Beiträge von plattyplus

    Habe ich was verpasst? Es gibt Fachleiter, die nicht unterrichten dürfen?

    Damit wollte ich nur für alle hier verständlich erklären, wie es im Handwerk läuft. Wir haben bei uns in der Schule Elektriker-Handwerksmeister als Werkstattlehrer, die zusammen mit anderen Elektro-Ingenieuren, die ebenfalls bei uns an der Schule als Lehrer arbeiten, im Auftrag der Handwerkskammer die theoretischen und praktischen Gesellenprüfungen abnehmen. Sie bescheinigen also den Elektriker-Azubis, daß sie von nun an als Gesellen eigenständig arbeiten können. Das Verrückte dabei ist: Die Tätigkeiten, die die Gesellen danach eigenständig ausführen dürfen, dürfen die Prüfer selber nicht durchführen.

    Also konkret: Der Geselle darf eine Steckdose an die Wand schrauben, der Handwerksmeister im Schuldienst darf dies nicht. Würde besagter Handwerksmeister in der Schule kündigen und einen Betrieb gründen, dürfte er die besagte Steckdose wieder an die Wand schrauben. Ich glaube kaum, daß eine Firmengründung jemanden dafür qualifiziert.

    Ersetze Steckdose durch Schüler, "an die Wand schrauben" durch unterrichten, Azubi durch Referendar, Geselle durch Lehrer und Handwerksmeister im Schuldienst durch Seminarausbilder und du hast genau die gleiche Konstellation.

    --> Der Lehrer darf unterrichten, der Seminarausbilder darf dies nicht. Würde besagter Seminarausbilder in der Schule kündigen und eine Privatschule eröffnen bzw. in einer Privatschule unterrichten, dürfte er Schüler unterrichten. Ich glaube kaum, daß ein Schulwechsel jemanden fürs Unterrichten qualifiziert.

    Und genau das meinte ich, wo es bei uns in Deutschland mangelt: Es wird nicht gefragt was jemand kann, es wird gefragt für was er eine Zulassung hat.

    Ich wundere mich schon über das, was ich hier lese. Ich habe an der PH Basel durchaus auch einige wirklich dämliche Leute erlebt aber schlussendlich sind am Bewertungsprozess so viele unterschiedliche Personen beteiligt, dass eine ungerecht negative Beurteilung praktisch nicht möglich ist.

    Mal ein Beispiel wiees bei mir lief. Damals, als ich Referendar war, wollte mich die Schulleiterin nicht zum Bedarfsdeckenden Unterricht (BdU) zulassen. Diese Zulassung obliegt allein der Schulleitung. Ohne abgeleisteten BdU konnte man zumindest damals nicht zur UPP zugelassen werden. Ich hatte damals einen Unterrichtsbesuch von dem entsprechenden Fachseminarleiter in der 2. Stunde. Als ich den Termin im Sekretariat bekannt gegeben hatte, kam als Antwort der Schulleiterin: "In der 2. Stunde kann ich nicht. Ich komme dann am gleichen Tag in der 5. Stunde in eine andere Klasse und will sehen..." und dann auch gleich mit dem Verweis, daß es um die Zulassung zum BdU geht und das Ganze schriftlich.

    Mit dem Schreiben bin ich dann zu meinem Fachseminarleiter, der gleich messerscharf darauf schloß, daß eine Nichtzulassung zum BdU eine Nichtzulassung zur UPP zur Folge hat. Entsprechend hat er sich an dem Tag auch noch die 5. Stunde freigeräumt. Wenn es um so gewichtige Entscheidungen geht, wolle er dabei sein. Ich hatte ihn an dem Tag also gleich zweimal zu Gast.

    Sein Unterrichtsbesuch in der 2. Stunde lief normal durch, die Nachbesprechung fand in der 3. Stunde statt, fertig.

    Als es dann in der 5. Stunde den zweiten Besuch gab, war meine Schulleiterin schon wütend, daß besagter Fachseminarleiter immer noch da war und auch keine Anstalten machte zu gehen. Damit hatte sie nicht gerechnet, daß er auch dieser Stunde beiwohnt. Nach den Geschehnissen vorher hatte ich seinen zweiten Besuch an diesem Tag nicht mehr im Sekretariat bekanntgegeben, nicht, daß sich meine Schulleiterin noch einen dritten Termin aussucht. Das Thema der Stunde im Rahmen des Rechnungswesens war das Eröffnungsbilanzkonto.

