irgendwie läuft die Diskussion hier völlig in die falsche Richtung. Man merkt halt, dass einige hier absolut gegen die Seiteneinsteiger sind und es einfach als Herabsetzung ihres Berufes sehen.
Kann ich in Teilen vielleicht sogar nachvollziehen.
Warum die anderen so gegen Seiteeinsteiger sind, kann ich nicht beurteilen, warum ich strikt gegen Seiteneinsteiger bin, kann ich Dir aber erläutern:
Ich habe sowohl ein Dipl.-Zeugnis als auch das 1. StaEx. und später 2. StaEx in der Tasche. Ich habe damals den Fehler gemacht so zu studieren, daß ich an der Uni den Doppelabschluß bekommen habe. Da ich jetzt aber das 1. StaEx hatte und zu doof war, habe ich mich mit dem Abschluß beworben und war damit ein bodenständiger Referendar.
An meiner damaligen Ausbildungsschule hatten sie sich schon einen Quereinsteiger ausgesucht, den sie unbedingt haben wollten und für den sie passend eine Stelle ausgeschrieben hatten. Jetzt hat das Kultusministerium im Düsseldorf herausgefunden, daß ich genau die passende wohl seltene Fächerkombination für die Stelle hatte und hat mich der Schule als bodenständigen Referendar zugeteilt. Da der Referendar ja auch ein paar Stunden bedarfsdeckenden Unterricht (BdU) macht, war die Stelle damit besetzt und dem Quereinsteiger, dem sie die Stelle schon unter der Hand zugesagt hatten, konnten sie nicht einstellen.
Entsprechend war das Referendariat ein einziger Spießrutenlauf. Das fing schon beim ersten Besuch in der Schule, ich war noch nicht vereidigt, mit der Ansage der Schulleiterin an: "Ich sehe ihnen an, daß sie es nicht können, wollen sie nicht gleich aufgeben?" Hätte ich hingeschmissen, hätten sie halt ihren Quereinsteiger einstellen können.
Ergebnis davon war, daß sie den Quereinsteiger ein knappes halbes Jahr später doch noch einstellen konnten, da war wieder eine Stelle frei, und da gleichzeitig das Ref. bzw. der Vorbereitungsdienst von 2 auf 1,5 Jahre verkürzt wurde, war er am Ende eine Woche vor mir fertig und hatte die Stelle.
Ende vom Lied:
- Ich habe mit Note 2,1 abgeschlossen und war danach 1,5 Jahre arbeitslos.
- Der Quereinsteiger hat mit 3,7 abgeschlossen und hatte die Stelle sicher.
Daher meine Forderung, um meinen Frust über die Quereinsteiger zu dämpfen:
- Entweder werden alle Referendare / Quereinsteiger, die ihre Ausbildung mit Note 4,0 bestehen übernommen oder die Quereinsteiger müssen sich nach ihrem Vorbereitungsdienst genau so wie die Referendare mit ihrer Note des 2. StaEx bewerben. Wenn sie dann sagen: "Bei dem Risiko nachher nicht übernommen zu werden, hätte ich den Quereinstieg abgelehnt," dann ist das eben so.
- Anständige Bezahlung der Referendare. Klar machen die Quereinsteiger ein paar Stunden mehr, aber dafür bekommen sie netto das 2,5 fache Gehalt, wo der Refi, der quer durchs ganze Bundesland verschickt wird, nebenbei noch kellnern muß, um die Ausbildung überhaupt finanziert zu bekommen.
So lange die Quereinsteiger von Anfang an ihre Stelle sicher haben, die Referendare aber nicht, mag ich keine Quereinsteiger im System haben!
ich habe damals leider das System noch nicht so wirklich überblickt und mich mit dem 1. StaEx beworben. Ich hätte das 1. StaEx vergessen und mich mit dem Dipl.-Zeugnis bewerben sollen, soviel besser, wie die Quereinsteiger gegenüber den bodenständigen Referendaren gestellt sind.