Geförderte Laptops in NRW - Insiderwissen bitte hier

  • Wenn investiertes Geld zu höherer Effizienz, damit zu effektiv geringerer Arbeitszeit (in der Regel also weniger Überstunden) führt, steigt der Stundenlohn - im Idealfall dauerhaft und über die Investitionskosten hinaus.

    Schau mal in die Duden-Ausgabe für Schulen, da tauchen Wörter wie "Wirkungsgrad" nicht auf. Noch nicht mal als Fremdwörter.


    Ich möchte lieber anders rechnen. Wir haben eine bestimmte Arbeitszeit. Wenn man Zeit, die man mit dem einen verbringt, kann man nicht für etwas anderes Nutzen. Zeit, die ich wegen Mangel an Ausstattung vergurge, fehlt dann also woanders.


    Rechne ich wirklich immer so? Nein, zumindest nicht genau. Aber ich schaue schon darauf, dass ich nicht zu viel arbeite. Ich habe das schon im Blick. Schade, dass man Verwaltungskram so schlecht abhängen kann und Unterrichtsvorbereitung so einfach.


    Aber noch zwei Punkte, zum Zeitsparen. Zum einen muss man bei der digitalen Dividende noch den Aufwand gegenrechnen, den man braucht, um die Kisten überhaupt man Laufen halten. Und zum anderen. Meinst du wirklich, dass die betreffenden die ersparte Zeit wirklich in Freizeit umsetzen? Oder sitzen die, nachdem sie schön digital alles erledigt haben, nicht auch noch an irgendeinem Projekt oder Zückerchen?


    Ich glaube eher, dass viele das digitale Spielzeug haben wollen, damit sie mehr für die Schule arbeiten können (auch wenn sie das nicht so benennen, weil sie es gar nicht merken).

    „Fakten haben keine Lobby.“


    (Sarah Bosetti)

  • Um die Fragen zu beantworten:

    1. Die angesprochenen iPads wandern nun durch die Schule - ferngewartet, anmelden mit Apple-ID nicht möglich.

    2. JA, die Lehrerin hat SEHR VIEL Geld selsbt investiert.

    3. Ja genau, ich vereinfache/verkürze mit Geldeinsatz meine Arbeit. Den Vergleich mit Schraubendreher finde ich super. Im Prinzip ist es so ja, aber eine gewisse Menge an Arbeit müssen wir halt täglich schaffen. Da nehmen wir den Schraubendreher mit nach Hause und schrauben weiter. Oder wir kaufen uns eben selbst etwas besseres.


    meier: Die gesparte Zeit - und die kann echt enorm sein - werde ich sicher nicht für weitere Schulprojekte verwenden.

    Stell dir mal vor, statt in deine persönlichen Unterlagen zu schreiben, hättest du ein digitales Kursbuch, was dir hinterher sagt, wer wann da war oder Sachen vergessen hat oder oder. Aufgaben schickst du an die iPads der Kinder, egal ob diese gerade im Unterricht sitzen oder in Quarantäne zuhause. Nix da mit "erstmal zuhause ankommen, danach alles per E-Mail abtippen und rumschicken". Die Zeit kannst du für deine eigenen Kinder nutzen.

  • Ja genau, ich vereinfache/verkürze mit Geldeinsatz meine Arbeit. Den Vergleich mit Schraubendreher finde ich super. Im Prinzip ist es so ja, aber eine gewisse Menge an Arbeit müssen wir halt täglich schaffen. Da nehmen wir den Schraubendreher mit nach Hause und schrauben weiter. Oder wir kaufen uns eben selbst etwas besseres.

    Und genau da liegt der Fehler. Da ich nicht nach Leistung oder "Stückzahl" bezahlt werden, gibt es keinen Anlass, Arbeit über mein Stundensoll hinaus mit nach Hause zu nehmen.

    Die Logik wäre (um beim Schraubendreher zu bleiben):

    Der Werkstatt-Chef stellt seinen Mitarbeitern Werkzeug, beispielsweise einen Schraubendreher.

    Deswegen kann er so viel reparierte Autos erwarten, wie mit diesem Werkzeug durchschnittlich zu schaffen sind.

    Wenn der Mitarbeiter einen besonders tollen, goldenen Schraubendreher haben will, ist das sein Privatvergnügen.