    In der Nachbesprechung kam von der Schulleiterin: "Hr. Plattyplus, das Thema Eröffnungsbilanzkonto steht nicht in der didaktischen Jahresplanung, damit haben sie etwas unterrichtet, das nicht relevant ist. Entsprechend ist der relevante Lernzuwachs der Schüler gleich null und die Stunde mit der Note 6 zu bewerten."

    Antwort meines Fachseminarleiters: "Das Thema Eröffnungsbilanzkonto gehört zum Rechnungswesen und ist auch an dieser Stelle zu unterrichten. Das kann man nicht einfach weglassen. Taucht das Thema in der Didaktischen Jahresplanung ihrer Schule nicht auf, so ist die Jahresplanung unzureichend. Haben sie, sie unterrichten das Fach als Schulleiterin ja selber, diese Thematik in den 40 Jahren ihrer Laufbahn nicht unterrichtet, so haben sie es über all die Jahre fachlich falsch unterrichtet! Ich bewerte den zweiten Unterrichtsbesuch am heuten Tag mit der Note 1,3."

    Da konnte mich die Schulleiterin dann nicht mehr über die Nichtzulassung zum BdU rausdrängen und dem Quereinsteiger, den sie vor meinem Referendariatsbeginn schon in der Hinterhand hatte, die Stelle zusagen. Dank meiner paar Stunden BdU konnte keine weitere Stelle für ihn ausgeschrieben werden.

    Hätte mein Fachseminarleiter sich nicht bereiterklärt auf den Besuchstermin der Schulleiterin einzugehen und unangekündigt dieser Lehrprobe beizuwohnen, die Schulleiterin hätte mich alleine ohne das Urteil einer weiteren Person rausgekegelt.

    fachinformatiker

    Übertragen auf die Schule will ich damit sagen: Stellt Euch vor Ihr wärt Fachseminarleiter, bildet Referendare aus, nehmt als Prüfer auch die UPP und das komplette 2. Staatsexamen ab, bestätigt also, daß die Referendare danach fertige Lehrer sind, die eigenständig vor der Klasse stehen dürfen, dürft selber aber keine Schüler unterrichten.

    Das ist die Idiotie in dem System, die ich oben am Beispiel der Elektriker beschreiben wollte.

    Hier kam es aber zweimal erst gar nicht zur UPP...

    Wobei ich gerade das sehr komisch finde. Meiner Meinung nach muß jeder Referendar das Recht haben von externen Prüfern bewertet zu werden, eben damit es genau zu solchen Animositäten nicht kommt. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, kann z.B. die Schulleitung der Ausbildungsschule den Referendar in NRW rauskicken, indem sie ihn nicht zum Bedarfsdeckenden Unterricht (BdU) zuläßt. Die Zulassung zum BdU hängt ausschließlich von der Schulleitung ab. Ohne abgeleisteten BdU kann der Referendar nicht in die UPP, weil der BdU eine Zulassungsvorraussetzung ist.

    Ich gucke aber gerne noch einmal im Gesetz nach, ob auch heute noch die Zulassung zur UPP an den BdU geknüpft ist.

    Es muss noch nicht mal so sein, dass man Leistungen massiv kürzt. Beim Bürgergeld würde ich eine Unterscheidung zwischen arbeitsunfähigen Menschen und arbeitsfähigen Menschen machen. Oder der Anspruch steigt entsprechend der Einzahlungen in das Sozialsystem. Wer 30 Jahre arbeitet und dann arbeitslos wird, kriegt ein gutes Bürgergeld. Wer 20 ist und arbeiten kann, bekommt nur einen Grundbetrag.

    Wie gesagt: Ich würde für die arbeitsfähigen Menschen das Bürgergeld mit einer Arbeitspflicht verbinden. Wer mehr haben will als die absoluten Grundbedürfnisse, also weder zu erfrieren noch zu verhungern, muß zur Arbeit antreten. Dann wird auch die Schwelle sich einen anderen etwas besser bezahlten Job zu suchen nicht so groß, man muß ja eh arbeiten, dann kann man auch die 2,-€ mehr Stundenlohn mitnehmen. Zudem würde ich die sozialversicherungsfreien Minijobs abschaffen, um die Hürde bei 520€ monatlich zu beseitigen. Alle Jobs wären sozialversicherungspflichtig. Wir können uns gerne noch drüber unterhalten, ob es zur Vereinfachung für die Arbeitgeber eine staatliche Stelle gibt, an die die kompletten Sozialabgaben überwiesen werden und die das dann an Kranken-, Renten-, Unfallversicherung usw. weiterleitet. Aber alle Jobs sind ab dem ersten Euro sozialversicherungspflichtig, so daß es auch Sinn macht 521 € monatlich verdienen zu wollen.

