Beiträge von Tom123

    Lieber Frosch,

    wäre es nicht schön, wenn man die Themen Krieg und Energieversorgung trennt? Die sicherlich schreckliche Situation für die Zivilisten in Teheran passt sogar nicht zu unseren Problemen, wie wir nun am besten eine Energieversorgung für die Zukunft aufbauen. Ich finde auch, dass der Beitrag von Wolfgang dazu schon sehr wichtig ist, er geht aber in der Strom-Diskussion unter.

    Wollen wir, in einem der reichsten Länder der Welt lebend, die teuersten Schulen der Welt bauen, um Kinder mit Behinderung in eigenen Gebäuden ausschließlich mit Kindern derselben Art von Behinderung zu beschulen? Oder wollen wir Schulen generell so ausstatten, dass sie in der Lage sind, Jugendliche zum Abschluss zu führen, so wie es weltweit Schulen ganz offenbar gelingt?

    Das Problem ist doch, dass wir momentan weder für Kinder mit Einschränkungen noch für die restlichen Schüler:innen passende Schulen bauen. Bei Kindern mit körperlichen Einschränkungen ist noch am einfachsten. Da muss halt ein Fahrstuhl gebaut werden. Bei Kindern mit psychischen Einschränkungen wird es dann schon schwieriger. Ich habe den Eindruck, dass je schwieriger die Einschränkungen desto lockerer sitzt das Geld. Unser GE-Kind bekommt problemlos alles, was die Förderschullehrkraft vorschlägt. Teilweise sind wir als Schule noch kritisch, da wird es aber schon gekauft. Bei unseren Lernen-Kindern oder vor allem auch ES-Kindern wird es schon schwierig. Da geht es plötzlich nicht mehr nach Bedürfnis des Kindes sondern es steht ein Etat X zur Verfügung, der für alle reichen muss. Bei Kindern ohne besondere Einschränkungen ist es dann noch schlimmer. Da sind die Lernbedingungen aus meiner Sicht vor allem von der Haushaltslage des Schulträgers abhängig.

    Das ist die Realität. Da hilft es nichts, wie reich Deutschland doch ist. Wenn wir nicht ein Milliardenpaket für die Schulen machen, ändert sich nichts. Vor allem muss sich aus meiner Sicht auch das System und das Denken ändern.

    Also bleibt die Frage, wie wir im aktuellen System die Kinder bestmögliche fördern können. Und nicht wie es in der Theorie aussieht. Inklusion scheitert in Deutschland am System. Fehlendes Geld, fehlendes Personal, fehlen Qualifikation. Da kann eine Förderschule die sinnvollere Lösung sein.

    Nuklearkraftwerke, Kohlekraftwerke und Gezeitenkraftwerke.

    Gas- oder GuD-Kraftwerke haben im Vergleich sehr hohe Betriebskosten und sind auch keine klassischen Grundlastkraftwerke, sondern eher für Mittel- und Spitzenlasten geeignet.

    Gezeitenkraftwerke sind doch keine klassischen Grundlastkraftwerke. Dazu ist die Forschung/Entwicklung da auch noch nicht so weit. Gleiches gilt für die Geothermie. Beides hochspannende Projekte aber realistisch erst in 5-10 Jahren in größerem Maßstab einsetzbar.

    Nuklearkraftwerke haben aktuelle Bauzeiten, wo ich vom Beschluss "Wir bauen ein AKW" mit 25+ Jahre Bauzeit rechnen muss. Dazu die immensen Kosten. Mit 50 Mrd. pro Kraftwerk sollten man schon rechnen.

    Damit bliebe aus meiner Sicht nur die Frage, ob man Kohle- oder Gas bevorzugt.

    Nein. Es gibt andere Parteien, es gibt Wahlen, die nicht so frei sind, wie sie sein sollten, aber der Volkswille wird kundgetan und umgesetzt. Erdogan hat 2023 nur knapp die Wahl gewonnen. Von einem Einparteienstaat kann keine Rede sein.

    Das ist eine sehr subjektive Wahrnehmung. Ich würde sagen, dass die Wahlen massiv beeinflusst werden und nicht mehr frei sind.

    Ich glaube, dass wir da inhaltlich nahe beieinander sind. Die Frage ist halt wie man mitlaufen definiert. Für mich heißt es einfach, dass die Inklusion nicht richtig umgesetzt wird. Natürlich bekommt das Ge oder Lernenkind andere Materialien und hat seinen eigenen Wochenplan oder so. Ich denke, dass das fast immer passiert. Aber das ist halt nicht die Förderung, die es braucht. Die Zeit sich als Lehrkraft 1:1 mit dem Kind zu beschäftigen, was eigentlich immer notwendig ist, hat man viel zu selten.

