Beiträge von plattyplus

    Nehmt ihr auf Ausflüge bestimmte andere Leute mit oder fahrt ihr mit dem der die Parallelklasse hat auf Klassenfahrt, egal ob ihr den/die mögt?

    Die Frage muß doch lauten: Hat Euch die Bildungsgangkonferenz dazu verdonnert mit den anderen Parallelklassen zu fahren und zofft ihr Euch mit dem Klassenlehrer der anderen Klasse schon bei der Planung der Fahrt? :teufel:

    So ein Beispiel wäre doch mal interessant für den Politikunterricht, oder?

    Also an meinem Heimatort hat sich praktisch die komplette deutsche Küchenindustrie versammelt. Egal ob ihr Nolte, Siematic, Poggenpohl, BauForMat, ... bei euch in der Bude stehen habt, wird alles hier im Umkreis von 5km gefertigt. Sogar die Fronten und Arbeitsplatten von IKEA-Küchen werden hier produziert.

    Ergebnis: Möbeltischler findet man praktisch keine mehr. Ausbilden mag auch so recht keiner, weil die dann nach der Ausbildung sofort weg sind, wenn der nächste Arbeitgeber 50 Cent mehr zahlt.

    Antwort von Nolte: Neues zusätzliches Werk in Melle
    Antwort meiner Verwandtschaft: Neues zusätzliches Werk in Salzhemmendorf

    Die Leute ziehen nicht dahin, wo die Mieten billig sind, sondern dahin wo es Arbeitsplätze gibt. Das hat der Schüler von plattyplus komplett ignoriert. Warum ziehen die Menschen immer noch aus Ostdeutschland weg? Wegen der billigen Mieten im Osten?

    Also ich kenne es inzw. auch schon andersrum, nämlich das die Firmen dort ihre neuen Standorte aufmachen, wo sie ausreichend brauchbare Arbeitskräfte finden. Bei meiner buckligen Verwandtschaft (Mittelstand, ca. 400 Arbeitnehmer beschäftigt) ist es jedenfalls so. Die neuen Standorte sind weit weg vom Stammwerk, weil man bei uns am Ort keine ausgebildeten Arbeitskräfte in der Branche mehr findet oder extreme Löhne zahlen muß. Die Konkurrenz ist zu groß. Die Konkurrenten verfahren inzw. auch so. Die machen auch ihre neuen Produktionsstandorte mindestens 50km entfernt auf.

    Die Arbeit zieht also auch dort hin, wo die Menschen sind. Gleiches gilt für die Infrastruktur. Da, wo sie gebraucht wird, wird sie auch gebaut.

    Moin,

    ich hatte am Montag einen interessanten Beitrag im Politikunterricht in der Abendschule. Ein Schüler war der Auffassung, daß die Mietpreisbremse nicht gerechtfertigt ist, weil damit die Städte zusätzlich zum subventionierten ÖPNV gegenüber den ländlichen Regionen bevorteilt werden.

    Sein Gedanke:
    Hätten wir keine Mietpreisbremse, hätte das die Folgen:

    • Die Mieten bzw. Kaufpreise für die Eigentumswohnungen steigen drastisch
    • Die Menschen, die sich das nicht mehr leisten können, also die Normalsterblichen, ziehen dann ins Umland
    • Da jetzt mehr Menschen im Umland wohnen, wird dort auch die Infrastruktur ausgebaut
    • Der ÖPNV kommt auch in der Fläche an und es werden nicht einzelne Ballungszentren komplett damit überschüttet, während wenige km weiter gar nichts mehr geht
    • Die teuren Wohnungen in den Städten werden von Investoren gekauft, die dort eh praktisch nie wohnen, der Verkehr nimmt ab
    • Der Lehrstand geht entsprechend hoch
    • Der ÖPNV in den Ballungszentren wird weniger nachgefragt und entsprechend zusammengestrichen
    • Durch die Verkehrsabnahme in den Ballungszentren haben wir kein Problem mehr mit Fahrverboten wegen Stickoxiden, Feinstaub, ...
    • Wenn in den Zentren irgendwann mal praktisch gar keiner mehr wohnt, gehen auch dort die Immobilienpreise wieder runter und es gleicht sich aus

    Also irgendwie hat die Logik etwas. So gesehen wäre ich auch dafür die Mietpreisbremse abzuschaffen. ;)

    Eine Erschwerniszulage (sofern es so etwas bei Beamten überhaupt gibt) käme bei der Situation "flaches Land" ja wohl eher nicht in Betracht, sondern maximal bei einer Brennpunktschule.