    Oder bei Flüchtlingen. Warum schaffen es andere Länder, dass die Flüchtlinge viel schneller an die Arbeit kommen? Da müssen wir uns einfach verbessern. Wir brauchen Arbeitskräfte und haben Flüchtlinge, die arbeiten sollen. Da muss Bürokratie abgebaut und die Regeln geändert werden.

    Weil in den anderen Ländern gefragt wird was die Flüchtlinge können und nicht danach was sie dürfen. Ich habe aktuell z.B. zwei afghanische Elektriker. Was die an Schaustücken abliefern, da muß sich sogar unser Handwerksmeister gewaltig anstrengen, um deren Qualität zu überbieten. Trotzdem müssen sie durch die Lehre und haben dann am Ende nach 3,5 Jahren einen Gesellenbrief in den Händen. Dabei sind die selbst jetzt nach der Hälfte des ersten Lehrjahrs schon besser als es höchstwahrscheinlich alle ihre Mit-Azubis am Ende der Lehre sein werden. Sie können ihr Handwerk wirklich, werden in Afghanistan wohl schon mindestens 10 Jahre den Job gemacht haben, wahrscheinlich sogar als "Handwerksmeister" mit eigenem Betrieb, aber dürfen es nicht.

    Das mit dem "nicht dürfen" ist bei uns an der Schule eh das Problem. Wir bilden Elektriker aus; wir, das sind 5 Elektroingenieure, 1 Handwerksmeister, 1 Staatlich geprüfter Techniker und sogar unser Hausmeister ist gelernter Elektro-Geselle; und dürfen selber nicht mal eine Steckdose an die Wand bauen, weil wir dafür fachlich nicht kompetent genug sind. Unser Hausmeister durfte sich jetzt sogar anhören, daß er nicht einmal einen rausgesprungenen Sicherungsautomaten wieder einschalten darf. Um für so etwas befähigt zu sein, braucht man keinen Meisterbrief oder ein Studium, man braucht eine Gewerbeanmeldung, die selbstverständlich niemand von uns vorweisen kann.

    Daheim bei mir habe ich im Zählerschrank auch ein Problem. Da ist seit über 40 Jahren ein Fehler drin, der durchaus feuergefährlich werden kann, aber ich darf ihn nicht beheben und der örtliche Elektro-Fachbetrieb will an die Anlage auch nicht dran, weil sie nach Arbeiten ja für die komplette Anlage die Gewährleistung übernehmen müssen. So, was soll ich jetzt mit der Anlage machen?

    Aber das ist halt Deutshcland. Hier fragt niemand was jemand kann, hier guckt man nur auf die Zulassungspapiere.

    Was war der Grund für die Nichtzulassung? Durftest Du den Bedarfsdeckenden Unterricht (BdU) machen oder hat bereits zu Beginn des Referendariats die Schulleitung den BdU verweigert, so daß Du in Folge wegen nicht abgeleistetem BdU nicht zur UPP zugelassen wurdest?

    Flupp: Also mir war ein Oberleutnant a.D. Helmut Schmidt lieber als Verteidigungsminister, weil der wenigstens so halbwegs eine Ahnung davon hatte wie ganz unten in seinem Zuständigkeitsbereich (beim Militär) der Alltag aussieht. Bei den umherwandernden Ministern habe ich immer das Gefühl, daß die nur aufgrund diverser Proports an ihre Posten gekommen sind und inhaltlich so wenig Ahnung von ihrem Tun haben, daß sie jedem dahergelaufenen Berater auf den Leim gehen.

    Schmidt hatte damals z.B. auch den Dienstweg außer Kraft gesetzt. Jeder Soldat konnte ihn persönlich anschreiben und auf nicht mehr als einer Seite (besser eine halbe Seite) seine Probleme im Alltag schlidern.

    Oder Du hast das Kabel am PC in den falschen Anschluß gesteckt. Wenn der PC eine Grafikkarte hat, wird die on-board Grafik auf dem Mainboard zumeist automatisch abgeschaltet. Das kann aber nur dann die Ursache sein, wenn Du das KAbel zuvor einmal (in die falsche Buchse, die aber mechanisch paßt) reingesteckt hast und seitdem der Fehler auftritt.

    Ich tippe aber eher auf ein etwas rausgerutschtes HDMI-Kabel oder sowas. DVI- und DisplayPort-Kabel werden entweder geschraubt oder haben Haken, um sich in der Buchse festzukrallen, HDMI rutscht gerne mal allein durch das Eigengewicht des Steckers raus.

