Beiträge von Tom123

    Im schulischen Bereich betrifft es aber ja auch Facharbeiten, Projektarbeiten, Referate, über mehrere Stunden anlegte Arbeitspläne... hab ich immer recht gerne gemacht, im letzten Halbjahr gingen solche Aktionen aber zu 100% schief, weil überwiegend nur noch KI Ergebnisse rausgerotzt wurden. Schade, dann eben nicht mehr.

    Die Lösung muss sein, dass sinnvoll aufzuarbeiten. Ich habe letztes Jahr eine nette Fortbildung dazu gemacht. Ein Gymnasiallehrer, der im Unterricht klar Möglichkeiten aber auch Grenzen der KI aufzeigt. Es gibt z.B. bestimmte Texte, die eine KI nicht richtig interpretieren kann. Wenn es beispielsweise nur wenige Inhalte dazu im Netz gibt, bestimmte Bildsprache kann schlecht interpretiert werden etc.. Das kann man auch gut einsetzen. Interpretiere den Text mit Hilfe einer KI. Begründe, ob das sinnvoll ist. Wo hat die KI den Text falsch interpretiert und warum? Usw.

    Entweder, das Problem existiert, dann muss die logische Konsequenz sein, dass entsprechend viele SuS sitzen bleiben bzw. die Prüfung nicht bestehen. Oder es existiert nicht und Jugendliche sind vergesslich wie eh und je und lernen nur bis zur nächsten Klausur was sie hinterher sofort wieder vergessen. So wie die meisten von uns auch.

    Das Problem existiert. Es zeigt sich nicht nur in der Schule sondern auch in Vergleichstest etc.. Die Schüler mögen heute auch andere (digitale) Kompetenzen mitbringen aber bei den klassischen Kompetenzen, die wir erwarten zeigt sich ein Defizit. Ein Aspekt davon ist sicherlich, dass Kinder zunehmend vor digitalen Medien als Babysitter gesetzt werden und bestimmte Erfahrungen wegfallen.

    Das werden wir alles grundsätzlich nicht ändern. Die Frage ist, wie wir damit umgehen. Alle sitzen bleiben lassen, wird das Problem auch nicht lösen. Ein Aspekt ist daher, dass (gefühlt) die Anforderungen jedes Jahr ein wenig zurückgehen. Wahrscheinlich gibt es dazu auch Untersuchungen. Auf der andere Seite wird es sicher auch Bereiche geben, wo die heutige Jugend besser ist. Ich war mit ein paar jungen Studenten unterwegs. Sie haben eine dicke Hausarbeit in 2-3 Stunden mit KI erstellt. Inklusive Kniffen, wie man verhindert, dass man erwischt wird. Losgelöstl vom inhaltliche und moralischen, war ich erstaunt wie kompetent sie eine KI einsetzen können. Das war schon spannend.

    Ich Stelle nur fest, dass 80 - 90 % der Schüler, die vor mir sitzen, nicht wirklich rechnen, kaum sinnentnehmend lesen und keine vier Sätze ordentlich schreiben können. Und ich meine damit keine Migranten, sondern Schüler die nach 10 Jahren in unserem Schulsystem die mittlere Reife erhalten haben. Bei den allermeisten Schülern ist da irgendwas schief gelaufen. Sie haben nicht die Kenntnisse und Fähigkeiten, die sie hätten haben sollen. Können aber rechts und links wischen auf ihrem Handy.

    Sorry, das zeigt aber, dass Du einfach keine Ahnung hast. Die Probleme kommen sicher nicht vom schulischen Einsatz moderner Medien. Und gerade weil Kinder heute in einer digitalen Welt groß werden, müssen wir das in der Schule aufgreifen. Und da geht es nicht darum, die Bedienung zu lernen, sondern Risiken, Gefahren und Möglichkeiten digitaler Medien zu erfahren.

    Ich bekomme Stehhaare, wenn ich lese, dass an der Grundschule Tablet genutzt werden. Ich bin ITler durch und durch, aber bis zur 8. Klasse ist ein digitales Gerät quatsch. Dis sollen lesen, schreiben und rechnen lernen. Und zwar analog. Im Sachunterricht Dinge begreifen im wahrsten Sinne des Wortes. Und am Tablet hin und her wischen bringt gar nichts.

    Da zeigt sich leider, dass Du didaktisch nicht auf der Höhe der Zeit bist. Ich habe schon im Studium eine Arbeit über den Taschenrechnereinsatz in der Grundschule geschrieben. Einfaches Beispiel: Am Taschenrechner ist die Ziffer 7 defekt und kann nicht genutzt werden. Wie kannst Du trotzdem die Aufgabe 777*99 rechnen?

