Beiträge von plattyplus

    Wenn da Bill Gates seinem alte "Kumpel" Jobs keinen Krdit gegeben hätte, dann würde es Apple schon lange nicht mehr geben.

    Wenn Microsoft kein Office für den Mac anbieten würde, wäre das der nächste Sargnagel.

    Für den Privatanwender gibt es da zwar Alternativen, auch wenn die nicht 100% kompatibel sind, aber im professionellen Umfeld, also die Verknüpfung der Anwendungen untereinander und der dahinterstehenden Server ist Microsoft halt immer noch ungeschlagen. Es gibt zwar für jede einzelne Office-Funktion eine Alternative von irgendeinem Anbieter, aber wenn es dann darum geht, wie diese Alternativen harmonisch zusammenarbeiten, um z.B. die Adress-Datenbank aus dem Smartphone für einen Serienbrief zu nutzen, wird es eng.

    Ja, mit word und excel kann man bestimmt dröltausend mehr Dinge machen- mache ich aber ja nicht.

    Und ich habe halt im Unterricht die Aufgabe den Schülern diese zusätzlichen Dinge beizubringen. Da sollte man das dann schon drauf haben.

    Ach ja: An der Schule, an die sie mich für einen Tag in der Woche abgeordnet haben, haben sie iMacs in allen Klassenräumen (also auch in den 08/15-Klassenräumen als Lehrerrechner, um damit den Beamer zu füttern). Auf den Geräten läuft allerdings durchgehend Windows 7, wohl weil die Kollegen an der Schule das iOS nicht haben wollten.

    Meine zugegeben persönlichen Punkte gegen den Mac:

    • Mir fehlt die rechte Maustaste
    • fehlende Unterstützung bei spezieller Software, Dateiformaten
    • in der Schule haben wir eine komplette Windows-Landschaft
    • ich bin auf Windows 7/10 eingearbeitet

    aber eigentlich würde ich ja lieber richtig mit Netzgerät und Kabeln und ...

    Moin,
    also das mit dem Netzgerät würde ich lieber bleiben lassen und stattdessen Batterien einsetzen. Zu meiner Schulzeit sind wir da auch mit 4,5V Blockbatterien angefangen. Der große Vorteil der Batterien ist, daß man die Schüler wirklich eigenständig damit Schülerversuche durchführen lassen kann. Bei Netzgeräten hast Du immer ein versicherungstechnisches Problem, es sei denn Du bist ausgewiesener Lehrer für E-Technik.
    Kann halt immer passieren, daß ein Schüler ein Kabel durch die Lüftungsschlitze des Netzgeräts friemelt. Die noch größere Gefahr besteht in der Form der Büschelstecker selber. Manche Stecker passen da echt gut in die normale Schuko-Steckdose. :(

    Ich durfte jedenfalls schon extra an einer Elektro-Unterweisung teilnehmen, um Sek II Schülern dann auch mit einem Netzgerät mit Kleinspannung was zeigen zu dürfen. Verrückte Welt.

    In NRW werden Gym-Lehrer in Grundschulen eingestellt und verbeamtet. Lehrermangel macht so einiges möglich

    In NRW sind sie aber auch so pingelig, daß sich jemand mit einem Abschluß für Sek IIb (berufsbildend) nicht auf Stellen bewerben darf, die für Sek II (allgemeinbildend) ausgeschrieben sind. Dazu gibt es da noch zieg zersplitterte Fächer.

    Bsp.: Informatik

    • Informatik (Sek II)
    • technische Informatik (Sek IIb)
    • Wirtschaftsinformatik (Sek IIb)
    • Büroorganisation (Sek IIb)

    In Niedersachsen gibt es nur einmal das Fach "Informatik" und damit darf man sich dann an allen Schulen bewerben, fertig aus. Wird dann ganz besonders spaßig, wenn man sich die Sek IIb-Fächer anerkennen lassen will. Die kennen das gar nicht.

    Der Witz dabei ist ja, daß man nachher eh etwas ganz anderes unterrichtet, als das, wofür man eingestellt worden ist. Ist ein Lehrer an einer Schule einmal eingestellt, kann er fachfremd praktisch alles unterrichten, auch Wirtschaft in der Sek II als Religionslehrer. :staun:

    Leider hat unser Lehramtsstudent die 3. Möglichkeit vergessen und diese ist heute wohl die häufigste Alternative:

    Der Unterricht wird heruntergebrochen, um alle Schüler mitzunehmen. Leider werden in Folge des vereinfachten Unterrichts dann auch die Prüfungsanforderungen heruntergeschraubt, da es sonst ja sehr unbequem wird, wenn man Klausuren mit so vielen 5ern und 6ern zurückgeben muß. Am Ende haben alle Schüler formal auf dem Papier den Abschluß bekommen und können trotzdem nichts. So schlagen sie dann in der weiterführenden Schule bzw. Klasse auf, sind wieder in keinster Weise in der Lage dem eigentlich zu fordernden Niveau zu folgen und das Spielchen beginnt von vorne.

