Beiträge von Farbenfroh

    Wie unglaubwürdig machen wir uns, wenn wir engagierte Schüler*innen bestrafen?


    Also politisches Engagement während der Unterrichtszeit entbindet den Schüler deiner Meinung nach grundsätzlich von der Schulpflicht und unentschuldigtes Fernbleiben sollte in solchen Fällen nicht bestraft werden? Oder gilt das Deiner Meinung nach explizit nur für die selbsternannten "Klimaretter"?

    Die FFF-Bewegung hat den Anspruch grundsätzliche und erhebliche gesellschaftliche Änderungen herbei zu führen. Dass man dabei auf erhebliche Widerstände trifft, die grundsätzlich auch berechtigt sein können, muss einem klar sein und diese Widerstände sind auch legitim und Teil eines demokratischen Diskurses.

    Wo siehst du denn die "erheblichen Widerstände"?


    FFF hat in Deutschland alle Parteien von Linke bis CDU hinter sich.
    Die Leitmedien unterstützen und hypen FFF massiv und bieten ihr eine sehr grosse Plattform.
    Bundespräsident und Bundeskanzlerin loben das Schulschwänzen für die "Klimarettung" als Zivilcourage.
    Die meisten Lehrer stehen hinter FFF, obwohl die Schüler ihren Unterricht schwänzen.
    Viele Wissenschaftler haben sich FFF angeschlossen.


    Also erhebliche gesellschaftliche Widerstände sehe ich da nicht. FFF ist alles andere als eine rebellische Jugendbewegung, die gegen das gesellschaftliche Establishment kämpft.


    Der erhebliche Unterschied nennt sich politische Bildung. Ist dir ein Fremdwort, habe ich verstanden. Mein Mitgefühl gilt den armen Schülern, die von dir auf dem Weg zur poltischen Mündigkeit begleitet werden.

    Die Akzeptanz des Rechtsstaates ist die Grundlage für ein funktionierendes Gemeinweisen und steht überhaupt nicht im Widerspruch zur politischen Mündigkeit. Es gibt allgemeinverbindliche Gesetze, an die sich alle halten müssen. Dazu gehört auch die Schulpflicht. Ich begrüße jedes politische Engagement junger Menschen, wenn es im Einklang mit dem geltenden Recht steht. Politisch motivierte Rechtsbrüche kann ich gerade als Beamtin und Lehrerin für Politik nur verurteilen. Und dabei ist es auch egal, ob mir persönlich das politische Ziel dahinter zusagt oder nicht. Der Zweck heiligt nicht die Mittel.


    Ich habe es an anderer Stelle schon geschrieben: Vor kurzem hat mich ein Schüler angesprochen und gefragt, wie man Bundeskanzler werde, weil Frau Merkels Klimapolitik so schlecht sei. War ein spannendes Gespräch mit dem Ergebnis, dass besagter Schüler mich zwei Tage später erneut anspach und mir erzählt hat, über welche Jugendorganisationen von Parteien und deren politisches Programm er sich bereits schlau gemacht habe und welche er sich persönlich anschauen wolle. Finde ich bärenstark, dass dieses Thema- FFF- der Aufhänger ist für eine ernsthafte, freiwillige Auseinandersetzung mit Parteien, Parteiprogrammen, tatsächlichem politischen Handeln von Parteien in Regierungsverantwortung und schließlich auch eigenem Engagement. Mir schlägt da als Politikwissenschaftlerin das Herz höher vor Freude (auch wenn ich mit keiner der Parteien, die sich in der engeren Wahl des Schülers befinden so richtig viel anfangen kann persönlich).

    Und was sagst du dazu, wenn ein politisch engagierter Schüler demnächst jeden Mittwoch nicht zur Schule kommt, weil er dann immer seinen Parteistammtisch abhalten will? Oder wenn er jeden Dienstag für Steuersenkungen oder jeden Donnerstag gegen hohe Energiepreise und Windkraftanlagen demonstrieren will?


    Förderst du seine "politische Mündigkeit" dann auch, indem du sein dauerhaftes Schulschwänzen gutheisst?

    Ich weiß, ich wiederhole mich bei dir, aber als Politik-Lehrkraft sollte dir bewusst sein, dass es einen erheblichen Untershcied gibt zwischen der Teilnahme an einer Demonstration und die Schule sausen zu lassen für den vorzeitigen Flug in den Urlaub. Wieder sind wir beim Thema Mündigkeit, das dir offenbar erschreckend fremd ist.

