Beiträge von plattyplus

    Ich glaube nicht, dass einem das Fachwissen, das man sich während der Promotion erarbeitet, in der Schule so viel weiter bringt.

    Also die Doktoren, die dir bei uns am BK haben, haben ihren Titel weit vor der Schule gemacht und sind dann als Quereinsteiger bei uns angefangen, weil sie auch mit dem Dr.-Titel in der Tasche in der Wissendschaft immer nur von einem befristeten Arbeitsvertrag zum nächsten eingestellt wurden.

    :autsch: Versuch dich mal am Tellerrand hochzuziehen... :zahnluecke:

    Ok,
    dann ist der Beruf "Grundschullehrer" in Zukunft also ein klassischer Lehrberuf, der kein Studium mehr benötigt? Darüber wird sich jede Landesregierung freuen. Dann werden Grundschullehrer also zukünftig in der Besoldungsgruppe a9 eingestuft, wie es Werkstattlehrer heute schon sind? Damit erweist man allen Grundschullehrern, die die gleiche Besoldung wie die Sek 2 Lehrkräfte anstreben, einen Bärendienst. :autsch:

    Wobei die Landesregierung auf dieser Basis die Grundschullehrer dann wahrscheinlich eher noch in a8 stecken würden, schließlich brauchen Werkstattlehrer am Bk immerhin mindestens einen Meisterbrief oder müssen Techniker sein. Die einfache Lehre reicht auch dort nicht.

    Folgte man der Argumentation, Lehrer müssen eine universitäre Ausbildung haben, um gute Lehrer zu werden, hieße das ja auch, dass Lehrer mit ihrer universitären Ausbildung bessere Pädagogen sind als Erzieher, die keine universitäre Ausbildung haben. Ist das denn wirklich so?

    Ich frage mal andersrum: Wenn Grundschullehrer jetzt ein klassischer Lehrberuf wird (3,5 Jährige Lehre), wo es vorher eines Kurzstudiums von 6 Semestern bedurfte, können wir dann in Zukunft auch die Besoldung von Grundschulpädagogen auf Besoldungsgruppe a9 kürzen?

    Entschuldigung für die etwas ketzerische Frage, aber bisher wurde zumindest bei uns in NRW die Besoldungsgruppe immer an der Art und der Dauer der Ausbildung festgemacht.

    Mach die Klausurtermine schon gleich am ersten Schultag des neuen Jahres fürs ganze Jahr fest. Kein Ärger mehr mit den Kollegen und Schülern, weil sich die Klausuren eh immer zu gewissen Terminen ballen.

    Bei mir gucken die Schüler dann zwar immer blöd, weil es irgendwie für sie der totale Schock ist, wenn es dann Ende August heißt: "Und die 4. Klausur im Schuljahr schreiben mir am 23.05.2018", aber das Theater "wir wollen eine Woche später schreiben, weil die Woche doch schon mit x Klausuren voll ist", gibt es nicht.

    Blöd ist nur, daß es da noch Zentralklausuren gibt (in Deutsch, Mathe, Englisch), bei denen alle Parallelklassen gleichzeitig schreiben. Leider stehen die Termine noch nicht fest und auch unsere Religionsvertreter bekommen das nicht hin mir jetzt schon zu sagen, wann der Weihnachtsgottesdienst sein wird. Das könnte die Pläne durchkreuzen.

    An meiner Ausbildungsschule war das irgendwie besser. Da gab es zu Beginn des Schuljahrs gleich eine Terminübersicht (5-6 Seiten) über sämtliche Konferenzen etc. des kompletten Schuljahrs. Da konnte man alles andere drumrum planen.

    hab ihr angeboten zu hospitieren

    Wetten, daß der Knirps in dem Moment, wo Mama dabei ist, der liebste Junge von Welt ist? ;)

    Kurzum: Mach Nägel mit Köpfen, ggf. auch gegen die Eltern. Das bist Du den anderen Knirpsen schuldig. Oder wie es mein Oberarzt zu Zivi-Zeiten mal formulierte, als es darum ging einem Kind nach einer OP auf der Intensivstation eine Bluttransfusion zu verabreichen: "Entweder Sie unterschreiben hier oder ich entziehe Ihnen wegen Kindeswohlgefährdung das Sorgerecht und unterschreibe selber! Aus religiösen Gründen (Zeugen Jehovas) der Eltern lasse ich hier kein Kind sterben!"

