Persönliche Notiz. Bei der ganzen Sportdiskussion muss ich feststellen: Das Abi damals über die Externenprüfung nachgeholt zu haben, hatte für mich unbestreitbare Vorteile - Chemie und Latein haben meinen Schnitt schon genug runtergezogen 😝😂
Beiträge von Philio
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(Durchaus verständlich, ich habe es immer schon bewundert, dass sich junge Menschen so früh schon auf eine Ausbildung und einen beruflichen Weg festlegen.)
Hm, früh entscheiden schon… aber festlegen? Meine Entscheidung lief so - irgendwas muss ich machen, auf Schule keine Lust mehr, als Bankkaufmannazubi bekommt man ein hohes Gehalt, ist ein angesehener Beruf… das sollte ungefähr die Gedanken meines 14jährigen selbst wiedergeben 😉 Ich war sehr naiv und habe mich überhaupt nicht gefragt, ob der Job mir überhaupt liegt und wie es nach der Lehre aussieht (Spoiler: Der Job lag mir nicht und nach der Lehre wurde es ätzend langweilig 😉). Erst nach dem Zivi (so ganz unnütz war der wohl nicht) ist mir klar geworden, dass ich das keine 40 Jahre aushalte. Aber vielleicht bin ich da auch speziell… und wo ich schon die „intellektuelle Herausforderung“ erwähnt hatte - die hat mir eben schon kurz nach der Lehre gefehlt.
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Zudem läuft der heutige Trend meines Erachtens nach eh zu einer Inflation in der Bildung hin. Wer macht heute als 16-jähriger mit Realschulabschluss noch eine Ausbildung? Heute ist Abitur Standard und nach dem Abitur muss mindestens ein Bachelorstudium obendrauf.
Nun, da ich selbst in einer beruflichen Schule unterrichte, kann ich dir versichern, dass es nicht so ist. (Zugegeben, in der Schweiz; hier ist die Maturaquote niedriger als in D, aber auch dort ist man von 100% Abiquote noch weit weg). Meine Schule ist voll von Schülerinnen und Schülern, die nach der Sek 1 eine Berufslehre machen. Nachdem diejenigen, die nach ihrem Abschluss in Richtung Hochschule wollen, in der Regel auch bei mir im Unterricht landen, kann ich auch dazu sagen, dass das der deutlich kleinere Teil der Absolventen ist. Die meisten suchen eine feste Stelle und haben keinen weiteren akademischen Ambitionen.
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Es geht in der Ausbildung doch nicht darum, neue Leute kennenzulernen, das ist doch keine Single-Börse. Ausbildung, wie Studium ist sehr zweckgebunden, mit dem Ziel des Erreichens und des Erwerbs von Qualifikationen und Kompetenzen.
Puh... das meinst du wirklich ernst, nicht wahr? Sorry für die Direktheit, das ist normalerweise gar nicht mein Part und ich meine es echt nicht böse, aber... wie um Himmels willen hast du studiert? Jetzt sag bitte nicht, dass du 10 Jahre in deinem Studierzimmer verbracht und deine Kommilitonen nur in Seminaren getroffen hast.
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Ich schreibe mit Surface und Pen in das eingescannte PDF und speichere es.
In einer BYOD Klasse würde ich das gleich mit dem OneNote Kursnotizbuch machen...
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Ich wusste nicht, dass wirklich Leute Angst vorm 3m-Brett haben. Ich galt eher schon als ängstlich, weil ich da keinen Köpper runter gemacht habe.
War bei mir auch so 😂 Getraut hab ich mich schon, aber immer mit den Füssen voran. Ich habe schon vom 1er böse Bauchklatscher hingelegt, vom 3er wollte ich das nicht riskieren 😉
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Danke, Philio ! Ich wusste nicht, wie ich das mit der „intellektuellen Herausforderung“ diplomatisch formuliert bekomme.

Hab auch lange überlegt 😉
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Ich behauptet, wenn man die "klassischen Konzepte" richtig umsetzt, sind sie automatisch kompetenzorientiert.
