Beiträge von plattyplus

    Dann sei auch einer! Eine der wichtigsten Kompetenzen der Lehrer ist nunmal die Diagnose- und Bewertungskompetenz.

    Wie soll man denn in der Referendars-Position so handeln können?

    Als Referendar ist man in einem doppelten Abhängigkeitsverhältnis. Einerseits ist man auf die Seminarbeurteilung angewiesen und andererseits auf seine Schüler (und eben nicht umgekehrt). Die Schüler müssen "nur" bei einem Unterrichtsbesuch die Mitarbeit komplett verweigern. Dann muß der Referendar das "Der Lehrer fragt, der Lehrer antwortet"-Spiel spielen und damit ist er durchgefallen.

    Das ganze Setting im Referendariat erlaubt es nicht Lehrer zu sein, zumindest kein solcher, wie ihr ihn einfordert. Der Lehrer mit Rückgrat, den ihr einfordert, darf nicht abhängig von den Arbeitsleistungen der Schüler sein. Nur dann ist er frei zu bewerten. Bei der Bewertung könnte ja auch herauskommen, daß die ganze Klasse die Note 6 verdient und auch das muß er aussprechen können, ohne Angst haben zu müssen von höherer Stelle dafür sanktioniert zu werden.

    Und zurück zum Thema "Hausaufgaben". Alle Kollegen, die bei uns Hausaufgaben überhaupt noch aufgeben, stellen am Ende fest, daß max. 10% der Schüler diese auch bearbeiten. Das sind dann aber die 10%, die sie eh nicht machen müßten, weil sie den Stoff eh schon durchdrungen haben. Die Zeit, die man im Unterricht für die Hausaufgabenkontrolle benötigt, rechtfertigt meiner Meinung nach nicht den Unterricht entsprechend einzukürzen. Die 20 Minuten Unterricht sind mir wichtiger als die Hausaufgabenkontrolle. Bei meinen Kollegen sieht es ähnlich aus. Folglich verzichten wir auf verbindliche Hausaufgaben sondern verteilen Aufgaben ggf. mit Musterlösungen und regen dann zur Eigenverantwortung an. Wer sie macht "gut", wer sie nicht macht "auch egal". Das Ergebnis kommt dann eh bei der nächsten Klassenarbeit.

    Die Geschichte mit den 5 Jahren ist ja nicht ganz falsch, die bezieht sich aber nicht auf den Prozentsatz, sondern darauf, welche Besoldungsstufe man zugrunde legt. Wenn man sich also mit 63 noch befördern lässt, bringt das für die Pension nicht mehr allzu viel.

    Man erarbeitet sich eben über das ganzen Beamtenleben lang Pensionspunkte, pro Jahr in Vollzeit sind das in NRW 1,7 Prozentpunkte. Arbeitet man 50% Teilzeit, bekomme man pro Dienstjahr nur 0,85 Prozentpunkte.
    Maximal kann man so 71% zusammenbekommen.

    Jetzt stellt sich natürlich die Frage "71% von was?" ... nun, 71% vom durchschnittlichen Vollzeit-Gehalt der letzten 5 Jahre vor der Pensionierung.

    Und ja,. damit stehen wir wesentlich besser als die Rentner, weil der Eckrentner 44% des durchschnittlichen Vollzeit-Gehalts erreichen kann. Allerdings zählt bei ihm nicht das Vollzeit-Gehalt der letzen 5 Jahre vor der Verrentung sondern das durchschnittliche Vollzeitgehalt des kompletten Berufslebens. Da man üblicherweise in den letzten Jahren vor der Pensionierung mehr verdient als beim Berufseinstieg, ist der Abstand nicht 27% groß sondern noch eine ganze Ecke größer.

    Und bevor jetzt ein Angestellter mehr Geld haben will: In den 1950er Jahren haben die Beamten aufgrund der Pensionsansprüche zweimal auf gehörige Gehaltsanteile verzichtet, die damals für einen Pensionsfond angespart werden sollten. Diesen Fond hat es aber nie gegeben sondern die Politik hat das Geld für Wahlgeschenke verbraten.
    --> https://www.myheimat.de/bobingen/polit…n-d1279941.html

    weiß man halt wirklich vorher.

    Ja klar weiß man das vorher. Ich wollte auch nur die Liste von Bolzbold um den Punkt ergänzen. Er, der er jetzt in der Verwaltung tätig ist, kann sich den Urlaub frei einteilen, wir können dies nur bedingt.

