Klar, auch ne E-Autobatterie bringt einen nicht in den Winter, aber einfach 60kwh ins Hausnetz einzustöpseln ist schon top.
Das Problem beim bidirektionalen Laden mittels E-Auto sehe ich aktuell in der Verfügbarkeit der Fahrzeuge. Bei manchen Fahrzeugen würde es mit dem bidirektionalen Laden Sinn machen sich so ein Auto zu kaufen und es als reine Pufferbatterie in den Carport zu stellen ohne das Fahrzeug je anzumelden und zu fahren. Manche E-Autos sind bezogen auf ihre Akku-Kapazität günstiger als die Batteriespeicher, die man sich in den Keller stellen kann.
Dann würden die Lieferzeiten für die E-Autos ja noch länger. 
Das ist genau das gleiche Theater wie das um die 22kW Wallboxen. Warum bringt VW wohl kein E-Auto, das mit 22kW geladen werden kann? Weil dann alle auf einmal nach 22kW Wallboxen schreien würden und ersichtlich wird, daß die Energieversorger im Niederspannungsnetz (230/400V) mit ihren Kapazitäten von vorne bis hinten nicht mehr hinkommen und das bundesweit.
Da sehe ich eh das größte Problem für die erneuerbaren Energien. Die Hochspannungsstromtrassen von Schleswig-Holstein nach Bayern sind vergleichsweise schnell gebaut. Aber die komplette Infrastruktur in der Bundesrepublik zu ertüchtigen im Mittel- und speziell im Niederspannungsbereich in wirklich jeder Straße, da sehe ich die eigentliche Mammutaufgabe.
Zu den 22kW Wallboxen: Als mein Onkel vor einigen Jahren Geburtstag hatte, berichtete sein Bruder davon, daß er sich einen Renault Zoe gekauft hatte. Den damaligen Zoe konnte man noch mit 43kW laden. Also fragte er beim Elektriker eine 43kW Wallbox für seine Garage an. Der Elektriker beschied ihm, daß dies nicht möglich sei und er sicher eine 11kW Wallbox haben könne, unter Umständen evtl. eine 22kW Wallbox, die dann aber vorher beantragt werden müsse mit dem Risiko der Ablehnung durch den Energieversorger (EVU). Der EVU beschied die Anfrage positiv: "Ihr 10kV Trafo im Wohngebiet kann maximal vier 22kW Wallboxen händeln, noch hat niemand so eine Wallbox angemeldet, geht also." Also nur maximal vier 22kW Wallboxen für ca. 100 Häuser. 
Als ich dies gehört habe, bin ich am nächsten Tag zum EVU und habe selber so eine 22kW Wallbox beantragt, obwohl ich gar kein Elektroauto hatte. Der EVU antwortete: "Bei ihnen in der Siedlung können vier 22kW Wallboxen angeschlossen werden. Eine Box ist bereits in Betrieb, verbleiben also drei mögliche Boxen. Sie können anschließen. Antrag genehmigt." Entsprechend habe ich dann auch sofort die 22kW Wallbox an die Wand genagelt.
Ich habe aufgrund der Abendschule und dem Vormittagseinsatz am darauf folgenden Tag einmal pro Woche das Problem, daß ich die 22kW Ladeleistung wirklich brauche. Ansonsten würde mir auch eine 11kW Wallbox locker reichen. Am Wochenende ist gar die Überschußlandung aus der PV-Anlage kein Problem.
Was meint Ihr, was wohl passiert, wenn in naher Zukunft massenhaft E-Autos in den Markt gedrückt würden, die 22kW laden können und dann reihenweise Absagen von den EVUs kommen, weil die Netze das nicht hergeben.