    Wie weit bist du bei der Schulleitung wegen einer Untersuchung beim Amtsarzt? Notfalls läßt den Jungen auch direkt aus dem Unterricht per Polizei dort vorführen.

    kann ich sowas anleiern?

    Eine amtsärztliche Untersuchung kann die Schule anleiern, wenn sie dein Eindruck hat, daß der Schüler aktuell evtl. nicht schulfähig sein könnte. Das er evtl. mal vor 1 oder 2 Jahren schulfähig war bei der Eingangsutersuchung zur Einschulung ist dann erstmal nicht so wichtig. Die Asperger-ERkrankung könnte ja auch schlimmer geworden sein.

    Sollte der Amtsarzt zum Schluß kommen, daß er nicht schulfähig ist, müßte der Schüler eure Schule verlassen.

    sie sprach von kurzbeschulung, das werd ich anleiern

    Also für mich klingt ds eher so, als brauche das Kind keine Kurzbeschulung sondern eher genau das Gegenteil, ggf. auch räumlich weit weg von den Eltern.

    Und ja, ob diese Situation für dich tragbar ist, mußt du selber entscheiden. Aber für die Mitschüler ist es nicht tragbar, es zeigt nämlich das Frechheit sieht und man bei uns mit allem durchkommt, weil es ja sowieso nicht sanktioniert wird.

    Gibt es bei Euch in Niedersachsen sowas wie Bezirksdienstbeamte bei der Polizei? Bei uns heißen die verächtlich immer "Ortssheriff" und führen an den Grundschulen u.a. den Fahrradunterricht (ein Tag alle 6 Monate) durch. Für den Asperger-Aspiranten wäre es zwar ein Schock, aber wie gesagt, ich denke da eher an die anderen Kinder. Jedenfalls habe ich es selber als Schüler mal erlebt, wie besagter Polizist dann in der Grundschule auftauchte. Ein Satz zu einem Mitschüler reichte: "Du kommst morgen mit deinem Vater um 9 Uhr auf die Wache. Da klären wir das dann!"

    Das hat zumindest auf mich als Mitschüler damals den Eindruck hinterlassen, daß der Staat sich doch noch durchsetzen kann. :staun:

    Da muss erst eine Einladung erfolgen, dann ein gemeinsam passender Termin gefunden werden, dann sitzt man da mit diesem einen Gesprächsthema

    Moin,

    also bei uns läuft das so, daß der Schulleiter einlädt. Dann wird aber gleich der Termin vorgegeben wann es ihm in den Kalender paßt und nicht den Eltern. Zusammen mit der schriftlichen Einladung kommt auch gleich eine Rechtsbehelfsbelehrung. Kommt niemand (Eltern und/oder Schüler) zum Termin, wird in Abwesenheit die entsprechende Sanktion beschlossen. Fertig.


    Ich finde, es reicht eine mündliche Ermahnung und dann Sanktion. Oder - Kompromiss - eine Mitteilung an die Eltern und im Wiederholungsfalle eine Sanktion.

    Also ich mache inzw. alles nur noch schriftlich. Wir haben da auch entsprechende Formulare für die Mitteilungen an die Eltern, damit das nicht in zuviel Schreibarbeit ausartet. Der Vorteil dabei ist, daß ich alles aktenkundig habe. Wenn ich dann mit der Schülerakte zum Chef gehe, ist die bereits entsprechend umfangreich.

    Und was die Sanktionen beim Abschreiben angeht: Bei uns schreibt man in jedem Fach üblicherweise nur 1-2 Klausuren im Halbjahr. Wenn man da eine Klausur wegen eines Täuschungsversuchs mit 6 bewertet, schlägt das schon aufs Zeugnis durch.

    Wir müssen sie nur anwenden und wir dürfen nicht umfallen, wenn Eltern dagegen Sturm laufen,

    Bei mir laufen gerade die Schüler dagegen Sturm. War heute das erste Mal wieder in der Schule. Ist ja die letzte Woche vor dem Ende der Sommerferien in NRW, wir müssen in der letzten Woche für die Schule zur Verfügung stehen (dürfen also nicht verreist sein) und ich wollte nur mal gucken, ob ich vielleicht doch noch übermorgen zu einer Nachprüfung muß, ob noch eine zusätzliche Konferenz angesetzt wurde oder was sonst noch so im Fach liegt.