    Und am Ende wundern sich alle, daß die Wirtschaft sagt, daß die heutigen Schüler nicht ausbildungsreif sind usw. usw. ... Kuschelpädagogik mag kurzfristig für den einzelnen Lehrer bequem sein, langfristig führt sie aber zu gewaltigen Problemen.

    Meine damaligen Universität pfeift so z.B. inzw. schon auf die Allgemeine Hochschulreife als Zugangsvoraussetzung, Fachhochschulreife reicht. Aber dafür sortieren sie in den ersten beiden Semestern selber aus, weil die Zeugnisse der angehenden Studenten eh nichts mehr über deren Leistungsfähigkeit aussagen. So kommt es dann, daß in manchen technischen Studiengängen von 1600 Studienanfängern am Ende nur 32 Absolventen übrig bleiben. Über 50% sind schon nach den Weihnachtsferien weg, die schreiben nicht eine einzige Klausur an der Uni, weil sie selber schon erkennen, daß sie das geforderte Niveau nicht ansatzweise erreichen. Ist es das, was die Kuschelpädagogen hier wollen?

    Bei den Azubis in den technischen Berufen sieht es ähnlich aus. Klar ist es bitter einen Azubi im 3. Versuch durchfallen zu lassen, weil er dann endgültig draußen ist. Aber wenn er als Elektriker, Gas-/Wasserinstallateur oder KFZ-Mechaniker besteht, arbeitet er danach an wirklich sicherheitsrelevanten Dingen und da sind Fehler einfach nicht akzeptabel! Oder anders: Als mich die Schulleitung mal fragte, ob das Durchfallen denn wirklich sein müsse, habe ich nur noch gefragt, ob er die Azuis an die Radbolzen seines privaten PKWs und an die Gasinstallation in seinem privaten Wohnhaus ran lassen würde ohne Aufsicht, weil wenn sie bei uns bestehen, dann dürfen sie ja. Danach kam nur noch das große Schweigen!

    P.S. Hoffte, dass man am BK nicht mehr in der Hochphase der Puberät steckt und das "Dicke-Hose-Alter" langsam aber sicher schwindet.

    Du scheinst Berufsoptimist zu sein. :pirat:
    Die stecken noch voll in der Pubertät und an Vorwissen kannst Du eigentlich nur erwarten, daß sie das können, was sie in der Grundschule mal gelernt haben. Was in den Klassen 5-10 unterrichtet wurde, ist irgendwie komplett weg.

    Müsst ihr Arbeiten nicht genehmigen lassen, die solch schlechten Schnitt haben?

    Nein, müssen wir nicht mehr genehmigen lassen. Wie gesagt, der Drittelerlaß wurde gottseidank wieder abgeschafft und damit war auch das "genehmigen lassen" weg.

    --> https://de.wikipedia.org/wiki/Drittelerlass

    Als nach langen SPD-Jahren die CDU in NRW am Ruder war, wurde der Erlaß 2006 ersatzlos gestrichen.

    Was schlägst du also vor? Niveau halten und auf die Stellenbeschreibung bestehen, die du vor Jahrzehnten unterschrieben hast? Und dann das Schuljahr ohne Schüler zu Ende bringen?

    Genau das wird bei mir am Heimatort (nicht in meiner Schule) gemacht. Da beschwert sich dann zwar die Presse, daß es im letzten Schuljahr an allen Berufskollegs im Kreis in den entsprechenden Klassen (die nannten sich hier KSOB) nicht einen einzigen Absolventen gab, aber dann ist das eben so. Und ja, ich kann mich eigentlich nur bei den Kollegen bedanken, die sich auf die Fahnen geschrieben haben die Qualität der Abschlüsse oben zu halten.

    Es bringt doch nichts den Schülern, die die Hauptschule nach Klasse 6 verlassen haben, weil sie inzw. 16 Jahre alt sind, irgendeinen Abschluß hinterherzuwerfen. Durch das inzw. fortgeschrittene Alter haben die doch kein entsprechendes Bildungsniveau inzw. erreicht. Welche Wirkung hat das auf die, die sich wirklich dafür angestrengt haben? Welche Wirkung hat sowas auf die Betriebe, die Lehrlinge suchen? Bereits jetzt ist der Hauptschulabschluß komplett wertlos, weil er praktisch allen Schülern hinterhergeworfen wird. Bei dem Realschulabschluß passiert gerade das Gleiche. Der wird auch zunehmend wertlos und die Betriebe bestehen auf einem Abitur als Voraussetzung für eine Lehre. Das ist doch der totale Wahnsinn und Folge der Noteninflation.

