Beiträge von Philio

    Noch zum Vergleich der Einkommen. Allgemein korreliert das Einkommen mit Arbeitszeit, Verantwortung und Stress. Klar kann ich mein Einkommen mit dem von Topmanagern, Chefärzten, Partnern in Unternehmensberatungen und Wirtschaftskanzleien etc. vergleichen und feststellen, dass ich weniger verdiene. Nur gehört zur Wahrheit auch dazu, dass die meistens auch mit ihrem Beruf verheiratet und einem hohen Stress ausgesetzt sind und zudem eine grosse Verantwortung haben. Am Beispiel der Ärzte für Gesundheit und Leben ihrer Patienten und daran gemessen sind sie eher noch unterbezahlt (das gilt natürlich für alle Gesundheitsberufe). Vor allem: Nur ein kleiner Bruchteil der Berufstätigen erreicht eine solche Position und man muss eine solche Stelle auch wollen.

    Ich für meinen Teil wollte jedenfalls nie einen Job mit „Führungsverantwortung“. Personalführung, Administration, Strategieplanung, Q-Management und Meetings, das alles ist mir ein Graus - wer das gerne machen mag, bitte... ich konkurriere nicht um solche Jobs 😉

    Meinen Job als Lehrer mache ich wirklich sehr gerne - ich kann Menschen etwas nützliches für ihren Lebensweg mitgeben in einem Bereich den ich selber spannend finde und ich sehe meine Arbeit auch als einen sinnvollen Beitrag für die Gesellschaft.

    Was meine Entlohnung angeht: Alles, was ich gerne mache, kann ich mir leisten und der Rest interessiert mich nicht. Vor allem habe ich auch die freie Zeit, um mit meinem Geld etwas schönes zu machen. Zugegeben, ich bin da auch sehr unprätentiös - teure Autos, Schmuck, Designerklamotten, leben in einer Villa, Luxusurlaube, Sternerestaurants ... alles das gibt mir nichts und für mein Leben brauche ich das nicht. Ah ja: Was andere Leute alles haben ist mir vollkommen Wurst und was andere Leute über mich denken, auch 😉

    Eingabe von kurzen Formeln und Gleichungen in Teams Unterhaltungen?

    Kennt jemand eine Möglichkeit (für Lehrer und Schüler), kurze Formeln und Gleichungen (z.B. Bruchstriche, Wurzeln) in Teamsunterhaltungen einzugeben? Es geht darum, kurze individuelle Rechenschritte zu erläutern und zu kommentieren und dafür nicht erst ein extra Programm starten zu müssen, und -p/2 +- sqrt( (p/2)^2 -q) ist auf Dauer etwas mühsam und für jüngere Schüler wenig sinnvoll.

    Monospaced Fonts sind so lala und vor allem für die Schüler sehr aufwändig zu benutzen.

    Alternativ: Wie lösen die MINT-Leute hier das Problem?

    Ich schreibe mit dem Pen in OneNote, kopiere es mit „Ausschneiden und Skizzieren“ (meine Handschrift, keine Umwandlung in Mathe-Fonts) und füge es als Bild in Teams ein. Funktioniert schnell und problemlos.

    Ist alles richtig, ich arbeite ja selbst an einer Schulform, die Erwachsene zum Abitur führt. Ich kann aber nur sagen, dass es wirklich einfacher ist, wenn man keine "Lücke" hat. Unsere Schüler müssen teilweise richtig ackern, wenn sie sich bei uns anmelden, wenn der letzte Schulbesuch schon ein paar Jährchen her ist.

    Das beobachte ich auch bei meinen Schülern. Was mich deshalb retrospektiv immer noch sehr verblüfft - meine grossstädtische „Problemrealschule“ hat seinerzeit wohl sehr vieles richtig gemacht. Als ich begann, das Abi nachzuholen war ich schon 7 Jahre aus der Schule draussen (Berufsschule zähle ich nicht mit, da gab es ausser Deutsch und Geschichte nur berufsbezogene Fächer). Aber ich konnte problemlos anknüpfen und ich war in der RS sicher kein Überflieger (ein guter Schüler schon, aber kein sehr guter). Ich hatte in der RS gute Lehrer, die den Stoff solide vermittelt haben - fancy Sachen haben wir nicht gemacht oder nur sehr wenig, aber die Grundlagen haben wirklich gesessen, besonders in den Sprachen, in Geschichte und in Mathe.

    Unmöglich ist das aber nicht, man kann auch seine Arbeit mittags in der Schule erledigen und zuhause nichts tun. Ist sogar gesünder. Ich habe diese Motivation aber auch nie gehabt.

    Ich versuche, soweit möglich, alles in der Schule zu erledigen - inklusive Korrekturen. Das bringt es mit sich, dass ich, auch wenn mein Unterricht schon am Vormittag endet, häufiger bis in die frühen Abendstunden in der Schule bleibe. Daher muss ich nur selten Arbeit wirklich mit nach Hause nehmen. Allerdings bin ich auch ungebunden und ohne Familie, ausserdem habe ich einen persönlichen Büroarbeitsplatz in der Schule - das sind Faktoren, die hier auch berücksichtigt werden müssen.

