Beiträge von Philio

    Es geht in der Ausbildung doch nicht darum, neue Leute kennenzulernen, das ist doch keine Single-Börse. Ausbildung, wie Studium ist sehr zweckgebunden, mit dem Ziel des Erreichens und des Erwerbs von Qualifikationen und Kompetenzen.

    Puh... das meinst du wirklich ernst, nicht wahr? Sorry für die Direktheit, das ist normalerweise gar nicht mein Part und ich meine es echt nicht böse, aber... wie um Himmels willen hast du studiert? Jetzt sag bitte nicht, dass du 10 Jahre in deinem Studierzimmer verbracht und deine Kommilitonen nur in Seminaren getroffen hast.

    Vor ein paar Jahren habe ich mal einen Vortrag von einem Pädagogikdoktoranden zum Thema Kompetenzorientierung (sein Promotionsthema) gehört. Er wurde nach dem Vortrag gefragt, ob es Studien gäbe, die die Überlegenheit der Kompetenzorientierung gegenüber klassischeren Konzepten belegen. Nach kurzem Nachdenken verneinte er, sagte aber gleich in voller Überzeugung, dass es aber so sein muss.

    Tja, der gute Mann ist offensichtlich kein Empiriker, eher so die Richtung a la Hilbert Meyer.

    Was das Thema Ausbildung angeht, da kann ich mich nur erneut MrsPace anschliessen.

    Ich habe nach der Realschule selber eine (kaufmännische) Ausbildung gemacht, zu Beginn war ich 16. Alle anderen waren auch in der Altersklasse bzw. Leute mit Abi etwa 3 Jahre älter.

    Du würdest mit Ü30 eine ganz andere Lebensrealität haben als deine Azubi-Kollegen und da Anknüpfungspunkte zu finden ist schwierig, glaub mir das. Mit Vorgesetzten und Mitarbeitern ist das auch so eine Sache - bedenke, dass du trotz deiner höheren Lebenserfahrung in der Hackordnung ganz unten bist. Und intellektuelle Herausforderungen wirst du, sehr vorsichtig gesagt, dort eher nicht finden.

    Alles in allem denke ich nicht, dass es dir dort besser gehen würde als im Ref, eher das Gegenteil.

    Ich habe mir den Brother DCP-L3550CDW angeschafft, dass ist ein Farblaserdrucker mit Scanner, Einzelblatteinzug und Duplex. Ich bin mir dem Drucker sehr zufrieden. Aber klar, für neuen Toner muss man tief in die Tasche greifen - ich drucke jetzt aber nicht wahnsinnig viel, von daher rechne ich mit einem Austausch pro Jahr.

    (Fettsetzung im Zitat durch mich)

    Ja, bitte! Das ist in der Oberstufe wirklich eine Katastrophe. Sicher ist das auch ein Grund, warum so viele SuS sich immer wieder verheddern. Ich übe das mit meinen SuS, aber irgendwie kommt das bei ihnen als das eben genannte "Piesaken" an.

    Ja, das Untereinanderschreiben ist auch etwas, dass ich regelmässig einigen meinen Lernenden „neu“ beibringen muss. Oder dass Rechenschritte üblicherweise mit einem = verbunden werden. Dabei fällt mir auch auf, dass einigen scheinbar gar nicht klar ist, was „gleich“ überhaupt bedeutet. Kettenrechnungen sehe ich in erschreckender Regelmässigkeit ...

    Ich möchte mich den meisten Stimmen hier anschliessen. Weisst du Salzkristall, man kann es sich im Unglücklichsein auch ganz gemütlich einrichten - du darfst an dieser Stelle davon ausgehen, dass ich weiss, wovon ich rede. Da braucht es dann jemanden, der einem den Kopf zurechtrückt und einen Tritt in den Allerwertesten verpasst. Deshalb würde ich dir sehr empfehlen, auf die Ratschläge von MrsPace zu hören.

    Gib den Plan mit der Ausbildung auf, das ist Unsinn. Du brauchst keinen Plan B. Mach dein Studium fertig, gehe ins Ref und ziehe es durch. Klar bist du dann ü30, aber daran lässt sich nun mal nichts ändern... und am Ende des Tages: who gives a shit?

    Was Arbeitstechniken angeht - es mag jetzt etwas altmodisch klingen, aber für Mathe gibt es eine altbewährte, simple und erfolgreiche Strategie: sich regelmässig auf seinen Allerwertesten setzen und Aufgaben lösen. Mit Betonung auf regelmässig. Die Lernenden, die das machen, verbessern sich meiner Beobachtung nach innerhalb kürzester Zeit merklich. Diejenigen, die meinen, dass der Nachmittag vor der Prüfung reicht, landen manchmal einen Glückstreffer, aber langfristig verbessert sich wenig - vor allem, weil immer neue Themen dazukommen und in einem Jahr ist ein Spiralcurriculum halt schwierig zu implementieren. Nach der Prüfung gilt meistens „auf wiedersehen in der Abschlussprüfung“.

    Klar gibt es auch Fachbegriffe zu lernen, die sind aber in den meisten Fällen nicht das Problem.