    Unentschuldigtes Fehlen ist unentschuldigtes Fehlen. Woraus leitest Du da einen "erheblichen Unterschied" ab?


    Bei einem vorzeitigen Flug in den Urlaub habe ich persönlch sogar ein gewisses Verständnis. Einen günstigen Flug vor Ferienbeginn anzutreten ist für nicht wenige Familien die einzige Möglichkeit sich überhaupt eine Ferienreise mit den Kindern leisten zu können.

    Was macht ihr denn in der letzten Schulwoche noch an sinnvollem Programm? Bei uns stehen da ja vor allem Ausflüge und Filme schauen auf dem Programm. Ich wüsste also wirklich nicht, warum es dramatisch sein könnte, wenn die SuS das verpassen zugunsten gelebten politischen Engagements- eh sei denn, es ginge mir lediglich ums Prinzip, nicht um den Inhalt.

    Gilt das Deiner Meinung nach dann auch für Schüler, die morgen schonmal frühzeitig in den Urlaub fliegen? Die argumentieren ja auch damit, dass in der letzten Schulwoche sowieso kein richtiger Unterricht mehr stattfindet.

    Nee, da kann ich dich beruhigen. Meine Kinder sind 11. Wir klären sie seit mehreren Jahren immer wieder auf. Aber bis auf Augenrollen und "Wissen wir schon" und "Wann bist du endlich fertig" passiert da nichts. Keinerlei Interesse. Null. Nix. Nada. Mädchen sind immer noch bäh.
    Kinder entwickeln dann ein Interesse an Sexualität wenn sie von ihrem Reifeprozess her soweit sind. Das passiert mit und ohne Aufklärung. Einfach so. Aber eben besser mit.

    Wenn ein Kind unkontrollierten Zugang zu Medien hat und am PC oder auf dem Smartphone jeden Tag mit sexuellen Inhalten kontrontiert wird, wundert es mich auch nicht, wenn es mit 12 Jahren schon unbedingt Sex haben will. Man kann da die Neugier und das Interesse auch triggern. Für solche Kinder finde ich Aufklärungsarbeit auch wichtig, weil die Eltern sich gerade bei solchen Kindern oft um nichts kümmern und die Kinder sich selbst überlassen werden. Da kommt es dann natürlich schnell zu Schwangerschaften, wenn 12-jährige Pornos nachspielen wollen.


    Es gibt aber eben auch Kinder, die einfch noch natürlich Kind sind, weil die Eltern sie von solchen Einflüssen weitgehend fernhalten. Dass solche Eltern dann aber auch die Sorge haben, ihr unbedarftes Kind könnte durch zu frühe oder zu offene Konfrontation mit Sexualität in schändliche Bahnen geleitet werden, kann ich absolut verstehen. Ich finde das ist ein sensibles Thema, wo solche Aspekte wie Alter, persönliche Reife und häusliche Erziehung eine grosse Rolle spielen.

    Nachdem es kontextuell um Aufklärungsunterricht geht: Gehst du ernsthaft davon aus, dass Aufklärungsunterricht die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass junge Menschen vorehelich sexuell aktiv werden, sprich im Umkehrschluss keinen Aufklärungsunterricht zu erteilen und es beim Gebot "kein Sex vor der Ehe" zu belassen, diesen ernsthaft verhindern würde?

    Ich denke das kommt auf das Alter an. Bei einem 12-jährigen Kind, das vom Thema Sexualit bisher weitgehend abgeschirmt wurde, kann ich mir durchaus vorstellen, dass ein Aufklärungsunterricht da plötzlich Neugier und ein Interesse wecken könnte, das bis dahin bei dem Kind noch nicht vorhanden war. Zumindest kann ich da die Bedenken der Eltern absolut verstehen.


    Was ist denn, wenn so ein Kind auf die Idee kommt diese Dinge aus dem Aufklärungsunterricht mit einem Mitschüler mal auszuprobieren? Wer übernimmt dann dafür die Verantwortung?

    Sex vor der Ehe ist kein „falsches Verhalten“. Kein Sex vor der Ehe ist lediglich ein bei einer winzigen Minderheit von Personen in Deutschland präferiertes Verhalten.