    Und ja, wenn ich Schüler in der Klasse habe, bei denen es sich bereits ganz früh abzeichnet, dass ihre intellektuellen Fähigkeiten nicht für den angestrebten Abschluss reichen, berate ich sie (in ihrem Interesse!) entsprechend!

    Mache ich auch.

    Eine Möglichkeit wäre z.B. eine Lehre zu machen, auch wenn es dann erst einmal nur eine ganz einfache zweijährige Lehre zum Fahrradmechaniker, Fachlageristen oder Maschinen- und Anlagenführer ist. Wenn die inzw. jungen Erwachsenen bisher im Heimatland noch nie eine Schule von innen gesehen haben, wären zusätzlich Alphabetisierungskurse in der Abendrealschule bzw. Volkshochschule sinnvoll.

    Es bringt doch nichts Erwachsene immer weiter in der Schule zu parken, weil man ihnen die "grausame Welt da draußen" nicht zutrauen mag.

    Hier denke ich aber, dass es sich um Jugendliche handelt, die bei entsprechender Ermunterung (großteils) gerne weiterkommen würden, es aber von Kollegen verhindert wird, die sagen, dass sie weitermachen wollen wie bisher.

    Das Problem ist doch:
    Wie ermuntere ich sie weiterzumachen, wenn ich ihnen dann in den Klausuren trotzdem eine 6 reinhauen muß? Klar kann ich im Unterricht differenzieren, bei der Notengebung kann ich es aber nicht. Da ist ein bestimmtes Niveau gefordert, das erreicht werden muß, fertig. Und ja, wenn das dann bedeutet, daß es zu 80% 6er kommt, dann ist das so. Der Drittelerlaß wurde nicht umsonst abgeschafft.

    Die Klasse, die zu über 90% aus Immigranten besteht (viele davon Flüchtlinge und erst seit 1-2 Jahren in Deutschland), hat Probleme mit einem Lehrer (Englisch). Dieser besteht darauf, nur auf dem Niveau zu unterrichten, das man seiner Meinung nach haben muss, um den Abschluss zu bekommen (Zitat: "Wer das nicht schafft, hat Pech."). Dazu will ich auch gar nichts sagen.

    So leid es mir für Dich tut, aber der Kollege hat Recht. Die Fachoberschulreife hat einen entsprechenden Wert und es bringt überhaupt nichts allen Schülern den Abschluß hinterherzuwerfen, weil man ihnen den Lebensweg nicht verbauen will. Ich habe auch Kollegen, die so "gut" bewerten, daß die Kolegen sich schon über deren total gegenstandslose Notengebung bei der SL beschwert haben.

    Resultat von dieser Noteninflation ist, daß wir unseren eigenen FOR nicht mehr akzeptieren, wenn sich die eigenen Schüler für eine weitere vollzeitschulische Ausbildung bewerben. Und die, die dann von anderen Schulen kommend doch irgendwie bei uns angekommen sind, fliegen innerhalb des ersten Jahres danach wieder raus, weil ihre Leistung vorne und hinten nicht reicht. Ich hatte das Spektakel gerade im letzten Schuljahr wieder. Bin mit insg. 31 Schülern mit FOR angefangen und das Schuljahr mit 19 beendet.

    Da die Schüler eine gewisse Stundenzahl mitbringen, macht man bei 8 Schülern pro Klasse kein Minus.

    Bei uns an der Regelschule liegt das Mittel bei 19,5 Schülern pro Klasse. Darunter macht man minus. Allerdings haben wir das Problem, daß wir manche Klassen bilden müssen und das leider auch mit in die Statistik fällt. Konkret rede ich hier von Landesfachklassen. Es gibt also in ganz NRW nur eine Azubi-Klasse für diesen Beruf. Wenn da dann nur 2 Azubis sitzen, müssen wir trotzdem die Klasse anbieten. Entsprechend ist gerade in den Vollzeit-Klassen eine Schülerzahl von 28-30 wirklich die Regel, um im Schnitt dann wieder auf 19,5 zu kommen.


    Laut der Studie kostet die komplett inklusive Beschulung der derzeitigen Förderschüler mehr als dreimal so viel wie das derzeitige Förderschulsystem.

    Und da frage ich mich dann, ob nicht die normalen Kinder übervorteilt werden. Was können sie dafür, daß sie normal sind? Darf man deswegen bei ihnen den Rotstift ansetzen, um dann für die EUSE-Kindern noch mehr Geld zur Verfügung zu haben? Ich denke nein!