    Stellt der Chef kein Werkzeug, kann kein Auto repariert werden. Dabei ist egal, ob der Angestelle zuhause einen goldenen Schraubenzieher hat.

    Wenn es mit dem Akkuschrauber schneller geht, lohnt es sich irgendwann für den Chef, einen Akkuschrauber anzuschaffen.
    Tut er das nicht, sondern der Angestellte kauft sich selbst einen, kann der Angestellte den halben Tag in der Hängematte liegen. Warum sollte er nur, weil er selbst bessere Arbeitsmittel kauft, mehr leisten als andere? Dann würde es sich für den Chef ja gar nicht lohnen, einen Akkuschrauber zu kaufen.

    Für uns lohnt sich das Investment also nur, wenn wir damit Lebenszeit gewinnen. Langfristig erziehen wir damit unseren Arbeitgeber leider dazu, kein Geld in bessere Arbeitsbedingungen zu investieren.

    Wer allein um seine (pauschal bezahlte) Arbeit besser zu machen selbst in Arbeitsmittel investiert, verschenkt Geld.


    Fazit: Arbeit durchschnittlich gut machen, mit den Mitteln die da sind, in der geschuldeten wöchentlichen Arbeitszeit. Was man nicht schafft, bleibt liegen. Alles was darüber hinaus geht, ist explizit freiwillig und sehr großzügig von uns.


    Leistung lohnt sich im System Schule explizit nicht.

    Kann man sich jetzt drüber aufregen, oder man nutzt die entstandene Freizeit und investiert sie in etwas nachhaltigeres. Die EIGENEN Kinder zum Beispiel:)

  • Ich glaube eher, dass viele das digitale Spielzeug haben wollen, damit sie mehr für die Schule arbeiten können (auch wenn sie das nicht so benennen, weil sie es gar nicht merken).

    Wäre das denn schlimm? Gerne und viel zu arbeiten ist doch erstmal etwas Gutes. Solange man es nicht übertreibt. Ich kenne viele Leute, die gerne mehr arbeiten, als 40h/w.

    Bildung ist die Fähigkeit, fast alles anhören zu können, ohne die Ruhe zu verlieren oder das Selbstvertrauen. (Robert Frost)

    Bildung kann einen sehr glücklich und gelassen machen. (Günther Jauch)

    Was nützt es dem Menschen, wenn er Lesen und Schreiben gelernt hat, aber das Denken anderen überlässt? (Ernst R. Hauschka)




  • Auf einmal heißt es bei uns auch, dass wir keine Laptops, sondern Spielzeuge (tablets, wie die SuS) bekommen sollen. Die sind zwar bestellt, aber noch nicht vorhanden... Bis Ende Dezember (wie dereinst versprochen) wird das wohl nichts, was zu erwarten war.

    Dass man später damit sinnvoll arbeiten kann (Schülerverwaltung, datensicher Zeugnisse schreiben, Office-Paket nutzen, Unterrichtsmatrial erstellen, Logineo-Administration...), bezweifle ich ebenfalls. Bin ich zu pessimistisch? Ach was!

  • Gerne und viel zu arbeiten ist doch erstmal etwas Gutes.

    Klingt nicht gesund für mich.


    Es ging mir aber darum, zu hinterfragen, ob die Rechnung "Mehr Freizeit durch Geschenke an die Dienstherrin" aufgeht. Naja, für die die "gerne und viel arbeiten" vielleivht nicht. Die würden sich ja mit mehr Freizeit eher selbt von hinten penetrieren.

    Im Prinzip ist es so ja, aber eine gewisse Menge an Arbeit müssen wir halt täglich schaffen.

    Hast du einen Werkvertrag? Ich nicht.

    „Fakten haben keine Lobby.“


    (Sarah Bosetti)

  • Wir haben heute unsere Lehrer-Ipads bekommen. Tastatur und Stift werden verspätet kommen, aber der Anfang ist gemacht.

    Die Nutzungsvereinbarung hatten wir ähnlich der Mustervorlage vom Land, minus des vorher von uns angemahnten Absatzes zur Haftung.


    Es war keine Zwei-Faktor-Authentifizierung notwendig, aber wir haben auch keinen Zugriff auf den Apple-Store. Bei uns wird der Schulträger gewünschte Apps zeitnah bereitstellen, wenn sie kostenlos sind. Ansonsten muss die Schule für die Lizenz bezahlen.
    Mal sehen, ob wir uns als Kollegium auf Good-Notes und Teachers-Tool oder ähnliches einig werden können.