    Meinst du das ernst?!? Ich habe zwar keine Kinder, aber wenn ich welche hätte und die "nur" auf die Realschule gingen, weil es "fürs Gymi nicht gelangt" hätte, dann wäre mir das ziemlich egal. Es muss doch nicht jedes Kind auf's Gymnasium und Abi machen!!!

    Meine Antwort ist mangels Kinder auch sehr theoretisch, aber als jemand, der selbst auf eine gegangen ist, finde ich an der Realschule nichts ehrenrühriges. Ich habe das Abitur später nach meiner Lehre nachgeholt, weil ich mir da erst über meine Interessen richtig im klaren war und unbedingt studieren wollte. Finde ich nach wie vor keine schlechte Entscheidung.

    Hm, ich zeichne händisch in OneNote mit dem Pen und dem Lineal (das gibt’s leider nur in der Windows App von OneNote) funktioniert auch live per Videoübetragung mit Teams super. Leider hat OneNote keinen Zirkel und es sieht auch nicht danach aus, als würde demnächst einer implementiert... aber auch sonst hat keine Notetaking- oder Whiteboard-App einen Zirkel (jedenfalls keine, die ich kenne...).

    Witzig. Im Nebenfach haben wir die Versuche weitestgehend selbst aufgebaut, das war ja Teil des Praktikums das zu tun. Ob das nun am Nebenfach oder an der Uni gelegen hat?

    Ja, solche Versuche gibt’s natürlich schon auch... aber wenn was spezielles untersucht werden soll, gibt’s die entsprechenden Versuche schon fixfertig zu kaufen. Davon gab’s schon ziemlich viele... überhaupt viele Versuche, alle Praktika zusammengenommen musste ich 50 Versuche machen 😝 Aber ich bin eh nicht so der Experimentator, ausser den Praktika habe ich nie ein Physik-Labor von innen gesehen 😂

    Reaktionsgeschwindigkeit in die 1. Klasse vorzuziehen damit ich was machen kann was für alle neu ist und die Fricktaler nicht dauernd meinen, sie könnten alles schon. Das Gefährliche ist ja, dass sie den Moment verpassen an dem es wirklich komplizierter wird.

    So ähnlich bei mir, viele sagen auf Nachfrage, sie könnten Geometrie schon und hätten alles schon mal gemacht. Nun, es stellt sich daran heraus, dass sie hauptsächlich Konstruktionsgeometrie gemacht aber wenig gerechnet haben. Dieser Schock, wenn sie denken, jetzt gibt’s keine Algebra mehr und dann feststellen, dass Brüche, Potenzen, Wurzeln, Gleichungen & Co. dann auch in der Geometrie vorkommen...

    Sie rechnen viel zu langsam, es hängt - oh Wunder - an der Mathe.

    Ein anekdotisches Erlebnis aus meinem Erfahrungspraktikum in Physik an einem Gymnasium. Dritte Klasse, zweites Halbjahr. In Mathe wurde gleichzeitig schon Analysis und whatnot unterrichtet. Teilaufgabe einer Übung:

    E = 1/2*m*v^2 nach v auflösen. Die halbe Klasse konnte es nicht. Problem der meisten war das 1/2. Mit meinem Hinweis, mal 1/2 sei das selbe wie durch 2, konnte ein weiteres Viertel der Klasse die Umformung machen. Der Rest konnte es auch danach nicht.

    Zum Thema Didaktik und lieber mit dem Buch zuhause lernen noch eine Anekdote. In meiner Festkörperphysik Vorlesung kam der Professor (damals ein international bekannter Experte in seinem Fachgebiet), in den Vorlesungssaal (keine Fenster) legte sein Skript auf den Overhead (seine Sekretärin hatte alles auf Folien kopiert), dimmte das Licht und begann, gestützt auf seinen Zeigestock, einen 45minütigen Redeschwall wobei er alle 5 Minuten die Folie wechselte. Die Schnittmenge zwischen Inhalt der Folie und Inhalt seines Monologs war minimal. Aber ergänzt hat er seinen Vortrag mir random eingestreuten „lustigen“ Anekdoten, über die er selbst herzlich gelacht hat... er war der einzige...

    Wo ich so über das Physikstudium nachdenke - mathematisches Verständnis bringt hier am meisten. Viele, die sich hier schwer getan oder aufgegeben haben, hatten ein gutes bis sehr gutes physikalisches Verständnis, aber kaum abstrakt-mathematisches. Physik ist zum Grossteil reine Theorie, auch wenn die Vorlesung „Experimentalphysik“ heisst. Das Experiment wird vom Assistenten vorgeführt und vom Prof kommentiert und das war’s dann mit Experimentalphysik. Eigene Experimente gibt’s nur im Laborpraktikum und das sind meistens fest installierte Versuche, die kaum eigene Kreativität erfordern. Ich weiss noch ein Erlebnis aus dem Fortgeschrittenenpraktikum, O-Ton Betreuer: „Schaltet das Gerät ein, dann könnt ihr die Daten direkt ablesen und gehen, es ist alles schon eingestellt. Verstellt bloss nichts, ich habe mehrere Tage gebraucht, um alles richtig einzustellen.“

    Ich störe mich bei uns vor allem an der Mittelstufe, aber das mag wirklich schweizspezifisch sein dass ich in der Sek II dann einfach mehr die Möglichkeit habe nach meinem Dafürhalten auszudünnen weil vor allem in den Grundlagenfächern sich kaum irgendjemand dafür interessiert, was wir wirklich im Unterricht machen.

