Beiträge von plattyplus

    Und plattyplus hat absolut Recht: die Schulleitungen kennen sich alle untereinander und scheuen sich nicht, sich über sich auszutauschen. Die Welt der Berufsschulen ist doch ziemlich klein. Das kann unter Umständen nach hinten los gehen.

    Konkret war es bei mir nach dem 2. Sta Ex so, daß ich trotz Mangelfach 1,5 Jahre auf Hartz 4 war und ich überall bei den Bewerbungsgesprächen zu hören bekommen habe: "Wir haben mit ihrer alten Schulleitung telefoniert, ..." Da war mir dann immer schon klar, daß es sowieso wieder eine Absage geben wird, trotz Mangelfach und originärer Ausbildung und allem.

    An der Schule, die mich am Ende genommen hat, hieß es von Seiten der SL: "Ich habe mir ihrer ehemaligen Schulleiterin telefoniert, was sie mir über sie berichtet hat, kann nur aus Böshaftigkeit formuliert worden sein, so schlimm geht gar nicht. Sie sind eingestellt." :staun:

    Ich habe mich irgendwie gefühlt wie TED bei seiner Beförderung:
    --> https://www.youtube.com/watch?v=xaziFptLoY8 :pirat:
    Und ja, dann ist auch der Nachteil "ländliche Schule" und langer Schulweg keiner mehr. Nach so einer Nummer bleibt man dann dort.


    Bei uns kam z.B. auch einmal die Idee auf, ob wir nicht einen Verwaltungsfachwirt einstellen könnten, der nichts anderes macht als für alle Schüler die Fehlzeiten zu verwalten. Der sollte sein eigenes Büro bekommen und sich dann um die Atteste und Beurlaubungen etc. kümmern. Wir würden auch entsprechend Ermäßigungsstunden im Kollegium sammeln oder ggf. Mehrarbeit leisten, um diesen ganzen Verwaltungsakt loszuwerden. Das Ansinnen wurde leider auch abgelehnt.

    Dabei ist es schon ein Problem, wenn man in einer Klasse Klassenlehrer ist, in der man nur eine Stunde / Woche unterrichet. Wenn man da den ganzen Verwaltungsakt durch hat, braucht man ans Unterrichten eigentlich nicht mehr zu denken. Sowas wie Klassenlehrerstunden (kenne ich noch aus meiner eigenen Schulzeit), die für nichts Anderes als für den Verwaltungskram da waren, gibt es ja auch nicht mehr. :(

    Die Aussage verstehe ich nicht! Vertraglich ist/wäre es mein gutes Recht die Schule zu wechseln und somit ist wohl auch eine Nachforschung legitim!!!
    Das hat doch nichts mit "Veräppeln" zu tun.

    Ich frage mal andersrum: Warum soll der neue Schulleiter, bei dem du anfagen willst, nicht davon ausgehen, daß du beim nächstbesten Angebot sofort wieder die Koffer packst und abhaust?

    So wenige Berufskollegs, wie es gibt, kennen sich praktisch alle Schulleitungen persönlich (z.B. durch Regionalkonferenzen) und schließen sich auch per Telefon kurz bevor sie dich überhaupt zu einem Vorstellungsgespräch einladen.

    D.h. die Service Firma war da, hat alles eingerichtet, ist wieder weg und nichts hat funktioniert? Wie ist die Schulleitung damit umgegangen? Gab es eine Reklamation? Kabel für die Geräte sollten bei einer Wartung ja eigentlich Voraussetzung sein, um überhaupt warten zu können?

    Dass der Kostenträger hier nicht auf Zack ist und Sie darauf bringt eine Postkarte könnte zielführender sein, finde ich wirklich erschreckend. Ich sollte mal die Kostenträger nach dem Prozedere befragen...

    Das Problem ist halt, daß der Auftraggeber nicht die Schule ist sondern die Gemeinde oder der Kreis. Entsprechend findet die Abnahme der Arbeiten auch zwischen einem Mitarbeiter der Gemeinde bzw. des Kreises und der Fachfirma statt. Als Lehrer ist man gar nicht in das ganze Verfahren involviert und hat entsprechend auch überhaupt nichts zu melden. Als unser Schulbau renoviert wurde, wir sind ein technisches BK mit mehreren Bauingenieuren als Fachlehrern, hat unsere SL einen Kollegen zur Bauabnahme geschickt. Der Kollege hat dann auch prompt die Fehler gefunden und im Namen der SL die Bauabnahme verweigert. Daraufhin wurde er vom Kreismitarbeiter, der selber Verwaltungsfachangestellter und kein Bau.-Ing. war, des Hauses verwiesen. Der Kreis hat selbstverständlich den Bau abgenommen und auch gezahlt. ... und wir mußten uns dann mit dem Mist über Jahre rumschlagen. Mein Kollege vom Fach war kurz davor die Schule wegen Einsturzgefahr mit sofortiger Wirkung für den Schulbetrieb zu sperren, auf das der Kreis dann mal ins Rotieren kommt.