    Das kann ja sein, aber für diese Personen ist Sex vor der Ehe eben falsch und schlecht. Darum ist es aus deren Sicht verständlich, dass sie ihre Kinder vor Einflüssen schützen möchten, die sie zu einer verfrühten sexuellen Aktivität verleiten könnten. Und das kann ich verstehen.Was machst Du, wenn sich die Befürchtungen in einem Fall mal bewahrheiten? Wer übernimmt dann die Verantwortung dafür?


    Ich sehe das eigentlich schon ziemlich differenziert. Für Kinder, die überhaupt keine Ansprechpartner haben und deren Eltern sich da nicht drum kümmern ist es sicher sinnvoll, wenn die Schule da die Aufklärung übernimmt. Bei anderen Kindern sehe ich das aber durchaus kritisch.

    Ein "kein Sex vor der Ehe"-Konzept muss ergänzt werden um ein nüchternes "aber, wenn ihr doch nur Menschen seid, dann denkt an Kondom und XYZ als Schutz vor Geschlechtskrankheiten und ungewollter Schwangerschaft".

    Das würde aber die Erziehungsideale der Eltern konterkarieren. Solche Eltern, die ihren Kinden ein Lebensmodell wie "Kein Sex vor der Ehe"vermitteln wollen auch nur das Beste für ihre Kinder. Ich kann es verstehen, wenn die es als Bedrohung des Kindeswohl ansehen, wenn denen in der Schule die Benutzung von Kondomen empfohlen und an einem Penismodell demonstriert wird. Die haben einfach Angst, diese Art der Vermittlung könnte ihre Kinder in falsche Bahnen lenken und sie zu falschem Verhalten anleiten.


    Ein anderer Punkt ist aus meiner Sicht die unterschiedliche Entwicklung der Kinder. Pepe schreibt, er habe in seiner Klasse 12-jährige Kinder, die schon sexuell aktiv sind. Das wird aber nicht auf alle Kinder der Klasse zutreffen, hoffe ich zumindest. Er wird in der gleichen Klasse wahrscheinlich auch Kinder haben, die noch mit Barbies spielen und keine Ahnung haben was "Sex" überhaupt ist. Da finde ich es problematisch, wenn die sexuell aktiven Kinder zum Massstab des Unterrichts werden und Kinder, die in ihrer Entwicklung noch lange nicht so weit sind, mit solchen Dingen konfrontiert werden.

    Ich rede über das statistische Mittel, du redest anekdotisch über dein eigenes Leben.

    Ich rede davon, dass nicht alle Kinder den gleichen familiären Hintergrund haben. Es gibt viele gute Elternhäuser, die sich sehr gut um ihre Kinder kümmern und sie auch gut aufklären. Ich habe mich selbst nur mal als ein Beispiel angeführt. Es gibt Millionen andere Kinder, die ebenfalls von ihren Müttern erklärt bekommen, wie man Tampons oder Binden benutzt.


    Klar gibt es auch Kinder aus Elternhäusern, die sich nicht mal um solche grundlegenden Dinge wie die Erklärung von Hygieneartikeln kümmern. Für solche Kinder ist ein schulisches Angebot natürlich sehr sinnvoll.


    Mir sind Eltern wesentlich lieber, die auf einem Elternabend Sorgen und Bedenken darüber äussern, dass die schulische Sexualaufklärung ihren Kindern schaden könnte, als solche Eltern, die aus Gleichgültigkeit entweder gar nicht erst zum Elternabend kommen oder einfach nur froh sind wieder einmal eine Aufgabe an die Schule abgeben zu können.

    Nicht alle Kinder haben Mütter, die mit ihnen über irgendwas reden.

    Das mag sein. Meerschwein Nele hat aber geschrieben, dass eine Aufklärung über die Benutzung von Tampons grundsätzlich "sehr viel besser" in der Schule als im Elternhaus erfolgt. Das sehe ich ganz anders.
    Solche Dinge sind originäre Aufgabe der Eltern! Dass einige Eltern leider ihre Aufgaben nicht wahrnehmen und das alles auf die Schule abschieben ist traurigerweise so. Und es wird leider immer schlimmer.

    Nein, so etwas geschieht sehr viel besser an der Schule, weil da eine ganze Menge Beziehungsballast zwischen Eltern und Kindern nicht da ist und weil durch qualifizierte und kompetente Lehrkräfte sichergestellt wird, dass da anders als bei der Zufallskonstellation "Bildung durch Eltern" auch sachlich richtiges erklärt wird.

