Beiträge von plattyplus

    Muss man dazu überhaupt irgendein Modell entwickeln oder kann man es nicht, wie @plattyplus vorgeschlagen hat, beim phänomenologischen Beobachten belassen?

    Also als in meiner Kindheit "Strom" in der Grundschule angesagt war, ging es da eher um die Handhabung von Strom. Also:

    • Wie Stecke ich einen Stecker in einer Steckdose?
    • Welche Stecker darf ich da überhaupt reinstecken? Kopfhörer-Stecker des Walkman besser nicht. Andere Sachen steckt man da auch nicht rein.
    • Die kleinen Finger haben in/an den Löchern einer Steckdose nichts zusuchen.
    • Wenn man einen Stecker wieder raus bekommen will, muß man am Stecker ziehen und nicht am Kabel.
    • Eine kaputte Glühbirne lasse ich von den Eltern wechseln, weil wenn die Glühbirne ausgeschraubt ist, kann man innen in die Fassung greifen und dann "aua".
    • ...

    Dazu gabs dann noch den Versuch des Lehrers: Er hatte einen Steckdose (natürlich war sie nicht angeschlossen) auf einem Brett montiert, das Brett senkrecht zwischen den Tischen in der erste Reihe eingeklemmt und auf einige Meter Abstand kräftig am Kabel gezogen, um den Stecker aus der Dose zu bekommen. Ergebnis war, daß es das Kabel am Stecker aus der Zugentlastung gerissen hatte und man blanke Drähte sehen konnte.

    Und bei den blanken Drähten wissen wir ja: Bereits die paar Volt ausm Modelleisenbahn-Trafo sind schon sehr unangenehm. Bei 230V wäre das dann richtig übel. Also nicht machen!

    Wäre es nicht evtl. sinnvoller die Kinder schon ein erstes Experiment machen zu lassen?

    Oder du machst das Experiment vor (natürlich nur mit Kleinspannung und nicht mit 230V) und sie können dann an verschiedenen Stellen am Kabel, an der Glühbirne etc. anfassen, um selber festzustellen, ob es warm wird oder nicht?

    Achtung: Wähle die Glühbirne nicht zu kräftig (also 12V 50W Halogen wäre falsch), sonst wird sie so heiß, daß man sich die Finger verbrennen kann.

    Als ich damals in der Grundschule war und es um den Strom ging, kam natürlich das von wegen "keine Nägel in die Steckdose stecken". Außerdem hatte die Lehrerin dann noch einen Trafo einer Modelleisenbahn dabei. Einmal die Kontakte anfassen und den Trafo langsam aufdrehen... es kribbelte, erst wenig und dann immer stärker. Das waren dann 16 Volt.

    Motto: Bei 230V wird das Kribbeln mehr als nur unerträglich.

    Ja, das ist möglich, sofern das verliehene Amt gleich bleibt, die Lehrkraft also z.B. StR bleibt, auch wenn an der Grundschule unterrichtet wird.

    Soweit kein Problem, ist ja Beamtenrecht. Und wenn sie entscheiden würden, daß Plattyplus ab morgen Flüchtlinge registrieren muß als Landesbeamter, dann muß er das tun. Darum gibt es ja auch im Beamtenrecht den Passus "Unfähigkeit ist kein Dienstvergehen". Ich muß "nur" mein best Möglichstes tun, um die neue Stelle auszufüllen. Wenn das nicht reicht, ist es das Problem des Dienstherren. Also würden sie mich in eine Grundschule versetzen, wo ich von Primar-Pädagogik gar keine Ahnung habe, ich mache überwiegend Abendschule mit "Schülern" im Alter von 25+, und die Ergebnisse entsprechend schlecht ausfallen, dann ist das eben so.

    Was ich mich aber bei solchen Umsetzungen bzw. Versetzungen immer frage: Sollten sie einen StR. mit Besoldungsgruppe a13 an eine Grundschule schicken, kann er ja nie mehr OStR. werden. Seine Laufbahnmöglichkeiten sind dann also schon beschränkt. Also wie kommt so ein Zwangsversetzter noch zu einem Beförderungsamt?

    Das sind so genannte Fachlehrer, die relativ mies bezahlt werden (ich glaube A9). Außerdem sind die Fächer sehr begrenzt (Kunst, Musik, Sport, Hauswirtschaft und Technik).

