Beiträge von O. Meier

    Es scheint mir ein weit verbreitetes Missverständnis zu sein, dass Digitalisierung nur dann stattfinden "darf", wenn sie unbedingt zu einer Verbesserung von irgendwas führt.

    Wegen meiner darf sie auch stattfinden, wenn sie nichts bringt und nur einen Haufen Aufwand verursacht. Allerdings möchte ich den Aufwand nicht betreiben.

    weshalb ich der Meinung bin, dass eine Digitalisierung des Unterrichts stattfinden *muss*

    Für eine starke Forderung brauch man eine starke Begründung. Ich werde nach wie vor in der jeweiligen Situation entscheiden, welches Medium geeignet ist. Allerdings lann ich nur aus dem Vorhandenen auswählen. Und da muss ich leider bei allem elektrischen vorsichtig sein.

    Aber auch jetzt ist mir noch nicht klar, was den mit „Digitaliserung des Unterrichts“ gemeint ist. Die nachfolgenden Beispiele, in denen ein analoges Medium durch ein digitales ersetzt wird, werden hier nicht von allen als digitaler Unterricht anerkannt.

    Abgesehen davon *ist* es aber eine grosse Arbeitserleichterung, dass ich z. B. keine DVDs mehr für den Unterricht benötige,

    Die gute alte analoge DVD mit ihren mechanisch abgetasteten Rillen, jaja.

    Abgesehen davon *ist* es aber eine grosse Arbeitserleichterung, [...]

    ... wenn, ...

    das Filmmaterial digitalisiert vorliegt und ich es in dieser Form den SuS auch zum Selbststudium zur Verfügung stellen kann.

    Fragt sich noch, wie und wo es vorliegt. Wenn ich am Ende den USB-Stick statt der DVD in den Klassenraum schleppe, ist auch nicht viel gewonnen.

    oll ich da jetzt einen Ausdruck machen nur weil der grundsätzlich den gleichen Zweck (= Selbstkontrolle) erfüllt?

    In der Tat, das ehe ich auch so, der Upload einer Datei ist ein wenig aufwändiges Verfahren. Mache ich seit ca. 15 Jahren so. Wird von den Schülerinnen gerne ignoriert. Viele Fragen immer noch lieber eine Woche später nach Papier, als nur auf der Lernplattform nachzukucken, wenn sie z. b. irgendetwas nicht haben.

    Sie haben halt keine Lust, sich zu kümmern. Vielleicht schauen sie auch deshalb nicht nach digitalem Material, weil es das nicht von jeder Kollegin gibt. Ich weiß es nicht. Ich erkläre ihnen am Anfang, wo sie was finden, wie die Dinge sortiert sind etc.

    Habe ich schon von den Schülerinnen erzählt, die sich lieber ein Foto vom Ausdruck machen, als sich die PDF-Version zu laden?

    Sorry, aber das wäre einfach komplett bescheuert.

    Ah, sehr starkes Argument.

    Eine meiner Klassen schreibt gerade einen Projektbericht, jeweils zu zweit, natürlich bearbeiten die ein gemeinsames Word-Dokument in der Cloud.

    Natürlich Word. Ja, ist klar.

    Die SuS kommen gar nicht auf die Idee, dass man das irgendwie anders machen könnte.

    Das allerdings finde ich kritisch. Hier findet offensichtlich keine Auswahl des Werkzeuges statt, sondern man nimmt das, was man immer nimmt.

    Neue Werkzeuge muss man erst einmal kennenlernen und damit üben können, um sie sinnvoll einzusetzen und manchmal auch deren Einsatzspektrum überhaupt zu erfassen

    Da haste wohl recht. Auch im Bereich informationstechnische Grundbildung für Lehrkräfte haben wir noch einigen Nachholbedarf. Und ebenso bei Schulungen für bestimmte Geräte, Software etc.

    Vielleicht muss man das alles eher als notwendige Bedingungen formulieren. Man braucht eine Ausstattung, die funktioniert. Sie muss Funktionen und Möglichkeiten für den Unterricht bieten. Diese müssen den Kolleginnen bekannt sein. Sie müssen die Chance haben, diese zu erlernen und auszuprobieren.

    Statt dessen eine Verpflichtung zur Nutzung auszugeben, ohne klar zu machen was wofür benutzt werden soll, kann ja nicht gut gehen.