    War in meiner Schulzeit ist, ist im Unterricht der Kollegen so und in meinem Unterricht auch. Wer ein wenig begabt ist in Mathe, hat in der Schule die 1 in dem Fach mehr oder weniger sicher, ja.

    Das kann ich definitiv bestätigen, genau so ist es (in meinem Fall ist es natürlich die 6 😉).

    Die Realität scheint da mit der Theorie des Lehrplans nicht ganz deckungsgleich zu sein

    Ja, das ist so. Ich habe mir mal den Lehrplan 21 in Mathe für die obligatorische Schulzeit angesehen... sagen wir mal so, wenn die Lernenden das alles tatsächlich können, könnten sie nach der Sek 1 mit 15 gleich an die Uni wechseln 😉

    Bezüglich der Lehrpläne muss ich für Mathe sagen, dass die Analysis in NRW sowas von oberflächlich behandelt wird, dass man sie auch gleich abschaffen könnte (wie in den USA).

    Die Vektorrechnung ist auch sinnlos (die Themen scheinen da recht ähnlich zur Schweiz zu sein), aber ich muss sagen, dass sie für schwache Schüler eine Erleichterung ist. Hier hilft der Taschenrechner auch tatsächlich, zu meiner Schulzeit war die analytische Geometrie Gauß, Gauß, Gauß, das fand ich echt nervig. Ich fände mehr echte lineare Algebra auch sinnvoller, allerdings wäre die auch wieder abstrakter und vermutlich schwieriger für schwache Schüler.

    Ja genau, Gauss hoch x, dass fand ich auch mega mühsam als Schüler. Erleichterung stimmt schon, aus Vektorgeometrie kann man halt mit „Buzzword-Matching“ einiges herausholen: „Ah, es kommt Ebene und Abstand vor, da könnte man vielleicht die HNF brauchen“ 😉

    Wenn man über die kanonischen Themen nachdenkt und mal überlegt, was man sonst so machen könnte - wenn abstrakte Mathe, warum nicht einfache Zahlentheorie? Ich verwende einfache Aufgaben (die man durch Faktorisieren lösen kann) ab und zu mal als Rätsel und habe beobachtet, dass viele Lernende solche Aufgaben als spannend empfinden - vielleicht, weil sie oft schon wie Rätsel formuliert sind und die Problemstellung leicht verständlich ist.

    Ich kenne auch Leute, die jedes Übungsblatt für egal welches Seminar immer nur abgeschrieben haben. Das war doch immer schon so, dass auch solche Leute ihr Studium abgeschlossen haben.

    Solche Leute kenne ich auch. Vielleicht ist das ja auch die Kunst - das Studium abzuschliessen, auch wenn man die Übungen nur abgeschrieben hat 😉 Irgendwann muss die Person ja die Inhalte doch verstanden haben und das muss ja dann doch einige Anstrengung gekostet haben.

    Das ist für mich auch ein wichtiges Kriterium für die Studierfähigkeit - sich anstrengen können und vor allem auch wollen. Das sehe ich schon im Kleinen im Unterricht - inzwischen erkenne ich zuverlässig schon nach den ersten Unterrichtstagen, wer es schwer haben wird, den Abschluss zu schaffen. Das hat fast nie mit den aktuellen Fähigkeiten in Mathe zu tun, sondern fast ausschliesslich mit dem Willen, sich anzustrengen.

    Soweit ich weiss entspricht das, was Du "Vorbereitungsjahr" nennst der 4. Klasse FMS und erst danach erhält man ja den Fachmaturitätsausweis und ist überhaupt für die Ausbildung an der PH qualifiziert. Irgendeinen Nachteil muss die BM ja gegenüber der FM Pädagogik haben.

    Stimmt, die FM Pädagogik hatte ich vergessen. Habe einfach zu wenig Kontakt mit FMS ... aber das ändert sich bald, dieses Jahr bin ich voraussichtlich Fachexperte in der mündlichen Abschlussprüfung für die FM Pädagogik 😉

    Ja, das gleiche Problem hatte ich auch - Surface zu klein. Ich bin dann auf das SurfaceBook ausgewichen - das ist dann aber tatsächlich in der Preiskategorie über 2000 und es ist natürlich deutlich schwerer. Convertibles anderer Hersteller sind günstiger, aber eben auch schwerer als ein Surface.

    Die PH Basel kenne ich besser als Du. Und die allgemeine Hochschulreife ist fürs Lehramt Primar bei uns nun mal nicht erforderlich.

    Noch eine Anmerkung zur Erklärung: Ganz einfach ist es aber auch nicht - wer keine Berufsmaturität oder Fachmaturität hat, muss zuerst die Aufnahmeprüfung für ein allgemeinbildendes Vorbereitungsjahr, in dem z.B. auch ein Musikinstrument erlernt werden muss, bestehen und am Ende dieses Jahres eine nicht ganz einfache Abschlussprüfung, die auch gleichzeitig die Aufnahmeprüfung für das Studium ist. Wer eine BM/FM hat, kann sich auch im Selbststudium ohne Vorbereitungsjahr auf die Aufnahmeprüfung vorbereiteten - praktisch schaffen es aber nur wenige ohne Vorbereitungsjahr. (Bezieht sich auf meine Erfahrungen mit der PHTG).

    Das System finde ich übrigens gut.

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