    Warum soll es die Erschwerniszulage nicht geben? Wäre die Abendschule bei uns nicht bis 21 Uhr sondern bis 21.01 Uhr, würde ich ja auch eine Zulage für Nachtarbeit bekommen. Das ist dann auch eine Erschwerniszulage.

    Und Erschwernis auf dem Lande für Berufsanfänger ist z.B., daß es keinen ÖPNV gibt und man gleich zum Start schon ein Auto finanzieren muß, um den Posten überhaupt antreten zu können. Das würde sich meiner Meinung nach sogar mit dem Alimentationsprinzip in der Beamtenbesoldung decken.

    Mich nervt es auch, wenn unsere Chefin immer wieder mit dem Öko-Argument kommt, dass wir jetzt dank BYOD weniger kopieren müssen.

    Dann sag deiner Chefin mal, daß sie das Öko-Problem der Kopien auch ganz einfach lösen kann. Bei uns ist der Kopierer seit 2 Wochen kaputt und wird nicht repariert, fertig ist die Öko-Bilanz und die Lehrer sind alle so blöd und drucken zumindest die Klassenarbeiten zuhause aus.

    Nächste Woche habe ich eine fachfremde Mathe-Klausur. Da schreib ich die Aufgabe an die Tafel. Mal gucke, wie die Schüler da reagieren. :teufel:

    Führen sie für folgende Funktion eine vollständige Kurvendiskussion durch:
    f(x)= ....

    Wir haben allein 200 Rechner, die nur 3 Jahre Garantie von der Stadt haben.

    Wir haben ca. 500 Rechner, die gar keine Garantie haben und mitunter schon 10 Jahre da rum stehen, weil wir die Reste von anderen Schulen eingeheimst haben, um überhaupt irgendwie etwas zu haben.

    Inzw. bin ich soweit, daß anscheinend der ganze Laden mal so richtig vor die Wand fahren muß, also uns die IHK die Lehrbefähigung für manche Ausbildungsberufe entziehen muß oder so, bis die Häuptlinge mal aufwachen.

    Bei jeder Konferenz machen wir Indianer in der hinteren Bank inzw. immer schon Berechnungen, was die Laberei wieder an Arbeitszeit kostet und wie viele Euros das wären, wenn man die Arbeitszeit fakturieren würde. Also jede Stunde der Lehrerkonferenz schlägt dann je nach Krankenstand mit 1.500-2.000 € zu Buche. Die letzte Konferenz dauerte ziemlich genau zwei Stunden, also wurden mal eben 3.500 € Lohnkosten verbraten für bla bla...
    Manche Kollegen weisen inzw. auch schon in jeder Konferenz am Ende darauf hin, daß wir locker genug Geld hätten, würden wir die ganzen "eh da Kosten" (die Leute sind ja eh da) mal fakturieren, und was die Konferenz jetzt wieder an fiktiven Lohnkosten verursacht hat. Dann wäre das ganze Bla bla nämlich auf einmal kein Thema mehr, weil zu teuer und die meisten Neuanschaffungen hätten sich sofort rentiert, ganz einfach weil dann keine Arbeitszeit in irgendwelche Konzepte gesteckt wird, die sich eh in Luft auflösen.

    Unser Schulträger gibt uns jährlich(!) ungefähr 50.000€ für IT-Beschaffung.

    Freu dich, wir bekommen für IT-Beschaffungen jährlich 25.000 € in den nächsten Jahren, aber auch nur, weil der Schulträger eingesehen hat, daß es nach den Nullrunden in den letzten beiden Jahren gar nichts mehr weiter geht.

    Ich geh mal wieder in den Klassenraum, um zu heulen. Beim Anblick der gerissenen Wand über der Tür (der Türsturz fehlt, den haben sie beim Einbau neuer Türen rausgehauen und nicht wieder eingemauert, und die Wand ist heruntergekommen) und dem Mobiliar von Flötotto Baujahr 1974 weiß ich, wo das Problem liegt. Oder soll ich mich auf dem Klo verkriechen? Aber da müßte ich mir vorher eine Jacke anziehen, dafür müßte ich nämlich über den Hof in ein anderes Gebäude. Es fehlt der Wille da mal wirklich zuzupacken.

    Und mit "richig zupacken" meine ich durchaus: Abriß und Neubau und nicht bloß immer wieder irgendwo an den Symptomen rumpfuschen.