    Buchhalter sind Griffelspitzer. Ein Buchhalter-Griffelspitzer-Staat kann ja nicht das Ziel sein.

    Also ist ein Schuldenstaat, der dann am Ende komplett handlungsunfähig ist, das Ziel? Nur mal zur Info: Wir haben keine eigene Währung mehr, können also nicht nach Belieben die Schulden weginflationieren oder gar eine Währungsreform durchführen, wenn es gar zu heftig wird.

    Es geht darum, wo man Prioritäten setzt. Ganz einfache Lösung. Bürgergeld kürzen, Kindergeld zu Gunsten von höheren Zuschüssen an Schulen und Kindergärten kürzen, usw. Ist natürlich politisch nicht gewollt. Aber dann kann nicht sagen, wir haben kein Geld um wichtige Projekte zu finanzieren.

    Also ich wäre dafür! Hier an der Realschule bekommen die Fünftklässler als "Willkommensgeschenk" eine Komplettausstattung, also Helfte, Schnellhefter, Stifte, ...
    Warum kann man so eine Materialausgabe inkl. Ausgabe der Bücher nicht für alle Klassen einführen? Das wäre dann auch wirklich unabhängig vom Einkommen der Eltern. Dafür dürften sie dann auch gerne das Kindergeld kürzen. Damit wäre dann auch das Problem beseitigt, daß die Geringverdiener in unserem Staat die Dummen sind. Ich habe es ja selber im letzten Jahr gesehen, als es auf einmal von der Schule hieß, daß für jedes Kind ein iPad (ganz bestimmtes aktuelles Modell) anzuschaffen ist. Inkl. dringend empfohlener Schutzhülle waren das dann schnell 700,- €, mal so eben nebenbei. Was mich da auf die Palme gebracht hat: Die Sozialhilfeempfänger gehen zum Amt und bekommen das Gerät bezahlt. Die, die wenig mehr als den Sozialhilfesatz verdienen, müssen das voll bezahlen, so daß sie dann am Ende des Monats doch wieder schlechter gestellt sind als der Bürgergeldempfänger.

    Die Anreize in unserer Gesellschaft sind total falsch.

    Hier geht es nicht um Peanuts, sondern um Milliarden.

    Genau, hier geht es um Milliarden! Hier geht es um Milliarden, die wir nicht haben und, wenn man ehrlich ist, auch nie hatten. Durch die Möglichkeit der Schattenhaushalte wurde das Finanzloch nur einfach über Jahre zugeschüttet und nun ist halt "Game Over!"

    Ich denke, daß sich der Staat aktuell mal ganz dringend überlegen sollte welche Aufgaben er hat und auf diese Aufgaben sollte er sich fokussieren. Der Rest ist erst einmal überflüssig... und ja, so eine Wiese in Ravensburg hätte ich schon vorher ins Schwarzbuch der Steuerverschwendung aufgenommen, genauso wie die Hilfen Deutschlands für die Hamas im Gaza-Streifen von 200 Mio. € jährlich.

    Dieses Jahr wurden mehr als 20 MRD an Hilfen für die Ukraine gezahlt, die eigene Verteidigungsfähigkeit muss schnellstmöglich wiederhergestellt werden (da hatte sich die Vorgängerregierung einen schlanken Fuß gemacht und Wohltaten verteilt. Die Ausgaben für Bürgergeld sind explodiert - um ukrainische und türkische Flüchtlinge (ja- unglaublich, aber wahr) nicht verhungern zu lassen und die Abhängigkeit von Lieferketten nach China muss abgebaut werden - das sollten die blockierten "just-in-time"- Lieferungen deutlich gemacht haben, die durch "out-of-time" dazu geführt hatten, dass in Deutschland die Bänder still standen.

    Geht es auch mit etwas weniger Theatralik? Bei dem Bürgergeld geht es nicht ums Verhungern oder Erfrieren. Das Bürgergeld ist weitaus mehr als das. Wenn es wirklich darum gehen würde, würde ich jedem Flüchtling staatlicherseits die gleiche Behandlung zumuten, die der Staat auch jedem Wehrpflichtigen zugemutet hat, also konkret: 6-Mann Stube inkl. Verpflegung nach Plan (nicht nach Wunsch) und bei Arbeitseinsatz noch ein Sold von aktuell 11,41 € pro Tag.

    Und ja, auch wenn Du jetzt auf die CDU eindrischst und die SPD in den höchsten Tönen lobst, finde ich es richtig was Friedrich Merz gemacht hat. Wir können nicht ausufernde Schulden in Schattenhaushalten verstecken. Das widerspricht den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung!

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