Beiträge von plattyplus

    aber ich habe auch keine Lust Sommerferien im meteorologischen Herbst zu haben.

    Wenn es bei späten Sommerferien wieder eine Woche Herbstferien und dafür drei Wochen Osterferien geben würde, wäre ich sofort dafür. Wahlweise könnte NRW dann auch mal echte Pfingstferien machen. Die Pfingstferien scheitern ja in einer Vielzahl der Jahre daran, daß Pfingsten zu nah an den frühen Sommerferien liegt.

    Worin könnten die Beweggründe der vielen SuS liegen, die sich erst zu einer Nachprüfung anmelden, dann aber doch gar nicht erscheinen?

    Meine Vermutung auf Basis der Aussagen der Schüler, die ich nachher noch einmal ansprechen konnte:

    Viele Schüler sind bei uns in den Vollzeit-Bildungsgängen, weil sie keine Lehrstelle bekommen haben oder generell nach Abschluß der Klasse 10 noch gar keinen Plan hatten was sie beruflich in ihrem Leben mal erreichen wollen. Die sind dann wirklich anwesend, weil die Schulpflicht es vorschreibt. Wenige sagen einem auch direkt ins Gesicht: "Ich bin hier, damit meine Eltern Kindergeld bekommen."

    Im Laufe des ersten Jahres im Vollzeit-Bildungsgang wird ihnen dann klar wohin die Reise beruflich gehen soll, also ob nun eher technisch, kaufmännisch, sozial, ... oder sie finden doch noch eine Lehrstelle, nehmen diese direkt an und brechen die Vollzeitausbildung ab. Regelmäßig verliere ich so im Laufe des ersten Jahres in den Vollzeit-Bildungsgängen ca. 50% der Schüler.

    Ähnlich läuft es bei den Anmeldungen. Von 80 Anmeldungen in einem Bildungsgang kommen am ersten Schultag ca. 50-60 Schüler, weil die Anderen doch zwischendurch noch eine Lehrstelle bekommen haben. Bei den Nachprüfungen ist es ähnlich. Zwischen den Zeugnissen und den Nachprüfungen liegen ja 6 Wochen. Die Schüler, die sich zwischendrin umentschieden haben, was ihre Ausbildung angeht oder die eine Lehrstelle bekommen haben, melden sich doch nicht wieder ab.

    Es kann manchmal helfen, wenn man die Dinge als gegeben nimmt, aha, soundsoviel Prozent treten die Prüfungen offenbar nicht an, so ist das halt. Das ändert nix an deinen Aufgaben als Lehrkraft.

    Das ändert zwar nicht an meinen Aufgaben als Lehrkraft, es ändert aber ganz massiv etwas an meinem Arbeitsaufwand als Lehrkraft. Ich hatte z.B. im letzten Schuljahr zwei Schüler, die innerhalb des Jahres zweimal den Bildungsgang gewechselt haben und am Ende dann aufgrund miserabler Noten und einer noch bestehenden Schulpflicht ein drittes Mal (jetzt zwangsweise) den Bildungsgang wechseln mußten. Also dreimal Abgangszeugnisse erstellen, dazu noch Mahnungen wegen Fehlzeiten, Teilkonferenzen, ...

    Klar ist das alles meine Aufgabe, aber auch ich bin nur ein Mensch mit einer 41-Stunden/Woche und je mehr Zeit bei diesen einzelnen Schülern bei drauf geht, desto weniger bleibt für die Schüler übrig, die den Bildungsgang erfolgreich abschließen wollen und eben nicht bloß wechseln, weil in dem anderen Ausbildungsgang im Stundenplan 6 Wochenstunden weniger drin stehen (weil zwei Kolleginnen gerade im Mutterschutz sind). Das Argument mit den Wochenstunden habe ich nicht erfunden, das haben sie mir direkt gesagt, als ich nach den Gründen für den Bildungsgangwechsel gefragt habe.

    2-3 Kolleg*innen beaufsichtigen die per Mail zugesendete schriftliche Prüfung.

    Bei uns müssen alle KuK, die eine Prüfung erstellt haben, für Rückfragen während der schriftlichen Prüfung zur Verfügung stehen, also da sein.

    Das die mündliche Prüfung nicht mehr stattfindet, wenn die schriftliche nicht angetreten wurde, ist bekannt.

    Habe es selber mal miterlebt, wie sich ein Prüfling meiner Kollegin in die mündliche Prüfung einklagen wollte. Die schriftliche Prüfung war am Freitag und der Schüler war nicht da, weil er noch auf Urlaubsreise war. Am darauf folgenden Montag kam der Schüler zur mündlichen Prüfung und argumentierte, dass er ja noch eine 4 erreichen könne. Mit einer 6 im schriftlichen und einer 1 im mündlichen Teil könne er ja immer noch eine 4 erreichen.