    Die Fachlehrer, bei uns langläufig "Werkstattlehrer" genannt, haben wir auch. Mit Glück kommen die irgendwann auf Besoldungsgruppe a10. Voraussetzung für die Einstellung als Fachlehrer ist bei uns entweder ein Meisterbrief oder die bestandene Techniker-Schule plus 5 Jahre Berufserfahrung im erlernten (handwerklichen) Beruf. Diese Lehrer stellen bei uns am Berufskolleg den praktischen Werkstattbetrieb der Vollzeit-Schüler sicher und dürfen maximal 16 Schüler an den Maschinen unterrichten. Die Klassen müssen für den praktischen Unterricht also regelmäßig geteilt werden, was die Arbeit des Stundenplaners noch einmal zusätzlich erschwert.

    und damit den maximalen Lernerfolg erzielst

    Dann definier erst einmal bitte, was dieser "maximale Lernerfolg" denn genau ist. Man könnte darauf ja auch platt antworten, daß man Frontalunterricht macht, auf das man möglichst schnell möglichst viel Stoff durchbekommt. Der maximale Lernerfolg ergibt sich dann aus der Masse des vermittelten Stoffs.

    Ich weiß, ich bin jetzt mal ganz ketzerisch. :teufel:

    Wie gesagt, ich hätte gerne eine ganz genaue Checkliste, welche Kriterien abgeprüft werden und wie genau diese zu erfüllen sind, um die Note 1, 2, ... 5 oder 6 zu rechtfertigen.

    Quasi wie bei einem Zerspaner-Azubi, der in der praktischen Prüfung ein ganz spezielles Werkstück fertigen soll. Betragen alle Maßabweichungen weniger als 0,01mm, ist es die Note 1, betragen sie maximal 0,05mm ist es die Note 2, usw. usw. ...

    Mit diesen schwammigen Aussagen a la: "Er hat kein Standing vor der Klasse" kann ich nichts anfangen, wenn es ans Bewerten geht.

    Naja oder viel mehr vom Seminar.

    Ich würde mal denken, daß das auch von den Schulen im Umkreis des Seminars abhängt. Bei uns ist z.B. allgemeine Ansicht, daß man unliebsame Kollegen in Richtung "Seminar" entsorgt. Die werden dann dorthin weggelobt, hauptsache man muß sie nicht mehr auf Schüler loslassen.

    Ein ganz bestimmter Seminarleiter hat es sogar schon geschafft bei uns an der Schule Hausverbot zu bekommen von wegen "Gefährdung des Schulfriedens". Allein bei Nennung seines Namens gehen 2/3 aller Kollegen sofort steil.
    Wäre mal interessant, wenn ein Refi dem doch mal wieder zugeteilt werden würde. Dann muß er ja kommen, um den zu beurteilen, darf aber das Gelände nicht betreten. :teufel:

    Ich glaube, hier irrst du gewaltig. Wir reden nie mit dem Seminar, sondern sagen den Reffis, wie die Grundlagen funktionieren. In der Prüfung und den Nachbesprechungen sitzen wir nicht mal dabei.

    Das ehrt Euch. Ich habe es ganz anders erlebt. Da kamen die Seminarausbilder von der Nachbarschule, die am anderen Ende des Schulhofs lag. Die Kollegen waren entsprechend auch privat mit den Kollegen bei mir an der Ausbildungsschule engstens verbandelt, was Hobbys etc. angeht und haben auch ganz offen angesagt, daß sie sich selbstverständlich am Wochenende vor der Theke oder im Fitnesstudio über mich unterhalten hätten.

    Wobei ich aber auch zugeben muß, daß mich das Seminar bzw. der Fachseminarleiter bei den Unterrichtsbesuchen echt rausgeboxt hat. Meine damalige Schulleiterin wollte mich nicht zum BdU zulassen. Begründung: Plattyplus hat es fachlich nicht drauf. Bei der Nachbesprechung der Stunde war die Antwort des Fachleiters zur Schulleiterin nur: "Fr. ..., sie sind ja vom Fach. Das muß so gemacht werden, wie der Plattyplus es gemacht hat. Und wenn sie es anders machen, dann haben sie es in den letzten 35 Jahren fachlich falsch gemacht!"