    Wir haben neuerdings z.B. Ipadklassen (bzw. eine ganze Jahrgangsstufe) und jeder Kollege, der in diesen Klassen unterrichtet, muss nun mit dem IPad arbeiten. Und genau da setzt meine Frage an, bei diesem "muss".

    Also, zwingen kann man niemanden. Das ist dienstrechtlich nicht drin. Verpflichten schon eher.

    Allerdings zeigt die Frage, wo wir stehen. Wenn doch digital so gut ist und so viele Möglichkeiten bietet und man keinen Kreidestaub einatmen muss, müsste man die Frage nicht stellen. Dann benutzten die Leute es einfach.

    Ich sach’ immer, gebt mir etwas, mit dem ich arbeiten kann, und ich arbeite damit.

    Wieso? Weil „Neid“ in deinem Kopf negativ assoziiert wird?

    Nicht nur in dem einen Kopf.

    So mancher Beitrag hier zeigt, wie viel negative Energie mit Neid einhergeht. Diese Gehässigkeit, das Abwertende. Nee, das brauche ich nicht.

    Menschen empfinden Neid. Das wird sich wohl nicht vermeiden lassen. Dass gebildete Menschen diesen nur in Form von Abrotzerei herauslassen können, ist schon peinlich. Und negativ. Vielleicht sogar böse.

    Die gesellschaftliche Anforderung ist doch, auch mit solchen Emotionen klar zu kommen, ohne mit dem Wagenheber in die Vitrine zu hauen. Schaffen halt nicht alle.

    Also musst du dir einen Weg suchen, wie du auch herausfindest was diese Personen dazu denken. Mit einer schriftlichen Ausarbeitung findest du das nämlich nicht mehr zwangläufig heraus.

    Eben. Bestimmte Leistungsbewertungelemente fallen also weg. Letztendlich lässt man aber die Schulen und Kolleginnen wieder allein. Da darf jede für sich selbst wurschteln.

    Ohne Neid hätten sich keine Gewerkschaften im 19. Jahrhundert etabliert. Es war der Neid der Besitzlosen, die vom Kuchen der Industriellen etwas abhaben wollten, der die Arbeiterbewegung, die Gewerkschaften und die Tarifverträge überhaupt erst möglich machte.

    Für höhere Löhne zu streiken ist nichts weiter als dem Neid Ausdruck zu verleihen.

    Nö. Einen Anspruch auf Teilhabe zu erheben, nicht hungern zu müssen, von mir aus auch das Streben nach Gerechtigkeit sind etwas deutlich anderes als Neid. Vielleicht erkennt man das nicht, wenn der Neid schon angefangen hat zu nagen.

    Selbst wenn das, was du beschreibst, auf Neid basierte, so wäre er da doch in sonnvolle Bahnen gelenkt worden. “Ich möchte nicht, dass die so viel bekommen.“ ist das allerdings nicht.

    Genauso gut hätte man sich dafür entscheiden können, das Geld auf ALLE Beamten zu verteilen. Oder die Pensionen aufzustocken. Oder ....

    Hätte man. Ob man das aber tut, wenn man z. B. die Kinderzuschläge wieder senkt, ist auch nicht klar. Es gab hier eben Stimmen, die sich vor allem daran störten, dass die einen „so viel“ bekommen.

    Unterschätze nicht den Stellenwert von Neid

    Keineswegs. Ohen Neid wären wir hier nicht auf Seite, ja wieviel? Wo sind wir? Ich finde es halt unangenenehm bis bedenklich, wenn man sich so den solchen Gefühlen treiben lässt. Die dunkle Seite ist nicht mächtiger, nur schneller, verführerischer.

    bzw. dem Grundbedürfnis danach, sich gleich behandelt zu fühlen.

    Das wäre noch mal etwas anderes. Mir scheint hier ein wenig die sozialdemokatische Vorstellung von Gerechtigkeit durchzuschlagen, die Zufriedenheit annimmt, wenn es allen gleich schlecht geht.

    DeepL, welches ebenfalls neuronale Netzwerke (also KI!) nutzt.

    Ich dachte immer DeepL basiert auf neuronalen Netzen. Na, gut. Ist das wirklich schon intelligent. Finde ich nicht.

    Deutlich bekannter als DeepL dürfte der Google-Übersetzer sein. Der soll abr nicht das gleiche Niveau erreichen.

    Anekdote: DeepL wurde von ehemligen Google-Mitarbeiterinnen entwickelt.

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