Ich habe überhaupt kein Problem damit, wenn andere Menschen religiös sind und wenn Religion und Glauben für sie eine wichtige Rolle spielen. Das muss jeder für sich ausmachen.
Ja, und damit könnte die Geschichte erledigt sein. Dazu müssten dann aber auch die religiösen Menschen damit einverstanden sein, es nur mit sich auszumachen. Sie müssten darauf verzichten, andere an ihren Ideen teilhaben zu lassen, indem sie Einfluss auf die weltliche Gesetzgebung nehmen. Sie müssten auf den Einfluss auf die Erziehung verzichten, also sich insbesondere aus Kitas und Schulen heraushalten.
Und sie müssten auch darauf verzichten anderen ihre Märchen als Wahrheiten zu verkaufen. Da wird es schwierig. In der Regel halten es Eltern für selbstverständlich, dass ihre Kinder die gleiche Religion haben wie sie selbst. Das fängt mit der Säuglingstaufe an. Kinder, zumal kleinere, haben noch nicht die Chance zu erkennen, was real und was Märchen ist. Sie jung zu indoktrinieren, ist nicht fair - aber erfolgreich.
Wir sind weit weg davon, das Religion die Angelegenheit der Einzelnen oder der betreffenden Gruppen ist. Insofern müssen wir immer wieder darauf hinweisen, wo die Grenzen sind.
Ich möchte mir z. B. nicht sagen lassen, ich müsse wissen, welche Bedeutung ein Feiertag habe, wenn ich weiß, dass er keine Bedeutung jenseits der Feiertagseigenschaft hat. Wenn für jemanden wichtig ist, dass Weihnachten daraus entstanden ist, dass jemand das antik-römische Wintersonnenwendfest uminterpretiert hat, dann möge sie sich damit beschäftigen und mich bitte in Ruhe lassen.