Beiträge von plattyplus

    Wer macht das denn bisher mit den Krankmeldungen?

    Das bleibt bei uns alles am Klassenlehrer hängen. Neben den reinen Krankmeldungen muss der Klassenlehrer auch überwachen in welchem Umfang sich Fehlzeiten angehäuft haben, entsprechend Mahnungen schreiben und den Schriftverkehr mit dem Ausländeramt und der Familienkasse (wegen des Kindergelds) führen. Er ist es auch, der die Schulpflicht überwachen muß und allen hinterherlaufen darf. Aktuell habe ich z.B. immer noch 7 Schüler, die sich bei uns für dieses Schuljahr in einer Vollzeitklasse angemeldet haben aber nie zum Unterricht erschienen sind. Wahrscheinlich haben sie doch noch irgendwo eine Lehrstelle gefunden und sich dann nicht mehr an der Schule abgemeldet. Hinter sowas rennst Du als Klassenlehrer über zieg Monate hinterher.

    Wir Lehrer arbeiten ja wie gesagt zu den "eh da"-Kosten. Eigentlich ist es total blödsinnig so eine Verwaltungsarbeit von einer A13-A15 Lehrkraft machen zu lassen, wo die Verwaltungsfachkraft nur mit A10 bezahlt wird. Aber aktuell kosten wir dem Staat halt gar nichts. Da ist die derzeitige Lösung natürlich unschlagbar günstig für den Arbeitgeber. Das ändert sich aber hoffentlich auch, wenn man diesen Verwaltungs-Wahnsinn dann auch zeitlich abrechnen kann.

    Mein Emailpostfach beim Ministerium hat 250MB (ja MB) Speicherplatz. :D

    „Ministerium“, da sagst Du was. :D

    Wir sollten vor Jahren die Prüfungsvorschläge über DiVaBK (Was für ne zickige Diva! ^^ ) einreichen und haben irgendwann zur Nachbearbeitung 🤔 verschlüsselte E-Mails mit den Prüfungen bekommen.

    Diese E-Mails wurden vom Mailserver komplett geblockt. Verschlüsselte E-Mails gingen nicht durch, weil der Virenscanner die nicht verarbeiten konnte.

    Gemäß des Kriegsbegriffs von Antimon durfte sich in Folge der IT-Dienstleister gegenüber der Bezirksregierung erklären warum wir nicht arbeiten konnten.

    Generationen von Schüler:innen sind auch ohne PH-Meter ausgekommen, haben selten selbst Experimente mit Chemikalien durchgeführt, Vorgehensweisen, die man ja heute auch über Beamer, Board oder Schüler-Tablet digital zeigen kann. Ich käme nicht auf die Idee vorzuschlagen, dass man statt eines Versuches auch ein Versuchsprotokoll lesen könnte.

    Gedanklich mache ich etwaige Ausgabrn immer davon abhängig, ob die Schüler selber Initiative zeigen oder sich nur berieseln lassen wollen und ihnen eigentlich eh alles egal ist so lange sie warm und trocken sitzen und mit ihren Kumpels diskutieren können.

    Ich hatte z. B. mal eine Klasse, die selber eine Klassenfahrt geplant hatte, also Ziel, Transportmittel, Unterkunft, Programm, …

    Auf meinen Einwand hin, dass das alles zu teuer wird, haben sie sogar selber rausgesucht wie man Fördermittel bekommen kann, um den preislichen Rahmen nicht zu sprengen. Ich musste nachher in die Formulare nur noch unsere Schulnummer eintragen und alles dem Schulleiter zur Unterschrift vorzulegen. Da hatte ich dann auch überhaupt kein Problem damit anstatt 5 Tagen volle 12 Tage (Montag bis Freitag in der Folgewoche) zu fahren.

    Bei dem Schulmaterial ist es ähnlich. Wenn ich merke, dass die Schülergruppe vor mir wirklich durchzieht, gebe ich auch Geld aus. Aber wenn sie mir direkt ins Gesicht sagen, dass sie nur in der Schule sind, damit ihre Eltern Kindergeld bekommen, läuft meine Motivation im Grenzwert gegen minus unendlich.

    Ich bleibe aber dabei, ihr müsst selber fieser werden. Anekdote: Wir hatten bis vor die Sommerferien 1 TB Speicherplatz auf dem Microsoft Sharepoint. Ich erwähnte weiter oben, der Kanton muss sparen. Also hat man uns heimlich, still und leise über die Sommerferien den individuellen Speicherplatz auf 5 GB reduziert.

    Bei uns ist es ähnlich. Wir haben E-Mail Postfächer mit jeweils 500MB, in denen dann sämtliche Amtsblätter, Konferenzeinladungen und Entschuldigungen bzw. Atteste der Schüler landen.

    Was meinst du, wie erhellend das war , als auf einmal in einer Konferenz nur die Hälfte der Personen anwesend war, weil die andere Hälfte die Einladungrn nicht fristgerecht bekommen hatte, da deren Postfach übergelaufen war und die E-Mail entsprechend nicht zugestellt wurde.

    Könntest du Beispiele nennen?