Neuer Wein in alten Schläuchen... ein bewährtes Konzept in der Pädagogik

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Vor ein paar Jahren habe ich mal einen Vortrag von einem Pädagogikdoktoranden zum Thema Kompetenzorientierung (sein Promotionsthema) gehört. Er wurde nach dem Vortrag gefragt, ob es Studien gäbe, die die Überlegenheit der Kompetenzorientierung gegenüber klassischeren Konzepten belegen. Nach kurzem Nachdenken verneinte er, sagte aber gleich in voller Überzeugung, dass es aber so sein muss.
Tja, der gute Mann ist offensichtlich kein Empiriker, eher so die Richtung a la Hilbert Meyer.
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Was das Thema Ausbildung angeht, da kann ich mich nur erneut MrsPace anschliessen.
Ich habe nach der Realschule selber eine (kaufmännische) Ausbildung gemacht, zu Beginn war ich 16. Alle anderen waren auch in der Altersklasse bzw. Leute mit Abi etwa 3 Jahre älter.
Du würdest mit Ü30 eine ganz andere Lebensrealität haben als deine Azubi-Kollegen und da Anknüpfungspunkte zu finden ist schwierig, glaub mir das. Mit Vorgesetzten und Mitarbeitern ist das auch so eine Sache - bedenke, dass du trotz deiner höheren Lebenserfahrung in der Hackordnung ganz unten bist. Und intellektuelle Herausforderungen wirst du, sehr vorsichtig gesagt, dort eher nicht finden.
Alles in allem denke ich nicht, dass es dir dort besser gehen würde als im Ref, eher das Gegenteil.
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Ich habe mir den Brother DCP-L3550CDW angeschafft, dass ist ein Farblaserdrucker mit Scanner, Einzelblatteinzug und Duplex. Ich bin mir dem Drucker sehr zufrieden. Aber klar, für neuen Toner muss man tief in die Tasche greifen - ich drucke jetzt aber nicht wahnsinnig viel, von daher rechne ich mit einem Austausch pro Jahr.
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(Fettsetzung im Zitat durch mich)
Ja, bitte! Das ist in der Oberstufe wirklich eine Katastrophe. Sicher ist das auch ein Grund, warum so viele SuS sich immer wieder verheddern. Ich übe das mit meinen SuS, aber irgendwie kommt das bei ihnen als das eben genannte "Piesaken" an.
Ja, das Untereinanderschreiben ist auch etwas, dass ich regelmässig einigen meinen Lernenden „neu“ beibringen muss. Oder dass Rechenschritte üblicherweise mit einem = verbunden werden. Dabei fällt mir auch auf, dass einigen scheinbar gar nicht klar ist, was „gleich“ überhaupt bedeutet. Kettenrechnungen sehe ich in erschreckender Regelmässigkeit ...
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Ich möchte mich den meisten Stimmen hier anschliessen. Weisst du Salzkristall, man kann es sich im Unglücklichsein auch ganz gemütlich einrichten - du darfst an dieser Stelle davon ausgehen, dass ich weiss, wovon ich rede. Da braucht es dann jemanden, der einem den Kopf zurechtrückt und einen Tritt in den Allerwertesten verpasst. Deshalb würde ich dir sehr empfehlen, auf die Ratschläge von MrsPace zu hören.
Gib den Plan mit der Ausbildung auf, das ist Unsinn. Du brauchst keinen Plan B. Mach dein Studium fertig, gehe ins Ref und ziehe es durch. Klar bist du dann ü30, aber daran lässt sich nun mal nichts ändern... und am Ende des Tages: who gives a shit?
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Was Arbeitstechniken angeht - es mag jetzt etwas altmodisch klingen, aber für Mathe gibt es eine altbewährte, simple und erfolgreiche Strategie: sich regelmässig auf seinen Allerwertesten setzen und Aufgaben lösen. Mit Betonung auf regelmässig. Die Lernenden, die das machen, verbessern sich meiner Beobachtung nach innerhalb kürzester Zeit merklich. Diejenigen, die meinen, dass der Nachmittag vor der Prüfung reicht, landen manchmal einen Glückstreffer, aber langfristig verbessert sich wenig - vor allem, weil immer neue Themen dazukommen und in einem Jahr ist ein Spiralcurriculum halt schwierig zu implementieren. Nach der Prüfung gilt meistens „auf wiedersehen in der Abschlussprüfung“.
