Die "Unflexibilität" kann ich in soweit nachvollziehen, als dass da Kollegen (zum Teil noch in der DDR ausgebildet) lange in der Schule etwas "aufgebaut" haben und da jetzt bzw vor zwei Jahren ein neuer Kollege kommt, der vieles in Frage stellt. Man könnte es auch so formulieren: ich rüttel an dem Lebenswerk mancher Kollegen*innen. Aber Schule und gerade Schulsport hat sich entwickelt/ darf sich weiterentwickeln und man kann neue Kollegen als einen Impuls wahrnehmen oder als jemanden, der - so habe ich es wahrgenommen - erstmal eingenordet werden muss.
Mein Chef (zeitgleich mit mir neu an der Schule gestartet) ist da übrigens ganz auf meiner Seite. Nur etwas mit dem Hammer durchzubringen, bringt nichts. Ich muss eigentlich versuchen zu überzeugen. Und das ist schwer und wenn mir ein Sportkollege sagt, dass unser Sportfest (die Schüler sind 5 Stunden anwesen und bewegen sich maximal 5 Minuten) dazu da ist, dass die Schüler lernen sich gegenseitig anzufeuern, dann , dann, ...keine Ahnung, bin ich frustriert über so viel Inkompetenz.
Aus dem Bauch heraus geschrieben und weil ich Ähnliches auf anderen Ebenen schon mitbekommen und erfahren habe:
Ich kann dein Problem gut nachvollziehen, denn so etwas kann ein Grundsatzproblem sein, wenn man in Schulen kommt, wo sich Strukturen eingefahren haben. Problematisch ist es, wenn die Vorstellungen in verschiedene Richtungen gehen und man selbst aus einer moderneren Pädagogik kommt.
Strukturen ändern sich dann, wenn noch mehr Leute mit ähnlichen Ideen da sind. So wie du das schilderst, glaube ich nicht, dass du alleine viel Änderung bewirken kannst. Vielleicht leiert euer Rektor einmal eine SchiLF zum modernen Sportunterricht an? In meinem Lehrerleben habe ich festgestellt, dass sich Einstellungen bei vielen erst durch Fortbildungen, die einen auf den neusten Stand brachten, änderten. Man hat zwar nicht alles umgeworfen, aber adaptiert. Keiner hat stur weitergemacht wie seit Jahren.
Den Ansatz des Sportunterrichts, der dir vorschwebt, den kenne ich aus der Grundschule zur Genüge. Leichtathletik machen wir selbstverständlich in der Halle, wenn es draußen nicht geht. Dass du bei einem Thema bleiben willst, dazu hast du didaktische nachvollziehbare Begründungen. An meiner Schule haben wir immer eine Doppelstunde und eine Einzelstunde; tatsächlich gibt es wegen der knappen Zeit in den Einzelstunden meistens irgendetwas Spielerisches mit wenig Aufbau, während man in der Doppelstunde mehr aufbauen kann. Aber das ist Grundschule und nicht vergleichbar mit Sek1,2.
So lange du in der Fachschaft alleine dastehst, wirst du wohl eher an offiziellen Sachen mitmachen müssen. Mit dem Kopf durch die Wand wirst du da keinen Erfolg haben und auch nicht die anderen überzeugen. In deine Unterrichtsgestaltung kann dir aber keiner reinreden. Wenn es um Wettbewerbe geht, kannst du die benötigten Kompetenzen ja auch anders trainieren. Komisch finde ich schon, dass der Sportunterricht so durchgeplant mit genauer Stundenvorgabe ist. Das habe ich noch nie gehört und auch nicht erfahren (an Grund- und Hauptschulen). Ich selbst würde mich daran nicht halten, sondern den Sportunterricht machen, wie ich ihn gelernt habe und wie er vom Lehrplan her angedacht ist.