Bei uns an der Schule wird angeblich seit Jahren „Selbstlernen“ praktiziert. Natürlich nach festem Stundenplan im 45-Minuten-Rhythmus. Da wird viel Potential verschenkt.
Beiträge von O. Meier
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dass sie auch erst eine Stunde später Feierabend hätten,
Nein, sie können Tätigkeiten vor statt nach der Kernzeit ausführen.
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dass ich wirklich viele Menschen kenne, die lieber früh aufstehen.
Das können die doch auch tun. Sie gestalten dann ihren Tag von dem frühen Zeitpunkt an um die Kernzeit herum.
Jemand, die gegen ihren Biorhythmus früh anfangen muss, hat ein bedeutend größeres Problem.
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Wer sprach von retten?
Ich.
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Vielleicht ist die Bahn auf der Strecke ja zuverlässig?
Ja, sicher. Eine zuverlässige Bahnstrecke wird uns retten.
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Was ja dann wieder heißt, dass die Kinder früh raus müssen. Also unsinnig, dann kann man auch direkt mit dem Unterricht starten.
Das beträfe ja nicht alle, sondern nir diejenigen, die zu Hause früh ’rausgeschmissen werden.
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Der Biorhythmus is eine individuelle Sache
Selbstredend. Die Erkenntnis ist schon mal ein Fortschritt gegenüber der vollständigen Ignoranz von Biorhythmen.
In diesem Thread wurde (mehrfach) erwähnt, dass es eine statistische Tendenz gibt zum Verschieben des Biorhythmus Jugendlicher nach „später“ gibt. Kann man jetzt ignorieren, weil man die Individualität nicht genügend berücksichtigt sieht.
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Könnte man aber ändern.
Ich befürchte, eine Diskussion darum endet auch erfolglos. „Was? Unterricht an der frischen Luft?“
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Es dreht sich im Kreis. Die Idee ist, ob sie nicht nachmittags besser drauf sind, wenn sie nicht schon unausgeschlafen anfangen. Berichte aus anderen Ländern wurden benannt.
Die Frage, ob acht Stunden Unterricht am Tag sinnvoll sind, sollte man sicher vorher klären.
Man hat übrigens nicht mehr oder weniger vom Tag, wenn man ihn anders aufteilt. Es bleiben vierundzwanzig Stunden.
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bis wir uns anders aufgestellt haben
Warum haben wir das nicht schon? Der Ausstieg aus der Kernenergie wurde ja nicht gestern nachmittag beschlossen, das Ende der Kohleverstromung übrigens auch nicht. Tasächliche Alternativen wurden systematisch politisch verhindert. Jetzt stehen wir mit heruntergelassenen Hosen da und sagen laut „Oh“.
Das ungelöste Problem bei der Kernenergie ist immer noch die fehlende Endlagermöglichkeit (letztendlich wissen wir noch nicht mal, ob wir jemals eine finden werden). Das Bisschen aus einem Weiterbetrieb macht dann auch schon nichts mehr.
Und wenn während des Weiterbetriebs irgendetwas schief geht, zucken wir elegant mit den Schultern. Wie sonst auch.
Du wirfst deine alte Ölheizung ja auch nicht sofort raus, wenn dein neues Heizsystem erst in 2 Jahren geliefert wird.
Ich sagen aber laut, was für eine Idiotin ich doch war, nicht rechtzeitig bestellt zu haben.
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die Bahn zur Alternative
Die Bahn ist aufgrund ihrer Unzuverlässigkeit und ihrer Abdeckung schon keine Alternative. Für die Motorsüchtigen sowieso nicht.
Ausgang "alles bleibt, wie es ist".
Eben.
Eigentlich könnte man sich als Lehrerinnenkonferenz schön bedeckt halten. Die Schulkonferenz entscheidet ja. Aber.
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Humblebee Die Fahrzeiten in ländlichen Regionen sind in beide Richtungen ein Problem. Man muss auch morgens entsprechen früh los. Um halb sechs aufzustehen, ist für Auszubildende, die im Gastgewerbe bis 22:00 Uhr[*] arbeiten, schon schwierig.
[*] Oder länger.