    Die Anwendung eines Tampons wurde mir damals von meiner Mutter in einem vertraulichen Gespräch unter vier Augen erklärt. Wenn ich mir vorstelle, mein damaliger Bio-Lehrer hätte ein solches Gespräch mit mir führen wollen oder das wäre Gesprächsthema im Unterricht geworden, kommt mir heute noch das Grauen.

    Ich würde mal denken, weil er sich von der Politik generell verarscht fühlt? Erst hat er in den 1990ern die CDU gewählt und die haben keinen Aufschwung gebracht. Dann hat er in den 2000ern die SPD gewählt und die haben auch nichts gebracht. Später hat er in den 2010ern die PDS/Linke gewählt, die ebenfalls nichts gebracht haben, und jetzt wählt er halt die AFD, weil er die Hoffnung hat, daß die was bringen könnten, wissend, daß die anderen Parteien es eh nicht können.

    In Sachsen wird die AfD aber flächendeckend und durch alle Bevölkerungsschichten gewählt. Da ist sie wirklich Volkspartei und keine Protestpartei in ein paar strukturschwachen Regionen mehr.


    In den 90ern hatte die CDU immer fast 60% in Sachsen. Das Land war also schon immer politisch deutlich "rechts". In den letzten 15 Jahren ist die CDU insgesamt stark nach links gerückt. Darum wählen nun halt viele AfD, nicht nur aus Protest, sondern schon aus inhaltlicher Überzeugung.

    In Schleswig-Holstein wurden Eltern gerade zu 50€ Bußgeld verurteilt, weil sie ihren Sohn nicht am Besuch einer Moschee teilnehmen lassen wollten. Die Moschee wurden von Verfassungschutz beobachtet und die Eltern hatten Angst vor einer Indoktrination ihres Sohnes.


    Ein Abgeordneter von den Grünen meinte dazu, dass in diesem Fall die Eltern das Kind an der Teilnahme gehindert hätten, während bei "fridays for future" die Schüler eigenmächtig die Schule "bestreiken" würden. Dies sei ein grosser Unterschied, deshalb sollte man "entspannt" damit umgehen.


    https://www.shz.de/regionales/…astreiker-id23336607.html


    Es wäre mir neu, dass es bei Verstössen gegen die Schulpflicht einen Unterschied macht, ob die Schüler eigenmächtig schwänzen oder ob die Eltern wollen, dass die Schüler schwänzen.


    Irgendwie erschreckend, dass solche Leute wie dieser Abgeordnete an der Gesetzgebung beteiligt sind.

    Warum sollte sich etwas im Vergleich zu den letzten Jahren ändern? Es kann doch wieder perfekt am Flughafen kontrolliert werden und mit den streikenden Schüler*innen gehen wie gehabt die Schulen und Lehrkräfte um. Läuft doch alles gut momentan.

    Naja, sonst waren es immer nur sehr vereinzelt Schüler, die am letzten Schultag vor den Ferien nicht gekommen sind. Am kommenden Freitag vor den Osterferien wird aber schonmal die Hälfte der Schüler wieder wegen fridays for future schwänzen. Und der übrige Rest wird sich wahrscheinlich zu einem grossen Teil auch sagen:"Wenn die alle wieder nicht kommen, dann komme ich jetzt auch nicht mehr am letzten Schultag."


    Wenn am Freitag kaum ein Schüler da ist, wissen wir doch auch nicht, wer von denen wegen fridays for future schwänzt oder wer schwänzt, weil der am Donnerstag schon in den Urlaub geflogen ist. Also hat es für die Ferienverlängerer dann auch keine Konsequenz mehr, wenn sie am Freitag nicht mehr da sind.

    "Bald sind Osterferien. In Bayern und Nordrhein-Westfalen ist Freitag, der 12. April, der letzte Unterrichtstag. Da stürzen sich viele Schüler mit ihren Eltern in den Reisetrubel – unmittelbar nach dem letzten Läuten. Manche Familien können es gar nicht abwarten und brechen schon am Mittwoch oder Donnerstag auf – per Auto, Bahn und Flugzeug. Da gibt’s für die lieben Kleinen halt eine Entschuldigung wegen „Unpässlichkeit“.


    Diese individuelle Ferienverlängerung ist den Schulbehörden seit langem ein Dorn im Auge. Zu Recht. Hierzulande gibt es eine Schulpflicht, jedoch kein Elternrecht zur Festlegung des Beginns und der Länge der Ferien. Deshalb hat im vergangenen Sommer die Polizei an manchen Flugplätzen an den Tagen vor dem offiziellen Ferienstart Familien mit Kindern kontrolliert. Wenn Schulschwänzer dabei waren, wurden die Schulen informiert, bisweilen auch ein Ordnungsgeld verhängt.