    Ich gebe zu, dass mich das im Erfahrungspraktikum in Physik damals etwas schockiert hat... vieles von dem hatte ich selbst schon in der Realschule. Dann ist mir aber klar geworden, dass sie effektiv vorher gar keine Physik hatten, sondern bestenfalls so ein „interdisziplinäres“ Naturwissenschaftsfach , auf dem man wenig bis gar nicht aufbauen kann.

    Die Reaktion im Baselland geht dezent in die richtige Richtung, es gibt jetzt eine Lektion "Mensch und Natur" weniger in der Sek I, dafür eine Lektion Mathe mehr. Ja bitte, streicht endlich das pesudo-interdisziplinäre nichts Halbes und nichts Ganzes Zeug zusammen, ein gutes Grundverständnis für Mathe ist einfach wirklich, wirklich wichtig für ganz viele andere Fachbereiche in denen man ohne solide Grundlagen in der Mathe überhaupt nicht interdisziplinär und projektartig arbeiten *kann*.

    Ja, da bin ich absolut deiner Meinung. Diese Fächer sind meines Erachtens hauptsächlich eingeführt worden, um Ausgaben zu sparen. Klar ist interdisziplinär wichtig und Projekte auch, aber bitte erst wenn die Grundlagen sitzen. Was die „Verbundfächer“ angeht, darunter muss ganz besonders Geschichte leiden, die tut mir fast mehr leid als die Naturwissenschaften. Die Resultate merkt man, das Geschichtswissen ist erschreckend gering und Grundwissen im Umgang mit einer Textquelle ist kaum vorhanden (wie ich von meinen Kollegen aus der Geschichte gehört habe).

    Ich wunder mich z.B. immer über Physikstudenten, die keinen Mathe/Physik-LK belegt hatten.

    Hm, ich hatte einen Physik-LK aber keinen Mathe-LK. Der Physik-LK hat mir als Vorbereitung für das Studium effektiv nicht viel gebracht... ich bin nach wie vor der Meinung, dass Grundkurs hier völlig ausreicht. Im Mathe- und Physik-LK lernt man in der Regel quantitativ mehr, mehr Themen und komplexere Aufgaben. Aber es bleibt trotzdem Schulmathematik und Schulphysik und das ist ein qualitativer Unterschied zur Uni, kein quantitativer.

    (Durchaus verständlich, ich habe es immer schon bewundert, dass sich junge Menschen so früh schon auf eine Ausbildung und einen beruflichen Weg festlegen.)

    Hm, früh entscheiden schon… aber festlegen? Meine Entscheidung lief so - irgendwas muss ich machen, auf Schule keine Lust mehr, als Bankkaufmannazubi bekommt man ein hohes Gehalt, ist ein angesehener Beruf… das sollte ungefähr die Gedanken meines 14jährigen selbst wiedergeben 😉 Ich war sehr naiv und habe mich überhaupt nicht gefragt, ob der Job mir überhaupt liegt und wie es nach der Lehre aussieht (Spoiler: Der Job lag mir nicht und nach der Lehre wurde es ätzend langweilig 😉). Erst nach dem Zivi (so ganz unnütz war der wohl nicht) ist mir klar geworden, dass ich das keine 40 Jahre aushalte. Aber vielleicht bin ich da auch speziell… und wo ich schon die „intellektuelle Herausforderung“ erwähnt hatte - die hat mir eben schon kurz nach der Lehre gefehlt.

    Zudem läuft der heutige Trend meines Erachtens nach eh zu einer Inflation in der Bildung hin. Wer macht heute als 16-jähriger mit Realschulabschluss noch eine Ausbildung? Heute ist Abitur Standard und nach dem Abitur muss mindestens ein Bachelorstudium obendrauf.

    Nun, da ich selbst in einer beruflichen Schule unterrichte, kann ich dir versichern, dass es nicht so ist. (Zugegeben, in der Schweiz; hier ist die Maturaquote niedriger als in D, aber auch dort ist man von 100% Abiquote noch weit weg). Meine Schule ist voll von Schülerinnen und Schülern, die nach der Sek 1 eine Berufslehre machen. Nachdem diejenigen, die nach ihrem Abschluss in Richtung Hochschule wollen, in der Regel auch bei mir im Unterricht landen, kann ich auch dazu sagen, dass das der deutlich kleinere Teil der Absolventen ist. Die meisten suchen eine feste Stelle und haben keinen weiteren akademischen Ambitionen.

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