Beiträge von Tayfun Pempelfort


    Ich verstehe gar nicht, was es bedeuten soll, dass wir mit dem Onlineunterricht/Fernunterricht/Distanzunterricht weiter vorankommen und ihn ausbauen sollen. Soll denn künftig immer ein Teil des Unterrichts auf diese Weise realisiert werden? Wieso? Wozu? Welche Vorteile soll das haben, außer dass wir das von zuhause aus machen können und nicht zur Schule kommen müssen?

    Das dürfte ebenso wie die Hausordnung im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben im Ausgestaltungsspielraum der Schule liegen.


    Solange dem nicht ein Gesetz (oder eine höherrangigen Verordnung o.Ä.) entgegensteht, das eine Maskenpflicht verbietet - es gibt ja meines wissens nur solche, die Masken nicht generell vorschreiben - ist die Anordnung m.E. in Ordnung.


    Der erste Satz ist aber sehr vage. Dürfte eine Schule/Schulleitung dann im Rahmen ihrer Hausordnung auch verlagen, dass männliche Lehrer in Röcken zur Schule kommen oder weibliche nur mit Kurzhaarfrisur oder im Sommer bitte niemand mit Sandaletten? Ich meine, beschließen/fordern/wünschen kann man ja viel, aber ob man sich "rechtskräftig daran halten muss", ist schon wieder eine andere Frage.


    Ich denke auch wie "samu", dass Ausgestaltungsspielraum und Hausordnung nicht alles rechtfertigen können, aber wie weit das gehen kann, weiß ich nicht.

    Das ist interessant. 4 medizinische Fachgesellschaften fordern die komplette Öffnung der Schulen. U.A. begründen sie es so:



    Man sollte meinen, dass medizinische Fachgesellschaften, noch dazu 4-e an der Zahl, Ahnung haben, wovon sie reden. Allerdings ohne Klein(st)gruppen, Abstandhalten und Mund-Nase-Schutz ?


    Ich glaube, damit machen sie sich ziemlich unbeliebt (hier).


    Wahrscheinlich wurde deine Frage schon beantwortet. Es war jetzt zu lesen, dass medikamentös gut eingestellte Asthmatiker kein höheres Corona-Risiko haben als Otto Normalverbraucher. Du kannst also beruhigt sein, je nachdem ...


    Man findet es unter anderem hier:

    https://www.welt.de/vermischte…mmerferien-ins-Spiel.html


    Ich brauche da noch ein wenig, um mir eine vollständige Meinung darüber zu bilden.


    Das hatten wir ja auch schon mal hier vor kurzer Zeit. Anscheinend ist dieser Vorschlag inzwischen "oben" angekommen.


    SIEHE: Sollte das Schuljahr wegen Corona verlängert werden?


    Ich hoffe, sie machen das nicht. Eine Verschiebung um 2-4 Wochen hingegen fände ich akzeptabel.


    Ah, danke für die Präzisierung (wobei ich "IMHO" nicht verstehe, aber egal ...).


    Ich kann auch präzisieren:


    Zitat

    In mehreren Bundesländern soll der Unterricht für die Abschlussklassen der Jahrgänge 10 und 12 beziehungsweise 13 schon am 27. April wieder beginnen. Konkret planen Berlin, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern, den Schulbetrieb eingeschränkt vor dem 4. Mai wieder aufzunehmen. In Sachsen soll der Unterricht für die Abiturienten schon kommenden Montag losgehen. In Berlin beginnen die Abi-Prüfungen wie geplant bereits am kommenden Montag, in Schleswig-Holstein am Dienstag.


    https://www.n-tv.de/panorama/0…ril--article21626512.html


    Da ja auch ab dem 04.05. nicht gleich alle kommen sollen, finde ich die Aussage, die man jetzt überall liest bzw. gestern las, dass die Schulen bundesweit am 04.05. öffnen, aber doch eher bereits wieder hinfällig.

    Die scheinbare bundesweite Einheitlichkeit bzgl. der Schulöffnungen ist ja dann wohl doch ein Trugschluss.


    Es hieß heute groß und alle Medien vermeldeten es, die Schulen öffnen ab dem 04.05. wieder schrittweise. Ok, ist es halt so, dachte ich mir. Jetzt lese ich, in NRW und Sachsen (?) aber schon kommenden Montag, also am 20.04. und in Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz schon übernächsten Montag, also am 27.04. Wer weiß, wer noch ausschert und früher öffnet?!? Da hätte man sich ja diese Verkündung vom 04.05. in den Medien ja eigentlich auch sparen und gleich sagen können, jedes Bundesland regelt die Schulöffnungen alleine.


    Hier weitere interessante Aussagen.



    Das Zitierte klingt für mich eigentlich ganz plausibel.

    Pragmatisch? Vielleicht weil du jünger bist?