    Im Fach liegt ein schriftlicher Widerspruch einer meiner Schüler zu den von mir berechneten und auf dem Zeugnis ausgewiesenen Fehlstunden. Die Fehlstunden wären alle entschuldigt. Ja klar waren die aus Sicht des Schülers entschuldigt. Nur blöd, daß ich Entschuldigungen zur eigenmächtigen Pausenverlängerung a la "Wir waren noch im Netto (Supermarkt)" nicht akzeptiere. :zungeraus:

    Deine Idee ist auf jeden Fall kreativ. Vielleicht funktioniert sie auch.
    Weißt du von jemandem, der das schon einmal so durchgezogen hat?

    Als ich Referendar war, hat mein damaliger Abteilungsleiter das durchgezogen. Er hat dann aber auch gleich auf dem Dienstweg (also über den Tisch des Schulleiters) die Bezirksregierung (die ist ja für Berufsschulen zuständig, bei Grundschulen das Schulamt) informiert, daß er sich aufgrund der Vorfälle nicht im Stande sieht den Schüler objektiv zu prüfen. War quasi die gleiche Meldung (nur diesmal mit anderem Hintergrund), die erfolgen müßte, sollte es zu einer Liebesbeziehung zwischen Lehrenden und Lernenden kommen.

    Ergebnis war, daß der Schüler an ein anderes Berufskolleg wechseln mußte, um den Betriebsfrieden innerhalb der Abteilung am BK zu wahren. Wäre ja ein Unding gewesen, wenn die Kollegen dann gegen den eigenen Abteilungsleiter (der dann auch noch Prüfungsausschußvorsitzender ist) agieren müßten.

    Ach ja: Bevor jetzt jemand nölt von wegen Lehrer-Schüler-Beziehung und Schutzbefohlene. Das wäre bei uns am BK ja durchaus möglich. Meine älteste "Schülerin" war 53. Sie hätte vom Alter her locker meine Mutter sein können.

    Deine Antwort klingt logisch, ist aber jetzt in der Grundschule nur teilweise ausprobierbar, weil ja nicht überall die Noten eine große Rolle spielen.

    Du bist doch in einer Grundschule in Bayern? Zählen da die Noten nicht, wenn es darum geht auf welche weiterführende Schule das Kind gehen darf? Ich dachte in Bayern geht es wirklich nach Zehntelnoten, ob Haupt-, Realschule oder Gymnasium dem Grundschüler offen stehen.

    Mich würde einmal interessieren, ob jemand das einmal geschafft hat und damit durchgekommen ist, sich zu weigern, einen Schüler zu unterrichten. Ich kann es mir nicht vorstellen, dass das möglich ist, außer man lässt sich krank schreiben, weil man einfach nicht mehr kann.

    Moin,

    ich kann mir schon vorstellen, daß man mit der Weigerung durchkommt, wenn man es richitg anstellt. Genauer: Wenn die Drohungen und auch die Aggressivität dermaßen ausgeprägt ist, daß ich dauernd damit rechnen muß, daß mich ein Schüler mit einem Stuhl erschlagen will, würde ich ggf. Strafanzeige bei der Polizei stellen. Gewiß wird da nichts bei rumkommen, weil Kinder unter 14 ja noch nicht strafmündig sind. Aber aufgrund der Vorgeschichte würde ich dann im Anschluß argumentieren, daß ich den Schüler nicht mehr unterrichtn kann, weil ich seine Leistungen nach der Anzeige und dem zerstörten Vertrauensverhältnis nicht mehr objektiv bewerten kann. ;)

    Was mich aber interessieren würde: Wie geht ihr damit um, wenn sich die Mitschüler durch diesen extrem aggressiven Schüler bedroht fühlen und sich ggf. auch äußerst handgreiflich wehren? Asberger, Autist, was auch immer. Irgendwann werden sie mit dem Benehmen im Leben auf einen treffen, derstärker ist als sie...