    Das wird in diesem Jahr schwierig. Denn eine große Zahl von Schülern hat es sich zur Gewohnheit gemacht, freitags ohnehin zu schwänzen – zur Rettung der Umwelt. Manch tapferer Rektor stemmt sich dieser politisch motivierten Freitagsgestaltung entgegen. Doch was bewirken schon Lehrerworte, wenn die Spitzen des Staates – Bundespräsident und Bundeskanzlerin – die sogenannten Schulstreiks im Namen des Umweltschutzes ausdrücklich loben?


    Polizeilichen Kontrollen zu Ferienbeginn könnten 2019, im "Jahr 1 nach Greta" also komisch wirken. Mancher Schüler hat schon seit Monaten an keinem Freitag-Unterricht mehr teilgenommen und wird dafür von vielen Politikern und den meisten Medien überschwenglich gefeiert. Eltern aber, die auf den regelmäßigen Unterrichtsbesuch ihres Nachwuchses – selbst an Freitagen – geachtet haben, droht indes ein Bußgeld, wenn Sohn oder Tochter am Ferienbeginn auch nur einen Tag der Schule fernbleiben."


    https://www.cicero.de/innenpol…l-frank-walter-steinmeier


    Ich bin echt gespannt, wie das diese Woche abläuft und wer überhaupt noch zu Schule kommt.

    Bin gespannt, ob nächste Woche überhaupt noch irgendjemand zur Schule kommt. Freitag ist der letzte Schultag vor den Ferien. Die Klima-Aktivisten kommen wie jeden Freitag sowieso alle nicht und die übrigen Schüler werden dann wohl auch spätestens am Donnerstag in die Ferien starten.


    Kann ich sogar absolut verstehen, dass die es jetzt auch nicht mehr einsehen bis zum letzten Schultag zu kommen.


    Es ist auch niemandem mehr vermittelbar, dass Ordnungsämter und Polizei an den Flughäfen Eltern mit Kindern auf illegale Ferien-Verlängerung kontrollieren und Bußgelder verhängen, während seit Wochen gewisse Schüler demonstrativ und mit Rückendeckung der Bundeskanzlerin und der Justizministerin die Schule schwänzen.

    Es geht um Klimawandel, darauf stoßen uns diese Schüler mit der Nase Freitag für Freitag in der Hoffnung, dass wir es endlich kapieren und etwas verändern. Also was macht jeder einzelne von uns denn bereits? Was können wir alle optimieren, um unseren Ressourcenverbrauch zu reduzieren? Welche Kleinigkeiten gibt es womöglich schulisch gesehen, die wir anstoßen und verändern können?

    Ich würde es ja klasse finden, wenn die schwänzenden Schüler da selbst ein Zeichen setzen und mit gutem Beispiel vorangehen würden.


    Hätte da auch ein paar Vorschläge:


    - Smartphones, PCs und sonstige energieverbrauchende Unterhaltungselektronik abschaffen. Dafür die gewonnene Zeit durch Bewegung in freier Natur nutzen. Wäre klimafreundlich und gesundheitsfördernd.


    - Roller und Mofas abgeben. Stattdessen den Schulweg nur noch zu Fuß zurücklegen. Ebenfalls klimafreundlich und gesundheitsfördernd.


    - Mit 17/18 keinen Autoführerschein machen. Statt dem erste Auto lieber eine Bahncard zum 18. wünschen.


    - Eltern überreden die gebuchte Flugreise in den Sommerferien zu stornieren. In Zukunft alle Ferien auf Balkonien verbringen, das ist am klimafreundlichsten.


    - Im Sommer nicht mehr grillen. Lieber Rohkostsalat mit saisonalem Gemüse aus der Region geniessen.


    - Nach dem Abi keine Partyreise nach Loret und auch kein work and travel durch Kanada oder Australien. Stattdessen ein ökologisches Jahr machen.


    Wäre gespannt, wie meine schwänzenden Schüler auf diese Vorschläge reagieren würden. Aber ich schätze mal ich würde damit nicht auf grosse Zustimmung stossen. Immerhin müsste man dafür persönliche Opfer bringen und das wäre uncool. Genauso wie freitags am Nachmittag zu demonstrieren oder am Samstag. Da müsste man ja kostbare Freizeit opfern.

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