Wow. Soviel emotionale Distanz habe nicht mal ich. Und mir wird schon öfter mal vorgeworfen, vollkommen unempathisch zu sein.
Mag sein. Ich aber glaube nicht unempathisch zu sein, zumindest nicht „vollkommen“. Ich habe durchaus Verständnis für die Sorgen und Nöte der jungen Menschen. Ich verstehe sehr wohl, dass diese nicht mitten im Kurs die Lehrerin oder gar kurz vor der Prüfung die Prüferin wechseln möchten. Deswegen existiert da keine „Beziehung“. Ich mache deren Probleme nicht zu meinen. Und insbesondere hängt mein Wohlergehen nicht von der Lösung der Probleme ab.
@WillG hat schon etwas ähnliches gesagt: ich nehme ich selbst nicht zu wichtig und verlasse mich darauf, dass jemand das Schiff übernimmt und die Segel passend in den Wind stellt. Ich bin dann 'raus.
Noch viel mehr als die Unterrichtsversorgung einzelner Klasse treibt mich die Sorge um die Menschen in der Ukraine um oder um die Protestierenden im Iran. Zu denen habe ich auch keine Beziehung. Ich weiß von denen nur das, was ich den Medien entnehmen kann.
Wie die „Beziehung“ aus der anderen Richtung wahrgenommen wird, sieht man, wenn man die jungen Menschen jubeln hört, wenn sie erfahren, dass (vermutlich wegen Krankheit einer Kollegin) Unterricht ausfällt.