    Wie willst du reformieren, wenn die Reform durch Veto verhindert werden kann?

    Es geht darum, was sinnvoller ist. Wir können natürlich auch einfach sagen, ist nicht mehr zu reformieren und wir schaffen sie ab. Das wäre wohl die aktuelle amerikanische Position. Dann können wir alle Trumps Friedensrat beitreten.

    Wir wissen am Ende nicht, was wie viele unschuldige Tote verursacht hat. Aber darum geht es auch nicht.

    Die USA bzw. ihr Präsident Donald Trump hat einseitig entschieden, dass es eine gute Idee ist den Iran anzugreifen. Und nun müssen wir darüber nachdenken, wie wir dazu stehen. Ich finde den Angriff an sich gut. Ich hätte ihn mir schon vorher gewünscht. Vielleicht eher als Spezialoperation aber das kann man von außen nicht beurteilen.

    Aber die Art und Weise wie die Entscheidung zum Angriff gefallen ist, gefällt mir nicht. Ein Konsens mit den amerikanischen Verbündeten, eine Legitimation durch den US-Kongress und im Idealfall eine internationale Mehrheit hätten mir besser gefallen. Dass eine Person alleine über Krieg und Frieden entscheidet und darüber entscheidet, wo ein Angriff angemessen oder nicht ist, damit ich habe ich ein Problem.

    Und bei allem erfreulichen für den Iran dürfen wir das nicht vergessen. Wir müssen uns überlegen, wie internationales Zusammenleben auf Dauer funktionieren soll. Momentan geht es ins Richtung "Recht des Stärkeren und persönliche Interessen". Das gefällt mir nicht. Deswegen sehe ich den Angriff auch kritisch. Nicht wegen dem Angriff an sich, sondern rein aus der Situation heraus, wie dieser Angriff entstanden ist.

    Je Kind muss man dann individuelle Wege finden, eine Beschulung zu ermöglichen, die das Kind möglichst gut fördert. Von „Mitlaufen“ kann da keine Rede sein und das ist mit Inklusion auch gar nicht gemeint.

    Offiziell musst Du das in Niedersachsen für jedes Kind. Egal ob mit Inklusionshintergrund oder nicht. Aber wenn wir ehrlich sind, ist es in Praxis oft ein Mitlaufen. Wie individuell gelernt werden kann, hängt am Ende von der Lehrkraft aber auch von den Rahmenbedingungen ab. Sobald zu viele Schüler individuelle Hilfe brauchen, wird es schwierig das umzusetzen. Ich habe beides bereites erlebt. Inklusionskinder, die perfekt eingebunden und fast optimal gefördert werden. Aber deutlich öfters, dass sie mehr oder weniger mitlaufen.

    Die UN ist mit ihren Veto-Regularien komplett bewegungsunfähig. Damit besteht kein handlungsfähiger Rahmen für die wirklich großen Konfliktfelder.

    Was aber für eine Reform der UN spricht und nicht dafür, dass in Zukunft ein einzelner entscheidet.

    Deinen Fokus auf Trump verstehe ich nicht. Das hätte meinetwegen auch Biden machen können. Oder Harris. Oder Obama. Es ist egal, wer es verantwortet und nur weil Trump ein demokratieverachtender Idiot ist, ist der Schlag gegen das Regime nicht weniger richtig. Was ein Okay des US-Kongresses jetzt verbessert hätte, erkenne ich auch nicht. Als Amerikaner wäre mir das vielleicht wichtig, so muss es mich aber nicht interessieren. Das müssen die Vereinigten Staaten intern klären. Dein UN-Vorschlag ist dumm. Da hätte man Chamenei auch lieb zum Selbstmord auffordern können. Genauso realistisch.

    Das Problem ist nicht Trump. Das Problem ist, dass ein einzelner Mensch entscheidet, wo es nun angemessen ist ein Land anzugreifen. Eine Entscheidung des Kongress würde zu mindestens eine politische Mehrheit erfordern. Selbstverständlich wäre das besser. Dass du ein Mehrheitsentscheidung auf UN-Ebene dumm findest, zeigt ein echt problematisch Demokratieverständnis.

    Wie geht es weiter? War der Angriff auf Venezuela auch ok? Was ist mit den ganzen anderen Diktatoren auf der Welt? In Afrika gibt es noch einige sehr schlimme. Die Taliban in Afghanistan. Nordkorea. China. Entscheidet der US-Präsident nach Tagesform, wer angegriffen wird?

