Beiträge von O. Meier

    muss das Autofahren teurer

    Der Tankrabatt war da ja schon ein guter Ansatz. Ok, Ernst bei Seite, das wird nicht passieren. Es wird in dieser Gesellschaft keine relevanten Einschränkungen des Autofahrens geben.

    Über den Preis allein wird nicht reichen, aber schon das passiert nicht.

    Zu behaupten, die Reduktion der KfZ-Nutzung von Individuen in Deutschland hätte einen Einfluss auf die Erderwärmung ist bestenfalls blauäugig.

    Hierzu nochmal: Nein, an der Erderwärmung machen wir nichts mehr. Die Pizza ist geschnitten. Selbst wenn wir von heute auf morgen die CO2-Produktion vollständig einstellten, ist ja das CO2, das wir bisher in die Atmosphäre geblasen haben, noch unterwegs. Wie wollen wir das einfangen?

    Nee, es geht nicht darum, die Klimakatastrophe zu verwindern. Wenn du mit dem Wagenheber in die Vitrine geschlagen hats, kannst du die Splitter nicht mehr vermeiden.

    Der Punkt ist, das der Verkehr eine Stellschrauben gewesen wäre, mit der man etwas zum Klimaschutz hätte beitragen können, wenn man gewollt hätte.

    Wenn man sich aber einreden möchte, dass man etwas "für das Klima" tun möchte, sollte man aber auf das "Ja, aber" bezüglich des Autos verzichten. Dabei täte man dann auch den Mitmenschen und Mitgeschöpfen einen Gefallen, indem man ihnen weniger Lärm, Dreck, Gestank zumutete.

    der deutsche Autofahrer sei am Weltuntergang schuld

    Derartiges habe ich nicht behauptet und darum geht es auch nicht. Wo habe ich mich denn auf die Nationalität bezogen? Welchen Unterschied soll es denn machen, ob eine Deutsche oder eine Chinesin eine Kurzstrecke zur Abwechslung zu Fuß erledigt?

    Von "Schuld" schrieb ich auch nicht. Über die eigene Verantwortung kann sich jede selbst Gedanken machen. Aber Vorsicht, es ist dann doch verführerisch, den eigenen Beitrag zum Dilemma als in der Masse nicht relevant zu erkennen.

    Wie ich bereits schrieb, stellt der Individualverkehr einen Bereich da, in den man besonders einfach etwas einsparen könnte, indem man einfach auf das Auto verzichtet. Dieses Einsparpotenzial wird aber nicht genutzt. Hier kann die Einzelne unmittelbar etwas beitragen. Sie möchte halt nicht.

    Dennoch ist der Hinweis auf erheblich größere Einsparpotentiale

    … z. B. das Benennen von Ländern mit hohem Pro-Kopf-Energieumsatz …

    vollkommen richtig.

    Am Ende ist‘s dann aber doch nur eine Ausrede, um das eigene Verhalten nicht hinterfragen zu müssen.

    Der Energieverbrauch Deutschlands liegt insgesamt bei ca. 13.000 Petajoule. […] Heute ist China bei 130.000 Petajoule.

    Also setzen die Chinesinnen etwa das Zehnfache von uns um. Bei knapp der siebzehnfachen Bevölkerung.

    Und dabei haben wir dann noch nicht ’rausgerechnet, was in China für den europäischen Konsum produziert.

    Die Logik ist aber klar. Es sollen immer andere anfangen, deshalb muss man sich selbst nicht kümmern. Autofahren macht gar nicht so viel aus. Und wenn lohnt sich das eh nicht, die Chinesinnen sind eh viel mehr. Sollen die mal anfangen, das lohnt sich.

    Und wenn man weltweit so denkt und keine zurückstecken will, fängt halt auch keine mit der Reduzierung des CO2-Ausstoßes an. Das machen wir erfolgreich so seit Jahrzehnten. Und deshalb ist es mittlerweile auch schon wurscht.

    Wie kommst du eigentlich darauf, dass wir Alternativen nicht ausprobiert haben?

    Es ist ein Erfahrungswert. Mir erklären oft Menschen, „warum“ sie nicht mit dem Rad fahren können. Wenn man dann nachhakt, sind das Ergebnisse von Gedankenexperimenten. Aber auch die unternehmen viele nicht.

    Dass der ÖPNV nichts taugt, musst du nicht erklären.

    Die 2km zum Bäcker am Sonntag laufe ich hingegen.

    Andere nicht. Die fahren mit dem Auto und lassen auf dem Parkplatz den Motor laufen.

    Zu behaupten, die Reduktion der KfZ-Nutzung von Individuen in Deutschland hätte einen Einfluss auf die Erderwärmung ist bestenfalls blauäugig.

