Beiträge von Philio

    auch im Westen war die Mengenlehre eine Zeitlang in.

    Unter anderem die Auswirkungen der Arbeiten der Bourbaki-Gruppe, die irgendwann auch ihren Weg an die Schule gefundenen hatten. Vieles an (übertriebener) Formalisierung hat sich in damaligen Lehrbüchern niedergeschlagen, unter anderem die von mir „heissgeliebten“ n-Tupel in der Stochastik. Dergleichen liest sich in neueren Schulbüchern zum Glück nicht mehr.

    Jetzt hätte ich fast geschrieben "ja, das ist so", stimmt aber gar nicht. Die WMS schliesst mit der Berufsmatura ab und die Fachmatura ist seit einiger Zeit der Berufsmatura gleichgestellt.

    Dass sie gleichgestellt sind, wusste ich... aber die WMS hatte ich nicht auf dem Schirm. Wahrscheinlich, weil es die in meinem Kanton nicht gibt :D

    Das Zeugnis der 9. Klasse zählt in der Schweiz auch nicht als "Abschluss". Es ist einfach ein Zeugnis, dass das Bestehen der 9. Klasse bescheinigt und je nach Niveau, in dem die 9. Klasse bestanden wurde, hat man dann die Möglichkeit eine Ausbildung anzufangen, an die Fachmittelschule oder ans Gymnasium zu gehen.

    Wenn ich so drüber nachdenke... Der einzige Schulabschluss in der Schweiz, den man nicht voraussetzungslos machen kann (von Noten und Aufnahmeprüfungen abgesehen), ist tatsächlich die Berufsmaturität (mir fällt jedenfalls kein anderer ein). Ohne eine mindestens dreijährige Ausbildung, die mit einem EFZ abschliesst, geht es nicht.

    Das klingt dann doch sehr heftig.

    Ich bin ein Arbeitstier- das habe ich bereits die letzten Jahre während meiner Promotion bewiesen. Nochmal will ich sowas nicht mehr durchmachen. Ich bin doch sehr am Zweifeln, ob ich den Direkteinstieg wagen soll. Vielleicht ist ein Referendariat besser geeignet und ich nehme im Kauf, dass ich zuerst wieder ein Hungerlohn haben werde.

    Es ist sicher kräftezehrend ja, aber nicht wie während der Promotion. Sehr viel hängt von den Rahmenbedingungen ab, da gehört auch ein bisschen Glück dazu … aber in unserem Job ist das so, vieles merkt man erst, wenn man etwas Zeit an einer Schule verbracht hat

    (…) viel Unterstützung von deinen Mentoren bekommst (und Unterrichtsmaterial) (…)

    Diesen Punkt kann man meiner Ansicht nach gar nicht genug betonen. Ich hatte das Glück, einen sehr guten und erfahrenen Mentor zu haben, mit dem ich mich gut verstanden habe. Er hat mir sein ganzes Material gegeben, mit mir die kommende Woche vor- und die vergangene nachbesprochen, mit mir gemeinsam Prüfungen erstellt und korrigiert und mir immer konstruktives Feedback gegeben, usw. Auch vom ganzen Team hatte ich immer Unterstützung, alle haben daran mitgearbeitet, dass ich meinen Unterricht und die Lehrerausbildung unter einen Hut bekomme und mir soweit möglich alles unnötige abgenommen, so dass ich mich auf das Wesentliche konzentrieren konnte.

    Sind bei Euch mehrere Lehrer mit einem Dr. Titel in Schulen tätig?

    Ja, unter anderem ich selbst. Ich arbeite auch an einer Burufsschule, bei uns sind mehrere Lehrpersonen promoviert. Vorher, direkt nach der Promotion, war ich auch ein paar Jahre in der Industrie und habe dort als Softwareentwickler gearbeitet. Ziemlich schnell habe ich aber erkannt, dass die Industrie so gar nichts für mich ist. Nachdem mir die Lehre an de Uni grossen Spass gemacht hatte, kamen mir die selben Gedanken wie dir - Direkteinstieg in BW. Ich hatte mich dann ein paar mal beworben, leider hat es nicht geklappt. Über ein paar Umwege habe ich dann meine aktuelle Stelle in der Schweiz gefunden und parallel dazu die Ausbildung zum Maturitätslehrer an def PH Thurgau gemacht. Rückblickend betrachtet, eine der besten Entscheidungen meines Lebens - ich habe den besten Job der Welt finde ich und die Arbeitsbedingungen sind super.

    Ein Wermustropfen für dich - Biologie ist nicht auf dem aktuellen Zulassungsraster für den Direkteinstieg in BW:

    https://lehrer-online-bw.de/site/pbs-bw-ne…ekteinstieg.pdf

    Wenn du wirklich Lehrerin werden willst, kann ich dir die Schweiz empfehlen. Leider ist Biologie auch hier nicht gerade gesucht - von allen Naturwissenschaften ist Biologie die mit den meisten Absolventen, deshalb gibt es hier wie überall am Arbeitsmarkt ein deutliches Überangebot an Bewerbern. Ich wünsche dir trotzdem viel Glück, falls du es versuchen willst.

    Und wenn du selbst informell an die Mathe- und Physikkollegen schreibst und fragst, ob sie dort etwas geplant haben? Wenn nicht, dann kannst du nicht viel erwarten... falls doch, sind sie eventuell in der gleichen Situation wie du. 🙂

    Das ist ja cool:top:

    Wie bist du darauf aufmerksam geworden, liest du regelmäßig Didaktikzeitschriften?