    Um mehr als diese Vor- und Nachteils-Vergleichs-Liste ging es mir nicht.

    Aber wenn Du schon die Beihilfe ansprichst: Die bringt mir persönlich nichts, ich bin in der GKV und das Hamburger Modell, daß man zwischen Beihilfe und Arbeitgeberanteil ein der GKV wählen kann, gibt es bei uns nicht.

    Witzig ist auch die von WillG zitierte Begründung für das Sabbatjahr.

    Witzig finde ich auch, daß man nicht bei einer Vollzeitstelle zusätzlich Überstunden ansparen darf, um diese dann am Stück in einem Sabbatjahr abzufeiern. Überstunden darf man immer nur so abfrühstücken, wie es dem Stundenplaner und der Schulleitung gefällt. Wobei sie diese am liebsten gar nicht abgefeiert sondern ausbezahlt sehen wollen.

    Jedenfalls konnte weder die SL noch unser Personalrat verstehen, daß ich Überstunden nur unter der Prämisse mache, daß ich diese abfeiern kann und eben nicht ausbezahlt haben will. Und wenn abfeiern, dann am Stück mal ein ganzes Halbjahr weg. Bei uns würde sich das 2. Schulhalbjahr anbieten, weil dann die ganzen Prüfungsklassen der Berufsschule, die Lehre dauert ja 3,5 Jahre, weg sind. :teufel:

    "Ein Jahr auf Einkommen verzichten" klingt für mich anders...

    Man verzichtet schon auf ein Jahr Einkommen, allerdings verteilt auf mehrere Jahre. Man spart ja unbezahlte Überstunden an, weil man vollzeit arbeitet, aber nur teilzeit bezahlt wird.

    Was aber wichtiger ist: Man verzichtet auch auf ein Jahr Pensionspunkte bzw. -prozente.

    Die Listen sind natürlich nicht abschließend, aber haben mir deutlich die Vorzüge und Nachteile beider Bereiche gezeigt.

    Ich würde noch ergänzen:

    Schule: Man hat mehr unterrichtsfreie Zeit zur Privatgestaltung.
    Behörde: Man kann Urlaub machen wann man es will und nicht wann die Schulferien es vorschreiben.

    Ich würde z.B. gerne mal im Februar Urlaub machen, weiß aber jetzt schon, daß ich mit der Planung noch über 30 Jahre werde warten müssen und ob ich dann im Alter von über 70 noch fit genug für das bin, was ich da gerne mal machen würde, steht auf einem ganz anderen Blatt.

    Ist die Frau einfach nur naiv oder war die Aktion wirklich bösartig?

    Ich tippe eher auf total naiv, allerdings ist es nicht das erste Mal.

    Meine Vermutung: Sie ist Quereinsteigerin, die gerad eben in die Probezeit übernommen wurde. Sie hat für sich ihre Rolle im System noch nicht klar. Früher arbeitete sie wohl an der Uni und betreute Studenten, stand also genau auf der anderen Seite, auf der sie jetzt steht. Jetzt muß sie ihre Schüler/Studenten beurteilen und ist eben nicht mehr "Mami, die alles geraderückt".

    Er fliegt, hier müssten irgendwo noch Bilder rumgeistern

    So ist es. Wir haben da im Verein auch eine Schüler-AG des örtlichen Gymnasiums. Wir managen deren AG und dafür dürfen wir unsere Werkstatt bei denen im Keller einrichten.

    --> https://control.niklas-luhmann-gymnasium.de/moodle/course/view.php?id=236
    --> https://sfvoe.de/uploads/images…lug/Waschen.jpg

    Da werden dann im Winter die Flugzeuge komplett zerlegt, gewaschen, inspiziert, repariert und wieder zusammengebaut. Das traue ich auch jedem Schüler zu. Ich stelle es mir aber sehr problematisch vor, würde mir da einer meiner Schüler über den Weg laufen. Im Extremfall habe ich dem dann am Morgen durch meine Noten die Lebensplanung versaut und am Abend fummelt er, emotional hochgradig belastet, an der Mechanik rum.

    Bei so einem Flieger mußt beim Zusammenbau nur eine Fokkernadel an einem von mehreren entscheidenden Verschraubungen "vergessen" und das Todesurteil ist im wahrsten Sinne des Wortes gesprochen.

