Beiträge von O. Meier

    Es gibt hier noch einiges zu sagen, ich schau mal, wie viel ich schaffe. Zunächst mal finde ich die Diskussion Inklusion vs. Förderschule hier nicht optimal angesiedelt. Das ist doch ein komplexes Thema. Und wenn einem dann jemand „deutlich“ einfachere Lösungen verspricht, na, dann ist die Wurst eigentlich schon geplatzt.

    Aber. Um doch noch einen Bezug zum Theman herzustellen. Wer weniger Inklusion will, muss mehr Förderschule bejahen. Und dafür braucht's halt Leute, die Konsequenz sind Abordnungen wie die diskutierten.

    Etwas platt könnte man formulieren, dass entweder die Menschen mit Behinderung zu euch kommen oder ihr zu ihnen. Wir können sie nicht im Schuppen einsperren und mit Essensresten versorgen.

    Apropos Werkstatt: unsere Bäckermeisterin verlangt kurzärmlige Oberbekleidung in der Backstube, damit man nicht mit dem Ärmel im Teig rummanscht. Hygiene, quasi „Vernunft vor Zunft“. Einige Mädels tragen zum „Verdecken der Reize“ aber lieber langärmelig. Gibt immer wieder Diskussionen.

    Letztendlich kann man bestimmte Berufe halt nicht ausüben, wenn man sich für eine Religion entscheidet, die das nicht zulässt.

    dir eine ausführliche Begründung der Absichten in Schriftform zukommen zu lassen

    „In meiner Religionsgemeinschaft ist das Tragen einer Schirmmütze vorgeschrieben. Weitere Regeln verbieten mir, im Detail darüber zu sprechen. Die Inhalte der heiligen Schriften sind nur Glaubensschwestern zugänglich. Sie kommen in die Hölle, weil Sie danach gefargt haben. Viel Glück.“

    Es kamen schon die ersten Einwände, dass man auch das Tragen einer anderen Kopfbedeckung letztlich mit der "persönlichen Überzeugung" oder "religiösen Ansichten" begründen könnte.

    Die Schülerinnen, die das sagen, wissen, dass das vorgeschoben ist. Das kann man ihnen auch so zurückmelden. Man könnte dann ein Gespräch über Glaubensfreiheit und religiöse Toleranz anschließen.

    Ich verlange übrigens nicht, dass die Schülerinnen die Kopfbedeckungen abnehmen. Ich erkläre ihnen, dass das Ablegen der Kopfbedeckung (und auch das Ablegen der Jacke) bedeutet, dass man irgendwo angekommen sei, sich womöglich sogar dort wohl fühlt. Insofern bedeute das Aufbehalten der Kopfbedeckung, dass man eben (noch) nicht angekommen sei. Und wenn sie in Klassen genau so sitzen möchten, wie an der Bushaltestelle, dann sollten sie das tun.

    Für etwas zwei Drittel reicht das. Mit dem Rest verschwende ich meine Zeit nicht. Sie dürfen so auf mich wirken, wie sie möchten. Allein. Von mir bekommen sie (einmalig) eine Rückmeldung über ihre Wirkung nach außen. So bekommen sie einen klitzekleine Übung darin, etwas für sich zu entscheiden und auch die Verantwortung dafür zu übernehmen.

    Manchmal lassen sie die Mützen auch auf und die Jacken an, weil ihnen kalt ist. Soll ich da noch über diskutieren? Manche haben sogar Fleece- oder Wolldecken dabei.

    Oder sollst du am Ende berufsbegleitend für den Einsatz an einer Förderschule pädagogisch, didaktisch oder auch (entwicklungs-)psychologisch nachqualifiziert werden?

    Vorher wäre besser als begleitend. Aber beides nützte nichts, wenn derjenige keinen Bock hat.

    Hier werden ja schon Pläne geschmiedet oder Andeutungen gemacht, wie man mit dem Wagenheber in die Vitrine hauen kann.

    Letztendlich müsste man die Verweigerinnen gewähren lassen, um die vulnerable Schülerinnen-Gruppe zu schützen. Jemanden mit einer, räusper, zweifelhaften Haltung gegenüber Menschen mit Behinderung ist an einer Förderschule nicht richtig.


    Auch wenn man es nicht richtig findet, sich mit Bockigkeit einer Abordnung zu entziehen, geht doch der Schutz der Betroffenen vor.

    Für die TE mit ihren Fächern und „Qualifikationen“ findet man gewiss eine Verwendung.

    @golum Ja, wer sich kümmert, ist im Vorteil.

    Allerdings bedeutet das (ständige) Bemühen um Pluspunkte im Bleibe-Wettbewerb (vielleicht) auch Stress. Man kann auch zur Erkenntnis kommen, dass für eine selbst der gelegentliche Wechsel des Dienstortes leichter zu ertragen ist. Genau weiß man das wohl erst hinterher.

    Mir wäre die Abordnung außerhalb des Radiuses des bevorzugten Verkehrsmittel eher ein Problem als ein Schulformwechsel. Morgens auf die Bahn angewiesen zu sein, hätte einige Aspekte, die mir erhebliche Nachteile bedeuten könnten. Aber ich denke, auch damit käme ich irgendwie klar.

    Schon interessant, wenn die „richtige“ Fahrradentfernung das einzige ist, was eine an der Schule hält, während die anderen das Kollegium, die Arbeitsbedingungen oder die Schülerinnenschaft vermissten.

    Für mich persönlich ist es gut zu wissen, dass mit A14 der Einsatz an der Grund- oder Förderschule scheinbar nicht mehr "amtsangemessen" ist. Da hat sich die Beförderung ja mehr gelohnt als die paar Extrakröten es vermuten ließen.

    Hier ließ ich mich auch zu einem kurzem „Aha“ hinreißen. Dienstrechtliche Formalitäten wiegen mehr als Eignung und Neigung. Das ist der Stand der Dinge.

    Aber auch daran gibt es nachvollziehbare Aspekte. Zum einen hat man die Beförderung ja für irgendetwas bekommen, wird also dafür an der bisherige Schule sicher noch gebraucht. Auf der anderen Seite wäre auch nicht unebdingt ein Akt der Anerkennung, wenn die „Aushilfe“, die sich die Tätigkeit an der neuen Schule gar nicht zutraut, mehr bekäme als das dafür ausgebildete und darin erfahrene Stammpersonal.

    Ich hab' mal (eher im Spaß gesagt), ich fegte für A14 auch den Hof (außer Kippen). Allerdings ginge das eben auch nicht, weil nicht amtsangemessen. Tja.

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