Beiträge von O. Meier

    Hast du dich als Schüler/in nicht darüber gefreut, wenn was ausgefallen ist?

    Und? Wäre das deswegen richtig? Bin ich jetzt der Maßstab für alles. Ich habe in meiner Jugend bestimmt nciht alles richtig gemacht. Und das gestehe ich den jungen Menschen heute auch zu. Passiert. Aber ich habe mir waren damals die Lehrerinnen wirklich nicht sonderlich wichtig. Die meisten mochte ich nicht besonders. Und da war meine Empathie nicht sonderlich ausgeprägt. Ich habe dann aber nichts von Beziehungen gefaselt, die ich mit den Lehrerinnen hätte, sondern sie schlichtweg ausgeblendet.

    War das richtig so, wie ich das gemacht habe? Sollen ich das so meinen Schülerinnen beibringen? oder soll ich ihnen, so wie ich das tue, mitteilen, dass ich e befremdlich finde, dass sie über die Abwesenheit einer anderen jubeln, wenn sie entweder gar nicht wissen, was mit der ist, oder sie sogar vermuten, dass die krank ist.

    Und wenn die Schülerinnen, den Stundenausfall von der Krankheit emotional so sauber trennen können, dann haben sie sicher auch Verständnis dafür, dass ich das Verständnis um die Sorge um z. B. ihre anstehende Prüfung von meinem handeln trenne.

    Ohne Beziehung, gehts einfach nicht.

    Sehe ich anders.


    Beziehung heißt ja auch wissen wann Spaß und wann ernst ist und was die andere Seite gerade braucht.

    Ja, mit interagiert mit den jungen Menschen, wenn man mit ihnen zusamenarbeitet. Da sollte man auch (am besten sachlich) deren Bedürfnisse analysieren. Das ist Teil der Arbeit, die wir da machen. Wenn ich diese Arbeit nicht mache, weil ich krank bin, auf Fortbildung oder im Urlaub, macht sie jemand anders oder sie bleibt liegen. Ich muss mir aber über Schülerinnen, mit denen ich gerade nicht arbeite, auch keine Gedanken machen, ob die gerade jetzt Spaß brauchen.

    Ehrlich gesagt, habe ich mich schon sehr oft darüber gefreut, wenn meine Kinder eine Verabredung hatten und ich einen Nachmittag alleine zu Hause oder wenn Oma und Opa Tag war.

    Waren deine Kinder da krank?

    Warum sollte das bei Schülern anders sein?

    Weil es um einen Krankheitsfall einer Person geht, mit der sie angeblich eine Beziehung haben.

    Sie freuen sich, dass sie keine langweiligen Matheaufgaben rechnen müssen oder keine Vokabeln abgefragt werden,

    Sie freuen sich über verpasste Lernzeit.


    fühlen aber trotzdem mit dem Lehrer mit

    Soweit die Behauptung. Worna erkenne ich das? Am Jubel? Daran, dass sie nicht fragen, was mit derjenigen ist?

    wünschen ihm schnelle Genesung.

    Wie machen sie das?

    Es bleibt dabei. Die erste Reaktion ist Jubel. Selbst in Fällen, wo sich jemand verplappert hat und sagte, dass die Person krank ist und deshalb der Unterricht ausfällt.

    Mir kommen die Beziehungen, die bestehen sollen jedenfalls komisch vor. Ich möchte solche nicht haben.

    PS: Es gabe damals Häckmäck, weil man unbedingt wollte, dass ich einen Mobilsprechnummer als zweiten Faktor angebe. Später ging dann auf einmal auch Festnetz. Ich habe brav eine Nummer eingegeben. Der zweite Faktor wurde aber nie abgefragt. Da frag ich mich doch, was der ganze Umstand sollte.

    Ich habe kürzlich mein Dienst-iPad zurück gegeben. Ich brauche den Platz im Regal, ich habe noch andere Sachen, die einstauben müssen.

    Sinnvoll nutzen konnte ich es nicht. Zuhause war es invalid. Es bietet nur WLAN als Netzanbindung. Und ohne Netz taugt es nicht viel. Mit Netz aber auch nicht. Wenn ich es in die Schule mitnahm, nervte es mich damit immer wieder Updates anzufangen und nicht fertig zu kriegen. Zuletzt habe ich es angeschaltet, um vor der Abgabe, Daten zu löschen. Da wurde ich mit einem Dutzend Meldungen über abgelaufene App-Lizenzen begrüßt. Klasse.

    Üblicherweise hält bei unseren Schülerinnen und Schüler die "Freude" diesbezüglich nicht sehr lange an.