    Aber auch aktuell gibt es so viele sinnvolle Möglichkeiten, Tabletts oder andere neue Medien produktiv einzusetzen. Die Frage ist immer, wo digitale Medien einen Vorteil gegenüber analogen Möglichkeiten haben.

    Wenn ich nur mal an den Mathematikunterricht denke:

    Es gibt Apps mit denen man Aufgaben automatisieren kann. Die Apps geben den Schüler direkt eine Rückmeldung, ob das Ergebnis richtig ist. Wenn sie gut sind, werden die Aufgaben auch direkt basierend auf den Fehlermustern der Schüler gestellt.

    Die App zu unserem Mathematikbuch stellt Aufgaben direkt mit der passenden didaktischen Anschauung. Also entsprechend Plättchen, Hunderterfeld, etc. Nachdem ich es analog eingeführt haben, können die Kinder noch beim Üben die Aufgabe visuell sehen.

    Manche Aufgabenformate lassen sich analog nicht oder nur mit großem Aufwand durchführen. Einführung des Hunderterfeldes. Die Kinder bekommen von der App eine Zahl gesagt und müssen die richtige Stelle am Hunderterfeld antippen. Gewichte: Es gibt eine Balkenwaage und 5 Bälle mit verschiedenen Gewichten. Durch Vergleichen sortieren die Kinder die Gewichte nach Größe.

    Bei Würfelgebäuden kann ich Pläne in der App erstellen, mir Seitenansichten zeigen lassen etc.
    Auf der andere Seite dokumentieren die Kinder ihre Arbeit mit Fotos und wir können es am Ende an der digitalen Tafel gemeinsam besprechen.

    Bei Referaten über berühmte Mathematiker nutzen die Kinder entsprechende Webseiten um Informationen zu sammeln.

    Schon im Einsatz für Klasse 1: Simultane Zahlerfassung: Die App zeigt eine Anzahl von Plättchen in einem 20er-Feld und die Kinder sagen die Anzahl. Das kann ich natürlich auch analog gemeinsam machen. Das mache ich auch. Aber danach üben die Kinder noch mal 10-20 Minuten am Tablett. Jedes Kind ist aktiv und sich sehe am Ende von jedem das Ergebnis.

    Am Ende muss ich natürlich bei jedem Einsatz überlegen, ob es sinnvoll ist oder nicht. Es sind auch nur Möglichkeiten. Aber den Einsatz komplett abzulehnen ist einfach nicht mehr zu unseren heutigen Welt passend.

    Wenn ein Schüler ein digitales Endgerät (Laptop oder Tablet) nutzt kannst du davon ausgehen, dass er vorrangig andere Dinge im Unterricht macht und die gestellten Aufgaben nebenbei erledigt. Andere Dinge sind z. B. surfen, Shopping, YouTube schauen, asoziale Medien durchforsten und manchmal sogar eBook lesen.

    Das ist doch einfach ein Problem des Unterrichts. Wenn ich merke, dass die Geräte zur Ablenkungen führen, kommen sie weg. Die Schüler brauchen die Geräte auch nicht permanent bedienen, sondern sinnvoll einsetzen. Wenn ich an einer Berufsschule bin, sollten die Schüler das auch langsam lernen. An einer Uni sagt auch niemand, dass man sein Gerät weglegen soll. Diesen Umgang zu lernen, gehört auch zu den Kompetenzen, die wir als Schule vermitteln müssen.

    Tablets oder andere Geräte haben spezifische Vor- und Nachteile. Ich denke nicht, dass wir uns in unseren heutigen Welt komplett dagegen sperren sollten. Andererseits muss nicht alles am Tablet stattfinden. Aber beispielsweise Heftführung am Tablet, das Verteilen von Arbeitsmaterialien, Recherchen, Nutzung von KI, ... da gibt es viele sinnvolle Einsatzmöglichkeiten. Selbst wir an der Grundschule nutzen iPads. Die Schüler haben keine eigenen aber wir haben Klassensätze. Und ab und zu holt man sich diese, weil man sie gerade sinnvoll im Unterricht einsetzen kann. Im Sachunterricht suchen die Kinder mit blinde Kuh Informationen, in Mathematik gibt es sinnvoll spezifische Übungssoftware, bei denen die Kinder gleich eine Rückmeldung bekommen, in Deutsch wird vielleicht Antolin in der Lesestunde genutzt, in Musik kann Garageband oder andere Software den Unterricht bereichern, in Kunst werden Fotos gemacht, ausgedruckt und dann in das eigene Bild eingebaut, in Englisch gibt es tolle Übungsformen, ... dazu ist beim DaZ natürlich total hilfreich. Am Ende geht es nicht darum, ob Tablets oder nicht. Die Frage ist, wo können wir Tablets sinnvoll einsetzen und wo nicht.

