Beiträge von O. Meier

    Das gibt die SL halt vor, bei den Arbeiten nicht.

    Wenn die SL dir nicht sagt, was mit den Arbeiten zu geschehen hat, entscheidest du selbst. Es ist Teil unseres Jobs, Entscheidungen zu treffen und dabei mehrere Aspekte abzuwägen. Die Abwägung von Infektionsschutz und Aufwand gegen den geringen Nutzen, den das Versenden der Arbeiten hat, heißt für mich, dass die Arbeiten zurückgegeben werden, sobald man die Schüler wieder in der Schule trifft. Das teilst du den Eltern so mit und der Kater ist gekämmt.


    Aber Druck kommt allgemein auf. Doch der Druck der Eltern ist wesentlich höher. Ist ein Kampf an mehreren Fronten.

    Und? Nase zu und Druckausgleich. Dekopausen nicht vergessen. S. o., teile den Eltern mit, dass es bezüglich der Klassenarbeiten Fisch gibt.

    Aber wenn jetzt Gesetz Xy sagt, dass ich das hätte tun müssen, kommt ja etwas auf mich zu. Kündigung, Versetzung, etc.

    Genau, das wird passieren. Mach' dir bitte nicht so einen Stress. Die Situation ist für alle nervig genug. Ruhe bewahren, besonnen entscheiden. Und, Dekopausen nicht vergessen!

    In welchem Gesetz steht, dass sie das verlangen dürfen? Spricht das Gesetz auch davon, dass der Mehraufwand vom Lehrer getragen werden muss?

    In keinem. Sie verlangen es halt. Du brauchst kein Gesetz, um etwas verlangen, zu fordern oder anzufragen. Das macht man, das ist zunächst mal, in geeigneter Form, legitim. Und dann kriegt man 'ne Antwort.

    Der Fall wird in deinem Gesetz westlich des Ural geregelt sein. Deshalb musst du entscheiden (besser wäre es, der SL entschiede, aber OK). S. o.

    Die Gleitzeit gilt auch für die Ebenen oberhalb der Sachbearbeiter. Schau Dir mal beispielsweise das Organigramm des MSB an.
    Ein RR ist A13, ein ORR A14, ein RD A15. Ein MR A16 bis B2, ein LMR B4. Die Gleitzeit gilt für alle diese Besoldungsgruppen

    Soweit der Formalismus.

    für den Rest seiner Angestellten und Beamten ein penibles Gleitzeit-Konto führt. Nur die Lehrer (egal ob angestellt oder verbeamtet) zahlen drauf. Und das muss man dann persönlich für sich eindämmen, sonst erlebt man das Ende seines Berufslebens nicht mehr. Ich habe jedenfalls gelernt, mich dahingehend abzugrenzen. Ich rechne nicht penibel aus, wann nun Feierabend ist, aber das Home-Office hat mir doch deutlich gemacht, dass man da schnell in Zeiten gerät, die nicht gesund sind.

    Da kommt einiges zusammen. Wir sind keine Sachbearbeiter oder ähnliches, ohne denen zu nahe tretn zu wollen. Bei A13 fängt der höhere Dienst an. Aufgrund der Aufgaben und der Entscheidungsfreiheit macht da Minutengeschacher keinen Sinn mehr. Uns die Verantwortung zu überlassen, unsere Arbeitszeit selbst zu überwachen, halte ich für kompatibel mit der Besoldungsstufe.

    Wir müssen das aber auch tun. Zum einen aus reinem Selbstsschutz. Zum anderen aber auch aus Verantwortung unserem Dienstherren/Arbeitgeber gegenübder, der uns nicht dafür bezahlt, mit der Zeit irgendeinen Driss anzustellen. Die wertvolle Arbeitsszeit - um jetzt mal wieder auf das Thema des Threads zurückzukommen - dürfen wir also gar nicht mit Dummschwätz-Telefonaten mit uneinsichtigen Eltern verschwenden. Insofern passt es schon, wenn man die telefonische Erreichbarkeit einschränkt.

    Im Extremfall, also bei Eltern, die zu oft auf der Matte stehen, ist es auch gerechtfertigt einen Termin abzulehnen mit der Begründung, dass die dafür aufzubringende Zeit für die Arbeit mit den restlichen Schülern fehlt.

    Man kann natürlich nicht verhindern, dass Leute in ihrer Naivität(?), die Zeit für so etwas einfach dranhängen. Die telefonieren dann also in Ihrer Freizeit. Kann ich mir für mich nicht vorstellen. Ich habe genug Hobbys, ich muss nicht meinen Job dafür hernehmen.

    Aufgrund der eigenen Verantwortung statt der Stechuhr, muss man halt höllisch aufpassen, dass man sich nicht selbst übervorteilt. Man muss die Grenzen im Auge behalten. Die erste Maßnahme ist, dass man zur Kenntnis nimmt, dass die 41 h/Woche (zumindest im Jahresmittel) auch für uns gelten. Der zweite Schritt ist, dass man das auch seinem Schulleiter erklärt. Das ist ein schwieriges Unterfangen, weil diese Spezies - insbesondere bei Arbeiten, die sie selbst nicht tätigen - eine tiefsitzende kognitive Einschränkung zu haben scheinen.