    Genau dafür brauchen wir eine UNO. Auch wenn sie sicherlich in der aktuellen Form viele Schwächen hat, ist es aus meiner Sicht dauerhaft die einzige Möglichkeit eine Legitimation für solche Angriffe zu finden.

    Und ja, wenn die UNO es nicht hinbekommt, fände ich eine Parlamentsentscheidung oder noch besser eine international gemeinsamen Entscheidung deutlich besser. Du scheinst deine Probleme mit dem Iran haben. Anscheinend ist dir vollkommen egal, ob ein Angriff gerichtfertigt ist. Das kann ich auch nachvollziehen. Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass diese Angriffe viel Unglück viele Menschen bedeuten. Es werden nicht nur die Regierung und die böse Leute getroffen. Auch viele Unschuldige werden ihr Leben und ihre Gesundheit oder ihren Besitz verlieren.

    Die USA waren vor ein paar Wochen noch nicht in der Lage, den Iran gezielt anzugreifen.

    Das möchte ich bezweifeln. Wir haben in der Vergangenheit gesehen, dass die USA in der Lage sind kurzfristig überall in der Welt zuzuschlagen. Es hätte kein Krieg sein müssen. Aber einfach ein Schlag gegen das Hauptquartier der Revolutionsgarden.

    Trump in einen Topf mit Putin und Kim zu werfen, finde ich schon ein hartes Stück.

    Ich werfe sie nicht in einen Topf. Wenn Du sagst, dass das Völkerrecht für dich in manchen Fällen nicht gilt, frage ich dich wo die Grenzen sind. Wann gilt das Völkerrecht und wann kann ich selbst entscheiden? Ist nun der amerikanische Präsident das Gewissen der Welt und entscheidet, wo das Völkerrecht gilt und wo nicht? Wir wünschen uns alle einen Machtwechsel im Iran. Aber war der Angriff auf Venezuela auch ok? Und wo sind die Grenzen? Wer legt sie fest?

    Es gebe auch durchaus Alternativen. Die erste wäre eine Entscheidung des amerikanischen Kongresses statt Alleingänge von Trump. Das bessere wäre eine UN-Entscheidung. Vielleicht muss man dann die Veto-Rechte streichen und am Ende auf Mehrheitsentscheidungen setzen. Aber diese Alleingänge, dass Trump entscheidet, wer Leben darf und wer sterben muss. Das kann ich bei allem Verständnis nicht gut heißen.

    Das Regime kann nicht allein von Innen gestürzt werden. Das haben die letzten Wochen gezeigt. Vielleicht sorgt die militärische Aktion für eine Stärkung des Regimes, ja, aber es ist auch die einzige Möglichkeit das Regime loszuwerden. Dieses Risiko muss man eingehen, wenn man was ändern will.

    Die Frage ist aber, warum man nicht damals eingegriffen hat als Regime die Demonstranten gekillt hat. Und warum er jetzt erstmal in Genf nach einem Deal gesucht hat. Für mich hat das alles ein Geschmäckle.

    Ich glaube niemand hier geht davon aus, dass die Schläge gegen den Iran völkerrechtskonform sind. Ist mir aber ehrlich gesagt vollkommen egal. Wenn sich Massenmörder hinter dem Völkerrecht verstecken können, dann bedeutet mir das Völkerrecht in dem Falle nichts.

    Das halte ich für eine sehr schwierige Einstellung. Sollten wir dann auch gleich ein Attentat auf Putin fokussieren, um den Ukrainekrieg zu beenden? Und was ist mit Nordkorea? Und überhaupt, was ist mit Trump selbst? Wir sind uns doch einig, dass er eine Gefahr für die demokratische Ordnung in den USA ist. Wäre es legitim in Europa Attentäter auszubilden, um ihn auszuschalten?

    Das Problem an deiner Argumentation ist relativ einfach. Wer entscheidet dann, wann das Völkerrecht gilt und wann nicht? Jetzt haben wir den Verrückten im weißen Haus. Was ist wenn er nächste Woche sagt, dass Brasilien Massenvernichtungswaffen entwickelt und das eigene Volk unterdrückt? Dass er den aktuellen Präsidenten nicht mag, hat er schon deutlich gemacht. Ist das dann auch ok? Und war der Angriff auf Venezuela ok? Die Art und Weise politische Ziele mit Gewalt durchzusetzen, halte ich für extrem problematisch. Im Iran finden wir es wahrscheinlich alle gut. Aber wo ist die Grenze? Insbesondere wenn wir bedenken, dass seine scheichfreunde genauso ihr Volk unterdrücken, es da aber kein Problem ist.