    Da konnte die Schulleiterin nicht mehr anders, als mich zum BdU zuzulassen. :)
    Die Nichtzulassung zum BdU ist ja die einzige Klippe, über die eine Schulleitung einen Refi in NRW stürzen kann, denn ohne BdU wird man gar nicht erst zur UPP zugelassen.

    Deswegen wüsste ich auch nicht, was eine Ausbildung im eigentlichen Sinne ist? Klär mich gerne auf.

    Ich denke der Hauptunterschied zwischen dem Referendariat für den Schuldienst und allen anderen Ausbildungen ist, daß man im Referendariat keinen empirisch nachgewiesenen Katalog hat, an dem man abarbeiten kann, ob der angehende Lehrer jetzt guten oder schlechten Unterricht macht.

    Denn ja, ich hätte gerne von den Ausbildern im Referendariat ein klares "Richtig" oder "Falsch" gehört und nicht irgendwelchen verschrobenen Pädagogik-Quatsch auf Mikro-, Meso- und Makro-Ebene. Diese ganze Verklausulierung läuft doch nur, weil niemand in der Lage ist mal ganz klar Farbe zu bekennen. Da verschanzt man sich lieber hinter irgendwelchen Fachbegriffen. Und wenn es dann bei der Umsetzung des ganzen Krams immer noch nicht läuft, ist der Reffi nicht in der Lage das ganze Geseiere zu verstehen, weil er dafür intellektuell ja total unterbelichtet ist.

    Also was macht jetzt einen guten Lehrer aus? Ich hätte gerne ein Checkiste mit den Bewertungsriterien und einer ganz klaren Anforderungmatrix für jeden Punkt auf der Checkliste, so daß ich die Leistung konkret einordnen kann.

    Und ja, auch ich empfinde das Ref. als Härtetest. Dabei geht es aber weniger um den Stundenumfang, der zieht nachher noch an. Aber es geht darum, daß man wirklich vor allen in diesem Mordsbetrieb zu Kreuze kriechen muß. Und nein, der "Feind" steht nicht in Form der Schulklasse vor einem sondern in Form des kompletten Kollegiums und der Ausbilder hinter einem. Das sind nicht meine Kollegen, das sind alles meine Prüfer! Nur muß man das erst einmal erkennen. Rückzugsmöglichkeit = null, weil wirklich alles beobachtet und den "Kollegen" mit Beurteilungsmacht gesteckt wird.
    Ok, meine Antwort auf diese in die Ecke gedrängte Position war damals ein Frontalangriff auf ganzer Linie. Motto: "Jetzt erst Recht!" Aber die Mentalität bringen wohl nicht alle mit.

    aber in dem Film wurde echt wenig Konstruktives seitens der Ausbilder gezeigt.
    Ich habe den Film mit einem Bekannten zusammen angeschaut (kein Lehrer) und er meinte mehrmals "Ja, und wie soll er/sie es jetzt stattdessen machen?".

    Mein Mitreferendar hat es damals so formuliert:

    "Im Referendariat geht es nicht darum den Leuten irgendetwas beizubringen. Es geht nur darum sie zu brechen, um sie für den Schuldienst tauglich zu machen. Untergebene mit Rückgrat, damit kommt der Beamtenapparat nicht klar."

    So gesehen hat es der Ausbilder genau richtig gemacht.

    Ach ja: Er hat das Ref. auch im 1. Anlauf bestanden. Also ein Ausspruch im Zustand des Nichtbestehens war es nicht.

    Meine Ausbildung dauerte 9 Semester + 3 Semester Ref. = 6 Jahre.

    Und was von dem, was du da gelernt hast, brauchst du im Alltag? Ich habe für mich festgestellt, daß die Ausbildung an der uni irgendwie so rein gar nichts mit meinem Alltag zutun hat. Das Ref. war auch das reinste Schaulaufen. Strategien, wie man nachher die 30 Stunden/Woche gestemmt bekommt oder so? Fehlanzeige auf ganzer Linie!

    Mein Kollege mußte vorgestern einem 19jährigen Schüler erklären, wie man zum Arzt geht. Also das man da anruft, einen Termin macht, vorne am Tresen seine Krankenkassenkarte hinlegt, behandelt wird und mit einem Rezept und Attest die Arztpraxis wieder verläßt.

    Ich war geschockt, daß man solche Dinge im Elternhaus anscheinend nicht vermittelt bekommt. :staun:

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