    Ich war auch pragmatisch, bis ich im Gespräch mit einer Kollegin (auch sie gehört zu den immer Schaffenden, sie sprach mich unmittelbar vor der Schuschĺießung an) bemerkt habe, dass wir beide bereits höheres Risiko haben (nicht unbedingt zu sterben, aber schwere Verläufe mit langer Beatmung und evtl. Langzeitfolgen gibt es bereits häufiger ab Mitte 50, Zahlen dazu schwanken ja, es wird über spezielle Reha für diese Gruppe gesprochen ).


    Es ist immer leicht, pragmatisch zu sein, wenn man glaubt, nicht unmittelbar betroffen zu sein. Es mag für dich nicht zutreffend sein (ich kenne dich ja nicht), es ist mir in den letzten Wochen aber aufgefallen.


    Nein, ich meine, dass Risikogruppen zu Hause bleiben sollen. Ich zähle nur eben Menschen ab 60 (also bis zum Renteneintritt) angesichts der zitierten Zahlen noch nicht so sehr dazu.


    Edit: Jetzt habe ich gerade die Verwarnung gesehen. Na dann äußere ich mich hier mal lieber nicht weiter zu diesem Thema.

    Brauchst ja nur nachzurechnen. Angenommen, du hast in einem Kollegium 25 Leute Ü60. Ist in einem großen Kollegium jetzt nicht so ungewöhnlich. Angenommen, die infizieren sich alle, trifft es bei einem Risiko von 4% halt einen. Ob das jetzt verhältnismäßig ist?


    Rund 4% (waren es nicht 3,3%) von 25 Personen? Ja, dann wäre es einer. Klar, sobald es jemanden konkret betrifft, den man kennt, sieht alles schon wieder ganz anders aus. So ist das halt mit der Statistik. Aber sollen 96% dauerhaft oder langfristig nicht mehr arbeiten gehen, weil rund 4% ein Sterberisiko haben, WENN sie sich anstecken (diese 2. Bedingung muss ja auch noch erfüllt sein, denn es sind ja jetzt nicht 4% aller Leute in den 60ern, die wegen Corona sterben, sondern rund 4% der Infizierten in den 60ern). Wer macht dann die Arbeit, wenn alle über 60 nicht mehr arbeiten? Wer bezahlt deren Gehalt/Lohn und wovon?


    Ja, wahrscheinlich spielt es jetzt eine große Rolle, wie man dem ganzen Thema gegenübersteht. Wie anderswo jemand schrieb, gäbe es in seinem Kollegium die panischen und die pragmatischen. Ich gehöre garantiert nicht zu den panischen. Weiß auch nicht, warum. Ist einfach so.

    Bei Beschränkung auf die Kernfächer wüsste ich aber gern mal, was denn meine Kollegen mit Nicht-Kernfächern machen. Vor den Osterferien hat meine Klasse nämlich fast nur von Hauptfachlehrern Material und Fernunterricht erhalten, die Nebenfächler waren, dezent gesagt, weitgehend in der Versenkung verschwunden.


    Gute Frage! Vielleicht können die ja auch fachfremd was anderes machen? Vielleicht müssen die dann mehr in die Notbetreuung? Wir können ja mal Ideen sammeln.


    Im Gegensatz zu meinen Fachkollegen habe ich auch für Sport praktische Aufgaben herausgegeben.

    Wenn nun nur die Hauptfächer unterrichtet werden sollen, könnte ich mir vorstellen z.B. im Gesundheitsamt auszuhelfen.


    Respekt! Ich glaube, dazu sind nur wenige bereit.

    @ Titel geändert, hoffe, jetzt fühlt sich jede Sichtweise berücksichtigt. ;-)


    Hier erstmal zwei Ergänzungen. Die Leopoldina, das sind doch die, die die (ups, 3 x die) Bundesregierung beraten, empfehlen wohl auch rasche Schulöffnungen. Ich schreibe "wohl", weil die Aussagen sich da im Artikel widersprechen. Erst "so bald wie möglich", dann "nur sehr eingeschränkt", naja, dann wohl "so bald als möglich sehr eingeschränkt". Es geht vor allem darum, dass man kleinen Kindern nicht zutraut, sich an Abstandsregeln und Hygienevorschriften (Masken?) zu halten bzw. dies durchzusetzen. Ich übrigens auch nicht.


    Hier nachzulesen: https://www.gmx.net/magazine/n…moeglich-oeffnen-34610250


    Bei uns in Sachsen-Anhalt klingt das eigentlich recht ausgewogen. Da finde ich eigentlich fast alles zitierenswert (für die, die es nicht öffnen können, das hatten wir ja schon).