    Die Schulleitung hatte damals dann den passenden Gesetzestext parat demnach er die schriftliche Prüfung hätte antreten müssen, auch wenn es ausgereicht hätte da einen leeren Zettel abzugeben.

    So groß kann die Gruppe dieser SuS doch kaum sein.

    Und was heißt "drohen"? Wenn man nicht versetzt wird bzw. den Abschluss nicht erhält und das durch eine Nachprüfung noch möglich ist, ist doch klar, dass die SuS das wollen.

    Also so grob 30-50 Schüler sind es schon jedes Jahr. Und "drohen" deswegen, weil sie sich zur Nachprüfung anmelden, dann aber zur Prüfung nicht erscheinen. Da reisen die KuK dann alle für 1-2 Prüfungen an und der Schüler kommt nicht.

    Wie gesagt:

    In meiner damaligen Ausbildungsschule war es so, daß ca. 1/3 der für die Nachprüfung angemeldeten Schüler am Prüfungstermin nicht erschienen sind. Da habe ich gelernt, was es bedeutet, wenn ein Schüler mit einer Nachprüfung „droht“. Wir alle (Lehrer) tanzen nach seiner Pfeife, er demonstriert also seine Macht, und wir können uns nicht wehren. Wir haben damals im Kollegium überlegt, ob man bei der Anmeldung zur Nachprüfung 50€ Pfand verlangen könnte, das erstattet wird, wenn der Schüler die Prüfung antritt. Leider ist so ein Vorgehen nicht zulässig.

    Du solltest wohl noch ergänzen, dass es an deiner Schule bzw. an BK in NRW diese Nachprüfungen in den Ferien gibt. An den nds. BBS gibt es sie nicht ;) .

    Sei froh!

    In meiner damaligen Ausbildungsschule war es so, daß ca. 1/3 der für die Nachprüfung angemeldeten Schüler am Prüfungstermin nicht erschienen sind. Da habe ich gelernt, was es bedeutet, wenn ein Schüler mit einer Nachprüfung „droht“. Wir alle (Lehrer) tanzen nach seiner Pfeife, er demonstriert also seine Macht, und wir können uns nicht wehren. Wir haben damals im Kollegium überlegt, ob man bei der Anmeldung zur Nachprüfung 50€ Pfand verlangen könnte, das erstattet wird, wenn der Schüler die Prüfung antritt. Leider ist so ein Vorgehen nicht zulässig.

    Aber wenn wir schon bei den Gepflogenheiten einzelner Schulen sind: In der Schule, in die ich vor Jahren tageweise abgeordnet war, wurde in der letzten Woche der Sommerferien bereits eingeschult, damit es am ersten Tag nach den Ferien gleich so richtig mit dem Unterricht losgehen kann. Das hatte ich bis dahin auch noch nicht gesehen. Ich hatte an der Schule in der letzten Ferienwoche zwei Nachprüfungen und habe mich gewundert warum da in den Ferien so viele Schüler im Gebäude rumlaufen.

    Selbst wenn ich wollte, würde mir nichts einfallen, womit ich die Sommerferien füllen könnte.

    Ich könnte Dir anbieten die Lernfelder samt -situationen zum inzw. sechten Mal !!! in den Didaktischen Wizzard zu kloppen, weil der die Dateien immer wider zerschießt. :autsch:

    Kann man dem Schulministerium die notwendigen Überstunden eigentlich in Rechnung stellen, nur damit sie mal sehen welche Kosten ihr unausgegorener Blödsinn verursacht? Vielleicht kaufen sie dann doch in Zukunft einfach bei Microsoft ein und kommen gar nicht erst auf die Idee das Rad neu erfinden zu wollen (=eigene Softwarelösung), nur um dann festzustellen, daß sie es doch nicht hinbekommen!

    Als Schulleiter, ja. Aber doch nicht als normale Lehrkraft.

    Zumindest in der letzten Sommerferienwoche ist auch als normale Lehrkraft kein Urlaub drin. Die Schüler drohen mit Nachprüfungen. ;)

    Wobei ich nicht verstehe warum die SL die erste Konferenz nicht auf den ersten Tag der Nachprüfungen legt, damit alle KuK am gleichen Tag wieder antreten müssen und es eben in den Zeugniskonferenzen nicht das Phänomen gibt, daß plötzlich aus sehr vielen Fünfen noch Vieren werden, weil die KuK länger Urlaub gebucht haben und sich die Nachprüfungen nicht antun wollen.

    Bei uns wurde gerade eine Bahnlinie reaktiviert.

