Beiträge von plattyplus

    Solche dringenden betrieblichen Belange (nicht verwechseln mit "zwingenden"!) sind bereits erfüllt, wenn z.B. die "Auftragslage die Anwesenheit des AN erfordert" oder wenn durch Ausfälle erheblicher Vertretungsbedarf entstünde.

    Und auch bei so einer Urlaubssperre muß der Personalrat zustimmen. Wenn der sich quer stellt, wird es interessant, wie der Fall aus Freiburg zeigt.

    --> https://rostock.verdi.de/++file++59425e…Schule_endg.pdf

    Nachtrag:

    Auch interessant dazu:

    "Grundsätzlich liegt die Verantwortung jedoch beim Arbeitgeber. Durch seine Planung hat er sicherzustellen, dass der Mitarbeiter Urlaub zum Wunschtermin nehmen kann. Chronischer Personalmangel ist also kein Grund, denn darauf müsste der Chef frühzeitig mit Neueinstellungen reagieren."

    Quelle: https://www.wirtschaftsforum.de/tipps/aus-dies…erhaengt-werden

    Der Arbeitgeber muß also genug Lehrkräfte einstellen, um auch einen reibungslosen Betrieb sicherstellen zu können, wenn Kollegen während der Unterrichtszeit Urlaub einreichen, zumal es da ja nicht um Lastspitzen geht wie beim Ernteeinsatz.

    Oder:

    https://www.dgbrechtsschutz.de/ratgeber/schwe…etails/anzeige/

    Zitat daraus: "Im Zweifel muss der Arbeitgeber beweisen, dass ein solcher Grund auch vorliegt. Das allein reicht aber für eine Ablehnung auch noch nicht aus. Maßgeblich ist darüber hinaus, ob der Arbeitgeber durch „eine sachgerechte Organisation der Betriebsabläufe“ dem Urlaubswunsch nicht doch hätte nachkommen können. Niemand kann zwar einem Unternehmen vorschreiben, wie er seinen Betrieb organisiert. Wenn er aber etwa die Personalstärke seines Unternehmens „auf Kante näht“, muss er die Nachteile, die sich daraus ergeben, schon hinnehmen."

    Bei uns Lehrern wird ja nun wirklich mehr als nur "auf Kante genäht".

    Die Ferien sind der einzige wirklich “Perk“, den unser Job noch hat. Als Lehrer bekommt man keinen ergonomischen Bürostuhl für zu Hause, ein 3000 Euro Thinkpad, einen Gympass oder ähnliches gestellt. Überdimensional ist das Gehalt auch nicht. Warum soll ich dann auch noch auf den einzigen Luxus, die vielen Ferien verzichten.


    Wenn ich 30 Tage Urlaub einreichen soll, dann aber bitte außerhalb der Ferien. Dann könnten wir drüber reden. Aber 30 Tage IN DEN FERIEN?! Die Hölle. Da wäre ich SOFORT weg.

    Auch da hilft wieder ein Blick ins Arbeitsrecht. Dem Arbeitgeber steht es zu bis zu 3/5 der Urlaubszeit als Betriebsurlaub fest vorzugeben. Die verbleibenden 2/5 hingegen stehen in der alleinigen Verfügungsgewalt des Arbeitnehmers. Also von unseren 30 Tagen müßte jeder Arbeitnehmer 12 Tage wirklich frei nehmen können, eben auch während der Unterrichtszeit.

    --> Beschluß des Bundesarbeitsgerichts vom 28.07.1981, 1 ABR 79/79

    Ok, Höcke ist relativ bekannt. Welcher Erkenntnisgewinn soll denn hinter dieser Beobachtung lauern?

    Vielleicht der, dass andere Politiker auch mal in der Öffentlichkeit präsenter auftreten sollten?

    Olaf Scholz z.B. höre ich aktuell nur als (Zitat:) „Standuhr“ in der Kanzler-WG im WDR-Radio und in den Nachrichten aus den Nachwehen der Cum-Ex Geschäfte und deren gerichtlicher Aufarbeitung.