    Bsp.: Der Bau ist aus dem Jahr 1974, das Flachdach wurde inzw. schon das vierte Mal erneuert, weil sie es einfach nicht dicht bekommen. Die Grundschule, in der ich selber in dem kleinen Dorf hier mal Schüler war, hatte früher auch ein Flachdach. Aber als das Ding das erste Mal undicht wurde, hat der Schulträger Geld in die Hand genommen und Satteldächer (mit Dachpfannen) auf alle Gebäude gesetzt. Seitdem hatten sie nie wieder irgendwelche Probleme mit kaputten Dächern.

    Sieht vielleicht architektonisch nicht so schick aus wie ein Flachdach, hat sich aber über Jahrhunderte bewährt. :)

    Der Schulträger hier arbeitet aber gerade an einem Medienentwicklungsplan

    Wir hatten vorletzte Woche auch so einen Fragebogen, was wir denn im Kollegium haben wollen. Eindeutige Meinung der indianer: "Egal was angeschafft wird, nur in Verbindung mit einem Wartungsvertrag mit 24 Stunden Reaktions- und 72 Stunden maximaler Ausfallzeit." Wenn es länger dauert, dann Konventionalstrafe an die Wartungsfirma. Auf dieses "die Lehrer warten die Geräte so nebenbei für 0,5 Ermäßigungsstunden" hat von uns niemand mehr bock.

    Mal gucken, was die Häuptlingsrunde daraus macht.

    Und was das WLAN angeht, haben wir zwar auch eine passable Ausleuchtung. Aber das ist auch nur so eine zusammengestrickte Lösung mit Access-Points, die eignetlich DSL-Router aus dem Heimbereich sind. In dem WLAN hängen aber auch so grob 2.000 Geräte. Die Schüler hängen halt mit ihren Handys alle drin, was auch so gewollt ist von ganz oben. Bei der großen Anzahl der Geräte kommt die Frickel-Lösung ganz klar an ihre Grenzen, zumal unserem Chef vorschwebt, daß es da bald eine Lösung für alle vier Schulen rund um den gemeinsamen Schulhof geben soll. Da reden wir dann über locker 10.000 Endgeräte im WLAN. Sowas administriert man nicht mehr mit einer Ermäßigungsstunde.

    Den Rest des Geldes müsste man allerdings anlegen, damit man nachhaltig das betreiben kann. Das ist ja wieder nicht erlaubt, man muss ja alles in einem Haushaltsjahr ausgeben.

    So gut kenne ich mich im Verwaltungsrecht nicht aus, aber wenn man das Geld nicht spart, weil das ja verboten ist, sondern damit einen Wartungsvertrag mit einer Laufzeit von 10 Jahren oder so abschließt, wäre das dann erlaubt?
    Die Zahlung müßte natürlich komplett in diesem Jahr erfolgen, auch wenn man damit das Risiko eingeht, daß der Vertragspartner in den nächsten Jahren Pleite geht und damit das Geld dann komplett weg ist.

    Und was den Schulträger angeht: Bei uns an der Schule haben wir das Problem, daß die Häuptlingsrunde (=Abteilungsleiterkonferenz) da oben irgendetwas beschließt und es die Indianer unten, die das alles umzusetzen haben, gar nicht mitbekommen. Am Ende bekommen die Indianer dann noch Mecker, weil sie ja nicht so handeln, wie das "da oben" beschlossen wurde.

    Ich hatte mich gestern (Sonntag) noch mit dem Kundenservice des Internetportals in Verbindung gesetzt, über das wir die Flugtickets gekauft hatten.

    Nächste Tipps:

    • Buche nicht über ein Internet-Portal sondern direkt bei der Fluggesellschaft. Wenn es da nämlich zu Problemen kommt, hast du nur einen Ansprechpartner und die Parteien (Portalbetreiber vs. Fluggesellschaft) können sich die Schuld nicht gegenseitig in die Schuhe schieben, wenn etwas nicht funktioniert.
    • Wenn Du Umsteigeverbindungen hast, plane entweder mehrere Stunden Umsteigezeit ein (besser ein ganzer Tag) oder buche alle Flüge auf ein Ticket. Wenn dann der erste Flug Verspätung hat und du deswegen den zweiten Flieger nicht mehr erreichst, ist das das Problem der Fluggesellschaft. Die sehen dann auch die Abhängigkeiten in ihren Computern und fischen dich ggf. schon gleich aus der Menschenmenge raus, auf das du bei Verspätungen und dadurch extrem knappen Umsteigezeiten dann doch noch den zweiten Flieger bekommst. Als ich das erste Mal in Australien war, in Sydney landete und anschließend noch einen Inlandsflug in AUS hatte, haben sie mich innerhalb von 35 Minuten durch die Einreise und vom International zum Domestic Terminal quer über den ganzen Flughafen geschleust, auf das ich gerade noch rechtzeitig den Anschlußflug bekommen habe. Normalerweise geht sowas nicht unter 90 Minuten. Die standen gleich an der Fluggastbrücke mit einem Schild mit meinem Namen.
    • Sollte eine Fluggesellschaft nicht die komplette Strecke anbieten, buche trotzdem bei der Fluggesellschaft des Ziellands und laß dich vom Alliance Partner daheim abholen. Es gibt weltweit zwei große Verbünde, OneWorld und StarAlliance. So habe ich z.B. für meinen Flug bei Air New Zealand gebucht und fliege die erste Etappe bis Hongkong mit der Lufthansa, die sind halt beide in der StarAlliance und stellen sich entsprechend gegenseitig Tickets aus. Der komplette Flug ist auf einem Ticket, sollte die LH-Maschine also Verspätung haben und ich deswegen die Air NZ Maschine nicht mehr bekommen, siehe oben, nicht mein Verschulden. Das Ticket bleibt gültig.