    Die Klassen in zwei Gruppen zu teilen, würde mir ja gefallen. Gegen Unterricht im Schichtsystem, also vormittags und nachmittags, hätte ich nicht so viel, WENN das nicht dann jeweils beides ich machen soll, also in allen meinen Klassen und in allen meinen Fächern. Wahrscheinlich muss man dann irgendwie auch die Stundentafel für die Schüler reduzieren, indem man sich erstmal auf die sogenannten Kernfächer beschränkt. Wir Lehrer können ja nun nicht doppelt so viele Stunden abhalten und woher will man sonst die Lehrer dafür nehmen, wenn es eh schon keine gibt?

    Aus Hessen lese ich dies. Ein vorübergehender Schichtbetrieb ist ja derzeit in aller Munde.



    Bei einer Aufteilung der Klassen in Gruppen bekämen wir im Nebeneffekt endlich die gewünschten kleineren Klassen. ;-) Aber wie soll der Unterricht abgedeckt werden, wenn man dann jede Klasse in 2 Gruppen unterrichten soll?

    Sachsen wird wohl das erste Bundesland sein, dass seine Schulen nach den Osterferien wieder öffnet.


    Was spricht dafür, was spricht dagegen? Unter welchen Bedingungen kann das verantwortet werden?


    Bei uns zählen auch alle ab 60 als Risikogruppe. Hoffentlich stellen sich da nicht ein paar Übereifrige dagegen. Ich finde es völlig in Ordnung, dass man hier lieber vorsichtig ist.


    Warum übereifrig? Es geht doch auch um Realismus und Verhältnismäßigkeit. Ab 60 finde ich mit den neuen Zahlen nicht mehr gerechtfertigt (siehe auch Heinsbergstudie).


    Wer soll denn die Arbeit machen, wenn alle zuhause bleiben? Ab 50 ist das Risiko 1,2 % (satt 3,3% ab 60). Sollten denn dann sicherheitshalber und vorsichtshalber nicht auch alle ab 50 zuhause bleiben? (Selbst das habe ich schon gelesen.)

    Auch in Schweden sind nicht alle Schulen offen, nur Schulen der Klassen 1-9. Darüber hinaus gibt es online-Unterricht. Auch die Universitäten sind geschlossen. Herr Tegnell ist - auch in Schweden selbst - nicht unumstritten und es regt sich zunehmend Protest gegen die gewählte Vorgehensweise im Land. Auch bei angesehenen schwedischen Wissenschaftlern. Daneben sollte man berücksichtigen, dass Schweden, abgesehen von einigen größeren Städten, wesentlich lockerer besiedelt ist als z.B. Deutschland. Schweden: 21 Einwohner pro Quadratkilomenter, Deutschland 229 Einwohner auf derselben Fläche. Die durchschnittliche Klassengröße in Schweden beträgt ca. 20 Schüler. Zum Vergleich: hessische Gymnasien 2012 im Schnitt 26 Schüler pro Klasse. In den schwedischen Vorschulen kommen auf einen Erzieher 5,2 Schüler. Die Schule einer Freundin hat einen Austausch mit einem Gymnasium im ländlichen Schweden - da besteht die gesamte (!) Klassenstufe 10-12, die dort Gymnasium heißt, gerade einmal aus 120 Schülern. Das sind ganz andere Voraussetzungen als an vielen unserer Klassenzimmer, die eher besseren Legebatterien ähneln. Finnland, das ähnliche Bedingungen wie Schweden hat, hat übrigens die Schulen geschlossen. Die Frage "Wie kann man da in Deutschland noch Schulschließungen rechtfertigen, wenn Schweden sie offen lässt?" stellt sich für mich nicht. Das ist z.T. Äpfel mit Birnen vergleichen.


    Eigentlich widersprichst du dir aber selbst. Du meinst, Deutschland und Schweden zu vergleichen, sei Äpfel mit Birnen zu vergleichen (z.T.), weil z.B. in einer schwedischen Schulklasse durchschnittliche 20 Kinder sitzen und in einer hessischen Gymnasialklasse durchschnittlich 26. Und das soll für die Ansteckungsgefahr in einer Klasse relevant sein, dass da nur 20 Kinder sitzen und nicht 26?


    Dass Schweden insgesamt dünner besiedelt ist, weil weite Flächen wahrscheinlich kaum oder gar nicht besiedelt sind, nützt doch aber den Menschen in Stockholm nichts bzgl. Corona und macht sie nicht weniger anfällig. Andererseits gibt es auch dünnbesiedelte Regionen in Deutschland. ...


    Aber vor allem begründest du, warum sich Schweden diesen Sonderweg leisten kann und dann schreibst du, dass Finnland ähnliche Bedingungen hat, aber Finnland geht einen anderen Weg. Dann liegt es doch aber gar nicht an den unterschiedlichen Bedingungen (zu Deutschland) bzw. an den ähnlichen Bedingungen (zu Finnland). Also deine ganze Argumentation ist nicht stimmig, finde ich.

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