Beiträge von O. Meier

    Ich habe lediglich geschrieben, dass es durchaus für (andere) Menschen (als dich) gute Gründe gibt, das Auto zu benutzen.

    Das wird immer wieder geschrieben. Der häufigste Grund ist meiner Erfahrung nach, dass man gar nicht über Alternativen nachgedacht hat.

    Ich halte es für legitim, nachzufragen, was denn das Problem sei, wenn jemand erklärt, etwas ginge nicht. Das ist weit weg von Gekeife.

    keinen einzigen Menschen dieser Welt überzeugen, aufs Fahrrad umzusteigen.

    Das will ich auch gar nicht. Insbesondere nicht wegen Klima. Da haben wir nämlich schon verloren. Ich fahre Rad, weil ich keinen Bock auf auf Auto habe. Klima und Zeh-Oh-Zwei-Footprint sind Nebenwirkungen. Wenn das aber nur wenige machen, nützt das nichts. Ich habe versucht, meinen Teil zum Klima beizutragen. Aber gegen die Masse derjenigen, die vom Auto nicht lassen können, komme ich natürlich nicht an.

    Wir hätten jede Menge CO2 sparen können, z. B. im Verkehr. Nicht, dass wir nicht gekonnt hätten, wir wollten halt nicht.

    Dennoch kannst du nicht davon ausgehen, dass andere das auch können.

    An welchen Fähigkeiten fehlt es denn den anderen?

    noch die Einkäufe für fünf Personen mit dem Fahrrad zu erledigen, fänd ich das durchaus bewundernswert, aber nicht unbedingt realitätsbezogen.

    Hast du es schon probiert? Was lief dabei nicht?

    Ich finde es ehrlich super, dass du alles mit dem Fahrrad erledigst.

    Kannst du dir vorstellen, wie mir solche Äußerungen auf den Keks gehen?

    Wenn eine Familie mit Kindern auf dem Land wohnt und den Wocheneinkauf macht zum Beispiel.

    Wenn man denn schon meint, alles für eine Woche an einem Tag einkaufen zu müssen, geht das wunderbar mir Fahrrad und Anhänger. Auf dem Land, in der Stadt. Man meint aber häufig, dass es nicht ginge, obwohl man es nie versucht hat. In der Regel denken die Leute gar nicht über Alternativen nach, sondern fahren einfach mit dem Auto, weil sie mit dem Auto fahren. Das ist doch der Punkt.

    Und wenn ihr aus Lärmschutzgründen den kompletten motorisierten Verkehr abgeschafft habt, werdet ihr feststellen, daß in dem Land niemand mehr leben will,

    Doch, in einem solchen Land wollte ich leben.

    Allerdings fordert realistischerweise niemand die Abschaffung sämtlicher Motoren. Natürlich können wir unsere Waren auch mit Lastenrädern und Pferdefuhrwerken transportieren. Das geht in vielen Bereichen. Trotzdem können großen Warenmengen mit der Bahn transportiert werden, für die letzte Meile gehen ergänzend auch LKW.

    Nur so, wie wir es jetzt machen, dass nämlich das Aufkommen an LKW den Verkehr nahezu zum Erliegen bringen, geht es halt auf Dauer nicht. Irgendwo zwischen „immer alles mit LKW“ und „auf keinen Fall LKW“ gibt es intelligente Lösungen.

    @alle anderen: Sorry für das Einsteigen auf die Schwarz-weiß-Strohfrau.

    Ich bin auch kein Freund das Autofahrens (vor allem nicht des unnötigen)

    Es gibt nötige Autofahrten?

    aber es ist nun mal häufig alternativlos.

    Soweit die Behauptung. Die Beispiele zur „Begründung“ müssen wir nicht noch mal durchkauen. Wenn man will, findet man Möglichkeiten, wenn man nicht will, findet man Gründe.

    Man muss dann einfach z.B. Autobahnen übertunneln, wenn sie am Wohngebiet vorbeiführen, oder mehr Lärmschutzwände aufbauen.

    Müsste man, macht man aber nicht.

    Gleiches gilt auch für vielbefahrene Eisenbahntrassen.

    Dito.

    Na, wie immer. Die Balken müssen wir schon auch sehen, deswegen dürfen uns aber die Splitter nicht egal sein. Die Bahn hinkt beim Lärmschutz schwer hinterher. Deswegen macht der PKW-Lärm in den Städten aber trotzdem krank.

    PS: Mit dem Lärm und den anderen Nebenwirkungen des Verkehrs muten wir auch unseren Mitgeschöpfen einiges zu.

    Es gibt also auch ohne Bewohnerinnen gute Gründe, Verkehrslärm zu reduzieren.

    Es bleibt das Problem, dass der Verkehrslärm die Menschen belastet.

    Wir haben Wohnungsmangel. Neue Wohnungen entstehen durch Verdichtung oder durch Ausweisen bisher unbebauter Flächen.

    Ich bin mir nicht sicher, ob wir auf die Wohnstätten in Autobahnnähe vollständig verzichten können.

    Diejenigen, die Auto fahren wollen, muten den anderen einiges zu. Lärm ist da mit dabei. Da haben wir als Gesellschaft etwas verkehrt gemacht, das dauerhaft zu dulden.

    der Autobahn gekauft/gemietet haben, um sich dann über den Lärm zu beklagen. ^^

    Nunja. Der Lärm ist ja objektiv auch da. Selbst dann, wenn die Leute einer Fehleinschätzung unterlegen sind.

    Kraftfahrzeuge machen Lärm. Aber weder die Betreiberinnen der Fahrzeuge noch die des Straßennetzes nimmt man in die Verantwortung, sich darum zu kümmern. Wer dann in der Nähe des Lärms wohnt, hat Pech gehabt, dass sie sich nichts anderes leisten kann, ist selbst schuld oder so.

    fragen: "Kannst du die Note geben, wenn du NUR 4 Tests im Halbjahr geschrieben hast?"

    Fragen darf man. Man bekommt nur nicht immer ’ne Antwort.

    Was stellen diese Kolleginnen sich eigentlich vor, was du antwortest? „Nein, so kann ich keine Note geben. Da gehen die Schülerinnen wohl dieses Jahr leer aus.“ Etwa so?

    müßte im Gegenzug die Landbevölkerung ihren VW UP so subventioniert bekommen,

    Unabhängig vom Wohnort sollte man überhaupt keinen motorisierten Individualverkehr subventionieren. Wenn wir z. B. Klimaschutz ernst nehmen wollen, müssen wir davon nämlich weg.

    ansonsten zahlt die Landbevölkerung für die Städter

    Ja, that’s the spirit. Alternativ begreift man Verkehr als gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

    Wenn die Städterinnen weniger Auto fahren, ist auf den städtischen Straßen mehr Platz für ein einfallenden Landeier.

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