    Ich denke, dass der Vergleich zu den höheren PKV Kosten hinkt. Es war zu erwarten, dass die Kosten für die Gesundheitsvorsorge in den nächsten Jahren / Jahrzehnten stark steigen. Dass wir dauerhaft einen höheren Anteil unseres Einkommens dafür aufwenden müssen, betrifft uns alle. Das ergibt sich alleine aus demografischen Gründen. Entsprechend kann man das aus meiner Sicht nicht als Argument für zu geringe Lohnsteigerungen nehmen.

    Nichtsdestotrotz ist die Steigerung aus meiner Sicht deutlich zu gering. 3% p.a. wären schon das Minimum gewesen und natürlich Laufzeit ab Ende des alten Vertrages. Was wir Beamten nun bekommen, ist auch nicht klar. Niedersachsen hat sich da bisher auch nicht 100% geäußert.

    Der Schulträger wird es anschaffen können. Ihr werdet dann die Geräte im Rahmen eures Medienentwicklungsplan und eurer curricularen Vorgaben einsetzen (müssen). Teilweise gibt es natürlich Vorgaben in den Rahmenlehrplänen. Andererseits gestaltest du deinen Unterricht eigenverantwortlich. Irgendwo dazwischen ist der Einsatz der Geräte.

    Weder Schulträger noch Land können dich natürlich verpflichten ein privates Gerät anzuschaffen. Wenn die Nutzung solche Geräte durch die Lehrkraft im Rahmen neuer Medien im Unterricht vorgesehen ist, müssen die Geräte durch das Land oder den Schulträger angeschafft werden.

    Das ist aber in der Grundschule nicht erlaubt und führt im Zweifelsfall dazu, dass eine Person über 100 Kinder in der Sporthalle betreut.

    Grundsätzlich ist es Niedersachsen auch nicht erlaubt. 100 Kinder mit einer Person in der Sporthalle sind aber auch nicht erlaubt. Letztlich sind schon zwei Klassen, die von einer Lehrkraft beaufsichtigt werden, auch nur unter bestimmten Umständen erlaubt. Am Ende muss die Person auch in der Lage sein die Aufsicht zu führen. Im Zweifel heißt es dann doch, dass Unterricht nicht stattfindet. Das ist Dank Lehrermangel in Niedersachsen inzwischen keine Seltenheit mehr.

    Klar stehen bei uns da auch Namen, aber alle wissen, die Kinder werden nur beaufsichtigt.

    Solange die Kinder beaufsichtigt sind, ist doch alles klar. Die wenigsten Eltern werden überhaupt mitbekommen, dass statt Unterricht Beaufsichtigung stattfindet. Wirklich treffen würde es erst, wenn Unterricht ausfällt und Kinder nach Hause geschickt werden. Aber ich habe das die Hoffnung aufgegeben. Die Mehrheit der Lehrkräfte ist mit der Situation zufrieden und freut sich, dass es Ihnen so gut geht. Im Einzelhandel verdienen die Leute ja viel weniger ...

    Klar, passieren kann alles. In Niedersachsen komme ich mit dem Auto im Winter eigentlich immer gut durch. Gute Winterreifen, gutes Auto und ein bisschen Wissen. Wenn es in Bayern die Berge hoch und runter geht, ist das sicherlich was anderes.

    Aber ich denke, dass das auch die Fälle sind, wo jeder sofort versteht, dass man nicht kommt. Wenn Straßen nicht passierbar sind, sind es halt auch nicht. Aber das werden in der Regel Einzelfälle sein.

    Das ist krass. Sowohl, dass ihr nicht eure ganzen Abminderungen für die Schulleitung ausgeben müsst (wovon andere profitieren dürften) als auch, dass es möglich ist, überhaupt nicht mehr zu unterrichten. Da verliert man doch das richtige Augenmaß für die Belange der Lehrkräfte

    Eine Schulleitung, die ihren Job gut macht, ist damit mehr als ausgelastet. Da machen 3 Stunden, die man irgendwo reinquetscht auch keinen Mehrwert. Ich hätte kein Problem damit, wenn die Schulleitung z.B. nur im Notfall unterrichtet und sonst nur die Leitung wahrnimmt. Die haben ja in der Regel viele Jahre als Lehrkraft gearbeitet.

