Da legst du nicht nur den Finger, sondern direkt die ganze Hand in die Wunde. Das ist für mich leichter gesagt, als getan. Vielleicht die größte Baustelle in meiner Persönlichkeitsentwicklung, das mit dem Um-mich-selbst-kümmern. Wie kann man das lernen?
Ich habe keine Ahnung, aber lass' dir etwas einfallen, damit du es nicht so lernen musst wie ich. Ich bin der Sensenfrau nur ganz knapp von der Schippe gerutscht.
Vielleicht hilft dir die Idee, dass du nur ein Leben hast.
Ich kann dir aber ein Experiment anbieten. Räumst du vielleiccht auch kurz vor den Sommerferien deinen Schreibtisch. Durchforste die Zettelstapel kritisch, lege nur die wirklich wichtigen Dinge auf einen Stapel, alles andere auf den anderen. Sei ehrlich. Alles, das nicht existenzgefährdend ist, kommt auf den anderen Stapel. Der eine Stapel ist sehr, sehr klein, der andere kommt ins Altpapier. In dem Nicht-wirklich-überlebenswichtig-Stapel finden sich viele Sachen, die ich wegen ihrer Wichtigkeit augehoben habe, beim Aufräumen war aber alle Fristen schon lange 'rum. Ich habe also Sachen einfach nicht gemacht, die sind schlicht im Gewusel liegen geblieben, und es stört niemanden und ist auch niemandem aufgefallen.
Du könntest auch jemandem aus deinem Haushat bitten, dir gelegentlich mal Zettel vom Schreibtisch zu klauen und zwie Jahre später wieder 'rauszurücken.
Vieles von dem, was wir machen, ist einfach nicht wichtig. Wir nehmen uns nur zu wichtig.
Noch 'ne Tipp: Such' dir ein zeitfressendes Hobby.