    Bei dem Digitalpakt, den Toiletten und allem Anderen ist es das gleiche Spiel. So lange die Schule nicht selber die Handwerker beauftragen darf sondern es immer über Gemeinde oder Kreis laufen muß und diese Stellen dann die Abnahmeprotokolle unterzeichnen, ändert sich an dem Problem nichts.

    Ich habe ja schon einmal ganz kätzerisch formuliert, daß man für jeden Raum einen Kollegen als Raumbetreuer einsetzen und ihm ein Budget geben sollte. Vielleicht 5.000 €/EDV-Raum jährlich, über die Höhe können wir gerne streiten. Und der Kollege verwaltet das Budget dann eigenständig und hat für die Ersatzbeschaffungen zu sorgen. Dieser kurze Dienstweg würde wenigstens funktionieren.


    Berufsschulen hab ich keinen Überblick, die sind nicht mitgerechnet.

    Wir haben in der Berufsschule so grob 500 Rechner im Betrieb. Einen dedizierten Systemadmin gibt es nicht. Die Administration und Ersatzbeschaffung wird von insg. 4 Kollegen sichergestellt, die dafür insg. zusammen ca. 10 Ermäßigungsstunden bekommen. Hinzu kommt ein WLAN in das sich alle Schüler per Handy einwählen können. Da reden wir dann insg. von ca. 3.000 Endgeräten. Eigentlich bräuchten wir bei der Anzahl an Geräten ca. 8 Vollzeit-Admins, wären wir in der freien Wirtschaft.

    Leasing finde ich eine gute Sache. Ich habe mich einmal erkundigt, ob Leasinggeräte auch aus dem Digitalpakt bezogen werden dürfen. Leider jedoch die Antwort erhalten, dies sei Ländersache, und von Land zu Land unterschiedlich.

    Leasing dürfen wir nicht, weil das dann ja laufende Kosten wären und das Digitalpakt ganz klar eine einmalige Sache sein soll. Damit ist in meinen Augen dieses Digitalpaket von Anfang an zum Scheitern verurteilt, quasi so, wie würde man Tafeln anschaffen, dann aber die regelmäßige Kreideversorgung einstellen.

    Wann fließt beim Träger viel Geld und wann nicht?

    Beim Träger fließt immer dann Geld, wenn er es sich bei seiner aktuellen Haushaltslage erlauben kann. Das ist ja auch das Problem beim Digitalpakt. Wenn ich weiß, daß ich sicher in 3 Jahren wieder Geld bekomme, kann ich viel günstigere Geräte kaufen. Wenn die Rechner nur für 3 Jahre die dann aktuelle Software antreiben müssen, reicht ein Intel core i3, um es mal etwas flapsig zu sagen. Weiß ich aber nicht, wann ich wieder Geld bekomme und müssen die Rechner entsprechend 7-10 Jahre halten, und wir haben 10 Jahre alte Schätzchen, muß ich sehr viel leistungsfähigere Rechner kaufen und hoffen, daß sie dann in 10 Jahren noch genug Leistung haben werden, um die dann aktuelle Software befeuern zu können. Da reden wir dann also mal mindestens von einem Core i7.

    Ich habe der SL mal die Rechnung aufgemacht:

    • Kaufen wir alle 3 Jahre neue Rechner, reichen die PCs für 450€. Pro Schülerarbeitsplatz und Jahr würde uns diese Lösung 150€ kosten.
    • Kaufen wir alle 7 Jahre neue Rechner, müssen es PCs für 1400€ sein. Pro Schülerarbeitsplatz und Jahr würde uns diese Lösung 200€ kosten und wir haben das Problem, daß die Maschinen mit großer Wahrscheinlichkeit die 7 Jahre gar nicht schaffen, weil irgendwann die Kondensatoren platzen (geplante Obsoleszenz) oder die Rechner wegen Vandalismus ausfallen.

    Meine SL hat nur mit den Schultern gezuckt und mich aufgefordert für 7 Jahre zu planen, auch wenn sie Lösung "alle 3 Jahre neu" günstiger ist.

    Auch das kann nicht sein, vor 7 Jahren ist man schon nicht mehr mit Erfahrungsstufe 3 eingestiegen.

    Oh doch! Ich habe extra eben noch mal meine alte Bezügemitteilung von Oktober 2013 rausgesucht. Besoldungsgruppe a13, Erfahrungsstufe 03, machte damals 2564,- € gesetzliche Netto und davon dann noch 580,- € GKV+Pflege abgezogen lag ich netto bei unter 2.000,- €. Ich war damals schon etwas enttäuscht, daß netto am Ende eine 1 vorne stand und keine 2, daher weiß ich das noch so gut.

    Wie kommt es?

    Mein Fehler. :rotwerd:
    Hatte noch die alten Bezüge im Kopf von vor 3 Jahren. Als ich mit a13 eingestiegen bin war ich nach der GKV unter 2.000,- € netto monatlich. Aber Erfahrungsstufe 3 gibt es in NRW ja hetue nicht mehr und man fängt gleich bei 5 an.

