Beiträge von O. Meier

    P.S.: wobei ich beim Erstellen von Zeugnissen nicht von "Bildungschancen" sprechen würde. ich würde eher sagen: die Effizenz, mit der die Kollegien arbeiten können, ist vom Verhandlungsgeschick der Schulleiter abhängig.

    Und wenn die Zeugniserstellung schneller geht, haben sie mehr Zeit, den Unterricht vorzubereiten (wobei noch zu klären wäre, unter welchen Voraussetzungen mehr Vorbereitung auch besseren Unterricht erbringt). Aber. Die Ausstattung für die Schülerinnen hängt ja ebenso von den Verhandlungen ab. Und. Die Zeit, die du mit Verhandlungen verbringst, hast du auch nicht für etwas anderes. Wenn das Land einfach eine geeignete Ausstattung in die Schulen brächte, könnten wir einfach anfangen, damit zu arbeiten. So dürfen wir erstmal verhandeln, dann zusehen, ob wir die Dinger ans Laufen kriegen, um dann zu schauen, ob wir sie brauchen können.

    Wie befürchtet. Wer ein digitales Endgerät gestellt bekommt, darf keine personenbezogenen Schülerdaten mehr auf privaten Geräten verarbeiten und die bisherige Genehmigung soll erlöschen.

    Die Datenverabeitung auf Privatgeräten war schon immer ein Murks. Man konnte effektiv nie sicher stellen, dass die Daten dort sicher sind. Insofern, ja, da müsste mal was passieren.

    De facto ist aber auch diese neue Regelung von vorhernein gelogen, weil man weiß, dass sich nicht alle Lehrerinnen werden davon abhalten lassen, so weiter zu arbeiten wie bisher.

    Mir ist es wumpe. Ich habe vieles eh auf papiernen Listen. Teilweise wieder, weil ich durch das Anklicken am Computer keinen Vorteil gegenüber dem Strich auf der Liste erkennen konnte. Punkte in Prozente und dann in Noten umrechnen, geht gut in Calc, aber das kann ich auch anonym.

    dass er aus dem Digitalpakt eine zusätzliche adäquate Ausstattung mit mobilen Lehrerarbeitsplätze für seine Schule mit dem Schulträge rausgehandelt hat.

    Ja, schön. Es wird zurzeit wieder gerne über Bildungsgerechtigkeit gesprochen. Sollte der elektronische Tinnef tatsächlich eine Wirkung auf das Lernen haben, so hätten wir ein Beispiel, in dem die Bildungschancen von der Verhandlung der Schulleiterin mit der Schulträgerin ab. Da gibt's die Gerechtigkeit abends beim Ausfegen der Markthalle.

    Dass man später damit sinnvoll arbeiten kann

    Dass iPads oder andere Tablets kein vollwertiger Ersatz für Computer sind, dürfte spätestens seit deren Vorstellung klar und bekannt sein. In der Keynote hat sich Steve Jobs in einen Sessel gesetzt, ein Bisschen im Internet gesetzt und despektierliche Bemerkungen über Flash gemacht (das kurz danach von der Bildfläche verschwunden ist). Das war's.

    Laptops sind schon nur Kompromisse. iPads kommen dem nun näher durch Tastaturen etc. Aber es bleiben eben von ihrer Grundidee Im-Sessel-surf-Geräte.

    Apropos Tastaturen:

    Stifte gibt es natürlich auch nicht, sondern nur so ne Folientastatur in der Hülle.

    Apple verkauft einem als Zubehör nur Tastaturen, die deutlich über 100 Euro liegen. Die werden ja wohl keine Folien sein, oder? So oder so sind das engagierte Preise. Angesichts eines Raspberry Pi 400 für 100 Euro oder eines Laptops bei Aldi für 200 Euro. Das iPad (einfachste Auführung) mag ja erst mal günstig erscheinen, aber wenn man es dann der Herstellerin übers Zubehör vorne und 'reinschieben muss, ist das ja auch zu kurz gegriffen.

    Gerne und viel zu arbeiten ist doch erstmal etwas Gutes.

    Klingt nicht gesund für mich.

    Es ging mir aber darum, zu hinterfragen, ob die Rechnung "Mehr Freizeit durch Geschenke an die Dienstherrin" aufgeht. Naja, für die die "gerne und viel arbeiten" vielleivht nicht. Die würden sich ja mit mehr Freizeit eher selbt von hinten penetrieren.

    Im Prinzip ist es so ja, aber eine gewisse Menge an Arbeit müssen wir halt täglich schaffen.

    Hast du einen Werkvertrag? Ich nicht.

    Wenn investiertes Geld zu höherer Effizienz, damit zu effektiv geringerer Arbeitszeit (in der Regel also weniger Überstunden) führt, steigt der Stundenlohn - im Idealfall dauerhaft und über die Investitionskosten hinaus.