    Es wäre eine Stelle gewesen, an der man etwas machen können. Aber richtig, mittlerweile ist das egal.

    Den Umstieg aufs Fahrrad z. B. schlage ich übrigens nicht nur für Deutschland vor.

    Mir stieß nur auf, dass hier suggeriert wurde, die bösen Autofahrer seien (alleine) für die Überlebensfähigkeit auf diesem Planeten verantwortlich

    Nein, darum geht es nicht. Die Autofahrerinnen tragen ihren Teil bei. Jede einzelne, jeden Tag. Das klare Bewusstsein, was sie da tun, hilft nicht, sie davon abzuhalten. Und deshalb haben wir verloren. An einer Stelle, wo es so einfach wäre, den Energieumsatz zu reduzieren, schaffen wir es schon nicht. Wie sollen wir dann die Industire umgestalten?

    auch tatsächliche Zwänge zur Benutzung von Kfz in der Lebensrealität vieler Menschen gibt.

    Wenn diese dann Auto führen, bis wir bessere Lösungen haben, müssten die noch nicht mal im Stau stehen. Sie hätten genung Platz für die notwendigen Fahrten, für die sie dann weniger Zeit und weniger Energie investieren müssten. Aber wir wollen ja „Gerechtigkeit“, da dürfen dann alle fahren, weil eine fahren muss.

    Der Nexus zwischen Klima und Verkehr ist der, dass es hier eine sehr einfache Möglichkeit gäbe, Energie und CO2 zu sparen. Z. B. bei den erwähnten Kurzstrecken. Da ist dann die eigene Zeit, die Angst vor „schlechtem“ Wetter, so wichtig, dass man noch nicht mal Alternativen ausprobiert.

    Natürlich kann man den Energieumsatz auch an anderen stellen beschränken. Aber der motorisierte Individualverkehr ist halt das Posterchild der verpassten Möglichkeiten.

    Zeit, Wetter, Bequemlichkeit. Jede findet immer einen „Grund“. Wir haben bezüglich der Klimakatastrophe verloren. Alles ist wichtiger, als dass man auf diesem Planeten überleben kann.

    Einander zu zerfleischen ist vermutlich keine Lösung. Still verzweifeln aber auch nicht.

    Eine Lösung für die Klimaproblematik wird es nicht mehr geben. Wir sind zu spät dran. Trotzdem halte ich es für angemessen, die Autoausreden als solche zu benennen.

    Ich habe lediglich geschrieben, dass es durchaus für (andere) Menschen (als dich) gute Gründe gibt, das Auto zu benutzen.

    Das wird immer wieder geschrieben. Der häufigste Grund ist meiner Erfahrung nach, dass man gar nicht über Alternativen nachgedacht hat.

    Ich halte es für legitim, nachzufragen, was denn das Problem sei, wenn jemand erklärt, etwas ginge nicht. Das ist weit weg von Gekeife.

    keinen einzigen Menschen dieser Welt überzeugen, aufs Fahrrad umzusteigen.

    Das will ich auch gar nicht. Insbesondere nicht wegen Klima. Da haben wir nämlich schon verloren. Ich fahre Rad, weil ich keinen Bock auf auf Auto habe. Klima und Zeh-Oh-Zwei-Footprint sind Nebenwirkungen. Wenn das aber nur wenige machen, nützt das nichts. Ich habe versucht, meinen Teil zum Klima beizutragen. Aber gegen die Masse derjenigen, die vom Auto nicht lassen können, komme ich natürlich nicht an.

    Wir hätten jede Menge CO2 sparen können, z. B. im Verkehr. Nicht, dass wir nicht gekonnt hätten, wir wollten halt nicht.

    Dennoch kannst du nicht davon ausgehen, dass andere das auch können.

    An welchen Fähigkeiten fehlt es denn den anderen?

    noch die Einkäufe für fünf Personen mit dem Fahrrad zu erledigen, fänd ich das durchaus bewundernswert, aber nicht unbedingt realitätsbezogen.

    Hast du es schon probiert? Was lief dabei nicht?

    Ich finde es ehrlich super, dass du alles mit dem Fahrrad erledigst.

    Kannst du dir vorstellen, wie mir solche Äußerungen auf den Keks gehen?

    Wenn eine Familie mit Kindern auf dem Land wohnt und den Wocheneinkauf macht zum Beispiel.

    Wenn man denn schon meint, alles für eine Woche an einem Tag einkaufen zu müssen, geht das wunderbar mir Fahrrad und Anhänger. Auf dem Land, in der Stadt. Man meint aber häufig, dass es nicht ginge, obwohl man es nie versucht hat. In der Regel denken die Leute gar nicht über Alternativen nach, sondern fahren einfach mit dem Auto, weil sie mit dem Auto fahren. Das ist doch der Punkt.

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