    Ratatouille :grimmig:

    Mal gut, daß ich nicht in Hessen wohne. Wir bieten vom Sportverein eine Segelflug-AG für alle örtlichen Sek 2-Schulen an. Also im Winter wird an den Segelflugzeugen geschraubt und geputzt und im Sommer geflogen, mit den Schülern höchstpersönlich am Steuerknüppel. Das wäre also ein unmittelbar auf den Körper einwirkender Luftsport (eben kein Modellflugzeug bei dem der Schüler mit einer Fernbedienung am Boden steht) und damit komplett verboten.

    Was dem „Fußvolk“ jedoch sauer aufstößt, ist die nicht notwendige Vermehrung von Aufgaben durch Kollegen, die sich mit supertollen, öffentlichkeitswirksamen Projekten befördern lassen.

    Was bei uns auch sauer aufstößt ist das System, dass einige Kollegen gewisse Aufgaben nicht mehr machen müssen (z.B. Klassenlehrer), weil sie in der Vergangenheit gezeigt haben, dass sie diese Aufgaben nur sehr unzuverlässig erfüllen und bereits Monate zuvor damit drohen, dass sie sich im entsprechenden Zeitraum krankmelden werden: „Ich will in keiner Abschlussklasse eingesetzt werden. Wenn ihr mich doch dort einsetzt, werde ich (in 7 Monaten) bei der Abgabe der Prüfungsvorschläge krank sein. Ich erstelle keine Prüfung!“

    Und das Schlimme: Diese Kollegen kommen mit ihrer Verweigerungshaltung durch und andere sind dafür gleich Klassenlehrer von vier Klassen und müssen für zwei Abschlussklassen Prüfungsvorschläge einreichen.

    Ich frage mich gerade, ob man mit Schülern (Alter 16+) einen Hochseilgarten besuchen sollte? Oder gibt das auch Probleme mit der Aufsicht, denn es könnte ja jemand auf die Idee kommen oben beim Klettern den Sicherungsgurt zu öffnen.

    Muß, auch wenn der Kletterpark von einem offiziellen Veranstalter betrieben wird, die mitfahrende Lehrkraft entsprechende Kletterzertifikate vom Deutschen Alpenverein vorweisen können?

    Just my 2 Cent: ein Schulleiter sollte auch selbst im Unterricht sein.

    Also ich hatte schon zwei Schulleiter, die mittels Ermäßigungsstunden ihre eigene Unterrichtsverpflichtung auf null reduziert hatten. Die SL entscheidet ja darüber wer welche Ermäßigungen bekommt…

    Was ich aber viel nerviger finde ist eine SL im Home Office, wenn man dann Unterschritten für Abgangszeugnisse benötigt, weil der Ausbildungsbetrieb dem Azubi in der Probezeit gekündigt hat, oder schnelle Entscheidungen gefragt sind.

    Du siehst, Du öffnest mit Deinem Vorschlag das Tor zur Hölle, weshalb die Arbeitgebe Euch am ausgestreckten Arm verhungern lassen würden.

    Was die GEW für mich attraktiv machen würde, wenn ich deren Pressemitteilungen lese:

    • Wir kämpfen für eine Umsetzung der EU-Arbeitszeitrichtlinie auch im Schulbetrieb
      • Pause heißt Pause auch für die Lehrkräfte... und eben nicht, daß zwischendurch laufend Schüler was wollen
      • Gegen die Entgrenzung der Arbeitszeit auf Klassenfahrten
      • Bei späten Elternabenden oder sonstigen Schulveranstaltungen sind Nacht- und Wochenendzuschläge zu zahlen (nachts und samstags: 20%, sonntags 25%)
    • Durchsetzung der Arbeitszeiterfassung und Begrenzung der Arbeitszeit auf 41 Stunden
    • Lohnabschlüsse nicht unter der Inflationsrate, mit entsprechend höheren Forderungen starten
    • Übernahme der Lehrmittelkosten durch das Land (Schulbücher der Lehrer, digitale Entdgeräte, ...)

    Nur irgendwie lese ich solche Themen nicht einmal auf der Presseseite der Gewerkschaft. Stattdessen will sie in der Politik mitspielen. Was hat die Kindergrundsicherung mit der Arbeitnehmervertretung der Lehrer zutun?