    Für sie war es völlig normal, dass die Eltern und Kinder alle Daten von ihr kennen.

    Naja,
    seitdem meine Tante in der Grundschule mal so richtig Ärger mit Helikoptereltern hatte, die standen sogar nachher bei ihr auf der Matte, weil ihr Sprößling keine Gymnasium-Empfehlung bekommen hatte, und haben sich gewundert, daß sie im Beisein der Polizei des Grundstücks verwiesen wurden, mein Kollege wegen sowas vor einigen Jahren (da war die Kollegin, die jetzt die Daten rausgegeben hat, noch nicht da) umziehen mußte und bei einer anderen Kollegin die Radbolzen am Auto gelockert wurden von einem Schüler, existiert bei mir eine ganz klare Front zwischen Job-Kontaktdaten und Privatdaten.

    Wie gesagt, ich wohne nicht umsonst soweit weg vom Schulort. Ich will es nämlich nicht erleben, daß ich einem Schüler morgens eine sehr schlechte Note geben muß, auf dessen zuverlässiges Handeln ich später am Tag im Sportverein angewiesen bin. Wenn er da einen Fehler macht, bin ich tot.

    Moin,
    bei den Basteleien bekomme ich irgendwie Bauchschmerzen, wenn ich daran denke, daß wir von Grundschulkindern z.T. aus Klasse 1 reden.

    Für Holz würde ich z.B. zum Kleben wasserfesten Leim empfehlen (Ponal wasserfest) oder so. Allerdings braucht der Leim zum Aushärten eine Nacht. Bei einer Projektwoche kann man den also nutzen, bei einem Projekttag hingegen nicht.
    Vielleicht wäre das hier etwas, Ponal fix: https://epos.henkel.com/tds/P500F

    Gleiches gilt für die Farben. Eigentlich würde ich dir zu normalen Abtönfarben raten. Aber ob die so schnell trocknen, daß man noch am gleichen Tag weitermachen kann?

    Wenn das wirklich an einem Tag fertig werden soll, bleibt eigentlich nur Sekundenkleber und 2-Komponenten-Lack, aber diese chemischen Keulen, die man nur mit Handschuhen verarbeiten soll, will ich keinem Grundschulkind in die Hand drücken, zumal wenn da noch 30 Kinder gleichzeitig werkeln und ich das nicht genau überblicken kann.

    Vielleicht wäre eine Heißklebepistole noch eine Option, weil der wirklich schnell klebt und man weitermachen kann.

    Das Problem ist auch, daß sie auch noch eine eMail-Adresse herausgeben hat, die nicht auf der Liste steht, von der aus ich ihr aber wohl einmal eine eMail geschickt habe. Auf der Adresse laufen auch fürs Homebanking meine TANs auf, für Kreditkarten-Zahlungen die Bestätigungscodes und für die Packstation die Abholcodes, ...

    Ich kann die Adresse also nicht so einfach ändern, weil ich dann überall die hinterlegte Adresse ändern müßte. :(

    Die sind doch gesellschaftspolitisch hoch engagiert!

    Das brauch ich nicht. Ich hätte gerne einen Claus Weselsky als Verhandlungsführer, wenn es um die Moneten geht. :cash:

    Aus wikipedia:
    "Auch ein GDL-Streik im Herbst 2014 löste umfassende Kritik an Weselsky in den Medien aus. Vorgeworfen wurden ihm insbesondere mangelnde Verhandlungsbereitschaft und das Bestreben, den Machtbereich der GDL zu erweitern – zu Lasten der Bahnkunden und der konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft. Kritisiert wurden unter anderem die Streiklänge von 50 Stunden bzw. 61 Stunden und der Streiktermin an einem der verkehrsreichsten Wochenenden des Jahres, an dem in sieben Bundesländern die Herbstferien begannen und in zwei Bundesländern endeten und zudem die offiziellen Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag des Mauerfalls am 9. November 1989 anstanden. Als eine Boulevardzeitung anlässlich eines viereinhalbtägigen Streiks seine Telefonnummer abdruckte, ließ er sein Telefon auf das von Bahnchef Rüdiger Grube umleiten."

    Der scheint zu wissen, wie es geht.