    Ich feilsche nicht, sondern die Eltern.

    Du meinst, feilschen kann man auch allein? Oder bedarf es eines Ansprechspartners, der auf deren "Argumente" eingeht? Wie wär's mal mit "Herr/Frau xy, haben Sie noch Fragen zum Zustandekommen der Note?"

    Ich habe mit solchen Eltern nichts zu tun, da habe ich leicht reden. Aber ich würde es ihnen nicht so einfach machen, ihnen meine Privatnummer zu geben, damit sie mich ungehemmt volltexten können.

    Die hängen in gemeinsamen Whatsapp-Gruppen.

    Umso besser, dann spricht sich 'rum, dass bei Frau Julia nix zu holen ist.

    Das kostet aber trotzdem viel Zeit.

    Nur soviel, wie du ihnen zugestehst.

    Beantwortet denn Niemand sonst, Verständnisfragen per E-Mail?

    Per E-Mail, aber sicher nicht per Telefon. Ganz sicher nicht von meinem privaten Anschluss aus. Ganz, ganz sicher nicht.

    Aber Verständnisfragen per E-Mail kommen eher selten. Wenn jemand gerade an einer Hausaufgabe sitzt und nicht weiter kommt, kann man da schon mal einen Tipp geben. Ansonsten kann man auch da auf den Unterricht verweisen. Oder meinst du - Nachtigall, ick hör dir trapsen - Verständnisfargen von Eltern? Wurden mir noch nicht gestellt. Ich glaube aber nicht, dass ich die beantworten würde. Ich unterrichte die Schüler, nicht deren Eltern.

    zumal auch da die Abiturvorgaben irgendwie den Unterschiedlichkeiten der Q1 und ganz bestimmt auch der nächsten Q2 gerecht werden müssten

    Nun, es fehlen irgendwie drei, vier Monate Unterricht (wenn es nach den Sommerferien wieder losgeht), eine entsprechende Stoffmenge (für die die immer noch "Stoff durchziehen") nibbelt man aus der Oberprima ab.

    Wenn es nicht nach den Sommerferien normal weiter geht, weiß ich auch nicht. Dann muss man ales um ein Jahr schieben?

    die Schulen müssen eben Konzepte entwickeln.

    Jope. Eigentlich finde ich es sinnvoll, das den Schulen zu überlassen. Maßstab müssen die Ressourcen sein. Wer mehr Platz hat, kann mehr anbieten. Eigentlich klar.

    Trotzdem befürchte ich, die Schulen könnten damit überfordert sein. Und manche Schulleiter sind schon in Friedenszeiten schon zu doof für ihren Job. Mir müssen da als Kollegen aufpassen, dass alles passt. Ausnahmsweise mal nicht nur duckmäusern.

    2 Telefonate die Woche - das ist bei uns anders. Die pfeilschen um jede einzelne Note, um jedes Fehlen um jede Hausaufgabe und Unterrichtsinhalte und dann zig Verständnisfragen.

    Was ist das? Ein Flohmarkt oder eine Schule? Noten werden bekanntgegeben und begründet. Nachfragen und Anmerkungen sind erlaubt. Gefeilscht wird nicht. Gerade deshalb würde ich meine Privatnummer nicht 'rausgeben.

    Beim Rest wird auch nicht gefeilscht. Wie soll ich mir das den vorstellen? "Ja, ich habe Montag gefehlt, aber können Sie nicht 5 statt 6 Stunden aufschreiben?" Häh? Und wie feilscht man um Unterrichtsinhalte? Vielleicht ist nur die Formulierung absurd, vielleicht aber auch die Situation.

    Verständnisfragen werden im Unterricht gestellt. Da können Sie dann für alle beantwortet werden.

    Ich kann mich des Eindruckes nicht erwehren, dass du etwas Grundsätzliches falsch machst.

    Wir leben tatsächlich in einer billigen Hutzelbude. Dafür arbeiten wir Teilzeit und haben jeder noch nebenher andere berufliche Aufgaben, die uns das Leben schöner machen, aber nur wenig Geld in die Kassen spülen.

    Irgendwie klingt das erheblich nettera als das, was ich mir aus den bisherigen Informationen zusammengesponnen habe.

    Muss man denn seine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse herausgeben an Eltern?

    Nein.

    Wie willst du denn sonst für die Erziehungsberechtigten erreichbar sein? Nur telefonisch während der Zeit, wo du in der Schule bist oder nur an Elternsprechtagen?

    Ja.

    dass wohl viele KuK gar keine dienstliche E-Mail-Adresse haben.

    Nicht deren Problem. Und nicht deren Schuld.

    Wer möchte, kann immer noch eine private E-Mail-Adressee 'rausgeben. Aber der Schluss "es gibt keine dienstlichen Mial-Adresse, wir müssen also die privaten Telefonnummern 'rausgeben" ist nicht nachvollziehbar.

Werbung