Zur Verteilung des Impfstoffen, zu den Bestellungen und zum Blut und Boden des Impfstoffs:
Offensichtlich produziert man mit der möglichen Kapazität. Das "wir" mehr bekommen sollen, ist also die Forderung nach einer anderen Verteilung. "Wir" mehr, andere weniger.
Die Kapazitätten lassen sich nicht so einfach erhöhen, wie Christian Lindner und andere Vollexperten sich das vorstellen. Fordern kann man viel. Nützt aber nichts.
Vielleicht wäre es möglich gewesen, rechtzeitig in höhere Kapazitäten zu investieren, hätten auch die EU-Kommission oder die Bundesregierung machen können. Allerdings hätten sie auch dann entscheiden müssen, welche Kandidaten dann in die engere Wahl kommen. Auch da hätte man sinnigerweise streuen müssen.
Ich will nun nicht sagen, dass in der Krise keine politischen Fehler gemacht wurden. Aber jetzt zu sagen, es sei klar gewesen, dass Biontech das Rennen macht, das hätte man bestellen müssen, ist ziemlich plump und billig. Man hätte mehr investieren können und eventuell anders streuen.
Die nationalistische Konnotation, dass das ja nun "unser" Impfstoff sei, ist einfach nur beschämend. Und aus der Sichtweise, dass es sich nunmal um ein globales Problem handelt, so dermaßen unangebracht, dass mir die Worte fehlen, das genauer auszuführen.
Die Investition in mehr Kapazitäten ist daher gerechtfertigt, dass 7 Milliarden Menschen auf diesem Planeten auf einen Imfstoff warten. Nicht für 80 Millionen Egoistinnen, die sich darum sorgen, wann sie wieder an den Stammtisch oder ins Bordel dürfen.