    Der Fall des TE lässt aber keine Rückschlüsse außer wilden Vermutungen zu

    Der Fall des TE läßt die Vermutung zu, daß er entweder Schüler ist oder die Sprache "Latein" nur zum Verschleiern nutzt und wir eigetnlich über Französisch reden. Im Latein-Unterricht wwerden nämlich nie lateinische Texte erstellt sondern diese immer nur übersetzt.

    Moin,

    sagt mal, wie soll ich jetzt vorgehen? Meine Kollegin gibt locker flockig Postadressen und Kontaktdaten der anderen Lehrer (zumindest meine) an Schüler raus. Ihre Begründung: So könnten die Schüler mir mitteilen, daß sie nicht zum Unterricht kommen und so.

    Nur: Ich habe nie irgendwo eingewilligt, daß meine Privatdaten an Schüler herausgegeben werden und werde dies auch nie tun!

    Wir haben eine Liste mit den Privatadressen aller Kollegen für den internen Gebrauch, die dafür gedacht ist, daß wir uns erreichen können, wenn es z.B. um Vertretungen für den ersten Tag nach den Ferien geht und so.

    Sorry, aber ich bin gerade emotional etwas geladen, zumal sie meine Daten auch noch einem Schüler gegeben hat, dem ich im letzten Schuljahr, als ich in der Klasse noch Klassenlehrer war, gehörige erzieherische Maßnahmen auch im Büro des Schulleiters habe angedeien lassen müssen.

    Derzeit bin ich echt froh, daß ich 120km von der Schule weg wohne. Nach einem Vorfall vor 3 Jahren, wo der Kollege nach so einer Nummer umziehen mußte, haben wir nicht umsonst dienstliche eMail-Adressen eingeführt, die dann auch an die Schüler herausgegeben werden dürfen.

    Am liebsten würde ich die Kollegin im Büro des Chefs an die Wand nageln, zumal ihr auch ein Unrechtsbewußtsein in der Sache komplett fehlt. :sauer:

    Die Kollegen kommen zu uns und kotzen sich aus, verweigern uns aber einen konkreten Auftrag - "Ich möchte, dass ihr das wisst, sprecht es aber nicht bei der Schulleitung an!"

    Schon einmal daran gedacht, daß manche Kollegen ihren Namen nicht mit dem Problem in Verbindung bringen wollen, weil sie Angst um eine etwaige Beförderung haben?

    Oder anders: Meiner Meinung nach sollte der Personalrat ausschließlich aus Kollegen bestehen, die keine weitere Beförderung (z.B. Studienrat --> Oberstudienrat) mehr anstreben. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, daß eine Schulleitung solche "Troublemaker", wie du sie betitelst, noch befördert.

    Und wie würde man wohl reagieren, wenn irgendwo Schüler (ähnlich Pergida) gegen "Überfremdung" während der Unterrichtszeit demonstrieren gehen? Bestimmt gibt es auch Schüler dieser "Denkrichtung".

    Und das sind bei mir so grob 75% aller Azubis, die so eingestellt sind.


    Ich plädiere wiederum nicht für Strafen, sondern für "fantasievolles Nacharbeiten", z.B. durch Samstagsunterricht engagierter Lehrer.

    Dann finde mal so motivierte Kollegen. Bei uns herrscht eher die Meinung vor: Wie kann man die Schüler nacharbeiten lassen, ohne das es den Kollegen mehr Arbeit macht und für die Schüler maximal nervig ist.

    Und ja, ich sehe den Vermerk "unentschuldigt" sowie die Note 6 nicht als Strafe sondern als logische Folge des Schülerhandelns. Das ist vorher alles bekannt. Strafe wäre ein direkter Rauswurf, sobald jemand wegen der Demos mehr als 20 Stunden in einem Monat gefehlt hat.

    Wenn du Mo bis Fr von Morgens bis 21 Uhr und Samstags eingesetzt wird, dann solltet ihr mal gucken, wie ihr das optimieren könnt.

    Ich werde nicht nur mit Randstunden an den Tagen eingesetzt, aber der Stundenplaner könnte mich an all den Terminen einsetzen. Wenn man dann fürs neue Halbjahr einen komplett neuen Plan mit anderen Einsätzen mit einer Woche Vorlauf bekommt, ist das blöd. Um irgendeinen Einsatzplan drumherum muß man ja seine privaten Termine legen. Der Zahnarzt macht die Kontrolluntersuchungen auch nur nach Termin und den Termin muß ich 6 Monate vorher festlegen, wenn ich noch gar keinen Einsatzplan habe.

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