    Schau mal in die Duden-Ausgabe für Schulen, da tauchen Wörter wie "Wirkungsgrad" nicht auf. Noch nicht mal als Fremdwörter.

    Ich möchte lieber anders rechnen. Wir haben eine bestimmte Arbeitszeit. Wenn man Zeit, die man mit dem einen verbringt, kann man nicht für etwas anderes Nutzen. Zeit, die ich wegen Mangel an Ausstattung vergurge, fehlt dann also woanders.

    Rechne ich wirklich immer so? Nein, zumindest nicht genau. Aber ich schaue schon darauf, dass ich nicht zu viel arbeite. Ich habe das schon im Blick. Schade, dass man Verwaltungskram so schlecht abhängen kann und Unterrichtsvorbereitung so einfach.

    Aber noch zwei Punkte, zum Zeitsparen. Zum einen muss man bei der digitalen Dividende noch den Aufwand gegenrechnen, den man braucht, um die Kisten überhaupt man Laufen halten. Und zum anderen. Meinst du wirklich, dass die betreffenden die ersparte Zeit wirklich in Freizeit umsetzen? Oder sitzen die, nachdem sie schön digital alles erledigt haben, nicht auch noch an irgendeinem Projekt oder Zückerchen?

    Ich glaube eher, dass viele das digitale Spielzeug haben wollen, damit sie mehr für die Schule arbeiten können (auch wenn sie das nicht so benennen, weil sie es gar nicht merken).

    nur Dienst nach Vorschrift

    Nur? was ist daran "nur", wenn ich mich an die vorgebenen Rgeln halte und das tue, was ich tun soll? Dienst nach Vorschrift ist die höchste Form der Pflicherfüllung, nicht die niedrigste.


    ist ein Dienstgerät eine absolute Farce.

    Ja, klar. Das wussten wir doch, als die Ministerin das "Sofortprogramm" öffetlich verkündet hat. Wir wussten, dass da Geld verbraten wird und nixe bei 'rum kommt. Dass wir keinen Millimeter werden besser arbeiten können als vorher.

    Ich habe langsam keine Lust mehr, hinterher festzustellen, dass ich vorher Recht hatte. Ich würde mich gerne mal geirrt haben.

    Ich würde mir da eine solidarische Aktion aller KollegInnen wünschen, die damit zeigen, dass das System so an die Wand gefahren wird. Vielleicht würde sich dann etwas ändern. Das wird aber nicht so kommen. Und ja, zum Teil auch deswegen, weil ich früher oder später dann ein bisschen selbst die Preise verderbe und mir das entsprechende Equipment zulege.

    You name it. Noch konkreter: die Solidarität, kann man nicht herbeiwünschen oder einforden, da muss man schon selbst anfangen.

    Wenn Frau Gebauer das wünscht, sitze ich gerne Rosenmontag im Klassenzimmer und drehe Däumchen. Steigert auch meine Motivation für den Beruf immens. Dann kaufe ich vielleicht doch noch einen Laptop privat, um meinen Arbeitgeber zu unterstützen

    Oh, da bin ich dabei. Wir könnten mit unseren privaten Laptops (ich kauf' mir dann schnell eins, braucht man ja) aus der Schule videofonieren und Online ein Digitalisierungskonzept entwickeln. Es gibt so viele Möglichkeiten, Zeit zu verschwenden.

    Bis dann.

    Da die unterrichtsfreien (sic!) keine dienstfreien (sic!) Tage sind (vgl. Schulmail) und es sich zum drölfzigsten Mal rechtlich nicht um eine Verlängerung der Ferien handelt, wird ebenso rechtlich betrachtet keine Kürzung beweglicher Ferientage oder sonstiger Ferien erfolgen. Die Anzahl der Ferientage pro Jahr ist von der KMK vorgegeben.

    Vorausgesetzt, dass die Dienstherrin sich an die Gesetze hält. Macht sie nicht immer, weshab ja schon Kolleginnen geklagt und Recht bekommen haben. Erstattung Klassenfahrten fällt mit spontan ein. Dass "die" das nicht dürfen, heißt nicht, dass sie es nicht versuchen.

    Ich schätze die Wahscheinlichkeit auch eher gering ein, aber sicher wäre ich mir nie.

    Zwischendurch hatten wir mal Geräte, da konnte man sich anmelden und Apps frei installieren.

    Und die Geräte sind jetzt wo?

    Wenn nun Schüler dauerhaft mit ipads arbeiten sollen und meine Kollegen auch, dann möchte ich ein eigenes Gerät, das ich für meine Bedürfnisse anpassen kann.

    Das ist womöglich der Unterschied. Mein Bedürfnis an einem iPad ist so minus null. Ich brauche das weder um Unterricht zu halten, noch um ihn vorzubereiten. Und für Verwaltungszwecke schon gar nicht.

