich von der Angelegenheit betroffen bist.
Sorry, musste raus.