    Bsp.: Die Schüler lernen bei mir Ethernet-Netzwerkdosen anzuschließen. Dabei gibt es zwei Techniken, nämlich LSA und Key-Stone. Diese Key-Stones sind eigentlich dafür gedacht einmal verbaut zu werden, sie funktionieren aber grob 3 bis 5 mal, je nachdem wie grob der Schüler damit umgeht beim Zusammenbau. Da jeder Schüler aufgrund der Unerfahrenheit mehrere Versuche benötigt, bis die Verbindung wirklich funktioniert, kann man grob sagen, daß jeder Schüler einen solchen Bausatz wirklich verbraucht.

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    Diese geschirmten KeyStones kosten grob 3€/Stück.

    Dazu kam dann noch, daß ich doch dieses oder jenes Werkzeug Halb-Klassensatzweise (16 Stück) anschaffen solle: "Was ist denn schon dabei in den Baumarkt zu gehen und PZ1 Schraubendreher zu kaufen? Ich mußte als Arzt mein Stetoskop auch selber kaufen."

    Was mir dabei am meisten zu schaffen macht ist die fehlende Einsicht, dass ich insb. nicht gewillt bin Verbrauchsmaterial zu finanzieren, da diese Ausgaben dann ja in jedem Jahr erneut anfallen würden.

    Wenn du aber anfängst, notwendiges Unterrichtsmaterial aus der eigenen Tasche zu bezahlen, ist das ein Problem.

    tibo

    Das Problem ist, dass durch solches Verhalten die Eltern getriggert werden. Sie erwarten bei uns inzw. von den Lehrern, dass sie doch gefälligst das Lernmaterial auf private Kosten zu besorgen und den Kindern zur Verfügung zu stellen haben, weil sie ja eh schon überbordent gut vom Staat für ihr Nichtstun (morgens haben Lehrer Recht und nachmitags frei) finanziert werden.

    Ich hatte jedenfalls schon ziegfach die Diskussionen mit Eltern, daß ich doch dies und jenes gefälligst selber anschaffen solle, der großen Kinderaugen wegen.

    Dadurch, dass viele KuK dem Druck nachgeben, wird die Erwartungshaltung der Eltern immer nur noch weiter befeuert: "Also ihr Kollegin die Fr. X hat das an der letzten Schule selbstverständlich so gemacht. Jetzt stellen sie sich mal nicht so an."

    Tele Tubby im Glückstelefon

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    Aber auf der anderen Seite ist Eg 13 ein normales Gehalt im öffentlichen Dienst für Menschen mit einem universitären Abschluss.

    Da sind wir wieder bei der Tatsache, dass die IG Metall in der Wirtschaft in den letzten Jahrzehnten wesentlich bessere Abschlüsse rausgeholt hat als Verdi im öffentlichen Dienst.

    —> https://oeffentlicher-dienst.info/vergleich/entw…twicklung-2.png

    Auch wenn es jetzt manche Kollegen an den allgemeinbildenden Schulen nicht hören wollen, so konkurrieren wir am technischen Berufskolleg als Arbeitgeber aber eben genau mit den Betrieben, in denen die IG Metall die Tarkfabschlüsse eingefahren hat, um das Fachpersonal. Da entspricht das Lohnplus der Metallindustrie schon so ungefähr dem Unterschied von E13 zu E16. Oder anders: E16 im öffentlichen Dienst ist auch nicht mehr als „E13 in der Metallindustrie“.

    Ein Angestelltenverhältnis mit ähnlichem Netto wäre mir lieber.

    Aber da liegt doch der Hase im Pfeffer begraben. Um wirklich das gleiche Netto zu bekommen, auch was die dann notwendige private Altersvorsorge angeht, müsste unser Arbeitgeber die Löhne ordentlich steigern. Eben wurde ja schon E16 mit A13 verglichen.

    Und auch mit E16 werden sie wohl kaum hinkommen. Die Löhne müssen halt mit dem mithalten können, was VW und Co für Maschinenbau Ingenieure zahlt bzw. sogar noch darüber liegen, um die Nachteile des Systems „Schule“ wettzumachen, was die fehlende Flexibilität, Home Office, Firmenwagen, Aktienpakete, Jahres-Boni, … und die ganzen anderen Dreingaben angeht. Ansonsten wird es bei der Lehrkräfteversorgung in Zukunft noch gruseliger.

    Für die höheren Besoldungsgruppen ändert sich durch dieses fiktive Einkommen zunächst überhaupt nichts.

    Warum soll sich das in unseren Besoldungsgruppen nicht niederschlagen? Wenn der Beamte in A5 weniger bekommt, bekommen wir doch in Folge auch weniger, weil es ja festgelegte Abstände zwischen den Besoldungsgruppen gibt.

    Über den Daumen gerechnet: Bekommt der A5-Beamte 538€ weniger, müsste der Kehrer in A13 ca. 1.000€ monatlich weniger in der Tasche haben.

    Sondern es ist so, dass der nicht-verheiratete Kollege ab jetzt 538 € mehr auf die Alimentation angerechnet bekommt. Also: als Zuschlag, ähnlich wie das Kindergeld. Oder wie?

    Die Landesregierung will einen schlanken Fuß machen. Entsprechend wird sie wohl eher dem verheirateten Beamten den Sold kürzen.

    Würde es Zulagen geben, um den Lebensstandard „nach oben“ anzugleichen, müsste ja auch der Beamte in der Gesetzlichen Krankenversicherung eine Zulage von ca. 500€ monatlich bekommen, zumal er nachweislich die Beihilfe weniger in Andpruch nimmt. Er muss sich ja zu 100% versichern und nicht bloß zu 50 oder gar 30%.

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