Klar gibt es auch Fachbegriffe zu lernen, die sind aber in den meisten Fällen nicht das Problem.
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War in meiner Schulzeit ist, ist im Unterricht der Kollegen so und in meinem Unterricht auch. Wer ein wenig begabt ist in Mathe, hat in der Schule die 1 in dem Fach mehr oder weniger sicher, ja.
Das kann ich definitiv bestätigen, genau so ist es (in meinem Fall ist es natürlich die 6 😉).
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Die Realität scheint da mit der Theorie des Lehrplans nicht ganz deckungsgleich zu sein
Ja, das ist so. Ich habe mir mal den Lehrplan 21 in Mathe für die obligatorische Schulzeit angesehen... sagen wir mal so, wenn die Lernenden das alles tatsächlich können, könnten sie nach der Sek 1 mit 15 gleich an die Uni wechseln 😉
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Würde ich mitgehen, aus dem Bereich könnte man sicherlich vieles auf Schulniveau anbieten und ich finde es persönlich sehr spannend.
Ja, ich finde es auch sehr spannend. 😊
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Bezüglich der Lehrpläne muss ich für Mathe sagen, dass die Analysis in NRW sowas von oberflächlich behandelt wird, dass man sie auch gleich abschaffen könnte (wie in den USA).
Die Vektorrechnung ist auch sinnlos (die Themen scheinen da recht ähnlich zur Schweiz zu sein), aber ich muss sagen, dass sie für schwache Schüler eine Erleichterung ist. Hier hilft der Taschenrechner auch tatsächlich, zu meiner Schulzeit war die analytische Geometrie Gauß, Gauß, Gauß, das fand ich echt nervig. Ich fände mehr echte lineare Algebra auch sinnvoller, allerdings wäre die auch wieder abstrakter und vermutlich schwieriger für schwache Schüler.
Ja genau, Gauss hoch x, dass fand ich auch mega mühsam als Schüler. Erleichterung stimmt schon, aus Vektorgeometrie kann man halt mit „Buzzword-Matching“ einiges herausholen: „Ah, es kommt Ebene und Abstand vor, da könnte man vielleicht die HNF brauchen“ 😉
Wenn man über die kanonischen Themen nachdenkt und mal überlegt, was man sonst so machen könnte - wenn abstrakte Mathe, warum nicht einfache Zahlentheorie? Ich verwende einfache Aufgaben (die man durch Faktorisieren lösen kann) ab und zu mal als Rätsel und habe beobachtet, dass viele Lernende solche Aufgaben als spannend empfinden - vielleicht, weil sie oft schon wie Rätsel formuliert sind und die Problemstellung leicht verständlich ist.
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Ich kenne auch Leute, die jedes Übungsblatt für egal welches Seminar immer nur abgeschrieben haben. Das war doch immer schon so, dass auch solche Leute ihr Studium abgeschlossen haben.
Solche Leute kenne ich auch. Vielleicht ist das ja auch die Kunst - das Studium abzuschliessen, auch wenn man die Übungen nur abgeschrieben hat 😉 Irgendwann muss die Person ja die Inhalte doch verstanden haben und das muss ja dann doch einige Anstrengung gekostet haben.
Das ist für mich auch ein wichtiges Kriterium für die Studierfähigkeit - sich anstrengen können und vor allem auch wollen. Das sehe ich schon im Kleinen im Unterricht - inzwischen erkenne ich zuverlässig schon nach den ersten Unterrichtstagen, wer es schwer haben wird, den Abschluss zu schaffen. Das hat fast nie mit den aktuellen Fähigkeiten in Mathe zu tun, sondern fast ausschliesslich mit dem Willen, sich anzustrengen.
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Ich bin gespannt, was Du denkst. Ich unterrichte selbst ja Gesundheit, das sind wirklich sehr tolle Schafe.
Bin auch gespannt! Aber ich unterrichte selbst BM Gesundheit, auf die trifft auch das zu, was du über deine gesagt hast. 🙂
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