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Kleine Anekdote. Auf der letzten Lehrerinnenkonferenz hat die Schulleiterin vorgeschlagen, den Beginn um 30 Minuten nach hinten zu schieben, da ohnehin viele die erste Stunde nicht machen könnten. Ein „Argument“ dagegen war, dass man dann nicht später losfahren könne, weil man dann sowieso im Stau stünde, alos länger zur Schule bräuchte.
Ist es nicht schön, wie uns der motorisierte Individualverkehr nach vorne bringt?
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Viele Beiträge hier verfolgen das Muster „Ich würde gerne [früher | später] anfangen, weil ich lieber [früher | später] anfange. Der Biorhythmus, insbesondere der der Schülerinnen, kommt gar nicht vor.
So, befürchte ich, gehen dann auch die Diskussionen in den Schulen aus.
Noch eine Anmerkung. Eine Frühaufsteherein kann sich besser an einen späten Anfang anpassen, indem sie morgens vorbereitet etc., sie hat dann entsprechend ihrem Rhythmus früher Feierabend. Eine Spätaufsteherin kann sich aber an einen frühen Anfang nur dadurch anpassen, dass sie vor der optimalen Zeit aufsteht, also nicht genug erholamen Schlaf kriegt. Das ist ein ernsthaftes Problem.
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Alle sollen Wärmepumpen einbauen und E-Autos fahren.
Macht was Vernünftiges. Motorisierter Individualverkehr kriegt nie ’nen vernünftigen Wirkungsgrad. Auch nicht mit Strom. Insofern gäbe es hier jede einfach zu aktivierendes Einsparpotential. Man will halt nicht.
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ist mir dein Biorhythmus auch nicht wichtig.
Natürlich nicht. Du kennst mich gar nicht.
Mein Biorhythmus ist sowieso nicht relevant. Es geht um die Frage der Beeinflussbarkeit des Biorhythmus. Das mag durch Verhaltensänderungen morgens besser an den Start kommt, geschenkt. Das ändert aber den Biorhythmus nicht.
Wenn du gute Ideen hast, wie man junge Menschen dazu bringt, sich mehr tagsüber an frischer Luft zu bewegen, dann mach das. Zunächst mal verlangt die Schulpflicht, dass sie einen gehörigen Teil des Tages in geschlossenen Räumen bei Kunstlicht verbringen.
Trotzdem sollten wir den Biorhythmus der jungen Menschen mehr berücksichtigen. Das aber, befürchte ich, wird immer noch nicht passieren. Insofern verfolge ich diese Diskussion auch nur halbherzig.
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Du hättest dir die Studie vielleicht durchlesen sollen.
Keine Lust, finde auch den Link nicht. So wichtig ist das nicht.
Allerdings weiß ich, das körperliche Aktivität an frischer Luft mit entsprechendem Tageslichteinfluss meinen Biorhythmus auch nicht geändert hat. Meinst du, mein Körper lässt sich von der Studie überreden?
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dass ein Lebenswandel mit mehr Frischluft und Licht
Ja, das mit dem Licht geht besonders gut, wenn man vor Sonnenaufgang aufsteht.
Nein, Kunstlicht ist kein adäquater Ersatz.
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Und wer zur ersten Stunde so gar nicht fit ist, sollte abends einfach mal weniger zocken oder mit Freunden rumhängen
So funktioniert Biorhythmus nicht. Wurde auch schon erläutert.
Mich dagegen würde es definitiv demotivieren, jeden Tag erst eine Stunde später aus der Schule zu kommen. Ich würde dann vermutlich auch nicht später ins Bett gehen, dafür aber morgens lustlos rumgammeln und auf den Schulbeginn warten.
Alle sollen früh anfangen, weil du die zur Verfügung stehende Zeit nicht einteilen kannst?
schade. Bei meinen Schülern kann ich jedenfalls keine erhöhte Leistungsbereitschaft feststellen, wenn sie mal zur zweiten oder dritten Stunde haben.
Das ist auch etwas anderes, als regelmäßig im Biorhythmus sein zu können.
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Wenn das alles so kompliziert ist, was ja sein kann, warum führt man dann immer als erstes die — reichlich unproblematischen — Trainingszeiten der Sportvereine an?
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