    Moin,
    ich war nach meinem Referendariat auch erst einmal arbeitslos und wurde erst später verbeamtet.

    Finanziell macht es sehr viel Sinn die Nachversicherung nicht hinzunehmen. Bei der Nachversicherung wird schließlich nur der Arbeitgeberanteil nachträglich in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt. Der Arbeitnehmeranteil wurde ja nie entrichtet und kann auch nicht nachgezahlt werden. Entsprechend ergibt sich aus einer Nachversicherung immer eine absolute Mini-Rente. Bei der Pension aus einem Beamtenverhältnis fährst sehr viel besser. Allein schon, weil das Rentenniveau bei gut 40% und das Pensionsniveau bei gut 70% liegt. Außerdem bekommst bei der Rente ja nur die Hälfte dieser 40%, eben weil der Arbeitnehmeranteil ja nie eingezahlt wurde sondern nur der Arbeitgeberanteil nachentrichtet.

    Die Nachversicherung kann, wenn man zusagt auf der Suche nach einer Beamten-Stelle zu sein, um bis zu 2 Jahre aufgeschoben werden. Ich wurde 1,5 Jahre nach dem Ref. dann doch verbeamtet, so daß bei mir dann die Nachversicherung vom Tisch war.

    Also: Ruf beim Landesamt für Besoldung und Versorgung an und schicke zusätzlich noch ein Einschreiben mit Rückschein, daß du den Kram in die Pension mit rein haben willst und eben nicht nachversichert in der Rentenkasse.

    Und du meinst die Wahlplakate der anderen Parteien sind aussagekräftiger? Die sind doch alle komplett austauschbar.

    Das hier etwa?
    --> https://www.welt.de/img/politik/bu…-Berlin-jpg.jpg

    Oder die hier, da könntest wirklich jede Partei (auch afd) drunter schreiben, müßtest nur das Farbschema etwas anpassen:
    --> https://gruene-nrw.de/dateien/themplakat-grafik7-400x566.jpg

    --> http://www.designtagebuch.de/wp-content/upl…g-staerke-1.jpg

    @immergut:
    Und wenn wir schon dabei sind, hoffe ich, daß Du das Copyright auf die Plakate da oben hast. Verlinkungen sind zwar erlaubt, wenn das Bild aber direkt im eigenen Beitrag auftaucht, ist das kein Link mehr sondern man macht sich das Bild zu eigen.

    By the way: früher wurde die PDS bzw. Linkspartei von den anderen Parteien geächtet; da hieß es in den Elefantenrunden immer "wir werden Gespräche mit allen demokratischen Parteien führen" - gemeint war damit, dass die PDS/Linkspartei nicht zu diesem Kreis zähle. Heute hört man genau denselben Satz, gemeint ist die Linkspartei aber nicht mehr, sondern die AFD.

    Für diese ex SED-Partei (=PDS, die Linke) gilt diese Ächtung für mch noch heute. Kann aber auch damit zusammenhängen, daß mein Opa aus der DDR geflüchtet ist und nach dem 1. Fluchtversuch einige Jahre in Bautzen verbringen durfte. Immer, wenn ich Gysi im Fernsehen sehe, bekomme ich einen dicken Hals, weil ich mich daran erinnere, wie er als SED Mitglied den Niedergang seiner Partei beweint hat.

    --> https://www.youtube.com/watch?v=uysfG7jTHI4

    Wer sich nicht alles ansehen möchte, spule einfach bis Minute 5:16 vor.

    D.h., daß es mir Angst macht, daß manche Gebiete von der Politik nicht beackert werden und dann extreme Parteien nach oben kommen. Daraus könnte sich am Ende eine revolutionäre Situation ergeben, wie sie Lenin schon beschrieb: "Eine Revolution ist, wenn die da oben nicht mehr weiter können und die da unten nicht mehr weiter wollen."

    In den 1970ern und 80ern galt, daß es rechts von der CDU/CSU nichts geben darf. Ähnliches galt für die SPD, bei ihr durfte es links von der SPD nichts geben. DIe SPD ist mit Gerd Schröder nach rechts gerückt und die PDS kam nach oben. Unter Merkel ist die CDU nach links gerückt und die afd erblickte das Licht der Welt.

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