    Könnte es eventuell darauf hinaus laufen, dass Ihr ein Jahr später immer noch keinen Abschluss habt, währen alle anderen Lehrer schon 8% mehr in der Tüte haben?

    Es könnte zweifellos sein, daß sich das am Anfang etwas länger hinziehen wird. Aber langfristig zahlt sich die IG Metall aus.

    --> https://oeffentlicher-dienst.info/vergleich/entwicklung1/

    Allein wenn man sich die Pressemitteilungen der GEW und der IG Metall ansieht, erkennt man, daß die IG Metall für ihre Mitglieder eintritt, hier z.B.:

    --> https://www.igmetall.de/tarif/tarifrun…tarifrunde-2023

    So etwas sehe ich bei der GEW nicht einmal ansatzweise. Ich sehe nicht einmal die Mahnung an die Arbeitgeber gerichtet, daß man mit der allgemeinen Gehaltsentwicklung mithalten muß, um nicht noch weiter bei der Arbeitskräftegewinnung hinten runter zu fallen. Stattdessen finde ich bei den Pressemitteilungen der GEW die Themen Digitalpakt, Kindergrundsicherung und Bildungswende. Das mögen alles politisch wichtige Themen sein, aber mit einer Gewerkschaft, die die Lehrer vertritt, hat das rein gar nichts zutun.

    Der Unterschied von PC-Rechenprogramm und Taschenrechner ist jetzt nicht gravierend. Und ich traue es einem > 18 Jährigen durchaus zu, nach der Schule (wo mit Laptops usw. gerechnet wurde) den Umgang mit einem Taschenrechner zu lernen.

    Dem wage ich zu widersprechen. Manche meiner Schüler verzweifeln schon daran große Zahlen in den Taschenrechner einzugeben. Aus 1.320.000 wird dann: "Eins, Punkt, drei, zwei null, Punkt .... Der Taschenrechner muß kaputt sein, der nimmt den zweiten Punkt nicht an!"

    Darauf angesprochen wie viel schneller man die Aufgaben lösen kann, wenn man einen Zwischenwert im Taschenrechner in den Speicher pakt und einfach immer wieder aufruft, ernte ich regelmäßig von kompletten Klassen Unverständnis auf ganzer Linie. Da sitzen 17-19 jährige vor mir und den Speicher im Taschenrechner hat durch die Bank noch niemand von denen je benutzt.

    Jetzt wird das Eis aber ganz dünn.

    Wieso? Meine Frau bringt als staatlich geprüfte Technikerin in der Wirtschaft ein Bruttogehalt nach Hause, das durchaus mit meinen A14 Bezügen vergleichbar ist. Netto bleibt mir davon etwas mehr, weil die Pensionsansprüche höher sind als ihre Rentenansprüche. Sie muß etwas mehr für die betriebliche & private Altersvorsorge zurücklegen. Ansonsten ist das monatliche Netto nach Krankenkasse aktuell ebenfalls vergleichbar, da ich durch die GKV entsprechend massive Abzüge habe.

    Also so extrem gut zahlt der Staat da nicht, wenn man bedenkt, daß man den Techniker schon mit 21 Jahren in der Tasche haben kann, wohingegen das Studium fürs Lehramt BK inkl. der Pflichtpraktika etc. dazu führt, daß man mindestens bis zum 27. Lebensjahr kein reguläres Einkommen hat.

    Wie an anderer Stelle schon gesagt wünschte ich mir, daß die IG Metall die Tarife für die technischen BKs aushandeln würde und keine GEW, die sich nicht ihren Mitgliedern verpflichtet fühlt sondern Politik machen will.

    Der 0815-IT-Support arbeitet im Vergleich doch etwas bescheidener.

    Der normale IT-Supporter ist aber auch ein gelernter Fachinformatiker (Ausbildungsberuf). Für den Schuldienst wird aber ein Masterstudium und zusätzlich noch ein 2. Staatsexamen verlangt. Da muß dann auch die Bezahlung deutlich höher sein, allein schon weil die Mitarbeiter durch ihr unbezahltes Studium über zieg Jahre auf ein Einkommen verzichtet haben und diese Jahre im Sinne des Lebenseinkommens erst einmal wieder aufholen müssen.

Werbung