    Inklusion ist nicht, das Kind muss in die Schule passen. Inklusion ist, was muss die Schule verändern damit es für das Kind passt? Es gibt Kinder, die eine kleine Gruppe brauchen, aber warum das z.B. nicht in Form von Klein Klassen an Regelschulen passieren kann, verstehe ich nicht. Naja, vielleicht doch. Das kostet Geld.

    Da hast Du wieder Theorie und Praxis. Das trifft grundsätzlich auch für alle Kinder zu. Ich gebe dir vollkommen Recht, dass sich Schule in wichtigen Bereichen zu langsam verändert. (Es gibt auch etliche Lehrkräfte, die jede Veränderung ablehnen.) Ich gebe dir auch Recht, dass es an Geld fehlt.

    Aber wir müssen auch realistisch sein. Personelle Ressourcen sind begrenzt und egal was wir machen, werden wir nicht kurz- oder mittelfristig die Situation ändern. Auf der anderen Seite haben Kommunen (und Länder) auch nur begrenzte finanzielle Mittel. Ich habe auch den Eindruck, dass viele Kommunen grundsätzlich bereit sind, Geld für die Bildung auszugeben.
    Am Ende bleibt die Situation, dass wir eine Menge X an Geld haben und uns überlegen müssen, wie wir das sinnvoll einsetzen. Momentan ist es gefühlt Flickenschusterei. Bestes Beispiel aus meiner Praxis: Es wird ein sechsstelliger Betrag in digitale Tafeln und Infrastruktur gesteckt, aber es fehlt nachher das Geld um für neue Lehrkräfte ebenfalls Endgeräte zu kaufen. Da geht es dann um Zuständigkeiten und am Ende sitzen die Lehrkräfte ohne Endgerät vor der digitalen Tafel. Und das lässt sich dann in alle Bereiche übertragen. Für unser Inklusionskind wurde für 5.000 € Technik angeschafft, die eigentlich nur in der Ecke liegt. Auf der andere Seite fehlt das Geld für dringend notwendige Anschaffungen.

    Bist Du an der Sek 1? Bei uns hat die Förderschule einfach (zu unrecht) einen schlechten Ruf. Da möchten Eltern ihr Kind nicht hinhaben. Noch schlimmer ist bei ES-Fällen. Da haben wir eine spezielle Schule in der Region. Die Eltern wollen da teilweise ihre Kinder nicht hinschicken und gleichzeitig ist die Schule hoffnungslos überlaufen. Dann sind nachher extreme ES-Fälle mit überforderten Schulbegleitungen an überforderten Regelschulen.

    Es ist einfach ein Unterschied, ob wir darüber diskutieren, ob militärische Maßnahmen gegen den Iran sinnvoll sind oder ob man Ukraine und Iran gleichsetzt.

    Aber ich denke hier geht es auch eher einfach darum, dass eine Forumsmitglieder provozieren möchte.

    Inklusion ist einklagbar und die dafür notwendigen Voraussetzungen, wie bauliche Maßnahmen, ebenso. Das wird auch regelmäßig gemacht und bei uns werden immer wieder bestimmte Voraussetzungen für einzelne zu inkludierende SuS angepasst, die Stadt finanziert das auch anstandslos (weil sie weiß, dass sie muss).

    Auch das ist ein großes Problem. Wir haben ein Kind für das über 20.000 € investiert wurde, obwohl es einfach nicht auf eine Regelschule passt. Dazu kommen nochmal jährliche Kosten in gleicher Höhe. Und oh wunder, für dringend benötigte andere Anschaffungen ist natürlich jetzt kein Geld mehr da. Der Etat ist leider ausgereizt.

    Um Inklusion sinnvoll umzusetzen, muss man die Rechte der Eltern/Kinder beschneiden und mehr auf das Urteil der Lehrkräfte setzen. Beispielweise könnte die Förderkommission einstimmig eine verbindliche Vorgabe machen dürfen, dass ein Kind an der Förderschule muss.
    Dass müssen auch nicht die Lehrkräfte der betroffenen Schule sein, wenn man ihnen keine Neutralität zutraut. Dann sollen es externe Förderschullehrkräfte entscheiden. Aber wir haben zunehmen Fälle, die bei uns nicht passen aber wegen Vorurteilen der Eltern nicht auf die Förderschule sollen. Und selbst wenn der Schulträger mal wieder Geld ausgibt, bringt es nichts wenn die personellen und sonstigen Rahmenbedingungen einfach nicht da sind.

    Übrigens stellt sich die Frage, wann Schüler generell etwas einklagen können. Können Schüler fehlende Ausstattung, fehlendes Personal, schlechte Räume etc. vor Gericht bemängeln? Wäre auch mal spannend.

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