    Mit jetzt knapp 3.900 netto, GKV schon bezahlt, stehe ich vergleichsweise nicht gar so schlecht da

    Ja, dann freu dich doch. Selbst, wenn ich in der PKV wäre und Beihilfe kassieren würde, wären es bei mir ca. 1.500,- € weniger monatlich netto. Mit diesen 1.500€ monatlich sollte sich doch wohl eine ganz passable Zusatzversorgung im Alter stricken lassen.

    Nein, hat er nicht, Schlaubi Schlumpf, da Privatschuldienst

    Dann sollt er nicht über die Beamten schimpfen sondern mit Hilfe der Gewerkschaft in der Privatschule mal einen Streik anzetteln, der sich gewaschen hat, auf das er ein höheres Einkommen bekommt. Als Deutscher kann man da von den Franzosen viel lernen, wenn es darum geht wie ein Streik durchzuführen ist.

    Geht es euch ähnlich? Ärgert ihr euch auch immer mal wieder über Fortbildungen/Tagungen etc, die ihr freiwillig oder gezwungenermaßen besucht habt?

    Geht mir ähnlich. Inzw. finde ich nur noch Fortbildungen spannend, die von der Industrie angeboten werden und entsprechend nicht für 3,50 € zu bekommen sind. Da heißt es dann aber auch schnell einmal für eine Woche quer durch die Republik zu reisen, um an den FoBi teilnehmen zu können.

    Fortbildungen, die aus dem SChul- bzw. Pädagogikbereich kommen, empfinde ich genau so frustrierend, wie Du sie beschreibst.

    1) unterschiedliche Zuständigkeiten
    Fenster, Toiletten, ... --> Die Kommune
    Digitalisierung --> Eigentlich auch die Kommune; aber es mischen sich auch noch Länder und Bund ein.

    Und jeder schiebt es auf den Anderen. :(
    Wir wollten in jedem Klassenraum Beamer + Lehrer-PC haben, um den Beamer auch befeuern zu können. Als dann im Antrag aus "Lehrer-PC" irgendwann "Lehrerarbeitsplatz" wurde, fühlte sich der Kreis nicht mehr zuständig, weil die Arbeitsplätze dann wieder Aufgabe des Landes sind.

    Ergebnis davon: Wir haben seit 4 Jahren in allen Räumen Beamer unter der Decke hängen, können sie aber nicht nutzen, weil die PCs fehlen. Allein die Tatsache, daß so ein Deckenbeamer auch Strom und ein HDMI-Kabel benötigt und das von einem Elektriker dann auch noch installiert werden muß, hat nachträglich 3 Jahre gedauert. Nutzbar sind die Beamer trotzdem noch nicht. In 2021 kommen dann vielleicht mal die PCs. Ob aber dann die Beamer noch funktionieren und was ist, wenn so ein Beamer mal eine neue Lampe benötigt, ist komplett unklar.

    Deswegen spreche ich nun Sie, liebe Lehrkräfte, hier in diesem Forum an, um herauszufinden, was Sie zum Thema Digitalisierung an Ihrer Schule am meisten umtreibt.

    Das Problem mit der Digitalisierung:

    • Es ist nur das Geld für die Erstbeschaffung der Geräte da.
    • Es gibt keinen Plan für Ersatzbeschaffungen alle 3 Jahre, der dann auch wirklich durchgezogen wird.
    • Lehrer sollen die Wartung nebenbei machen und bekommen dafür lachhaft wenige Ermäßigungsstunden.
    • Die Infrastruktur ist nicht vorhanden und wird auch nicht bei der Beschaffung berücksichtigt. Das fängt schon mit der Frage an, ob überhaupt genug Steckdosen bzw. Stromkreise im Raum vorhanden sind. Bei 4 PCs an einer b16 Sicherung ist einfach Schluß. Da kann man nicht mittels 10fach Steckdosenleiste einfach mal mehr dranhängen.
    • Es werden zwar teure Geräte angeschafft, aber das Zubehör fehlt. Da rennt man wirklich hinter Kabeln für 5,- € hinterher, um die Geräte nutzbar zu machen.
    • Wenn ich will, daß auch alle Schüler mit ihren Smartphones etc. ins Schulnetz bzw. Internet kommen sollen, muß da eine Fachfirma für die Netzwerkinstallation ran. Mit 08/15-Komponenten für den Heimgebrauch kommt man bei 10.000 Clients im Netzwerk einfach nicht weiter.

    Meine Lösung:

    • Es sollten keine Geräte gekauft werden sondern nur noch geleast werden, dann aber inkl. Wartungsvertrag mit festgeschriebener Reaktionszeit von 24 Stunden. Außerdem muß im Leasingvertrag ein Intervall für den Geräteaustausch festgelegt werden.
    • Es muß in der Verwaltung einfach klar sein, daß mit dem Kauf von Geräten nicht getan ist. "Digitalisierung" bedeutet, daß wir da von Ewigkeitskosten reden, die man eben nicht nach Kassenlage alle Jahre mit Verweis auf eine etwaige Haushaltssperre abstellen kann.

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