    Naja... man (wer auch immer das ist) könnte auch regelmäßig (z.B. alle zwei Wochen) manuell nach Updates suchen und diese dann installieren.

    Man könnte die Rechner nachts auch einfach eingeschaltet lassen, dann ziehen sie sich die Updates nachts und das Problem der Arbeitspausen wäre keins mehr. Windows kann man ja extra so einstellen, daß die Updates nur während einer bestimmten Tageszeit (23-5 Uhr z.B.) durchgeführt werden.

    Aber dann kommen natürlich die ganzen Ökos, die Strom sparen wollen und nach dem Unterricht auf den Not-Aus Knopf hauen, auf das auch bloß alle Rechner aus sind, egal ob sie runterfahren konnten oder nicht. Oder es wird beim Notebookwagen der Stecker gezogen, weil es ja die Dienstanweisung gibt, daß man keine Geräte eingeschaltet beim Verlassen des Raums zurücklassen darf.

    Wenn man so mit den Geräten umspringt, rächen sie sich halt damit, daß sie dann irgendwann die Updates auch tagsüber ziehen, weil sie nachts in den letzten 2 Wochen nie dazu gekommen sind. :teufel:

    Bei angenommenen 2 Tablets pro Klasse wäre das ja eine Quote von 1/15.

    Nicht ganz. Eine Klasse muß im Schnitt 19,5 Schüler haben, um eingerichtet zu werden. Also schätzen wir mal grob 20 Schüler und nicht 30 im Durchschnitt. klar gibt es auch 30er Klassen, aber es gibt auch Klassen mit nur 4 Schülern. Wir haben z.B. Landesfachklassen mit so wenigen Schülern, die wir einfach einrichten müssen, weil es für diese Azubis in ganz NRW keine andere Berufsschule gibt. Die machen uns komplett den Schnitt kaputt, weil wir natürlich über alle Klassen die 19,5 Schüler halten müssen, aber das ist ein anderes Thema.

    Bei 20 Schülern/Klasse wären wir bei einer Quote von 1/10. Also jede Klasse würde 20*500,-€ = 10.000,- € bekommen. Jetzt fang mal an mit der kompletten IT-Infrastruktur in einem Gebäude, ich sag nur WLAN-AccessPoint in jedem Klassenzimmer, komplette Verkabelung, Load-Balancing, um so viele Geräte im WLAN überhaupt gleichzeitig am Laufen zu halten, Internet-Anbindung mittels Glasfaser, ... da bleibt nichts mehr übrig.
    Den Aspekt der Infrastruktur im Hintergrund vergessen leider die Meisten. Die sehen nur die Endgeräte. Dabei ist das der kleinste Punkt des ganzen Problems. :(

    Was mich an diesem Digitalpakt vor allem stört ist mal wieder die Einmaligkeit. Einmal 300,- € an alle Schüler verteilen, für die sie dann alle ein billig Tablet bekommen und gut. Denn ja, wir haben mehr als 10 Mio. Schüler, es gibt ja nicht nur die Klassen 1-10. Das funktiniert nicht.

    Wie sieht es mit der Infrastruktur in den Schulen aus?
    Wie sieht es mit den laufenden Kosten für die Infrastrutur aus?
    Wie sieht es mit den ersatzbeschaffungen aus?

    Nee,
    wollte die Bundesregierung den Laden wirklich voran bringen, müßten wir schon über 5 Mrd. jährlich reden und nicht bloß als Einmalinvestition.

Werbung