Fairerweise muss man aber auch dazu sagen, dass es in diesen Berufsfeldern dem Arbeitgeber auf die Füße fällt, wenn die Arbeit dann aufgrund fehlender Schulung oder falscher Entscheidungen nicht erledigt werde kann.
Das ist ja schon passiert. Digitalisierung an Schulen ist grandios gescheitert, wenn man sieht, wie im Alltag und in anderen Bereichen Digitaltechnik eingesetzt wird und wie wir 'rumkrebsen. Den Rückstand holen wir nie wieder auf, dafür sind die Strukturen nicht geeignet. Selbst, wenn alle mitmachen.
Ein Problem bei Neuerungen in der Lehrerschaft ist auch der Anspruch einzelner, dass nichts geändert werden darf, so lange er persönlich nicht überzeugt wurde. In anderen Berufsfeldern ist klar, dass der Arbeitgeber die Werkzeuge vorgibt und die Beschäftigten mit dem Arbeiten, was an anderer Stelle entschieden wird.
Ja, so müsste es laufen. Die Firma sagt, ab heute fließt das Wasser der Berg 'rauf, und dann macht es das auch. Dazu sind die Vorgaben aber auch gar nicht geeignet. Damit wir z. B. Hardware anschaffen können, müssen wir Konzepte vorlegen. Wir sollen also sagen, was wir machen wollen. Man sagt uns nicht, was wir machen sollen. Wenn man nichts macht, passiert auch nichts.
Umgekehrt ist es natürlich so, dass man die Leute besser mitgenommen kriegt, wenn sie einsehen, dass das neue Vorgehen sinnvoll ist. Ich denke, dass klare Vorgaben und Überzeugungsarbeit sich nicht ausschließen.
Die Überzeugung kann auch darüber entstehen, dass Dinge im Alltag funktionieren, Spaß machen, helfen und Zeit sparen. Wenn's gut ist, muss man nicht so viel erzählen, warum es gut sein könnte.
Ein Teil der Grundskepsis der Lehrerschaft ist mit Sicherheit in der Erfahrung begründet, dass man nach vielen Änderungen in Eigenarbeit, investierter Freizeit und selbst organisierter Schulung dafür sorgen muss, dass die Dinge dann auch funktionieren
Ich bitte zu beachten, dass Digitalisierung nicht die einzige Innovationsbaustelle ist, sie uns umtreibt. Was hatten wir da nicht alles schon. Lernfelder, Selbstlernen, Kompetenzorientierung, Sprachbildung, Internationalisierung, neue Bildungspläne hier, angepasste Prüfungsordnungen da. Und man erlebt ständig, dass denen, die sich daran abarbeiten, am Ende eh keine dankt. Wenn man sich andersherum nicht kümmert, rauscht der Zug der Neuerungen einfach so vorbei und man spart sich jede Menge Arbeit und Ärger. Manche Sachen verschwinden einfach wieder, bevor man das als Schule in Angriff genommen hat. Hinterhinken kann auch Vorteile haben. OK, bei der Digitalisierung wird das so schnell nicht passieren.
doppelte Arbeit hat, weil sie eben nicht funktionieren.
Genau das. Ich plane entweder analog oder doppelt. Digital planen kann ich nicht, weil alles zu unzuverlässig ist.