@ Antimon: Der Aufenthalt im Schulhaus, ist der vom Stundenplan vorgegeben?
Wenn man Nachmittagsunterricht hat oder der Stundenplan viele Hohlstunden hat, ist man zwangsläufig länger im Schulhaus. Dazwischen kann man dann seine Korrekturen machen.
Da ich reduziert hatte, habe ich Hohlstunden für Korrekturen, Kopien und Elterngespräche genutzt. Da ich ungern Hefte mit nach Hause geschleppt habe und nicht nach Hause hetzen musste, habe ich alle Arbeiten, die ich konnte, im Anschluss an den Unterricht erledigt. Wenn mal keine Besprechung, Fortbildung oder Konferenz am Nachmittag war, dann war ich oft bis 16 Uhr in der Schule, mit ca. 45 min Mittagspause, d.h. ich habe nach dem Unterricht so 2-3 Stunden Arbeit gehabt, wenn ich nichts zwischendurch erledigen konnte. Oft habe ich für organisatorische Dinge 30 min bis 1 Stunde gebraucht: aufräumen, herrichten, kopieren usw. Elterntelefonate verlängerten das Ganze.
Zuhause habe ich dann noch die gründlichen Vorbereitungen gemacht, die ich für den nächsten Tag brauchte und Korrekturen irgendeiner Leistungsüberprüfung. Oft war es wichtig, die Vorbereitungen anzupassen, weil man das ja abhängig von dem gemacht hat, wie die Stunde vorher gelaufen ist. Da ich fast alle Schulfächer in meiner Klasse hatte, musste ich ständig etwas anschauen. Ich habe z.B., wenn ich es geschafft habe, auch die Sachkundehefteinträge auf Rechtschreibung korrigiert (schließlich lernen die Schüler aus Heften), die niedergeschriebenen Gedanken in den Lerntagebüchern durchgelesen und ggfs benotet - ständig gab es in dieser Richtung etwas zu tun.
Oft war ich, als ich nach Hause kam, so kaputt, dass ich erst einmal Erholung brauchte. Ab und zu erstellte ich auch noch Schülerdokumentationen (normalerweise sollen wir das regelmäßig tun, aber das schafft kaum einer), aber da nur die wichtigen, weil ich dafür keine Zeit und kein Nerv mehr hatte und meine Schüler ziemlich gut kannte.
Seit Corona erhielt ich verstärkt Elternmails, die auch mal beantwortet werden mussten. Außerdem musste auch mal mit Schulpsychologen, Therapeuten usw. geredet werden, die gerade irgendwelche Kinder der Klasse betreuten. Zuhause waren das meistens auch noch 2-3 Stunden, je nachdem, was anstand. Im 4. Schuljahr war es besonders heftig.
Es hat schon einmal jemand erwähnt: Wenn man in den vielen Materialien keine Ordnung hält, dann bricht das Chaos aus. Auch diese Zeit muss man mit einplanen. Wir haben in der Schule einen großen Materialraum - da habe ich öfter mal passende Sachen gesucht, das kostet auch Zeit. Da wir in Sachkunde auch Experimente machen, muss man da ebenso die Materialen zusammensuchen und herrichten und evtl. Sachen vorher selbst ausprobieren. Ich finde, dass es in der Grundschule eine riesen Bandbreite von Arbeit gibt.