    Ok, dann wurde mein erster beitrag falsch verstanden bzw ich habe schlecht geschrieben.

    Die schulnah Wohnenden kommen halt als erste an. Insofern werden nur sie herangezogen.

    Ich würde vermuten, dass es andersrum ist. Wer weit weg wohnt, fährt früh los, da die Person bei der aktuellen Witterung nicht weiß, wie lange sie braucht. Kommt die Person dann einigermaßen gut durch, ist sie als erstes da. Ich wohne verhältnismäßig nahe an der Schule, bin aber oft einer der letzten (sofern keine Notwendigkeit besteht früher da zu sein). Wenn es glatt ist, habe ich teilweise schon Kollegen, die schon vor Ort sind bevor ich überhaupt losfahre.

    Ich wette eine Pausenaufsicht, dass keiner von euch jemals im Schulort übernachten würde, um morgens als erster da zu sein.

    Die meisten werden so wohnen oder ausgestattet sein, dass sie auch bei Glatteis in die Schule kommen können. Ich habe aber eine Kollegin, die damals immer gependelt ist und dann tatsächlich auch schon mal eine Nacht bei einer anderen Kollegin übernachtet hat. Wann kommst Du zur Pausenaufsicht?

    Das mag ja für dich verwunderlich sein. Hier im Norden bricht halt schneller mal das große Chaos bei Schnee und Eis aus ^^. Sowohl zu meiner eigenen Schulzeit als auch zu meiner Zeit als Lehrkraft ist schon diverse Male der Unterricht aufgrund "extremer Wetterlage" im Winter ausgefallen.

    Wir sind hier auch auf dem Land und Mitten im Chaos. Trotzdem haben die Geschäfte auf und die meisten sind auch ganz normal auf der Arbeit. Die meisten Schulen haben gute Regelungen, damit nicht alle kommen müssen. Aber auch im Norden können es Lehrkräfte zur Schule schaffen. Es ist Winter. Da ist mal Eisregen und Glatteis normal.

    Ich meine mit meiner Frage eine Extremsituation: Also wenn der deutsche Wetterdienst eine Unwetterwarnung herausgibt, die gewisse Risiken und Gefahren bei Autofahrten voraussagt.

    Kann eine Lehrkraft dann gewzungen werden, sich dem Risiko aussetzen zu müssen?

    Wenn alle anderen auch nicht arbeiten, ist es auch für eine Lehrkraft nicht zumutbar. Wenn also Behörden, Ärzte, Industrie etc. nicht öffnen, musst du als Lehrkraft auch nicht. Solange aber 90% der Menschen ganz normal zu Arbeit gehen, wirst Du kaum argumentieren können, dass Du es nicht kannst.

    Sonderfälle wären, wenn dein Dorf durch eine Lawine von der Außenwelt abgeschnitten wäre oder so. Aber Glatteis ist in Winter nicht unerwartet. Du musst dir vorher überlegen, wie du deinen Job erledigen kannst. Vielleicht kannst du einfach bei einer Kollegin vor Ort übernachten.

    Und nun?

    Möglichkeiten:

    Die Lehrkraft sucht sich eine Wohnung in der Nähe der Schule oder geht für die eine Nacht in ein Hotel. Letzteres habe ich wegen einer Unwetterwarnung und eines entfernten Arzttermines auch schon gemacht.

    Die Lehrkraft nimmt sich ein Taxi.

    Sinnvollere Möglichkeiten:

    Die Lehrkraft fragt im Kollegium, ob jemand anderes die Betreuung übernehmen kann. Ggf. im Tausch gegen andere Stunden.

    Die Lehrkraft erläutert der SL das Problem und fragt, ob es eventuell eine andere Möglichkeit gibt.

    Formal hat die Lehrkraft die Aufgabe ihren Arbeitsweg sicherzustellen. Alle anderen arbeiten morgen auch. In einem guten Kollegium findet man aber letztlich immer eine Möglichkeit.

    Grundsätzlich kann auch die Situation auftreten, dass die SL durch andere vorrangige Dienstaufgaben so belastet ist, dass sie die Stunden nicht geben kann. Auch das wäre rechtlich zulässig.
    Ob das konkret der Fall ist, kann man natürlich nur im Einzelfall entscheiden. Eine mögliche Konstellation wäre ein Ausfall anderer Mitglieder der SL, die die Schulleitung kompensieren muss.

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