  • Die Nutzungsvereinbarung hatten wir ähnlich der Mustervorlage vom Land, minus des vorher von uns angemahnten Absatzes zur Haftung.

    In der Mustervorlage des Landes wurde die Rechtslage wiedergegeben, nämlich Haftung bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz. Mehr wollte das Landnicht. Die Erweiterung der Haftung ist auf dem Mist einer Schulträgerin gewachsen.

    „Fakten haben keine Lobby.“


    (Sarah Bosetti)

  • Mal sehen, ob wir uns als Kollegium auf Good-Notes und Teachers-Tool oder ähnliches einig werden können.

    Kaum. Die mangelnde Flexibiliät bei Software-Änderungen haben wir ja schon erwähnt. Eine solche Diskussion wollt ich mir nicht antun. Wenn es nicht möglich ist, mehrerlei hierfür zu installieren, sollte das festgelegt werden.

    „Fakten haben keine Lobby.“


    (Sarah Bosetti)

  • Dass man später damit sinnvoll arbeiten kann

    Dass iPads oder andere Tablets kein vollwertiger Ersatz für Computer sind, dürfte spätestens seit deren Vorstellung klar und bekannt sein. In der Keynote hat sich Steve Jobs in einen Sessel gesetzt, ein Bisschen im Internet gesetzt und despektierliche Bemerkungen über Flash gemacht (das kurz danach von der Bildfläche verschwunden ist). Das war's.


    Laptops sind schon nur Kompromisse. iPads kommen dem nun näher durch Tastaturen etc. Aber es bleiben eben von ihrer Grundidee Im-Sessel-surf-Geräte.


    Apropos Tastaturen:

    Stifte gibt es natürlich auch nicht, sondern nur so ne Folientastatur in der Hülle.

    Apple verkauft einem als Zubehör nur Tastaturen, die deutlich über 100 Euro liegen. Die werden ja wohl keine Folien sein, oder? So oder so sind das engagierte Preise. Angesichts eines Raspberry Pi 400 für 100 Euro oder eines Laptops bei Aldi für 200 Euro. Das iPad (einfachste Auführung) mag ja erst mal günstig erscheinen, aber wenn man es dann der Herstellerin übers Zubehör vorne und 'reinschieben muss, ist das ja auch zu kurz gegriffen.

    „Fakten haben keine Lobby.“


    (Sarah Bosetti)

  • Apple verdient Geld mit Zubehör. Klingt erst mal gut, IPad für 350€. Dann aber Stift + Tastatur dazu, und man ist bei deutlich über 500.


    Dafür bekommt man z.B. ein kleines, stabiles HP Probook x360, das einen USB-C Anschluss hat, sodass man am heimischen Arbeitsplatz dann mit richtigem Monitor + Tastatur+ Maus arbeiten könnte. Hier ist dann der Anschluss günstiger Standardgeräte möglich, im Gegensatz zum IPad, wo man wieder 100 Adapter braucht.


    Naja, in meinem Bundesland sind sie ja noch nicht so weit. Wenn ich die Arbeit am IPad vorgeschrieben bekomme, wende ich mich an den Arbeitsschutz von wg. Bildschirmarbeitsplatzverordnung. Ganz sicher nicht werde ich gekrümmt vor einem 10 Zoll gerät kauern.

    • Offizieller Beitrag

    Wie befürchtet. Wer ein digitales Endgerät gestellt bekommt, darf keine personenbezogenen Schülerdaten mehr auf privaten Geräten verarbeiten und die bisherige Genehmigung soll erlöschen. Vgl S. 3 des verlinkten Papiers.

    Datenverarbeitung

    Ist noch nicht durch den Landtag, aber das wird absoluter Murks, wenn die Endgeräte nicht die entsprechende Software für die Verarbeitung dieser Daten aufgespielt bekommen...

    • Offizieller Beitrag

    Wundert mich nicht. Jetzt wird es witzig, ob das wohl so durchkommt. ;)


    kl. gr. frosch, der sich freut, dass er aus dem Digitalpakt eine zusätzliche adäquate Ausstattung mit mobilen Lehrerarbeitsplätze für seine Schule mit dem Schulträge rausgehandelt hat.