    Wenn nun bei uns iPad-Klassen eingerichtet werden (geplant auch in einem Bildungsgang, in dem ich unterrichte), wird wohl von dem didiaktischen Prinzip abgewichen werden, dass man die Medien nach den Zielen auswählt. An dessen Stelle soll die Vorgabe treten, dass in bestimmten Fächern iPads eingesetzt werden. Wie das genau aussieht, weiß ich noch nicht. Dazu wird noch ein "Konzept" erstellt.

    Das ist nun eh keine Idee, die mich begeistert. Da werde ich wohl kaum privates Geld in die Hand nehmen (und aus der Hand geben), um die noch zu unterstützen. Ich möchte auch keine Zeit mit der Administration des Gerätes verbringen. Ich hab' hie schon genug Kästenchen stehen, die regelmäßig gestreichelt werden wollen. Ein Gerät, das zentral gewartet wird und genau das kann, was die Schülerinnengeräte können, ist da genau das richtige.

    Damals, bei den "graphikfähigen" Taschenrechnern haben wir beschlossen, den Schülerinnen kein Modell zu empfehlen. Wir arbeiten dann lieber mit ihnen in GeoGebra. Das ist ja nun wirklich ein Klassiker. Den Luxus konnten wir uns gönnen, weil bei uns Mathematik nicht als schriftliches Abiturfach vorkommen kann. Wir mussten uns nicht auf einen sicheren und zuverlässigen Prüfungsmodus vorbereiten. Ich war mir aber sicher, dass ich mir auch sonst von meinem Geld kein solches Gerät angeschafft hätte. Das war Technik aus dem letzten Jahrtausend, die die Lobbyisten von Casio und Co. uns unterschieben wollten. Nee, so was kaufe ich nicht.

    Keine Ahnung, wie ich dann den Unterricht hätte halten sollen. Ich vermute aber schon sehr deutlich, dass sich irgendwo ein Töpfchen gefunden hätte, aus dem die Schule ein solches Gerät zur dienstlichen Verwendung hätte kaufen können. De Fachkolleginnen hätten womöglich gemoppert, warum "der das denn jetzt umsonst kriegt".

    Uns so meine ich, dass sich eine Möglichkeit finden wird, mir ein iPad zu geben, das man nicht anrufen muss. Und es wird sich ein Platz in einem sicheren Schrank finden, in dem ich das Gerät über Nacht einschließen kann, anstatt es ständig hin und her zu fahren (wobei "her" bei mir zu Hause wäre und da hat das in der Regel nichts verloren).

    Ja, ich übe mich da schon in Konsequenz. Macht nicht immer Spaß. Und stresst und all den Kram. Aber ich weiß, wie es mir geht, wenn ich mich habe verarschen lassen. Das hält an, der Stress geht vorbei.

    Wenn wir unserer Dienstherrin immer alles schenken, wird sie nie lernen, dass sich selbst mal was kaufen muss.

    Ich empfehle euch den Podcast von Frank Thelen, Startup DNA. In einer Folge erzählt eine Lehrerin, wie sie mehr oder weniger alleine so ein ganzes Projekt mit Schüler- und Lehrergeräten gestartet und vorangebracht hat. Ziemlich bescheuert werden die meisten denken, aber nun kann sie endlich so arbeiten, wie sie sich das vorstellt.

    Am besten so arbeiten, wie ich möchte, kann ich, wenn ich mich selbstständig mache. Aber das ist nicht meins. Ja, da scheue ich das Risiko. Da ist mir pensionsberechtigt lieber. Die Nachteile im Entscheidungsspektrum nehme ich in Kauf. Jeder Zauber hat seinen Preis.

    Ich habe nur ein Leben, der Tag hat nur 24 Stunden und der Zeitpfeil bewegt sich nur in eine Richtung. Sagt zumindest die Quantenphysik. Anstatt solche Projekte zu stemmen, überarbeite ich lieber mein Arbeitsblattarchiv bezüglich der Anmerkungen, die ich mir beim letzten Durchlauf gemacht habe. Oh, ja, ich drücke den Menschen Papier in die Hand und hoffe darauf, dass sie den darauf verteilten Toner interpretieren. Ich bin halt ein Ewiggestriger der hinterm Mond unterm Stein lebt, obwohl ich weiß, dass die Evolution die Gehirne der jungen Menschen so weit angepasst hat, dass die Methoden von damals nicht mehr funktionieren. Ich mach' den Unterricht eigentlich nur noch für mich. Lernen kannste bei mir nichts, dafür ist das zu wenig elektrisch.

    Macht ihr, schenkt dem Land noch ein Gerät und noch eines. Ich weiß, dass mich das nicht glücklich machen wird. Also lasse ich es.

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