    Mag sein. Aber die erste Reaktion war dann trotzdem eine, die mitteilt, dass denen sowohl der Unterricht als auch die Unterrichtenden am Gesäß vorbei gehen. Ich denke schon, dass das einiges über die angebliche Beziehung aussagt. Wenn sie sich später besinnen, mag das abmildern. Aber gerade emotional — das scheint hier ja wichtig zu sein — haben sie eben schon mit dem Wagenheber in die Vitrine gezimmert.

    Ich habe schon ziemlich laute Jubel über erkrankte Kolleginnen gehört. Es gibt andere Reaktionen, klar. Aber zunächst mal ist ihnen die Lehrerin, mit der sie eine „Beziehung“ zu haben glauben, furchtbar egal. Zusammen mit den ehrlichen Antworten einiger hier bezogen auf kranke Schülerinnen, bin ich doch froh, dass ich derartige „Beziehungen“ nicht führe.

    Und, um den Bogen zurück zum Thema dieses Threads zu schlagen: wenn die Schülerinnen sich (ganz natürlich) über den Unterrichtsausfall freuen, muss sich die erkrankte Kollegin nun wirklich keinen Kopp um deren Versorgung mit Unterricht zu machen.

    Wow. Soviel emotionale Distanz habe nicht mal ich. Und mir wird schon öfter mal vorgeworfen, vollkommen unempathisch zu sein.

    Mag sein. Ich aber glaube nicht unempathisch zu sein, zumindest nicht „vollkommen“. Ich habe durchaus Verständnis für die Sorgen und Nöte der jungen Menschen. Ich verstehe sehr wohl, dass diese nicht mitten im Kurs die Lehrerin oder gar kurz vor der Prüfung die Prüferin wechseln möchten. Deswegen existiert da keine „Beziehung“. Ich mache deren Probleme nicht zu meinen. Und insbesondere hängt mein Wohlergehen nicht von der Lösung der Probleme ab. WillG hat schon etwas ähnliches gesagt: ich nehme ich selbst nicht zu wichtig und verlasse mich darauf, dass jemand das Schiff übernimmt und die Segel passend in den Wind stellt. Ich bin dann 'raus.

    Noch viel mehr als die Unterrichtsversorgung einzelner Klasse treibt mich die Sorge um die Menschen in der Ukraine um oder um die Protestierenden im Iran. Zu denen habe ich auch keine Beziehung. Ich weiß von denen nur das, was ich den Medien entnehmen kann.

    Wie die „Beziehung“ aus der anderen Richtung wahrgenommen wird, sieht man, wenn man die jungen Menschen jubeln hört, wenn sie erfahren, dass (vermutlich wegen Krankheit einer Kollegin) Unterricht ausfällt.

    zu denen man im Laufe der Zeit eine Beziehung aufbaut.

    Äh, was? Beziehung? Welcher Art soll die sein? Mir begegnen jeden Tag etwa hundert verschiedene junge Menschen. Ich kriege mit Mühe und Not deren Namen zusammen. Ich kann die überhaupt nur als Individuen wahrnehmen, wenn sie mir gegenübersitzen. Wenn ich nicht da bin, habe ich zu denen keine weitere Beziehung als die Call-Center-Mitarbeiterin zu den Kundinnen, mit denen sie gerade nicht spricht.

    dass sie kritische Äußerungen tätigt, wie etwas folgende: "Es ist unkollegial, im Krankheitsfall kein Material zuschicken. ALLE anderen Kolleginnen tun das."

    Das einfachste ist es, so etwas zu ignorieren. Ansonsten kann man natürlich eine passende Antwort parat haben. Ich pflege an solchen Stellen schon mal zu fragen, ob ich das schriftlich bekommen könne.

    ...man sich keine Gedanken darüber machen muss, dass man eventuell die Klassenarbeit verschieben muss (und auf wann), weil die SuS zwei Wochen keine Aufgaben gemacht.

    ...man sich keine Gedanken darum machen muss, dass es eventuell Probleme mit den zentral festgelegten Klausurterminen in der Oberstufe gibt.

    Das mag individuell unterschiedlich sein, aber ich bin echt froh, dass mich das nicht interessieren muss, wenn ich krank bin. Das regeln dann die, die gesund und da sind.

    ... diesem Telefonat mitgeteilt, ob man noch etwas zur Vertretung beitragen möchte.

    Das täte ich schon nicht. Man muss nicht erklären/erwähnen/whatever, dass es nichts gibt. Man ist ja nun mal krank. Das sollte klar sein.

    Dass krank wirklich krank bedeutet, haben halt noch nicht alle verstanden. Insofern tut man gut daran, hier besonders eindeutig zu sein. Vertretungsaufgaben schon gar nicht erwähnen. Nachfragen hierzu ignorieren.

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