  • Ich finde das okay und befürworte es, wenn ich auf dem privaten Gerät keine Orga-Apps mehr brauche. Die Kollegen, die bei uns bereits ein iPad bekommen haben (unabhängig von und vor Corona), durften sich ihre Notenapp selbst auswählen.

  • Wie befürchtet. Wer ein digitales Endgerät gestellt bekommt, darf keine personenbezogenen Schülerdaten mehr auf privaten Geräten verarbeiten und die bisherige Genehmigung soll erlöschen.

    Die Datenverabeitung auf Privatgeräten war schon immer ein Murks. Man konnte effektiv nie sicher stellen, dass die Daten dort sicher sind. Insofern, ja, da müsste mal was passieren.


    De facto ist aber auch diese neue Regelung von vorhernein gelogen, weil man weiß, dass sich nicht alle Lehrerinnen werden davon abhalten lassen, so weiter zu arbeiten wie bisher.


    Mir ist es wumpe. Ich habe vieles eh auf papiernen Listen. Teilweise wieder, weil ich durch das Anklicken am Computer keinen Vorteil gegenüber dem Strich auf der Liste erkennen konnte. Punkte in Prozente und dann in Noten umrechnen, geht gut in Calc, aber das kann ich auch anonym.


    dass er aus dem Digitalpakt eine zusätzliche adäquate Ausstattung mit mobilen Lehrerarbeitsplätze für seine Schule mit dem Schulträge rausgehandelt hat.

    Ja, schön. Es wird zurzeit wieder gerne über Bildungsgerechtigkeit gesprochen. Sollte der elektronische Tinnef tatsächlich eine Wirkung auf das Lernen haben, so hätten wir ein Beispiel, in dem die Bildungschancen von der Verhandlung der Schulleiterin mit der Schulträgerin ab. Da gibt's die Gerechtigkeit abends beim Ausfegen der Markthalle.

    „Fakten haben keine Lobby.“


    (Sarah Bosetti)

    Einmal editiert, zuletzt von O. Meier ()

    • Offizieller Beitrag
    Zitat

    Ja, schön. Es wird zurzeit eider gerne über Bildunsggerechtigkeit besprochen. Sollte der elektronische Tinnef tatsächlich eine Wirkugn auf das Lernen haben, so hätten wir ein Beispiel, in dem die Bildungschnacem von der Verhandlung der Schulleiterin mit der Schulträgerin ab. Da gibt's die Gerechtigkeit abends beim Ausfegen der Markthalle.

    Ja, leider.

    Allerdings muss ich zu meiner Ehrenrettung sagen, dass ich sämtliche Schulleiter in meiner Umgebung auf dieses Szenario vorbereitet habe und sie gewarnt habe, dass sie sich nicht zu einer reinen ipad-Lösung überreden lassen sollen.


    kl. gr. frosch


    P.S.: wobei ich beim Erstellen von Zeugnissen nicht von "Bildungschancen" sprechen würde. ich würde eher sagen: die Effizenz, mit der die Kollegien arbeiten können, ist vom Verhandlungsgeschick der Schulleiter abhängig.

  • P.S.: wobei ich beim Erstellen von Zeugnissen nicht von "Bildungschancen" sprechen würde. ich würde eher sagen: die Effizenz, mit der die Kollegien arbeiten können, ist vom Verhandlungsgeschick der Schulleiter abhängig.

    Und wenn die Zeugniserstellung schneller geht, haben sie mehr Zeit, den Unterricht vorzubereiten (wobei noch zu klären wäre, unter welchen Voraussetzungen mehr Vorbereitung auch besseren Unterricht erbringt). Aber. Die Ausstattung für die Schülerinnen hängt ja ebenso von den Verhandlungen ab. Und. Die Zeit, die du mit Verhandlungen verbringst, hast du auch nicht für etwas anderes. Wenn das Land einfach eine geeignete Ausstattung in die Schulen brächte, könnten wir einfach anfangen, damit zu arbeiten. So dürfen wir erstmal verhandeln, dann zusehen, ob wir die Dinger ans Laufen kriegen, um dann zu schauen, ob wir sie brauchen können.

    „Fakten haben keine Lobby.“


    (Sarah Bosetti)

    Einmal editiert, zuletzt von O. Meier ()

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