    Bisher nicht ganz so regelmässig... aber ich hatte den Newsletter vom Friedrich-Verlag abonniert, und in einem von denen war das mit den Brüchen drin. Das fand ich so gut, dass ich es aufgehoben habe. Inzwischen habe ich aber das Mathematik-Abo, da sind die digitalen Inhalte von Mathematik Lehren und von Mathematik 5-10 enthalten - und mir vorgenommen, da öfter mal drin zu stöbern 😊

    Ich lerne auch immer gerne neue Funktionen kennen. Als Elektrotechnikerin wird dir das sicher nicht schwer fallen. VBA ist sehr mächtig, vorallem wenn man mit den normalen excelfunktionen an die grenzen kommt. Man kann sehr gut mit Vektoren und Matrizen innerhalb von VBA arbeiten. Folgendes ist ein Auszug aus meiner Diplomarbeit. Diese Operationen sind in VBA nur wenige Zeilen Code.

    auszug1.pdf

    Ja, Excel kann vieles. Ich zeige zum Beispiel meinen Lernenden, wie man lineare Optimierung mit Excel machen kann. Wenn ich aber daran denke, dass man bis vor einigen Jahren durch einfache Multiplikation einen Overflow schaffen konnte, ohne dass Excel überhaupt eine Warnung von sich gab (keine Ahnung, ob es immer noch so ist, hab es schon länger nicht mehr probiert) bin ich schon ein bisschen skeptisch... Berechnungen, bei denen es um Leben und Tod geht, würde ich Excel jedenfalls eher nicht anvertrauen.

    Als Alternative zum Streichen einer Note bzw. zur Gewichtung mit Null würde ich gerne noch den Median als Entscheidungshilfe zur Gestaltung der Zeugnisnote erwähnen 😌 Eine wirklich deutlich schlechtere Note würde sich hier als „Ausreisser“ weniger stark auswirken als beim Durchschnitt.

    Mir ist eigentlich immer zu warm, auch wenn alle Fenster offen sind :) Ich trage deshalb nur ein Schicht Kleidung, ganz normal Pulli und Hose, nichts spezielles. Auch im Winter.

    Ich würde meinen, so grundsätzlich sind das weniger Unterschiede zwischen früher und jetzt sonder mehr die Unterschiede zwischen Menschen allgemein.

    Gefahr hin oder her, aber die Vorstellung, einer Frau näher zu kommen, die vor meiner Wohnungstüre steht und die ich im „realen Leben“ zuvor noch nie gesehen habe, ist für mich völlig absurd. Ich brauche dafür ein Vertrauensverhältnis, und das ergibt sich nicht über Scoial Media, dafür muss ich jemanden in echt ein paar mal treffen. Wenn ich übrigens für ein erstes Date mit einer Unbekannten gleich in die andere Wohnung eigeladen würde, fände ich das gleichermassen verstörend und würde da sicher die Reissleine ziehen.

    Das ist jetzt ein bisschen OT, aber allgemein ist es meine Theorie (auch durch meine eigene Erfahrung als Seiteneinsteiger), dass die Chance auf einen gelungen Seiteneinstig mit der Schulstufe steigt, denn je höher diese und damit das Alter der Lernenden ist, um so mehr kann man sich auf die fachliche Vermittlung konzentrieren und die pdagogische Arbeit nebenbei in der Praxis lernen (denn das ist meiner Ansicht nach die eigentliche Hürde für einen Einsteiger, nicht das Fachliche). Deshalb würde ich einen Seiteneinstieg in der Grundschule besonders kritisch hinterfragen.

    Zu spezifischen Fragen bezüglich NRW kann ich nichts sagen, aber als jemand, der selbst an einer Berufsschule unterrichtet, sehe ich jemanden mit deinem Hintergrund als natürlichen Kandidaten für eine Berufsschule. Ich würde empfehlen, dass du eine Hospitation an einer Berufsschule noch als erste Prio nimmst. Und ja, ich würde dir ein Praktikum dringend empfehlen, denn deine Vorstellungen kommen ersichtlich aus deinem Erleben als Schüler (und sind bezüglich der Berufsschule auch falsch). Das hat mit dem Arbeitsalltag eines Lehrers nullkommagarnichts zu tun.

    insofern fand ich den Ansatz, erstmal für eine Nacht zu schauen und DANN zu überlegen, ob auch darüber hinaus was gehen könnte, immer recht pragmatisch und aufrichtig 😄 Seit Corona habe ich allerdings auch alles in der Richtung eingestellt.

    Tja, so unterschiedlich sind Menschen 😀 Ich würde genau andersherum vorgehen... wenn ich abgesehen von den üblichen Banalitäten über nichts reden kann und das Gegenüber nicht auf meiner Wellenlänge ist, kann ich auf die Nacht auch verzichten. Wenn mich z. B. jemand nicht mal zum Lachen gebracht hat und umgekehrt, ist alles weitere sinnlos.

    Edit: Mit Kinderwunsch und Familienplanung sollte man grundsätzlich nicht in die Kennenlernphase einsteigen 😉

    Ich habe seit einem Jahr einen Account bei Parship und da hat sich nichts ergeben (erwartungsgemäss, wenn man sich die Statistiken ansieht). Treffen gab es, aber die waren schon im voraus nicht erfolgsversprechend, aber ich bin trotzdem hin um zu sehen, wie das so läuft. Besonders enttäuscht war ich nicht, denn viel hatte ich auch nicht erwartet. Ich bin nach wie vor Fan von Begegnungen im realen Leben und wenn das seine Zeit dauert, dann dauert das seine Zeit. Von Tinder etc. halte ich nicht so viel, habe ich einmal installiert und nach 10 Minuten wieder gelöscht... ich bin grundsätzlich ein Beziehungstyp, die meisten auf Tinder suchen eher „unkomplizierte Treffen“ - das ist nicht und war nie mein Ding.

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