    Bei uns haben sie aus den Bahnlinien Fahrradschnellwege gemacht, weil die Strecken ja fast eben sind. Gleise sind gar nicht mehr vorhanden. Da müsste man jetzt die ganzen Radwege wieder sperren. Auf den Geländen der ehemaligen Bahnhöfe stehen inzw. Industriegebiete. Die müßte man alle wieder enteignen, um die Flächen für Bahnhöfe zurückzubekommen.

    Wobei 50 Kilometer als Lieferstrecke per LKW ja akzeptabel sind. Da rechnet sich das zweimalige Umladen auf und von Schiene nicht. Aber in vielen Fällen wäre das möglich.

    Die Bahn fällt als Transportmittel für den Güterverkehr eh aus, weil die (vormals zurückgebauten) Strecken jetzt schon überlastet sind und die Güterbahnhöfe in der notwendigen Anzahl auch nicht mehr existieren. Ohne massiven Ausbau der Bahn-Infrastruktur, der eh Jahrzehnte dauern dürfte, bekommt man mit der Bahn keine zusätzlichen Güter transportiert.

    2. An "unserer" Grundschule hat es eine (!) Fahrradübung von 90 Minuten in 4 Jahren gegeben. Vielleicht sollte man den Fokus der Lerninhalte ein bisschen verschieben, sowohl von Seiten der Grundschulen als auch von Seiten der Verkehrspolizei .... ist mir unbegreiflich.

    Bei uns sind das in der Grundschule in der 3. und 4. Klasse in Summe 4 Tage an denen mit dem Fahrrad geübt wird. Da ist dann jeweils immer ein ganzer Tag fürs Fahrrad reserviert.

    Bei mir faulen die Kirschen am Baum. Also die, die ich geerntet habe, waren fast alle faul, obwohl noch nicht ganz reif.

    Wann wird’s mal wieder richtig Sommer, ein Sommer wie er früher einmal war, mit Sonnenschein von Juni bis September und nicht so nass und so sibirisch wie in diesem Jahr?

    Mein Milchmann sagt: "Dies Klima hier, wen wundert's?"

    Denn schuld daran ist nur die SPD  :pirat:

    Hatte Rudi Carell doch recht? :staun:

    Mal abgesehen von dem Whataboutism

    Ok, dann mache ich es bzgl. des Themas Klassenfahrt mal konkret. Ich habe im nächsten Schuljahr in meiner Klasse einen Schüler, der unter einer attestierte Schizophrenie leidet und der in diesem Schuljahr einen Suizidversuch begangen hat, weil ihm die Stimmen dies befohlen hätten.

    Ich habe keine Ahnung, wie ich dem Schüler auf einer Fahrt gerecht werden soll. Wäre es zulässig eine ärztlich begleitete „Seniorenreise“ zu buchen, auch wenn die für die komplette Klasse dann (unerschwinglich) teuer wird?

    btw: kannst du noch was zu den "8 Wochen ohne Unterricht" sagen. Auch mit zweiwöchigem Unterricht passt das nicht.

    • 18. April 2025: Karfreitag
    • 2. Mai 2025: Brückentag nach dem Tag der Arbeit
    • 16. Mai 2025: Ok, da sehe ich sie einmal
    • 30. Mai 2025: Brückentag nach Himmelfahrt
    • 13. Juni 2025: Pfingstwoche
    • 27. Juni 2025: Notenbekanntgabe
    • 11. Juli 2025: Zeugnisausgabe


    Im Ergebnis muss ich bis allerspätestens Ostern alle Noten beisammen und den Unterrichtsstoff durch haben. Am 16. Mai kann ich dann noch die Nachschreiber verarzten und das war es dann.

    Dass man wirklich total unflexibel ist, ist eher ein Ding bei Jobs für Un- oder Geringqualifizierte.

    Und selbst deren Werksferien dürfen nicht 100% des Urlaubsanspruchs ausmachen. Auch ihnen müssen einzelne Tage selber zur Verfügung stehen.

    Wir hatten z.B. im Frühjahr einen Ausflug mit dem Verein zur Aero Messe in Friedrichshafen (am Bodensee). Der Verein fuhr am Freitag mit einem Bus hin, Samstag war Messebesuch und am Sonntag sollte es wieder nach Hause gehen. Übernachtet wurde in der dortigen Jugendherberge. Geplant war das Ganze schon seit fast 2 Jahren.

    Ergebnis bei mir war: Nicht mitzufahren ist keine Alternative, erflunkerte Krankschreibungen vorzulegen auch nicht, also habe ich bei der Lufthansa zwei Inlandsflüge gebucht (Hannover—>Frankfurt, Frankfurt—>Friedrichshafen), um trotz Unterrichtsverpflichtung teilnehmen zu können. Ökologisch ist das zwar der totale Wahnsinn, aber wenn unser Brötchengeber es so will, dann ist mir der ökologische Fußabdruck auch egal.

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