    Wenn es um die Schulpolitik geht, denke ich immer nur:

    Warum können wir nicht einfach alle politischen Entscheidungen der letzten 35 Jahre auf der Müllhalde der Geschichte entsorgen und das Schulrecht aus den späten 1970ern wieder einführen? Das würde uns nach vorne bringen.

    Ich beiße hier bei unseren Elektrikern ja auch auf Granit, wenn es darum geht wann Azubis in der Gesellenprüfung durchfallen. Meiner Meinung nach bräuchten wir dringend einen Katalog mit KO-Kriterien. Also einen Katalog ganz bestimmter Fehler, die zwingend zum Nichtbestehen führen und durch nichts mehr ausgeglichen werden können, weil sie im späteren Berufsleben tödlich enden, z.B. Arbeiten an Elektroanlagen ohne vorher den Strom abzustellen.

    Mir wollte damals ein Seminarling erzählen, dass Integralrechung am beruflichen Gymnasium für Erziehung und Soziales nichts zu suchen habe, wenn es keinen Berufsbezug für die auszubildenden Erzieherinnen gäbe (grob zusammengefasst). Ich habe ihn dann auf den die Regelung in der APO-BK, die nun aber eine wissenschaftspropädeutische Ausbildung für diese Bildungsgänge verlangt, hingewiesen.

    Moin,

    und mir wollten sie damals im Rechnungswesen erklären, daß das Eröffnungsbilanzkonto komplett überflüssig ist. Da das Thema "Eröffnungsbilanzkonto" auch nicht in der didkatischen Jahresplanung stehen würde, wäre es in meiner Vorführstunde entsprechend zu keinem, im Sinne der Ausbildungsordnung, signifikanten Lernzuwachs gekommen und damit wäre die Stunde mit 6 zu bewerten.

    Die Antwort darauf war nur noch, daß das Rechnungswesen ganz stringend aufgebaut ist, halt Mathematik pur, und man da bei der Lösungsstrategie nicht einfach einen Baustein mittendrin weglassen kann, ohne das es dann fachlich falsch wird.

    Also für die Mathematiker hier: Wenn man eine Kurvendiskussion macht, kann man nicht die Ableitungsregeln weglassen und dann fordern in weiteren Schritten die Hoch- und Tiefpunkte sowie Wendestellen zu bestimmen.

    Es ist politisch eine gewisse Bereitschaft da, mehr Geld in die Hand zu nehmen, aber wenn man dann wie ich schildert, wie es für Kinder aussehen müsste, die zu unserer ureigensten Schülerschaft gehören (also nicht die leichteren Fälle), wird klar, was für ein teures Unterfangen eine zu Ende gedachte Inklusion wirklich ist. Es geht nicht nur um ein bisschen mehr, sondern um wahnsinnig viel. Dadurch, dass es nicht in einer Klasse von ca. 8 Schülern gebündelt ist, fallen die Kosten dann mehrfach an.

    Moin,

    also um das "wahnsinnig viel" mal grob abzustecken, würde ich sagen, daß dafür dann eine 1:1 Betreuung her muß. Es braucht also jedes Inklusionskind einen eigenen Förderschullehrer in wirklich jeder Stunde. Das wäre zumindest meine ganz grobe Einschätzung. Krankheitsreserven sind da natürlich noch nicht drin und über die Umgestaltung der Schulgebäude und etwaigen Technikeinsatz haben wir auch noch gar nicht geredet. Da Du jetzt von Klassenstärken von 8 Schülern redest, würden sich folglich die Personalkosten verachtfachen.

    Daher auch meine Meinung, daß die Politik das mal schnell machen wollte, um Geld zu sparen ohne auch nur ansatzweise zu erkennen, was das für ein Brocken ist und das es derzeit im Alltag halt absolut nicht läuft.

    Außerdem frage ich mich ganz ehrlich, ob es fair gegenüber den gesunden Kindern ist, die Regelschulen verkommen zu lassen und alles in die paar Inkludierten zu investieren. Am Ende des Tages kann halt jeder Euro nur einmal ausgegeben werden. Da könnte man auch argumentieren, daß jedes Kind ein Anrecht auf ein gleiches "Budget" hat, das für seine Bildung ausgegeben wird. Aber da landen wir am Ende sicherlich bei einer Diskussion, ob es moralisch vertretbar ist Lebenschancen und damit letztlich Menschenleben gegeneinander aufzurechnen. Klar hat das Verfassungsgeicht gesagt, daß man das nicht gegeneinander aufrechnen darf, aber die Bevölkerung denkt da etwas anders.
    --> https://www.welt.de/kultur/medien/…ntschieden.html

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